» »

Warum so starke Angst vor Krebs?

LBukas0G0001


Hi,

Ich möchte hier auch meinen Beitrag leisten.

Vor gut einem Jahr bin ich an Hodenkrebs erkrankt. Die Krankheit war leicht in den Griff zu bekommen und noch nicht fortgeschritten.

Obwohl sich alles zum Guten gewandt hat, begann sich bei mir bereits bei den kleinsten Symptomen eine Angst zu entwickeln.

Das Vertrauen zu mir selbst und meinem Körper war eben erheblich beeinträchtigt.

Um mich zu beruhigen, sagte ich mir: "Egal was ist, mach dir keinen Kopf und hol dir die Bestätigung vom Arzt."

Folge war, dass ich von diesem Zeitpunkt an tatsächlich wegen mehr oder weniger jeder Kleinigkeit zum Arzt ging.

Das brachte mir aber nie die Gewissheit oder das gute Gefühl, das ich mir dadurch erhofft gehabt hatte.

Ich fing an immer marginalere Krankheitsanzeichen ernst zu nehmen, zu ernst zu nehmen um es präzise auszudrücken. Ich war leicht einzuschüchtern und leicht durch meinen Körper zu verunsichern. Das wurde durch die häufigen Arztbesuche nur noch mehr gesteigert. Nachdem ich im Sommer wegen der Angst vor einem Hirntumor im MRT München-Pasing gewesen war (Symptom: Kopfschmerzen), brachte mir das negative Resultat keineswegs die erhoffte Erleichterung. Ferner fing ein nihilistisches Weltbild an, sich in meinen Kopf zu brandmarken und raubte mir jedwede Lebensfreude. Ich wurde schwer depressiv; an einem Tag dachte ich sogar über Selbstmord nach.

Mein Versuch meine Probleme zu lösen bestand darin wieder Selbstvertrauen zu gewinnen.

Das war mitunter nicht einfach. Ich war seit je her Perfektionist und wünsch(t)e mir eigentlich nichts sehnlicher, als alle Situationen des Lebens mit Bravour zu meistern und dabei meinen Ängsten und bedrückenden Gefühlen nie schutzlos ausgeliefert zu sein. Nicht einfach, wenn die eigenen Anforderungen ständig himmelhoch sind und man (wg Ängsten, Depressionen...) nicht in der Lage ist diesen standzuhalten. Doch ich begann mehr zu lesen, arbeitete mehr für die Schule, trainierte viel und tat viel für meinen Körper. Meine Tage bekamen eine harte und strenge Struktur. Ich versuchte mich zu fragen, was für mich persönlich wichtig im Leben sei. Nachdem ich das herausgefunden haben würde, könnte ich dem nachgehen. Mein Leben sei dann das entscheidende für mich, mein Glück und meine Ziele. Ich würde mich dann nicht mehr von meinen Ängsten so stark verunsichern lassen wie bisher.

Ich fand heraus, dass das Leben selbst immer wieder Zweifel und Rückschläge für Menschen bereithält. Mehr und mehr über das Leben nachzudenken brachte mich zu der Erkenntnis, dass es mitunter einfach ungerecht ist. Als Mensch mit stark ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn kann man sich viele Dinge nicht erklären. Man findet mitunter auch über sich selbst heraus, dass man selbst, als der Mensch der man ist, nicht dem entspricht was man sich selbst als "gut" zurechtgelegt hat.

Warum ich das alles erzähle? Zum einen wollte ich das oben geschriebene einfach mal aussprechen. Andererseits führt es auch zur Thematik des Forumbeitrags hin.

Ich rate allen Mensche, die von Ängsten gequält sind sich mit diesen auseinanderzusetzen! Heute packte mich wieder ein Schauer von einer dieser unbegreiflichen "Krebsangstattacken". Aber erst, wenn ihr mit euch selbst einen gewissen Frieden geschlossen habt, könnt ihr mit dem Thema richtig umgehen. Ein Arztbesuch zur reinen Bestätigung weil einen Ängste nicht mehr loslassen führt, im schlimmsten Fall, mehr und mehr zur Selbstentfremdung!

cdanKdy25x09


Hallo Lukas!

Dankeschön für deinen wunderschönen Beitrag!Ich selber habe furchtbare angst vor krebs und habe zusätzlich gerade meine mutter verloren und mein mann ist derzeit im bürgerkrieg in tunesien!Ich habe genau diese zweifel an meinem körper wie du sie beschreibst!ich habe angst vor hals rachenkrebs oder lungenkrebs,und weil ich momentan einen schiksalsschlag nach dem anderen habe denke ich immer das dies mir sicher auch nicht erspart werden wird!Ich weiss absolut nicht wie ich diese angst besiegen kann und wie ich wieder ein "normales"leben haben kann!Es ist leicht für andere leute zu urteilen die diese probleme nicht haben!

gruss sandra

RaNaB9


Weil viele Menschen an unzähligen Krebsarten erkranken und daran sterben.

Mir fällt jetzt spontan keine andere Krankheit ein, die so oft tödlich endet.

Wenn du dich z. B. mit HIV infizierst ist dies natürlich schrecklich, aber die Lebenserwartung bei HIV Erkrankten ist stark angestiegen, weil es immer mehr bessere Medikamente gibt.

Bei Krebs werden zwar auch neue Medikamente entwickelt, aber die sind noch nicht so wirkungsvoll.

Für mich ist Krebs, inbesonder Blutkrebs (Leukämie) die schlimmste Krankheit von allen.

Zum Glück ist Blutkrebs selten im Vergleich zu anderen Krebsarten.

R/NB9


meinte insbesondere

Bjigrke\nblattt31x0


Wobei es wirklich schwer ist, in bestimmten Situationen nicht an Krebs zu denken, wenn ich bedenke, wieviele Leute hier im Forum, und auch in meinem Bekanntenkreis betroffen sind. Klar rechnet man damit, dass es einen mal selber treffen kann.

c8liauudixa84


Ihr sprecht mir alle aus der Seele.

Ich verstehe es nicht, ich war immer so ein fröhlicher und gesunder Mensch. Dennoch habe ich seit Monaten, sogar schon seit eine Jahr Zweifel an meinem Körper. Ich habe einen neuen Lebensabschnitt begonnen(Studium) und vielleicht ist es ja die Angst davor?

Ich google stundenlang nach Syptomen, nach Dr.Google sollte ich schon alles von Lungenkrebs, über einen Hirntumor bis hin zu Lymphdrüsenkrebs haben.

Ich liebe mein Leben, aber es nervt diese Grundangst zu haben :-(

Lg

c<andya25a0x9


Hallo claudia!!!

mir geht es genauso wie dir und ich weiss wie schlimm diese angst ist!Es ist wie ein kreislauf!zuerst googeln dann noch mehr angst-angst zum arzt zu gehen wegen dem ergebnis-und wenn man dort war und blut geschwitzt hat kommt die angst man hat was übersehen,was ja bei krebs of auch passiert da es oft erst spät erkannt wird!

:°(

c|lauud$ia8)4


Herrje, jemand der so denkt wie ich....unfassbar!

Ich merke irgend eine Unstimmigkeit.... Dann zu Dr.Google. Krebs ist meist die Ursache, wenn es das nicht ist dann oft eine Autoimmunkrankheit,was ich nicht schon alles hatte.

Dann lese ich wirklich stundenlang, kann nicht aufhören, immer und immer mehr und gehe sogar in Krebsforen. Der Gang zum Arzt. Meine Mutter meint immer, wenn was ist, sollte ich es doch abchecken. Aber anstatt das zu machen, schiebe ich es so lange raus wie es nur geht. Dann,total panisch gehe ich hin, schildere fast unter Tränen meine Angst.

Wenn der Arzt dann Blut abnimmt, das lange Warten auf die Ergebnisse. In den zwischenzeit Todesängste.

Wenn sie da sind, fast der Kollaps. Nun ja, wenn der Arzt Entwarnung gibt, nichts deute auf was Ernstes hin kommt der Gedanke auf" Er übersieht etwas".

Ein Teufelskreis :-/ :-/ :-/

cIandy2t509


glaub mir claudia ich würde echt viel dafür tun diese ängste los zu bekommen und wieder normal leben und mit lebensfreude!!!jemand der diese angst nicht kennt weiss echt nicht wie das ist!!!ich hoffe das wir beide eine lösung finden um diesen alptraum zu beenden!!!

:)* :)* :)* :)*

vielleicht schaffen wir es ja zusammen

dman_nyH1x9


Naja geht auch anders. Meine Onkel 35 hat immer leichte Schmerzen im Bereich der Rippen gehabt und alle meinten ach er steigert sich da nur rein. Bis er mal Blut gehustet hat. 2 Wochen später die Diagnose: Lungenkrebs im Endstadium! Jetzt liegt er nurnoch im Bett und vegetiert vor sich hin und hat einen künstlichen ausgang da der Krebs auch in den Verdauungstragt gesträut hat.

Sicher übertreiben viele Leute. Wenn solche Beschwerden auftreten sollte man zum Arzt rennen und nicht direkt einen TODESANGST Thread eröffnen.

Lg

D'ark5Ing^wexr


Es ist wahr, zunehmend auch jüngere Menschen haben Angst vor Krebs. Woran es wirklich liegt, kann ich nicht sagen, aber ich vermute, diese Angst hat etwas mit dem Gefühl einer Ungeborgenheit im Leben zu tun. Zumindest ist das wahrscheinlich bei mir der Fall. In meiner Familie gab es keinen Krebs bis auf meinen Opa, der seit seinem 13.LJ Kettenraucher war und mit 80 doch ein erstaunliches Alter erreicht hat. Von daher dürfte ich keine Angst vor Krebs haben. Aber ich habe sie - sehr. Bei jeder unerklärlichen Unregelmässigkeit (Schmerzen, Hautveränderungen, Durchfall, Lipome) habe ich Angst, dass es was Schlimmes sein könnte.

Seit ich 10 oder 12 bin, hat das angefangen, ich hatte nicht Angst vor Krebs aber vor der Tollwut (habe ich heute noch), und wir haben auf dem Land gelebt. Einerseits hätte ich am liebsten alle herumlaufenden Katzen gestreichelt, andererseits hatte ich danach wochenlang Angst. Angst vor Krebs, das fing vielleicht mit 18 oder 20 an, genau so wie Angst vor AIDS (ich meine hier nicht über mangelnden Schutz bei GV sondern die "interessantesten" Ansteckungswege). Ich hatte es als Kind nicht leicht, als Jugendliche auch nicht, und auch jetzt, ich bin nun 40, habe ich nicht den Eindruck, dass das Leben es gut mit mir meint - ich fühle mich nicht geborgen sondern latent "bedroht". Ich habe kein Paranoia oder irgendwelche Psychosen, es ist einfach ein Ungeborgenheitsgefühl. Wir können z.B. keine Kinder haben, mein Mann ist zeugungsunfähig - und manchmal schleicht sich bei mir eine Angst ein, dass die Natur mich, da ich keine Kinder gebären kann, aussortieren würde, z.B. in dem ich im Unterleibsbereich Krebs bekomme, weil die Organe sozusagen nicht beansprucht werden. Für manche mag das lächerlich klingen, für mich leider nicht.

Mit zunehmendem Alter steigt ja nicht nur rein statistisch die Möglichkeit einer Krebserkrankung, das Leben selbst wird auch immer schwerer. Ich stelle immer mehr fest, dass der Anspruch an den Einzelnen (in dem Fall an mich) und die Realität immer weiter auseinanderklaffen. Man soll sich gesund ernähren - gleichzeitig hat man eine ungefähre Ahnung, wie die Lebensmittelindustrie immer mehr zum Chemielabor verkommt, praktisch alle Lebensmittelgruppen sind betroffen. Ich selbst bin stark übergewichtig, was einerseits mit ungesunder Ernährung, andererseits mit mangelnder Bewegung zu tun hat. Essen ist für mich kein Trost, wie viele bei Übergewichtigen denken, Essen ist für mich eine Oase, ein Refugium, es beruhigt und gibt kurzzeitig ein Gefühl von Geborgenheit. Mangelnde Bewegung - ja, auch hier spielt eine Rolle, dass ich oftmals das Bedürfnis habe, mich zurückzuziehen, zu kuscheln, Wärme und Geborgenheit, anstelle draussen zu joggen (ist bei 130kg eh nicht mehr drin). Dazu kommt Insulinpflicht und Betablocker, was ein Abnehmen noch zusätzlich erschwert. Ich habe in den letzten fünf Jahren gesundheitlich stark gelitten, vor fünf Jahren brauchte ich noch keine Tabletten, jetzt brauch ich Insulin, Metformin, Bisoprolol, Ramipril und L-Thyroxin. Vor drei Jahren ging mir auf psychischer Ebene die Luft aus, so dass ich einen Zusammenbruch hatte - vorher war ich sehr leistungsstark und stolz darauf. Ich habe zwei Langzeittherapien und einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik hinter mir, seitdem ist mir bewusst, dass ich in zwischenmenschlichen Beziehungen keine Spannungen ertrage, mich nicht abgrenzen und adäquat wehren kann und keinen Stress kompensieren kann (jeder Konflikt ist wie ein Tetrisspiel was aufläuft, ohne dass die Steine darunter mal wegrutschen). Während ich in meiner Freizeit diese Situationen halbwegs vermeiden kann, bin ich ihnen auf Arbeit schutzlos ausgeliefert und mir ist nach den Therapien bewusst geworden, dass sich daran auch nichts ändern wird. An eine Vollzeitstelle ist nicht mehr zu denken, von der Krankenkasse bin ich ausgesteuert, ich hab - glücklicherweise - eine 400 Euro-Stelle in Heimarbeit gefunden. Dennoch kämpfen mein Mann und ich seit über einem Jahr finanziell ums Überleben. Für ihn gibt es nur arbeiten-essen-schlafen, für mich im Prinzip dasselbe. Ich würde gerne mehr Geld verdienen können, aber gleichzeitig weiss ich, dass ich das psychisch nicht mehr kann und ich nach ein paar Wochen wieder ein heulendes Häufchen Elend bin. Wir leben so diszipliniert, gönnen uns nichts mehr, verbluten fast an Nachzahlungen von Energiekosten, einer dicken Tierarztrechnung, den TÜV im März können wir uns für unser altes Auto eh nicht mehr leisten, damit wird der Kreis noch enger, unser Kater muss, sobald er anfängt zu markieren, noch einmal operiert werden, da ein Hoden im Bauchraum verschollen ist.

Seht das bitte nicht als Jammerthread, ich schildere lediglich Lebensumstände, die der Forderung nach gesunder - dem Krebs entgegenwirkenden - Lebensweise einfach nicht nachkommen können. Wenn ich dann lese, dass ein optimistisches Lebensgefühl, Lebensfreude, ein starkes Immunsystem, gesunde Ernährung etc gegen den Krebs arbeiten, so habe ich natürlich Angst. Ich fühle mich ungeborgen im Leben, und ich denke, es geht einigen Menschen ähnlich. Krebsangst im speziellen oder auch Hyperchondrie im allgemeinen ist eine unglaubliche Last, es ist ein Symptom dafür, dass Menschen das Urvertrauen fehlt und sie sich im Leben nicht getragen und geborgen fühlen. Und genauso geht es mir.

B5irekentb9latt10


An eine Vollzeitstelle ist nicht mehr zu denken, von der Krankenkasse bin ich ausgesteuert

Was heißt ausgesteuert?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Krebsangst oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Krebs · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH