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Verdacht auf schwarzen Hautkrebs

NTinax7 hat die Diskussion gestartet


Ich muss hier was loswerden, weil ich sonst verrückt werde.

Mein Mann war letzte Woche bei einer gewöhnlichen Vorsorgeuntersuchung. Während des Ultraschalls entdeckte unser Hausarzt ein Muttermal am Brustkorb (Größe ca. 8mm) das ihm nicht gefiel und überwies meinen Mann zum Hautarzt. Der untersuchte ihn und schickte ihn sofort in die Uni-Klinik mit der Begründung: wir haben Spezialisten vor der Haustüre (was ja auch stimmt) und deswegen fängt er da jetzt gar nicht an. In der Klinik hatten dann mehrere Doktoren und Profs das Muttermal begutachtet, meinten das das Mal entfernt werden müsse und äußerten einen Verdacht auf malignes Melanom. Am Donnerstag hat er jetzt seinen Termin und das Muttermal wird entfernt. Leider war ich in der Klinik nicht dabei und kann keine Beurteilung abgeben. Mein Mann ist aber überzeugt Hautkrebs zu haben und ist dementsprechend drauf. Mich macht die Warterei inzwischen auch verrückt. Der Termin erst am Do., dann wieder warten auf die Ergebnisse. Was mich stutzig macht, ist, das der Hautarzt gleich weiter überwiesen hat. Andererseits wartet er auf seinen Termin zum Rausschneiden dann eine ganze Woche. Wird nicht gleich was gemacht, wenn das akut aussieht??

Vielleicht kann jemand hierzu nur mal seine Meinung oder Erfahrung abgeben. Die Warterei macht mich fertig...

LG

Nina

Antworten
A scshenapcuttexl


Hallo, Nina

Tut mir leid, dass Du Dir im Moment solche Sorgen machen musst.

Wenn das Muttermal raus soll, dann habe die Ärzte einen begründeten Verdacht auf ein Melanom, wobei der Oberflächendurchmesser (hier ca. 8mm) nicht relevant ist, sondern die Tumordicke in der Tiefe (nach Breslow in mm), sowie die Hauschicht, in die der Tumor bereits vorgedrungen ist (Clark-Level I-V). Aussagen darüber, die auch die Prognose mitbestimmen, kann man daher zuverlässig erst nach dem Rausschneiden aufgrund der histologischen Untersuchung machen.

Die OP an der Brust sollte nicht dramatisch sein, schlimmer ist - psychisch - schon die Warterei aufs Ergebnis, aber das ist halt nicht zu ändern, da muss man durch (ich weiß, wovon ich rede). Sollte sich der Verdacht auf MM bestätigen, wird obligatorisch nachgeschnitten, dh., in einer zweiten OP innerhalb von einigen Wochen wird die Stelle noch einmal großräumig ausgeschnitten, um sicher eventuell in der Umgebung verstreute Krebszellen zu erwischen. Das ist Standard, davor musst Du nicht erschrecken. (Mein Mann hatte ein MM an der Brust, Oberflächendurchmesser ca.3mm, aber die Narbe ist fast 10cm lang).

Dass der Hautarzt gleich in die Klinik überwiesen hat, ist gut, aber 1 Woche Wartezeit auf die OP ist wirklich gar nichts, deshalb musst Du Dir keine Sorgen machen.

Es wäre gut, wenn Ihr Euch vom Arzt den Befundbericht als Kopie geben lassen würdet, weil darin alle prognostisch wichtigen Faktoren angegeben sind, auf die man bei eventuellen Fragen zurückgreifen kann.

Jetzt versucht, die Nerven zu behalten, Melanom heißt ja nicht automatisch Todesurteil. Und sei froh, dass es demnächst raus kommt - falls es überhaupt eines ist. Wenn ja, dann kann es ja noch im Anfangsstadium sein, wo es noch kein Unheil anrichten kann. Aber selbst, wenn es tiefer ist- mein Mann hat, trotz Breslow 0,95 und Clark IV bereits 5 Jahre ohne Metastasen überlebt- ist das noch lange nicht das Ende!

Alles Gute für Deinen Mann, und - wenn Du willst - schreib mal, wie es ausgegangen ist. Ebenso, wenn Du noch Fragen hast.

Liebe Grüße

N6inax7


Hallo Aschenputtel

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort @:)

Ich informiere mich heute schon den ganzen Tag über´s Internet, denn völlig unwissend möchte ich mit meinem Mann auch nicht vor den Ärzten stehen. Zumal er noch nie im Krankenhaus war geschweige denn eine Narkose "genießen" durfte. Kannst Dir ja vorstellen, wie ihn die Angst momentan packt. Und weil ich eben nicht dabei war und ich ihm sämtliche Infos aus der Nase ziehen muss, kann ich für mich selbst kein Urteil bilden.

Aber ich sehe schon, es bleibt nichts anderes als Warten :-| und hoffen dass wir mit einem blauen Auge davon kommen.

Auf alle Fälle halte ich Dich auf dem Laufenden...

Ganz liebe Grüße

Nina

A>schJenpuxttel


Nina,

wenn Du Dich gezielt informieren willst, dann schau doch mal hier, da findest Du alle Themen und links, die mit Hautkrebs zu tun haben. Außerdem kannst Du Dich mit Leidensgenossen austauschen:

[[http://www.krebs-kompass.org/Forum/forumdisplay.php?f=17]]

LG.

M-inibsuxku


Nina,

ich habe mir Anfang dez06 einen Leberfleck ( am Unterbauch) wegmachen lassen, er juckt und ich dachte dass die Kleidung immer reibt. Am 26.12.06 rief mich der Chirurg an ich soll am nächsten Tag in seine Praxis kommen es wäre was nicht in Ordnung. Die Diagnose am Mittwoch war schwarzer Hautkrebs. Am 03.01.07 wurde ich operiert es wurde großflächig rausgeschnitten (Schnitt von ca. 20cm länge). Der Befund bestätigte sich (Level3) aber der Chirurg hatte zum Glück großflächig alles erwischt. Ich hatte einige Untersuchungen Internist, muß jetzt alle 3MOn. zur kontrolle brauche keine Bestrahlungen oder Chemo da der Krebs noch nicht gestreut hat. Ich verstehe eure Ängste vorallem die Warterei macht einem sehr zu schaffen. Wünsche euch alles Glück das es so gut ausgeht wie bei mir.

LG

tlhe-cxaver


Das Warten wird noch etwas weitergehen...

lästig, aber unvermeidlich: Nach der OP wird es noch einige Tage (bis zu einer Woche) dauern, bis Ihr den endgültigen Befund habt. Das hängt damit zusammen, dass das herausgenommene Gewebe erst präpariert werden muss (sprich: Durch verschiedene Alkohol- und Fettbäder entwässert werden muss), damit man es dünn genug für die mikroskopische Untersuchung schneiden kann und dabei wirklich alle Feinheiten sieht. Das lässt sich leider nicht beschleunigen, ist halt technsch einfach so. Nur, damit Ihr Euch keine falschen Sorgen macht...

Grüße

Njin5a7


Danke für Eure Antworten und die Unterstützung.

Vielleicht kann jemand was zu der Vorgehensweise sagen, denn wir sind hinsichtlich dessen heftigst verwirrt.

Laut meinen Recherchen ist die Vorgehensweise folgende:

Bei der OP wird zunächst das Mal mit 1cm Sicherheitsabstand herausgeschnitten. Ist das Mal dicker als 0,75mm wird der Sicherheitsabstand auf 3-5cm vergrößert. Im Zuge dessen wird der Wächterlymphknoten den nächst liegenden Lymphbahnen (bei ihm in der Achsel) ermittelt mittels Einspritzen einer radioaktiven Flüssigkeit. Dieser und nur dieser wird dann mit einer Sonde entnommen und wiederum histologisch untersucht. Ist kein Krebs im Wächterlymphknoten vorhanden, hat sich die Sache erledigt. Wenn doch werden die betroffenen Lymphknoten entfernt. Mir ist das dewegen so immens wichtig, weil meinem Mann folgendes gesagt wurde:

Rausschneiden des Mals. Die Dicke wird während der OP noch bestimmt. Ist das Mal dicker als 0,75mm bekommt er sofort eine Vollnarkose, das Mal wird weitläufiger rausgeschnitten und sämtliche!!!! Lymphknoten werden dann auch gleich rausgeräumt!!!!! was dann einen 5-tägigen Aufenthalt in der Klinik mit sich zieht. Und das ohne vorherige histologische Untersuchung!!!!

Mein Mann hat sich dafür entschieden erst mal das Mal rausschneiden zu lassen, das histologische Ergebnis abzuwarten und dann erstmal weitermachen. Als er den Ärzten seine Entscheidung mitgeteilt hat, waren die erstmal voll beleidigt und haben ihn total abwertend behandelt.

Ich verstehe das Ganze ehrlich gesagt nicht. Schneiden die so gern damit ihre Rechnung passt oder hab ich mich falsch informiert!?!?!

Wäre schön wenn ihr mir eure Einschätzung mitteilen würdet oder evtl. hat jemand Erfahrung diesbezüglich

Liebe Grüße an alle

Nina

MWiniVsuku


Nina

bei mir war das etwas anders. Mein Hausarzt hat mich zum Chirurgen überwiesen wegen Entfernung des Muttermals. Über größere Operationen wurde noch nicht gesprochen. Nach der ambulanten Entfernung wurde mir gesagt, dass der Befund etwas dauern würde. Der Befund finde ich ist schon wichtig weil ja der Level eine entscheidende Rolle spielt. Ich verstehe deinen Mann schon. Hat er schon Ultraschaluntersuchungen gehabt (lymphknoten)

N'inax7


Minisuku

Er hatte generell eine Ultraschalluntersuchung im Zuge einer Vorsorge. Lymphknoten waren da aber glaub ich nicht dabei. Allerdings habe ich gerade mit einem Arzt a.D. gesprochen, der solche OP´s durchgeführt hat und der meinte, dass schon während der OP ein Feinschnitt gemacht wird, der schon ziemlich genau anzeigt, ob das Gewebe bösartig ist. Kommt eine Dicke von über 0,75mm hinzu, sollte man im Zuge dessen die Lymphknoten entfernen. Schon der Sicherheit wegen. Die Lymphknoten und das Mal werden dann histologisch untersucht um den Grad der Erkrankung festzustellen und die jeweilige Nachsorge. Ich denke uns bleibt nichts anderes übrig als zu hoffen, dass eine Dicke von 0,75mm nicht überschritten wird. Und das Vertrauen zu den Ärzten (das ich eigentlich nicht habe)

Nina, die hilflos ist und sich grad die Augen rausheult :°(

A1s9chenpAuttxel


Nina,

üblich ist das aber meines Wissens nicht, dass man ab einer Tiefe von 0,75mm die Lymphknoten ausräumt! Überlegt Euch das gut, das ist ein heftiger Eingriff. Am besten wäre es, Ihr würdet noch ein bis zwei Fachmeinungen einholen.

Wenn ich richtig informiert bin, dann wird (normalerweise) erst ab einer Tiefe von 1mm der Sentinel bestimmt und dann - abhängig vom Ergebnis - über eine Lymphknotenentfernung entschieden. Bei meinem Mann (Tiefe 0,95mm) wurde jedenfalls kein einziger Lymphknoten entfernt.

N|ina87


Aschenputtel

Ja, so wie Du es beschreibst habe ich es auch in einer Infobroschüre der Uniklinik Regensburg, in der mein Mann behandelt wird, gelesen. Hab ich mir extra ausgedruckt und nehme das auch zu unserem Termin am Donnerstag mit.

Habe vorhin mit einer Krebs-Hotline gesprochen, aber die bestätigten, dass es Standard sei bei einer Dicke von >75mm die Lymphknoten zu entfernen. Und wenn ich dann mit Uniklinik Regensburg komme, dann heissts gleich: Die sind führend und machen das schon richtig.

Da soll sich einer auskennen. Aber wir bleiben jetzt mal bei unserem Termin nur mit Rausschneiden und reden nochmals mit den Ärzten, denn eine volle OP kann dann immer noch gemacht werden.

A;scheJnput>txel


NIna,

ganz verstehe ich nicht: wird Dein Mann in Regensburg behandelt, wo man nach internationalem Standard vorgeht (Lymphknoten-Biopsie ab 1mm), und hat man ihm dort gleichzeitig vorgeschlagen, ab 0,75mm ALLE Lymphknoten zu entfernen ??? Das widerspricht sich doch??

Kann sein, dass da eine Studie läuft (wie in Augsburg, wo ab 0,75mm die Sentinelnode-Biopsie gemacht wird). Aber ALLE Lymphknoten ausräumen unter einer Tumortiefe von 1mm ??? ??? Habe ich noch nie gehört, und ich informiere mich seit 5 Jahren über dieses Thema!!!!!). Bei uns in Erlangen macht man die Lymphknoten-Biopsie allerdings erst ab 1mm, und nur wenn der Sentinelnode positiv ist, räumt man die in Frage kommenden Lymphknoten aus.

Dein Mann muss da aber nicht einwilligen, und ich finde es sehr gut, wenn Ihr erst mal das histologische Ergebnis abwarten wollt! Zeit für den Sentinelnode ist immer noch!!!

Gruß

N[inam7


Aschenputtel

Ich glaube einfach, dass mein Mann die ganze Sache zunächst unterschätzt hat, so ungefähr: Termin, Muttermal anschauen, evtl. rausschneiden und das wars. Mit Krebs hat er absolut nicht gerechnet. Und in seiner Aufregung hat er dann das meiste, was ihm die Ärzte gesagt haben, nicht mitbekommen.

Ich habe bis jetzt glaube ich ganz gut recherchiert und bin auch sehr dankbar für Deine Antworten, weil sie mir sehr geholfen haben. Unvorbereitet sind wir jedenfalls nicht.

Morgen werden wir sehen was rauskommt und dann werde ich auf alle Fälle nochmal schreiben.

Vielen Dank für alles und drück uns die Daumen....

Liebe Grüße

Nina

Aesche>nputtexl


Nina,

klar, dass die Daumen gedrückt werden! Vielleicht stellt sich alles ja viel harmloser aus, als Ihr bis jetzt glaubt. Von außen kann man die Tumortiefe nicht beurteilen, und selbst wenn es wirklich ein Melanom ist, dann kann es durchaus noch eines "in situ" sein (am Platz, am Ort: das bedeutet, dass es noch ganz oberflächlich und nicht in die tieferen Hautschichten eingedrungen ist und folglich noch nicht gestreut hat. Aber auch ein tieferes MM muss nicht zwingend bereits metastasiert haben, auch wenn da die Prognose gilt: je flacher, desto ungefährlicher. Also, Nerven behalten und den Befund abwarten, auch wenn das leichter gesagt als getan ist, ich weiß.

Vergiss bitte nicht, Dir auf jeden Fall eine Befundkopie mitgeben zu lassen, das erspart Dir sehr viel Zeit und Zweifel.

LG, und toi toi toi.

A0schenp%uttxel


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