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vergesslichkeit/ depression bei krebs? !

N3i]lpfeUrxd hat die Diskussion gestartet


hallo,

bei meiner mutter wurde letztes jahr im herbst brustkrebs diagnostiziert - inzwischen ist sie operiert, hat die chemo und die strahlentherapie hinter sich und ihre werte sind - soweit ich weiß - wohl auch in ordnung. allerdings hat sie seit der diagnose total "zu gemacht", hat überhaupt kein interesse für ihre werte, ihre therapie, den therapiefortschritt oder so gezeigt, und hat auch das wort "krebs" wochenlang nicht ausgesprochen. gleichzeitig hat sie auch alle verantwortung für dinge von sich geschoben, die nichts mit dem krebs zu tun hatten. zunächst einmal hören sich sätze wie "darum muss ich mich jetzt nicht kümmern" (egal ob es um familienbesuche, ihren job oder anderes geht) ja sehr nachvollziehbar an, aber was erst nach einer gesunden konzentration auf sich selbst und ihre krankheit aussah, macht inzwischen eher den anschein, als ob sie sich um gar nichts mehr kümmern wollte. außerdem vergisst sie alles mögliche - termine, wo sie sachen abgelegt hat usw. für mich als laien sieht das im moment eher nach einer depression aus als z.b. nach einer demenz (meine mutter ist auch erst 60), psychologische hilfe hat sie bisher nicht in anspruch genommen, und sie vermittelt zumindest nach außen den eindruck, dass es ihr ja sehr gut ginge und sie sich immer besser fühle (was körperlich sicher auch der fall ist). ihre vergesslichkeit geht über eine normale "schusseligkeit" inzwischen aber deutlich hinaus.

ich glaube nicht, dass das was mit der chemo oder den medikamenten zu tun hat, weil sie so ein verhalten (ansatzweise) auch schon vor ihrer krebserkrankung hatte und es sich seit der diagnose deutlich verschlimmert hat. ich weiß nicht, ob ihr euch aufgrund meiner beschreibung die situation vorstellen könnt, aber vielleicht hat ja jemand von euch erfahrungen mit depression während einer krebserkrankung/ therapie?!

vielen dank und viele grüße

Antworten
L$o!bo\75


Hallo,

ich kenne das von meinem Vater, der an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war ( ist im Sommer 2005 verstorben ).

Nachdem die Diagnose damals ( Anfang 2000 ) kam, war es irgendwie als hätte man in dem Moment den Stecker gezogen ... hört sich dumm an aber ich weis nicht wie ich es sonst beschreiben sollte ... es war einfach von jetzt auf gleich die Energie weg.

Es war ähnlich wie Du beschreibst, nicht nur die alltäglichen Dinge und Erledigungen wurden vollkommen unwichtig, selbst die Krankheit an sich schien ihm irgendwie egal zu sein ... als würde er von vorne herein alles für sinnlos halten, obwohl die Therapien und Operationen sehr gut verliefen.

Es hat damals fast 2 Jahre ab der Diagnose gedauert, bis mein Vater wieder anfang "normal" zu leben, anscheinend brauchte er diese lange Zeit um mit allem klar zu kommen. In der Zeit hat er auch nichts und niemanden richtig an sich ran gelassen.

Er hat danach dann noch rund 3 Jahre recht gut und auch glücklich gelebt nachdem ers sich dann selbst wieder "aufgerappelt" hatte, bis dann anfang 2005 der Rückfall kam, ab da ging es dann leider sehr schnell bergab.

Gib Deiner Mutter vielleicht einfach noch etwas Zeit. Vielleicht muss sie auch erstmal wieder das Gefühl bekommen noch am Leben zu sein ... für viele Krebspatienten ist anscheinend schon der Tag der Diagnose wie ein kleiner Tod, vielleicht würde es einem selbst da nicht anders gehen.

Evt hilft auch ein Psychologe weiter, hatte uns und ihm die Klinik damals auch vorgeschlagen, was bei meinem Vater aber nicht möglich war, da war er vollkommen gegen.

Ich wünsche Dir und Deiner Mutter alles Liebe.

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