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Knubbel unter der Haut

Fxlgasih_31 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich habe schon seit mehreren Jahren einen Knubbel (ca. 3 x 2 cm) unter der Haut am rechten Arm, der sich leicht etwas verschieben lässt und keine Schmerzen bereitet. Mein Hausarzt meint, es wäre nur ein Fettgeschwulst und ich solle mir keine Sorgen machen.

Jetzt habe ich aber weitere solcher "Knubbel" an meinem Körper bemerkt. z.B. am rechten Oberschenkel und einen weiteren am rechten Unterarm.

Ist das wirklich harmlos oder soll ich mich doch untersuchen lassen? Wenn ja, zu welchem Arzt muss ich gehen.

Gruß

Stefan

Antworten
TuubRin


Das sind Lipome

Hallo Flash_31,

du hast geschrieben, daß Dein Arzt ein Fettgeschwulst diagnostiziert hat. Die offizielle Bezeichnung dafür ist "Lipom" und ich kann dir versichern, daß so etwas wirklich harmlos ist - auch wenn es einen erst einmal beunruhigt. Schließlich denkt man beim Auftauchen von solchen Knubbeln unter (genauer IN) der Haut zunächst mal an das beängstigende Schlagwort Knoten und befürchtet sofort, daß es was mit Krebs zu tun hat.

Ich selbst habe meine Knubbel von meinem Vater vererbt bekommen. Mit 12 tauchte der erste am rechten Unterarm auf und hatte, als ich ihn bemerkte etwa die Größe einer Erbse. Zu ihm gesellten sich im Laufe der Zeit weitere Knubbel (zunächst mal nur an den Unterarmen und den Oberschenkeln). Manche sind bis heute sehr klein geblieben, andere dagegen sind über eine etwas längere Zeit gewachsen.

Bei jedem neuen Auftreten hatte ich Angst, daß es doch Krebs sein könnte, obwohl ich von meinem Vater schon erfahren hatte, daß diese Lipome zwar lästig, aber harmlos sind.

Natürlich stellt man sich die Frage, woher die Dinger kommen, und warum sie wachsen.

Da ich kein Fachmann, sondern nur ein Betroffener bin, kann ich nur eine laienhafte Erklärung abliefern, aber vielleicht hilft sie Dir und anderen KNUBBELN ja etwas weiter:

Von nix kommt natürlich auch nix. Auch Lipome fliegen einem nicht einfach so zu. Es handelt sich im weitesten Sinne um eine Stoffwechselkrankheit, d.h. das Zuviel an Energie, daß mit der Nahrung aufgenommen wird, verteilt sich bei Menschen, die diese Veranlagung geerbt oder erworben haben nicht gleichmäßig auf die Fettpolster im Körper, sondern es entstehen immer mal wieder einzelne Haufen von Fettzellen im Unterhautgewebe, die etwas aus der Reihe tanzen.

Normale Fettzellen speichern Fett und geben es bei Bedarf wieder ab - nicht so bei Lipomen. Diese Fettknubbel sind von einer dünnen Membran umgeben, und blähen sich darin auf, können aber das gespeicherte Fett nicht wieder abgeben. Markenzeichen für ein Lipom ist das, was Du auch schon nebenbei erwähnt hast, daß es sich ein wenig unter der Haut verschieben läßt. Natürlich können Lipome auch so groß werden, daß sie eine deutliche Beule an der betroffenen Stelle und somit auch einen gewissen Druck auf die Haut erzeugen.

Ich konnte an mir selbst feststellen, daß die Lipome immer dann an Zahl bzw. Größe zunahmen, wenn ich längere Zeit sehr gerne und viel gegessen habe. Natürlich nimmt dann auch daß normale Bauchfett zu, aber Lipome fühlen sich dann besonders wohl.

Ich habe in den letzten Jahren bei verschiedenen Gelegenheiten mal den einen oder anderen Arzt darauf angesprochen, ob das nicht doch vielleicht gefährlich ist, bzw. ob ich die Dinger durch z.B. rigoroses Abnehmen wieder loswerden kann und bekam immer die gleiche Antwort: Gefährlich sind sie nicht. Sehr viele Leute haben Lipome. Manche weniger, manche mehr - ich habe vor Jahren schon über 50 Stück in unterschiedlichsten Größen gezählt. Das neue kommen, kann man nicht verhindern - vielleicht noch am ehesten dadurch, daß man nicht über die Maßen viel futtert, sondern nur soviel, wie der Körper auch wirklich braucht.

Von alleine los wird man sie aber auch nicht mehr. Man kann sie natürlich rausoperieren, aber an der gleichen Stelle kann durchaus wieder ein neues Lipom entstehen.

Ich habe mich selbst nicht operieren lassen, denn ich denke, dies lohnt sich nur dann, wenn das Ding an einer sehr hinderlichen Stelle entsteht, z.B. dort, wo man drauf sitzt, oder in der Armbeuge, so daß es einen in der Bewegung einschränkt oder dabei Schmerzen verursacht. Oder natürlich dann, wenn der Schönheitsmakel zu ernsthaften psychischen Problemen führt.

Lipome neigen bei manchen Menschen (wie z.B. mir) auch dazu Pseudoableger zu bilden. Wenn an einer Stelle ein Lipom ist, bilden sich häufig weitere in der näheren Umgebung, manchmal auch direkt angrenzend. Da denkt man dann gleich erschreckt an Metastasen, aber das ist es nicht.

Wie gesagt, ich bin kein Experte, nur jemand der jetzt schon seit über 20 Jahren mit den Dingern lebt und keinerlei Probleme hat. Du kannst deinem Hausarzt da schon vertrauen. Ich dachte auch, daß ich der Einzige mit dem Problem sei, bis mein Arzt mir sagte, daß er täglich dutzende Patienten mit teilweise viel größeren und viel mehr Lipomen hat. Hühnereigröße ist da keine Seltenheit.

Weiter beobachten solltest Du die Knubbel auf jeden Fall, aber keine Panik!

Gruß,

Tubin

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