» »

Wasser in der Lunge weist Tumorzellen auf

ODmxa hat die Diskussion gestartet


Hallo,

meine Oma wurde ins Krankenhaus eingeliefert und es wurde Wasser in der Lunge festgestellt.

Dieses wurde zunächst über Punktierung entfernt und zur Untersuchung eingeschickt.

Eine Herzschwäche wird von der behandelden Ärztin ausgeschlossen.

Vor 7 Jahren wurde bei meiner Oma Brustkrebs diagnostiziert und erfolgreich entfernt. Seitdem geht meine Oma regelmäßig zu Vorsorge-Untersuchungen.

Seit 6 Jahren sind die Blutwerte erhöht, seit 1 Jahr stark erhöht.

Mittlerweile (nach ca. 1 Woche) hat sich erneut Wasser in der Lunge gesammelt, allerdings nur wenig.

Die Blutwerte sind weiterhin schlecht und das Gewebswasser wurde was gefunden.

Die Blutwerte lassen befürchten, dass sich erneut im Körper Krebs befindet, allerdings konnten die Ärzte bisher nichts feststellen.

Sie wurde geröntgt, Ultraschall gemacht, Skelett untersucht, alles bisher ohne Befund.

Die behandelnde Ärztin ist sich nicht sicher, ob eventuell die Bauchspeicheldrüse die Ursache sein könnte. Sie sagte mir, dass die bisherigen Befunde absolut untypisch für einen Tumor seien.

Meine Oma hat bisher (ausgenommen der Atemnot durch das Wasser in der Lunge bei Einlieferung) keinerlei Beschwerden, ist überaus munter und weiß überhaupt nicht, warum sie im Krankenhaus beleiben soll. Sie hat natürlich furchtbare Angst.

Ich bin total verzweifelt und bekomme einfach keine klaren Aussagen und weiß nicht, was ich noch unternehmen könnte.

Bitte gebt mir bitte Rat.

Was könnte die tatsächliche Ursache sein, was sollte noch untersucht werden. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Wasser in der Lunge, wie sollte behandelt werden?

Antworten
aPgnzes


das wasser in der Lunge

so wie Du es beschreibst (d.h. daß es abpunktiert wurde) ist wahrscheinlich nicht in der Lunge, sondern zwischen der Lunge und der Innenwand des Brustkorbs = im Pleuraraum und nennt sich Pleuraerguß.

Bei der Vorgeschichte ist der Krebs vor Jahren eine relativ wahrscheinliche Ursache. Wenn man die Ursache nicht findet oder nicht behandeln kann, kann man trotzdem oft das lokale Problem damit unterdrücken, daß man die Lunge and die Brustkorbinnenwand "anklebt" = Pleurodese, dann kann dahin keine Flüssigkeit nachlaufen.

Insgesamt ist Brustkrebs übrigens bei älteren Frauen (dh nach der Menopause) meist weniger aggressiv.

Gruß

Oxma


Pleurodese...

Danke für die schnelle Antwort, hat mich riesig gefreut.

Ich hab mal versucht mich schlau zu machen, was eine Pleurodese ist.

Soweit wie ich das verstanden habe, ist dafür kein operativer Eingriff notwendig, sondern wie bei der Punktation wird darüber Talkum "reingepustet". Dieses Talkum erzeugt eine Entzündungsreaktion, lässt das Gewebe anschwellen und verklebt hiermit die Lunge und Brustkorbinnenwand.

In einem anderen Forum wurde nun gesagt, dass der Patient anschließend das Gefühl hatte gegen eine Mauer zu atmen.

Wie ist das denn mit diesen Tumorzellen im "Lungenwasser" zu verstehen? Muss denn 100%ig daraus geschlossen werden, dass sich im Körper irgendwo ein Krebsherd befindet?

Wieso kann man diesen Herd so schlecht finden?

Könnte auch das Einlaufen des Wassers beendet werden, wenn der Tumor gefunden und entfernt wurde?

Könnten die gefundenen Tumorzellen auch auf einen gutartigen Tumor hinweisen?

Wenn er doch bösartig sein sollte, ist dann automatisch der gesamte Körper "verseucht"?

Ich habe soviele Fragen, vielleicht können ja die eine oder andere beantwortet werden, ich wäre so froh.

a$gnxes


pleurodese

ich habe das mal eine Weile ziemlich viel gemacht, den "Mauereffekt gab es nur bei Leuten, denen sowieso ein Tumor die Brustwand verhärtete, was bei Deiner Oma nicht der Fall zu sein scheint. Es wird z.B. auch bei jungen Leuten mit wiederkehrendem Pneumothorax gemacht.

Es geht mit Talkum oder Bleomycin oder Tetracyclin, oder mehr als einem, jedes hat Vor- und Nachteile. Man tut es über die Punktionsnadel (oder Schlauch) rein, abhängig davon, was man benutzt (und wie nett der Arzt ist) mit Lokalanaesthetikum, ist also technisch keine große Aktion. Es funktioniert nicht immer.

Tumorzellen in der Flüssigkeit heißt, daß da irgendwo Tumor, in diesem FAlle was bösartiges, wächst. Wenn das nur kleine Fleckchen oder eine dünne Schicht ist, findet man es nicht unbedingt. Die Pleura und Lunge sind ja bei metastatischem Brustkrebs oft befallen. Operativ läßt sich da nicht viel was machen. Nimmt sie denn was in die Richtung von Tamoxifen oder Arimidex? Wenn man hormonal oder mit Chemo behandelt, ist die Frage, ob der Krebs noch woanders sitzt, nicht so wichtig.

OWmxa


Tamoxifen oder Arimidex

Sie hatte derartige Medikamente zur Vorbeugung nehmen sollen.

Seit etwa 4 Jahren nimmt sie diese nicht mehr.

Es hatte sich dabei ein Myom an der Gebärmutterwand gebildet, was auch blutete. Es wurde damals daraufhin empfohlen das Medikament abzusetzen, da das Myom zu wachsen schien.

Das Myom wurde nicht entfernt, da hierbei die gesamte Gebärmutter hätte entfernt werden müssen. Darauf wollte meine Oma verzichten.

Wäre es denn zu empfehlen, die Medikamenteneinnahme wieder zu starten und gegebenfalls das Myom mitsamt Gebärmutter zu entfernen?

Meine Oma hat ein starkes Herz und ist noch sehr fit (lange Einkäufe durch die Stadt sind überhaupt kein Problem). Ist solch eine Operation zumutbar?

Oder gibt es vielleicht mittlerweile Therapiermöglichkeiten, die ohne Operation auskommen. Ich hab im Internet was über radiologisch-interventionelle Methode (Myomembolisation) gelesen, die ohne Operation, Narkose oder langen Krankenhausaufenthalt auskommt soll.

Macht die Medikamenteneinnahme jetzt überhaupt noch Sinn?

Meine Oma hat auch seit längerem schon immer mal Bauchschmerzen. Sie hat sich darüber nicht viel Sorgen gemacht und alles auf die Ernährung geschoben. Sie nimmt auch regelmäßig Abführmittel.

Ich möchte mich an dieser Stelle so sehr bei Ihnen bedanken.

Es ist einfach wunderbar hier jemanden zu finden, der einem weiterhilft und informieren kann. Im Krankenhaus scheint dies nicht möglich zu sein. Darüber bin ich sehr enttäuscht.

aAgnxes


was noch so geht

Die Entscheidung für eine Therapie ist fast immer ein Abwägen von positiven und negativen Effekten. Wenn das indirekt lebensverlängernd ist, ringt sich Oma ja vielleicht doch zu igendeiner Bahndlung des Myoms, ob Embilisation oder andere, durch.

Auch von Interesse: Tamoxifen wirkt am Brustgewebe als Anti-Östrogen, anderswo aber als schwaches Östrogen, daher das Myomproblem. Anastrazol (Arimidex) blockt die körpereigene Östogensynthese, dürfte also das Myom nicht beeinflussen (oder eher schrumpfen).

Da hormonbasierte Therapien ja relativ nebenwirkungsarm sind (jaja, sicher wird hier jetzt jemand schreiben, daß das nicht so ist, aber im Vergleich zu scharfer Chemotherapie sind sie milde), sind sie meist einen Versuch wert und können oft gerade bei älteren Damen eine gute Lebensqualität noch eine Weile erhalten - ohne unbedingt den Krebs zu "heilen".

PS Ich habe keine Aktien oder sonstiges Interesse am Verkauf dieser Medikamente.

A}schenp=uttxel


@ Agnes

Hallo, Agnes,

heute muss ich dir mal ein Kompliment machen: Deine Beiträge sind immer sachlich, informativ und kompetent. Für alle Leser eine Bereicherung, danke. (Bist du Medizinerin?)

L.G.

a8gn$es


@Aschenputtel

Danke, ja ich bin Medzinerin. Teilweise habe ich hier ja den Eindruck, daß das nicht willkommen ist und daß man sich lieber gegenseitig Märchen erzählt, als sich zu informieren. Aber manchmal scheint man doch helfen zu können.

O#ma


Pleurodese

Hallo,

entschuldige, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe.

Meine Oma war zwischenzeitlich aus dem Krankenhaus entlassen, da sie zunächst eine weitere Zusammenarbeit verweigerte.

Jetzt ist sie wieder im Krankenhaus (aber in einem anderen) weil sie wieder Atemnot bekam und wieder Wasser aus dem Pleuraraum abpunktiert werden musste.

Die Ärzte wollen aber scheinbar nichts von einer Pleurodese hören.

Wann sollte man denn eine Pleurodese durchführen und wann nicht?

Ich hoffe, Du liest diesen Beitrag noch und schreibst eine Antwort.

Danke!

a~gnQes


ch kann Dir nicht sagen

warum sie nicht wollen. Hast Du gefragt? Sie müssen ja einen Grund haben, ob das ein guter ist ist eine andere Frage.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Krebsangst oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Krebs · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH