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Ich fühle mich schlecht ohne organischen Befund

N;ettermTypx25 hat die Diskussion gestartet


Hey Leute, ich habe diesen Thread schon bei "Psychologie" ins Forum geschrieben, also nicht wundern, falls Euch da was bekannt vorkommt.

Hallo allerseits, in meiner Not wende ich mich an Euch...

Also, es begann vor ca. 5 Wochen, mir gings ohne sichtbaren Grund plötzlich ganz schlecht, Herzrasen, flaues Gefühl im Magen, Kloßgefühl und Übelkeit. Das war das furchtbarste, was ich je erleben musste. Naja, irgendwie wurde es dann besser und kam noch alle drei/vier Tage wieder, also nicht ständig. Naja, weil das aber so ein beschissenes Gefühl war, bin ich zum Arzt, es wurden sämtliche Blutwerte untersucht, Stuhlgang auf helicobacter pylori...alles bestens. psychoemotionale Gründe würden eine Rolle spielen....nun gut, das kann bei mir immer sein, ich bin schwul und habe eine schöne Fassade aufgebaut, damit es keiner merkt. Geoutet bin ich zwar bei meinen Eltern, aber es wird eben seit 6 Jahren nicht drüber gesprochen und ich arbeite schon seit Monaten mit meiner Psychologin daran, endlich mal ein langes, intensives Gespräch über meine Homosexualität zu führen, weil es so total schlimm ist dieses Unausgesprochene. Naja, vor ca. zwei Wochen gings mit mir dann so dramatisch bergab - Panikattacken, Todesängste mit Herzrasen, Luftnot, Magenproblemen, dass ich sofort zu meiner Mutter gerannt bin und gesagt habe, ich brauche dringend Hilfe. Naja, sie sagte, ich solle mich mal zu ihr setzen und sagen, was los ist. Dann redeten wir drei Stunden über das Thema Homosexualität und was soll ich sagen, alle Beschwerden waren weg. Es stellte sich ein neues Lebensgefühl ein, mir gings echt super. Nun der Schock, ne Woche später kams wieder (das war vergangenen Samstag, 1.8.) dolle Probleme, diffuse beschwerden mit Enge- und Druckgefühl, Rückenschmerzen, wir sind sogar in die Klinik gefahren,aber auch dort alles okay, EKG wurde gemacht. Meine Eltern nächsten Tag in Urlaub...und das war schlimm für mich, mir fehlte plötzlich etwas total, das Sicherheitsgefühl - wenn mit mir was passiert, kann mir nun niemand helfen. Naja, die nächsten Schritte waren Orthopäde und Physio.....und keine Ahnung, mir gehts noch immer nicht gut, im Gegenteil. ständig Probleme, Krankheitsgefühl, Schwindel, Enge, Druck,...

ich bin am Rande der Verzweiflung obwohl mir meine Mum immer versichert, es ist "nur" funktioneller Natur, ich sei nicht sterbenskrank (sie ist Ärztin). Naja, ich bin am Ende...kann ich in jungen Jahren schon ne Depression oder Burn-Out haben? Das würde mich insofern beruhigen, weil ichdann wengistens etwas dagegen tun könnte.

Ich hoffe auf hilfreiche Tipps von Euch. Vielen Dank.

Antworten
PCfl@egetuxssi


Hast oder hattest du irgendwann mal Probleme mit der Schilddrüse? Wurden Schilddrüsenwerte mal gecheckt?

NDette`rTyp52x5


also beim Blutbild wurden die Werte nicht ermittelt, hatte aber vor zwei Wochen nen Ultraschall, auch alles bestens an der Schilddrüse!

Npe.tter!Typ25


Ich las gerade auf einer anderen Internetseite etwas vom Reizmagen, dazu gehört ja auch oftmals Appetitlosigkeit, d.h. man wird wahrscheinlich etwas weniger essen. Auf der anderen Seite stand da auch, dass Nachtschweiß, Blut im Stuhl und Gewichtsverlust nicht zum Reizmagen gehören, sondern eher auf organische Ursachen hindeuten. Das irritiert mich etwas, denn Gewichtsverlust ist ja beim Reizmagen ziemlich naheliegend, wenn man aufgrund des geringen Appetits ja sicher auch weniger isst automatisch...oder wie seht ihr das?

LEittleOxne30


Hallo NetterTyp25,

vielleicht kommen gerade ein paar Dinge zusammen: Deine Auseinandersetzung mit der Homosexualität, und dem Gefühl der Unsicherheit und ggf. ein Virus, der Dich momentan etwas schwächt.

Versuche einfach ein bißchen langsamer zu machen und Dich in solchen Paniksituationen selbst zu regulieren. D.h. versuche Dich selbst zu beruhigen oder lenk Dich ab (Fernsehen, Telefonieren etc.). Auf jeden Fall nicht reinsteigern. Das ist das Beste und vermutlich Einzige was Du im Moment machen kannst. Grüble nicht so viel über die möglichen Ursachen nach und akzeptiere es einfach wie es ist. Dann wird es sicher von alleine wieder weggehen..

Alles Gute!

N~etterxTyp25


Ach wisst ihr, ich bin mit mir ja immer im Zwiespalt - ich weiß, dass bei mir Stress immer ein schwerwiegender Faktor ist, dann les ich im Netz nicht nach Symptomen, sondern meistens direkt nach der (im Regelfall schweren) Krankheit und bestätige darüber meine vorhandenen Symptome. Andererseits ist es mir auch zu einfach, alles auf die Psyche zu schieben, ich denke, dann könnte man leichtsinnig werden. Gerade eben hatte ich wieder eine furchtbare Panikattacke, ich stellte mir vor, die schlimme Diagnose Krebs zu bekommen. Oh Gott, ich mag gar nicht dran denken.

Was ich sehr interessant finde, ist, dass ihr alle im Tenor meint, es hängt alles mit der Psyche zusammen. Es würde mich ja freuen, nur kann ich mir selber nicht so sicher sein. Manchmal vergesse ich sogar mein perfektes Blutbild und dass beim Ultraschall des Bauchraumes alles bestens war. Seit gestern abend hat sich noch etwas anderes bei mir eingestellt, ich laufe jetzt krankhaft oft zur Waage, weil ich las, dass plötzlicher Gewichtsverlust auf was Ernsteres deuten kann...und naja, was soll ich sagen, ab und an zeigt die Waage auch mal ein geringeres Gewicht an, z.B. abends oft weniger als vormittags...es ist mir momentan ein Rätsel, wie ichaus dieser Misere wieder rauskomme...aber ich danke Euch allen sehr für Eure Statements und Eure Geduld...das hilft, zumindest vorübergehend.

t+ameelcxa


Hallo,

du sagtest doch, dass du bereits in therapie bist? das wäre ein thema, dass du mit deiner/m therapeuten/in besprechen kannst. du kannst auch auf [[www.psychic.de]] mal schauen, dort gibt es gute unterstützung und information, um die zusammenhänge von körper und psyche besser zu verstehen. der mensch ist ein komplexes wesen. körper und seele lassen sich nicht trennen, sie sind miteinander verwoben. versuche deine gedanken unter kontrolle zu bringen, denn das gehirn kann nicht zwischen fantasie und realität unterscheiden. der körper reagiert bei einer detaillierten vorstellung einer katastrophe genauso, als wäre sie real.

recherchiere nicht so viel im internet, das macht einen nur wahnsinnig. du musst bei DIR bleiben und in der realität und das geht nicht, wenn du stundenlang darüber liest, was alles schlimmes passieren kann. das gehirn kann ja gar nicht anders reagieren, als panikattacken auszulösen ;-). woher soll es wissen, dass es nur eine fantasie ist...?

wenn die körperlichen sachen abgeklärt sind, dann kannst du davon ausgehen, dass es keine rein organische ursache gibt für deine ängste. denn das, was du beschreibst, sind ängste und gedanken, die im körper reaktionen auslösen. du musst also lernen, anders zu denken. und das geht am besten mit einre verhaltenstherapie.

ich schreibe das aus eigener erfahrung. lg

N#etKterTy3px25


Hey tamelca,

vielen Dank für Deinen Beitrag, irgendwie hast Du die richtigen Worte gefunden, zumindest empfinde ich Deinen Text als sehr hilfreich, ich versuche, da anzusetzen und werde Euch hier weiter auf dem Laufenden halten....Wie ist es Dir denn ergangen? Was für Probleme gab es bei Dir und wie lange musstest du damit kämpfen?

LG T.

t1hom4asz{g2872


hallo netter typ25,

mir geht/ging es ähnlich wie dir. das gleiche grundthema, gute fassade aufgebaut. überspielt, überspielt, überspielt. alkoholmissbrauch, süchte. essen, glückspiel. rückzug. eines tags begann dann die befürchtung, dass die fassade einstürzt. schlaflosigkeit, ängste, depressionen, ausgebrannt, das gefühl alles nicht mehr halten zu können was ist wenns rauskommt? kam da nicht mehr raus, klinik, bin heute berentet. mir gehts nicht mehr so schlecht wie damals, hab aufgehört mich selber zu sabotieren, hab mir selber meinen wert gegeben, bin nicht mehr so abhängig vom werturteil anderer. meditation, ..nein krebs hast du nicht. warum solltest du ihn haben. ich würde sagen, deine seele schreit. glauben, beten haben mir auch kraft gegeben. ein paar liebe menschen. du bist doch kein unmensch. sei gut zu dir. achte auf das was du denkst, denn was du denkst tritt ein. schreib mir mal wenn du willst, du bist doch ein ganz lieber. mfg :)z :)z :)z :)^

t}hom?aszag287x2


hallo netter typ25, mir kamen eben noch mehr gedanken.

wo bist du, wo stehst du im leben. wo sind deine wurzeln. woher bekommst du wärme, liebe und kraft. welchen wert gibst du dir selbst.

bei mir gings auch los in dem alter. schreib mehr wenn du willst. lass dich auch mal in den arm nehmen.

thomaszg2872

RYo^binsxonLE


Hallo netter Typ25 und an alle die das betrifft und lesen,

alles was Ihr schreibt habe und mache ich in ähnlicher Form durch und das schon seit ein paar Jahren.

Mein Outing war hart und hat mir über Monate jeden Tag Kopzerbrechen bereitet.

Ich komme aus einer Kleinstadt wo das evtl nach hinten losgehen könnte. Ich hatte Riesenschiss. Habs dann aber doch getan, damit ich endlich Ruhe vor den heiratswilligen Weibern kriege.

Mittlerweile wissen es alle und fast alle lieben mich wie bisher (und ich hatte so'n Schiss, grins)

Dann meine erste Bekanntschaft mit einem Mann. Nach über einem Jahr hat ich mich, wie vom Blitz getroffen, in ihn verknallt. Doch da wollte er nicht mehr. Das hat mich völlig aus der Bahn geworfen, denn ich hab mir die Schuld gegeben. Ich hab wochenlang Rotz und Wasser geheult, konnte mich nicht beruhigen.

Dann kam noch Arbeitslosigkeit und mehrere Todesfalle im erweiterten Familienkreis dazu.

Ich war nicht mehr zu gebrauchen.

Fazit: die 1. Panikattacke und die 2. usw. Herz kaputt etc. Angst

Habe auch sämtliche Ärzte konsultiert. Diagnose: die Psyche. Mein Hausarz hat mich dann nach mehreren Abwehrungen zu einer Therapie geschliffen.

Ich fand sie doof, meinem Thema überhaupt nicht angepasst, aber ich hab sie die 3 Monate durchgehalten.

Danach wollte ich erst wieder arbeiten gehen, wenn ich mind. 3 Monate keine nennenswerten Panikattacken hatte. Das hat auch geklappt und ich war 2006/2007 ganz zufreiden mit mir.

Doch in den letzten Monaten bin ich oft so k.o. das ich keine Woche Arbeit durchhalte.

Bekomme ad hoc weiche Knie und der Blutdruck geht hoch. Bin den Rest des Tages Matsch.

Zur Zeit wache ich früh auf mit 150/100/70. Nehme 1 Betablocker. Erst gegen Abend normalisiert es sich. Jetzt nehme ich auch Abends eine halbe. Na mal sehn.

Bin zur Zeit bei einem Kardiologen den ich richtig ok finde, weil er "wahrscheinlich" auch schwul ist. Ich hoffe das er sich vielleicht bei mir outet und wir uns noch besser unterhalten können. wenn nicht, auch ok.

Ich hatte ja ebenfalls Panikattacken und spüre somit seitdem jede Veränderung in meinem Körper. Ich habe aber gelernt es nicht mehr zutun, sondern es zu ignorieren.

Das hat auch eine ganze Weile funktioniert, ich war über Monate Panikfrei.

Nur meine Psyche sucht sich halt wahrscheinlich dann eben einen anderen Weg, um mir zu zeigen das ich weiterhin meine Bedürfnisse unterdrücke. Somit bekam ich Anfang des Jahres eine weiter Version zu spüren. Plötzlich stand ich in meiner Straße im weißen Nebel. Völlig orientierungslos und kurz vorm umkippen. Ein Nachbar hat mich zur Haustür gebracht, mein Freund kam nach Hause und hat den Notarzt gerufen. Dann war noch ein Freund da, ebenfalls Arzt und sie haben zur Untersuchung ins Krankenhaus geschickt.

Dort nach allen Himmelsrichtungen durchgecheckt. Alles o.k.

Blut, Hirnwasser gezogen (sehr geil), Augendruck, Schilddrüse, EKG, MRT Kopf usw. Alles o.B.

Diagnose, nach dem ich meine ganze Vorgeschichte die ähnlich Deiner netter Typ25 ist,

Konversionsstörung

Google das mal, interessant.

Na sauber. Half mein tricksen nichts.

Ich sabbel mich seit 2 Jahren bei einer Psycholgin aus, nehme da kein Blatt vor'm Mund sonst bringt das ja nix. Ergo, ich soll mich mehr um mich kümmern. Da ist guter Rat teuer.

Ich stecke in meiner Mühle und hab noch kein richtiges Rezept gefunden.

Ich wohne seit Jahren mit meiner ersten richtigen Beziehung zusammen.

Vorher hab ich 20 Jahre allein gewohnt, konnte so meinen Tagesablauf nach Feierabend selber bestimmen. Nun ist eigtl. ständig was zutun. Ich bin auch sehr agil, bin ständig auf Achse im und am Haus. ADS ist bei mir auch noch zu Hause und seit ich vor 5 Jahren die ersten Panikattacken hatte, Kettenraucher.

Was ich machen werde, mit meinem Partner offen reden. Der ist schon selber halb depremiert über meinen Zustand. Wenn alles nix hilft, muß ich wieder ausziehen.

Das gefällt uns beiden nicht, aber vielleicht muß ich den Schritt zurück wieder machen um zur Ruhe zu finden.

Medi nehm ich zur Zeit Valdoxan, vorher Mirtazepin. Damit hab ich mich etwas wohler gefühlt und ich werd wieder zurückswitchen. Muß es probieren.

Aber ich geb nicht auf.

Danke fürs lesen und wer keine Flugangst hat kann auf diesen Link clicken.

Das bin ich.

[[http://www.dailymotion.com/Zatto61/video/16583270]]

Dieter(47) aus Leipzig

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