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"Auffälliges" Eeg bei Kleinkind, gibt es mehrere Möglichkeiten?

H*ans0elixne hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich mache mir Sorgen um meine Tochter. Ich schreibe mal etwas ausführlicher:

Sie ist zweieinhalb (2J,7M) und war bisher immer außergewöhnlich gesund (dünn, aber ißt und trinkt viel) und in ihrer gesamten Entwicklung relativ schnell. Sie hat mit 11 Monaten laufen gelernt, da war sie mit ihrer grobmotorischen Entwicklung also eher schnell, aber diesen Vorsprung haben ihre Altersgenossen inzwischen längst eingeholt und zum großen Teil auch überholt.

Mir ist schon vor einem Jahr aufgefallen, daß andere Kinder früher als sie Treppen gestiegen sind, ohne sich an der Hand eines Erwachsenen festzuhalten (aber einseitig am Geländer).

Sie kann jetzt seit vielleicht zwei Monaten die Treppe mit abwechselnden (!) Füßen hochgehen, wenn sie sich mit einer Hand am geländer festhält und ohne daß ich sie an der anderen hand halte. Allerdings hat sie es sehr viel lieber, wenn ich sie auf der anderen Seite noch halte. – Andererseits kann sie z.B. eine fast senkrechte Leiter alleine hochsteigen.

Vor ein paar Wochen hatte sie eine mehrwöchige Phase, wo sie absolut versessen auf Schaukeln war. Sie war von der Schaukel kaum runterzukriegen.

Anfang Januar (also vor einem halben Jahr) hatte sie Probleme vermutlich mit dem Hüftgelenk, ihre Beine fingen immer wieder zu wackeln an und sie konnte sich nicht mehr halten; es kam eindeutig von den Beinen her (nicht Gleichgewicht an sich, sondern wirklich Wegknicken) und sie hatte auch Schmerzen im Knie und in der Hüfte. Die Kinderärztin vermutete Infektarthritis (Hüftschnupfen) und überwies an den Orthopäden. Der Termin war erst ein paar Tage später, da konnte sie schon wieder ganz normal laufen und daher hat der Orthopäde keinen Ultraschall mehr gemacht. Ich habe ihn außerdem auf ihre Senkfüße aufmerksam gemacht, er meinte "ja, sie wird Einlagen brauchen, aber das mache ich nicht, bevor sie 3 ist".

Es war dann erstmal wieder alles o.k.. Seit dieser Zeit hat sie sich rasant entwickelt: ist ganz schön gewachsen und spricht jetzt lange Sätze mit Nebensätzen, z.B. "ich möchte nicht, daß ich gewickelt werde" oder "wir gehen nicht zum Einkaufen, obwohl du das gesagt hast", singt Kinderlieder, ist seit 3 Wochen Tag und Nacht windelfrei, interessiert sich fürs Zählen und für Buchstaben (!) (ehrlich, das kommt nicht von mir, sondern sie fragt mich danach).

So, das ist die Ausgangslage. Jetzt zu den Sorgen.

Letzte Woche war es ja ein paar Tage lang extrem heiß. Sie hatte schon zuvor ca. eine Woche lang weniger getrunken als vorher immer (weil wir ihr abgewöhnen wollten, dauern Saft zu nuckeln, sie sollte Wasser oder Tee trinken – mit dem Ergebnis, daß sie es dann einfach stehenläßt. Sie weigert sich nämlich, aus Bechern zu trinken, es muß die Flasche sein. Wie gesagt, Abgewöhnungsversuche bedeuten, daß sie halt nichts mehr trinkt). Vielleicht hätten wir damit bis zum Ende der Hitzperiode warten sollen, nun ja. Jedenfalls war sie erstmal bei ihrer Oma und hat da eben weniger getrunken als sonst (sonst: ca. 1,5 l am Tag, dann nur noch ca. 500 ml am Tag). Leider hat sie dann auch im Kindergarten so weitergemacht, die Erzieherin hat uns das leider erst nach Tagen mitgeteilt. Sie denkt, das kann nicht schädlich sein, weil die Kleine ja trotzdem so oft pinkelt (ja, aber nur ganz kleine Mengen!).

Anfang letzter Woche (Mo oder Di) hieß es dann: Ihre Tochter schwankt immer so. Zu Hause sagte sie dann auch "mir ist schwindelig", das sagte sie zwei tage lang mehrmals täglich und ab dem dritten Tag schwankte sie dann auch sichtbar und konnte es entweder noch ausgleichen oder fiel dann immer hin.

Sie fiel NICHT immer zur selben Seite, und IMMER aus dem Laufen oder Stehen heraus, meistens (aber nicht immer) passierte es nach dem Aufstehen aus dem Sitzen oder der Hocke und gehäuft dann, wenn sie gerade erst aufgewacht war oder wieder müde wurde (mittags, abends). Nach 2 Tagen entwickelte sie die Technik von selbst, bei Schwindel sich erstmal hinzusetzen und ein paar Sekunden abzuwarten – danach konnte sie immer ohne Probleme weitergehen.

Am Freitag war ich mit ihr bei der Kinderärztin, die machte sich große Sorgen wegen des Schwindels und schickte uns mit dem Verdacht eines Tumors sofort ins Krankenhaus. Dort wurde nach einer ausführlichen Anamnese ein EEG gemacht (aber noch nicht gleich ausgewertet). Danach konnten wir nach Hause gehen. Über Pfingsten hat meine Tochter dann wieder täglich mindestens 1 l getrunken und seit Montag hat sie keine sichtbaren Beschwerden mehr.

Ich war beruhigt und ging davon aus, daß sie einfach zu wenig getrunken hatte bei der Hitze. Zumal der Arzt im KH gesagt hatte, daß er das EEG nur als Pflichtübung wegen des Verdachts auf dem Überweisungsschein machen würde und angesichts der Anamnese sich keine gesteigerten Sorgen machen würde.

Am Dienstag kam aber ein Anruf aus dem Krankenhaus: Im EEG gäbe es einen pathologischen Befund, und zwar einen "klar umschriebenen Herd" mit veränderter Gehirnaktivität (inwiefern verändert – gesteigert, verlangsamt oder was weiß ich- weiß ich nicht, ich GLAUBE, er hat "gesteigerte Aktivität" gesagt, kann es aber nicht beschwören).

Er sagte, er würde ein MRT machen wollen,und zwar nächste Woche. Ich könnte es mir überlegen, er müßte uns wegen des EEG dazu auffordern, allerdings solle ich mir keine großen Sorgen machen, da in den allermeisten Fällen dann beim MRT trotzdem nichts herauskommen würde.

Meine Frage ist: Kann ich ihm das glauben? Oder sagt er das nur, um mich zu beruhigen und erstmal in Sicherheit zu wiegen? Welche Ursachen kann ein solcher "Herd" denn außerdem haben? Außer einem Meßfehler (mit zweieinhalb schafft man es natürlich nicht, beim EEG eine halbe Stunde lang absolut still zu sitzen – sie hat es ganz gut gemacht, aber zweimal eben doch geredet und zwischendurch mal mit den Beinen gebaumelt; außerdem habe ich ihr währenddessen ein Buch vorgelesen, das sie sehr spannend fand und immer gern kommentieren wollte, aber nicht durfte – was ja auch eine sichtbare Gehirnaktivität hervorrufen müßte: Sowohl das Interesse an dem Buch als auch die Anstrengung, dennoch still zu bleiben; sie hat sich echt sehr große Mühe gegeben, ist eigentlich eine Hibbelliese).

Danke an alle, die bis hier gelesen haben. Und eine Bitte: Bitte verkneift euch den Rat "geht ins KH und macht das MRT". Meine Frage ist nicht, ob ich es machen lassen soll, sondern meine Frage ist

Kann ich ihm das glauben? Oder sagt er das nur, um mich zu beruhigen und erstmal in Sicherheit zu wiegen? Welche Ursachen kann ein solcher "Herd" denn außerdem haben?

Antworten
Hmans]eldinxe


Ach so, worauf ich mit dem Schaukeln hinauswollte: Seit ihr schwindlig wurde, lehnt sie es sehr nachdrücklich ab, zu schaukeln. Und setzt sich zum Schuhe anziehen immer hin, obwohl sie das

schon seit anderthalb Jahren immer im Stehen macht. Aber ich glaube fast, es ist eher die Befürchtung, daß ihr wieder schwindlich werden KÖNNTE. Sie läßt sich von negativen Erfahrungen meistens sehr nachhaltig beeindrucken.

w`hitet magxic


Hm Schwer zu sagen.

Ich wüsste jetzt nicht, was er mit "Herd" meint.

Als Laie hätte ich jetzt "Herd" mit Wucherung sprich Tumor überserzt.

Natürlich sagt er du sollst dir keine Sorgen machen, er will ja keine hysterische Mutter am Telefon haben.

Falls hier aber nicht einer Hirnchirugie studiert hat, wrst du keine großartigen Diagnosen bekommen.

Hast du dich denn schon entschieden, ob es ein MRT geben soll?

HXanseFlinxe


Nein, mittels EEG kann man an sich keinen Tumor feststellen, sondern nur eine veränderte Hirntätigkeit. "Klar umschriebener Herd" bedeutet, daß eine deutlich abgrenzbare Region betroffen ist. Es gibt auch generelle Veränderungen/Störungen, das ist wohl typischerweise bei einer Vergiftung so.

Aber nun ist die Frage, wie kann es zu so einer regionalen/lokalen Veränderung kommen AUSSER durch einen Tumor. Oder sind Fehlmessungen so häufig? Kann man auf dem EEG erkennen, ob ein Kind z.B. sich bewegt/gesprochen hatte oder erscheint das dann gleich als verdächtige Veränderung?

Wenn er hätte sagen wollen "das ist definitiv ein Tumor", dann hätte er ja wahrscheinlich auch mehr Druck gemacht, daß wir wirklich zum MRT kommen, oder nicht?

LUila


Wenn er den Verdacht auf einen Tumor oder etwas anderes Schlimmes gehabt hätte, hätte er wahrsch. darauf gedrungen, dass ihr noch am selben Tag zum MRT geht (das war bei mir so). Da er dir freigestellt hat, ein MRT machen zu lassen, dient dies wohl nur zur Sicherheit (dass wirklich nichts Behandlungsbedürftiges ist und um sich abzusichern, nichts versäumt zu haben). Nach dem, was du geschildert hast, gehe ich von einer harmlosen Auffälligkeit aus. Dass deine Tochter beim EEG gesprochen und gezappelt hat, hättest du dem Neurologen sagen können (bzw. sollen), dann hätte er das berücksichtigen und dir deine Fragen beantworten können. Du kannst aber immer noch versuchen, ihn telefonisch zu ereichen und genau das zu fragen. @:)

m!aripoxsa


Hanseline

Danke an alle, die bis hier gelesen haben. Und eine Bitte: Bitte verkneift euch den Rat "geht ins KH und macht das MRT". Meine Frage ist nicht, ob ich es machen lassen soll, sondern meine Frage ist

Das ist sehr schade, damit sehe ich mich leider außer Stande, auch auf die nächste Frage zu antworten:

Kann ich ihm das glauben? Oder sagt er das nur, um mich zu beruhigen und erstmal in Sicherheit zu wiegen? Welche Ursachen kann ein solcher "Herd" denn außerdem haben?

Die Glaubwürdigkeit des Arztes können wir hier nicht beurteilen, denn wir kennen ihn nicht. Und zur Sache möchtest Du ja nichts hören. :-X

Für Deine Tochter meine besten Wünsche @:)

Lila

Wenn er den Verdacht auf einen Tumor oder etwas anderes Schlimmes gehabt hätte, hätte er wahrsch. darauf gedrungen, dass ihr noch am selben Tag zum MRT geht

Vielleicht möchte er die Mutter nicht noch mehr beunruhigen? Auf jeden Fall gibt es zwischen Tumor und gar nichts viele Möglichkeiten, die sich im EEG manifestieren und mittels MRT abgeklärt/ausgeschlossen werden können.

Dass deine Tochter beim EEG gesprochen und gezappelt hat, hättest du dem Neurologen sagen können

Das ist bei kleinen Kindern eigentlich normal und mindert nicht den Aussagewert des EEG,

wenn doch, würde man ein Schlaf-EEG machen.

Lcila


Allerdings "sieht" der Neurologe eine Menge Abweichungen im EEG: bei mir gab es z.B. einmal Abweichungen dadurch, dass ich währenddessen kurz Panik bekommen hatte (Klaustrophobie, kam durch das enge Kinnband).

Dass es zwischen "Tumor und nichts" eine Menge gibt, ist mir auch klar. Nur glaube ich eben nicht, dass der Neurologe etwas Schwerwiegendes/Schlimmes vermutet und – nur, um die Mutter nicht zu beunruhigen – dann freistellt, ob ein MRT gemacht wird oder nicht. In dem Fall wäre es seine Pflicht, das MRT schnellstmöglich zu veranlassen, um eine etwaige Behandlung zu veranlassen. (Bei mir waren damals die Auffälligkeiten für den Neurologen "unerklärlich", weswegen er mir einen MRT-Termin für denselben Nachmittag organisierte.) @:)

HkansseliQnxe


Ich danke euch für die antworten.

mariposa, ein Ratschlag für oder gegen weitere Untersuchungen ist nicht Gegenstand meiner Frage und wäre daher auch nicht "zur Sache". Zumal mir wohl kaum jemand ABraten würde.

Ich habe auch nicht gefragt, ob der betreffende Arzt ein wahrheitsliebender Mensch ist oder nicht.

Meine Frage war, ob ein "klar umschriebener Herd", der beim EEG auftritt, tatsächlich – wie vom Arzt behauptet – in der ganz großen Mehrzahl der Fälle ANDERE Ursachen als einen Tumor hat. Dies dürfte denjenigen, die sich mit EEG auskennen, bekannt sein und hat nichts mit dem Charakter des Arztes zu tun (und auch nicht mit dem individuellen Befund meiner Tochter, daher sind auch keine weiteren Untersuchungen notwendig, um mir diese Frage zu beantworten). Außer insoweit, als die Antwort auf meine Frage lauten könnte "nein, es ist meistens oder immer ein Tumor" – dann wäre geklärt, daß der Arzt gelogen hat.

Lila und mariposa, ich habe den Neurologen nicht zu Gesicht bekommen. Das EEG wurde ohne Anwesenheit eines Arztes gemacht. Und es soll außer dem MRT auch ein Nacht-EEG gemacht werden.

H~aNnselixne


Eine weitere Frage: Bei Kopfschmerzen als Symptom heißt es immer, daß sie immer schlimmer werden, sobald sie einmal angefangen haben. Wäre das bei anderen Symptomen genauso? Oder können die kommen und gehen?

H4anselqine


zwischen Tumor und gar nichts viele Möglichkeiten,

WAS denn zum Beispiel?

S3unflYo5wer_x73


Migräne macht sich durch Veränderungen im MRT bemerkbar. Epilepsien (und da gibt es verschiedenste Formen, da äußerlich gar nicht groß auffallen im Vgl. zum "klassischen" Anfall) machen sich durch EEG-Veränderungen bemerkbar.

Da man bei Epilepsien ja z.T. auch den Herd lokalisiert (und in schlimmen Fällen operiert, um diesen Herd auszuschalten), könnte also auch ein epileptisches Geschehen als "Herd" bezeichnet werden.

Es bleibt letztlich daher nur das MRT – und dann weitersehen. Geht daher wirklich nicht gleich vom Schlimmsten aus! Zumal man bei extremen Auffälligkeiten das MRT auch direkt machen würde; aktuell dient es erstmal der umfassenden Abklärung. Alles Gute!

gualaxxys


Also ich würde mich mal nicht zu sehr aufregen. Ich habe selber schon EEGs geschrieben, man kann ein Augenzwinkern, ein Bewegen des Mundes, ein Beinezappeln, ein Schlucken usw sehr genau unterscheiden. Das sind sehr kurze Ereignisse und werden vom Arzt oder BMA der das EEG schreibt sehr genau dokumentiert, damit bei der Auswertung dann alle Artefakte ausgeschlossen werden können. Auffällige Aktivitäten können sehr vieles sein, abgesehen von Tumor und eben nichts...der Grund warum das nie aufgezählt wird was es alles sein könnte ist, dass die Eltern/Patienten nicht beunruhigt werden, außer es gibt schon einen starken Verdacht. Den kann es aber nach einem einzigen EEG eben nicht geben. Sehr oft wird durch EEG eine Epilepsie festgestellt, jedoch sprechen die Symptome deiner Tochter nicht wirklich dafür. Der Schwindel kommt sehr wahrscheinlich von der geringen Flüssigkeitszufuhr über einen längeren Zeitraum. Außerdem die Hitze dazu...ich hatte das als Kind auch immer, ich hatte schon immer einen sehr niedrigen Blutdruck und dann wird einem beim Aufstehen schon mal schwarz vor Augen. Mach dich nicht verrückt, warte das MRT ab, momentan kann man absolut nichts sagen, was es sein könnte, ein EEG alleine kann nämlich keine Diagnose sichern

H!a`nRseplixne


Ich kenne dieses seltsame Informationsverhalten von Ärzten und finde es total abwegig, dies für beruhigend zu halten.

Der harmloseste und häufigste Fall: Es soll irgendwas gestochen, geschnitten, eingerenkt, genäht, gezogen werden und der Arzt oder die Arzthelferin kündigt an: "das, was ich gleich mache, tut wirklich überhaupt nicht weh" – und dann tut es ganz schön weh und man ist nicht darauf vorbereitet. Dann doch lieber die klare Info "jetzt wird es gleich schmerzhaft, aber danach geht es Ihnen besser" o.Ä., dann kann ich mich darauf einstellen.

Sehr viel schwerwiegender ist es aber, wenn werdenden Müttern auf der Entbindungsstation ständig gesagt wird, es sei wirklich alles in bester Ordnung und auf einmal heißt es: huch, wir müssen einen Kaiserschnitt machen und zwar sofort (und hinterher erfährt man dann, daß das bereits im Voraus abzusehen gewesen wäre, wenn man die vorhandenen Informationen auch erhalten hätte). Mir wäre mein Kind fast direkt vor der Geburt gestorben aufgrund dieser Beschwichtigungstaktik.

"Neinnein, Ihr Vater hat natürlich keinen Krebs, wo denken Sie hin" – zu diesem Zeitpunkt bestand jedoch bereits der dringende Verdacht, wie ich hinterher erfahren habe.

Man wird in Sicherheit gewiegt und wird dann – ZACK – völlig unvorbereitet getroffen, wie wenn im Zeichentrickfilm auf einmal jemandem vom Himmel her ein Amboß auf den Kopf fällt.

Und aufgrund diesen Verhaltens ist leider eine WIRKLICH beruhigende Information nicht mehr zu unterscheiden von einer bloßen Beschwichtigung.

Dabei wäre es doch ein leichtes, ganz neutral mit Fakten vorzugehen, etwa: Die Veränderung sieht so und so aus, das bedeutet in etwa 50% der Fälle das und das, außerdem kommt noch das und das und das in Frage und ein Meßfehler wäre auch möglich, der schlimmste Fall wäre das und das – das sollten Sie wissen, auch wenn es statistisch gesehen nicht so wahrscheinlich ist/aufgrund der Anamnese eher unwahrscheinlich ist. Da wir aber noch nicht wissen, was XY hat, machen Sie sich bitte keine Sorgen, Sie sehen ja, es ist vieles möglich und einiges davon ist auch ganz harmlos.

Das ist nämlich die andere Sache: Ist etwas STATISTISCH wahrscheinlich/unwahrscheinlich oder aufgrund der vorhandenen individuellen Informationen? Das müßte der Arzt doch klar sagen können (etwa: Zur individuellen Wahrscheinlichkeit kann ich nichts sagen, dafür habe ich viel zu wenig Informationen; es gibt ein gewisses Verdachtsmoment wegen xyz, aber typischerweise wären die Symptome eigentlich andere/mehr/stärker. Statistisch sieht es so und so aus).

Entschuldigung, da könnt ihr mir jetzt auch nicht weiterhelfen, ich mußte es nur mal rauslassen. Wenn wirklich etwas Schlimmes sein sollte, kann mir der Arzt das sowieso nicht ersparen – aber den Schlag aus dem Hinterhalt, DEN könnte er vermeiden.

L.ila


Hast du gelesen, was galaxys geschrieben hat? Dass ein EEG allein in vielen Fällen (und zu denen gehört wohl auch deine Tochter) keine Diagnose ermöglicht und deswegen weitere Untersuchungen gemacht werden sollen/müssen? Was würde es bringen, wenn der Neurologe wild hermuspekulierte, was deine Tochter haben könnte??? Wenn er das ganze Spektrum möglicher Krankheiten aufzeigen würde, ohne dafür genügend Anhaltspunkte zu haben? Um der Sache auf den Grund zu gehen, hat er das MRT empfohlen (und, wie du schreibst, ein Nacht-EEG). Ich würde nicht davon ausgehen, dass der Neurologe weiß, was deiner Tochter (eventuell) fehlt und es dir aus Nickeligkeit oder falscher Rücksichtnahme verschweigt. Was brächte ihm dieser "Wissensvorsprung"? Wenn er etwas wüsste (oder eine starke Vermutung hätte), hätte er das sicherlich gesagt und auch eine Behandlung (so notwendig) empfohlen bzw. eingeleitet. Und bei einem schlimmen Verdacht hätte er daruf gedrungen, dass das MRT sofort gemacht wird (und es euch nicht freigestellt, eines machen zu lassen). Sonst müsste er sich nämlich später einen groben Behandlungsfehler vorwerfen lassen – und das riskiert kein Arzt!

Du solltest nicht aus deinen schlechten Erfahrungen mit Ärzten auf alle Ärzte schließen. Ich z.B. habe das bei Spritzen oder Blutabnehmen anders erlebt: Mir wird immer gesagt: "Achtung, es piekst etwas!" Und als es bei meinem 3. Kind zum Geburtsstillstand kam und die Herztöne schwächer wurden, sagte die Ärztin gleich, dass evtl. doch ein Kaiserschnitt gemacht werden müsste (was uns dann doch noch erspart blieb).

Ich rate dir daher: Warte nicht lange mit dem MRT, damit ihr schnell Klarheit bekommt und du dir nicht die ganze Zeit das Schlimmste ausmalst. @:)

HFanse7linxe


Lila,

das ist ein Mißverständnis. Ich möchte von dem Arzt nicht (also nicht beim jetzigen Kenntnisstand) wissen, was meine Tochter individuell haben könnte und ich unterstelle auch nicht, daß er es bereits weiß.

Ich möchte lediglich zweierlei wissen:

1. Ob die konkrete Sachinformation korrekt ist, die er mir gegeben hat, nämlich "in den meisten Fällen wird bei einem im EEG aufgefundenen Herd dann beim MRT nichts bzw. nichts Gefährliches gefunden". Ich möchte hier KEINE individuelle Info über meine Tochter, die er ja noch gar nicht haben KANN, sondern ich will wissen, ob die Statistik-Information, die er mir gegeben hat, korrekt ist. Also ob es stimmt, daß in den meisten Fällen bei auffälligem EEG dann beim MRT nichts/nichts Schlimmes herauskommt. Darauf gibt es nur die Antwort "ja" oder "nein".

2. Welches beispielsweise die anderen Möglichkeiten sind außer den allerschlimmsten. Auch dies ist eine neutrale medizinische Information.

Die Beantwortung beider Fragen ist möglich, ohne daß Untersuchungsergebnisse meiner Tochter vorliegen. Beide Fragen wären auch dann sinnvoll und beantwortbar, wenn ich überhaupt keine Kinder hätte. So etwas könnte z.B. in medizinischen Lehrbüchern stehen. Das hat also rein gar nichts mit Spekulation zu tun.

Der Grund, weshalb ich diese Fragen stelle, ist der, daß ich nicht von Untersuchungsergebnissen absolut überrascht werden will, sondern ich hätte einfach gerne schon vorher gewußt, was EVENTUELL sein könnte. Wenn dann alles gut ist – um so besser.

Ich verstehe nicht, warum niemand meine Frage versteht. Man geht doch nicht völlig blöde zu einer so ernsthaften Untersuchung!

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