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Massive Angst vor Speicheldrüsen- und Zungenkrebs

AGlfgaxma hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle @:)

Vorab – ich WEISS, ich muss zum Arzt. Aber momentan erfasst mich beim Gedanken an eine wirklich üble Diagnose einfach die pure Panik ... und dann will ich noch ein Weilchen in der Grauzone zwischen Angst und Hoffnung ausharren dürfen, bevor mein Leben möglicherweise zuende ist.

Ich möchte also, wenn möglich, keine "Arschtritte" in dieser Richtung. Ich wünsche mir händeringend Beiträge bzw. Hinweise, die mich ein bisschen beruhigen können. Und bedanke mich dafür schon im voraus :-) Also:

Ich habe seit ca. 20 Jahren !!! einen Knubbel – Knoten unter der Zunge. Direkt am Zungenbändchen, nach links verlagert. Vor 20 Jahren war die Diagnose eines HNO Arztes: "Speichelstein in der Unterzungenspeicheldrüse. Da muss man nix machen, wenns nicht stört." Und es hat fast 20 Jahre lang nicht gestört – meistens hab ich das Ding komplett vergessen. Bin also nicht aus Angst nie wieder zum Arzt, sondern weil mir keinerlei Notwendigkeit bewusst war.

Dann bekam mein Freund im Sommer letzten Jahres Mundschleimhautkrebs. Er hatte die längste OP, von der ich je gehört habe (20 Std.) mit großräumiger Resektion, Transplantation, Kieferspaltung und Neck disscetion ... dann einen zweiwöchigen Horrortrip auf der Intensivstation, und bis heute mit massiven Einschränkungen zu kämpfen. Das machts mir nicht gerade leichter, mit meinem Problem zum Arzt zu gehen :-(

Mein aktuelles Problem: Seit ein paar Wochen "zickt" Das Ding unter der Zunge. Zuerst nur ab und an ein leichtes Ziehen beim Essen bestimmter Sachen. Dann kamen hier und da leichte Schmerzen dazu – nix zum aua schreien, aber sehr irritierend. Jetzt ein Fremdkörpergefühl hinten rechts zwischen Zunge und Kiefer (wie ein Krümel, den ich zwar durch bestimmte Bewegungen "wegwischen" kann, der aber bald drauf wieder da ist). Schmerzen seitlich an der Zunge. Manchmal ein Stechen im Kiefer (Richtung Kinn). Und eine deutlich geschwollene Unterkieferspeicheldrüse auf der linken Seite. Immer wieder leichter Eitergeschmack.

Fragen:

Kann das nach 20 Jahren bösartig sein?

Kann ein Speichelstein 20 Jahre lang unauffällig sein und dann urplötzlich Probleme machen?

Können ALL diese Symptome eventuell auch mit nächtlichem Kieferpressen und / oder nächtlichem Zungebeißen und zusammenhängen? Das mach ich nämlich leider auch alles *heul*. Knirscherschiene hilft da nur sehr bedingt. Außerdem presse ich permanent (tagsüber wie nachts) die Zunge an den Gaumen.

Hilfe bitte ... ???

Antworten
S&ilverPXearl


Ich vermute einfach mal, dass sich hinter dem Stein Gries oder weitere Steinchen gebildet haben. Wenn Du was isst was z.B. sauer ist, wird der Speichelfluss ja extrem angeregt. Der kann dann aber nicht raus und durch die Verstopfung entsteht die Vergrößerung der Speicheldrüse und die Schmerzen. Das alles kann sich natürlich auch entzünden, daher dann der Eitergeschmack.

Hol Dir eine Überweisung zum HNO oder zum Oralchirurgen und lass den Stein rausmachen, dann dürfte das meiste erledigt sein.

Jluliiania


Ja. In 20 Jahren kann alles mögliche passieren. Wenn es "zickt", würde ich damit ganz deutlich mal zu einem Arzt gehen.

Geh zu einem Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen. Die sind generell besser für so etwas qualifiziert als HNOs.

Dafür brauchst du evtl ne Überweisung von deinem Zahnarzt.

Öhm, noch was. Diese OPs von Malignomen im Mundbereich dauern nicht alle 20 Stunden. Meine dauerte zum Beispiel nur 8 Stunden oder so und ich war nur ca 24h in der Intensivabteilung und danach noch übers Wochenende im "Aufwachraum" der MKG Station (direkt neben dem Schwesternzimmer, damit sie sofort heranlaufen konnten, falls was gewesen wäre). Bei deinem Bekannten dauerte das so lange, weil offenbar etwas am Zungengrund gemacht werden mußte. Das muß bei dir ja nun eindeutig nicht der Fall sein.

JIuli2ania


Oh, und je rascher du zum Arzt gehst, desto kürzer dürfte die OP sein.

Nur die wirklich lang verschleppten und verdrängten T4 N>0 Tumore erfordern wirklich heftige OPs.

Und ja... bei mir würde ich nächtliches Herumkauen auf dem Tumor als Grund für das Entarten nennen. Und das ca 15 jährige Abwarten, bevor ich zu einem MKG gegangen bin.

Anlufa_mxa


Danke euch beiden!

Juliana, darf ich dich per PN kontaktieren? Weißt ... das Verschleppen ist ja gerade mein Problem. Ich geh davon aus – WENN es maligne ist – dann ist es mit hochgradiger Wahrscheinlichkeit verschleppt, schließlich existiert das Ding ja schon fast 20 Jahre. Wann auch immer es seitdem entartet sein könnte.

Bei meinem Freund war es Frühstadium und NICHT am Zungengrund. Es war einfach unglaublich schnell gewachsen, aber zum Glück nicht in die Tiefe.

M(asstexrp


Weiss man denn woran es gelegen hat das dein Freund Mundschleimhautkrebs bekommen hat (Alkohol, Rauchen) ?

A4lfaxma


Ja, beides. Bei mir käme im Übrigen auch beides als Ursache in Frage |-o ... wobei ich bereits seit einigen Jahren nicht mehr rauche und auch keine "harten Sachen" trinke. Allerdings hab ich bisher speziell zum Thema Speicheldrüsenkrebs da eher keinen Zusammenhang gefunden.

AGl@famxa


Ach und übrigens – natürlich VERMUTET man nur sehr stark, dass es bei meinem Freund daher kam. Wissen kann man das ja nicht, und wie Juliana schreibt – es gibt zig Betroffene, die Krebs im Mund völlig ohne Zutun von Nikotin und Alkohol bekommen. Ich kenne noch mehr solche Fälle.

h3asts5chixpu


Ja das ist ja bei anderen Krankheiten auch so, die Oma meines Freundes starb mit 60 an einer Leberzirrhose, hat nie Alkohol getrunken- der Mann dagegen war und ist Alkoholiker und lebt immer noch kerngesund....

MTastexrp


Dann bekam mein Freund im Sommer letzten Jahres Mundschleimhautkrebs. Er hatte die längste OP, von der ich je gehört habe (20 Std.) mit großräumiger Resektion, Transplantation, Kieferspaltung und Neck disscetion ...

Das find ich megakrass so einen Eingriff. Ist die Zunge und Kehlkopf noch vorhanden ?

Das machts mir nicht gerade leichter, mit meinem Problem zum Arzt zu gehen

Nunja , hingehen kannst Du ja erstmal. Du musst ja nichts machen lassen was Du nicht möchtest.

Aklfaxma


Mein Problem ist vor allem psychischer Natur – ich kann mir nicht vorstellen, die Diagnose zu verkraften. Das Horrorszenario in meinem Kopf sieht in etwa so aus: Tumor enormen Ausmaßes, ausgehend von der Unterzungenspeicheldrüse, hat sich ausgebreitet bis in die Unterkieferspeicheldrüse und den Zungengrund. Außerdem Metastasen in den Lymphknoten und eventuell noch in Lunge und Hirn (wenn man erstmal panisch ist, finden sich ja immer haufenweise passende Symptome %-| ).

Da wär dann halt die Prognose entsprechend mies, und mit oder ohne Therapie würde es sich für mich so anfühlen, dass mein Leben komplett vorbei ist.

Verstehst du? Ich weiß, ich mach mich selbst komplett irre :-( Aber im September steht ein Traumurlaub an, auf den mein Freund sich seit einem Jahr freut (und ich mich natürlich auch) ... und jetzt schwanke ich von einer Minute zur anderen zwischen "Ich nehm den Urlaub noch mit und geh direkt danach zum Arzt" – und – "Ich muss sofort zum Arzt und retten, was zu retten ist".

Ja, bei meinem Freund ist beides noch vorhanden. Entfernt wurde ein Teil aus der Wange, eine Mandel und ein Stück vom Rachen bis runter zur Zunge; dabei musste die Zunge an der Wurzel gelöst und wiederangenäht werden. Sprechen und essen ist danach natürlich erstmal massiv eingeschränkt. Es wird jetzt aber langsam alles besser bei ihm :)z

Wie gesagt – er hatte einen T1 Tumor, also ANFANGSSTADIUM (obwohl großflächig). Wenn meine Geschwulst 2 Monate alt wäre, hätte ich nicht so eine Panik. Ich hab einfach Angst vor der Diagnose T4 + Metas ...

MmastLerp


Mein Problem ist vor allem psychischer Natur – ich kann mir nicht vorstellen, die Diagnose zu verkraften.

Ich kenn das selbst. Ich glaube, mir würd es nicht anders gehen.

Da wär dann halt die Prognose entsprechend mies, und mit oder ohne Therapie würde es sich für mich so anfühlen, dass mein Leben komplett vorbei ist.

Verstehst du? Ich weiß, ich mach mich selbst komplett irre :-(

Na mach Dich noch nicht so irre. Wie gesagt, es gibt auch gute Wucherungen. Es muss nicht immer das Schlimmste sein.

Ich selbst hab seit einiger Zeit selbst eine geschwollene Zungengrundmandel und schon an Krebs gedacht. Mein HNO Arzt meinte aber , das wäre nichts.

Aber im September steht ein Traumurlaub an, auf den mein Freund sich seit einem Jahr freut (und ich mich natürlich auch) ... und jetzt schwanke ich von einer Minute zur anderen zwischen "Ich nehm den Urlaub noch mit und geh direkt danach zum Arzt" – und – "Ich muss sofort zum Arzt und retten, was zu retten ist".

Ich würd ja zumindest noch vor dem Urlaub zu einem HNO Arzt gehen und das abklären lassen. Dann trägst Du das wenigstens nicht noch in den Urlaub rein.

Ja, bei meinem Freund ist beides noch vorhanden. Entfernt wurde ein Teil aus der Wange, eine Mandel und ein Stück vom Rachen bis runter zur Zunge; dabei musste die Zunge an der Wurzel gelöst und wiederangenäht werden. Sprechen und essen ist danach natürlich erstmal massiv eingeschränkt. Es wird jetzt aber langsam alles besser bei ihm :)

Das freut mich.

Jeu5liaxnia


Alfama, klar kannst du mich per PN kontaktieren. Ich habe gerade allerdings gewisse Reaktionszeiten, weil ich grad im Büro bin. :-)

Masterp: Neck dissection ist krass, mja. Dabei werden aber vor allem die Jugular Vene und der Kopfwender entfernt, nicht Kehlkopf und Zunge. Neck dissection ist auch wieder ein Grund für MKG statt HNO, weil HNO auch gerne den Nervus Accessorius beschädigt, während MKG ihn eher nur andötscht – dann geht der betroffene Arm nicht mehr ordentlich anzuheben.

A/lfamxa


Danke wiederum euch beiden @:)

Juliana, ich selbst hab meinen Freund letztes Jahr quasi gezwungen, zur Uni-MKG zu gehen (statt sich vom HNO operieren zu lassen). Hatte diesbezüglich nachdrückliche Empfehlungen von einer anderen Betroffenen. Bisher glaube ich auch, dass das die richtige Wahl war! ... seit er ne gute Logopädin hat, bessert sich so einiges. Und den Arm kann er fast wieder bewegen, als wär nix gewesen. Blöderweise hat er sich durch die ganze Tortur einfach ne Fatique eingefangen ... ist irre geschwächt und mittlerweile arbeitsunfähig. Obwohl er weder Chemo noch Bestrahlung hatte.

Vielleicht meld ich mich noch per PN (danke fürs Angebot!), vielleicht versuch ich aber heute auch noch, anders runterzukommen ... ;-)

@Masterp – "noch vorm Urlaub abklären lassen" ... tja wenn das mal so einfach wäre. Ich trau micn halt net. Mein Freund meinte auch schon "dann verschiebste halt die OP auf nach dem Urlaub" – er versteht nicht, dass ich absolut nicht in Urlaub fahren könnte mit ner Krebsdiagnose im Nacken.

H.asxe


Vielleicht hat der Stein an Umfang zugenommen und blockiert die Speicheldrüse. Ist mit schleierhaft, warum du das Teil nicht längst entfernen lassen hast? Das gehört übrigens nicht in die Hand des HNO, sondern des ZA oder Oralchirurgen. Ich denke auch, dass das eher harmlos ist, wenn es ein Speichelstein ist.

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