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Appetitlosigkeit, Schwindel, Schlappheit

T$iaBna1x7


Na Mensch, wo man überall Krebs bekommen kann..Wahnsinn und erschreckend. Waren deine blutwerte denn dann verändert? Ich habe am Freitag einen Termin beim Neurologen, wegen dem Schwindel und dem Druck. Bin schon nervös.

JWu<liaxnia


Zu veränderten Blutwerten weiß ich ebenfalls nichts. Ich denke aber nicht, daß da irgendwas besonders auffällig war. Plattenepithelkarzinome im Mund/Halsbereich haben keine besonderen Tumormarker oder typischen Veränderungen im Blutbild (soweit ich weiß.)

Im Krankenhaus wurde natürlich ständig das Blutbild gemacht, und zwar sehr vollständig, aber diese Werte habe ich nicht vorliegen. Ich denke aber nicht, daß da wirklich etwas sonderlich auffällig war. Oder auffälliger als ich das sowieso schon habe.

Naja, okay, außer den Schwüngen und Sprüngen meiner roten Blutkörperchen im Rahmen der OPs. Gerade OP #1 muß ein ziemliches Blutbad gewesen sein. ;-)

Und im Rahmen der Bestrahlung und Chemo wurde es natürlich immer auffälliger. Eigentlich recht spaßig, weil die Onkologen sich den Zettel voller "+" und "-" und "!" immer anschauten, und es für "alles gut, wir können heute die Chemo machen" befanden. :-)

Diese Blutbildveränderungen lagen aber offensichtlich nicht an der Krebserkrankung, sondern an den Therapien.


Meine Daumen sind für deinen Besuch beim Neurologen auf jeden Fall gedrückt. :)*

Thianaa17


Wie wurde der Krebs denn dann bei dir entdeckt? Routine oder weil du Beschwerden hattest? Bist du nun denn wieder gesund?

Da merkt man dann echt, wie wichtig die Gesundheit ist. Danke für deine Antworten..

JUulYiaxnia


Ich hatte jahrelang eine "Warze" am Zungenrand. Die war mir bekannt und die Zahnärztin versuchte mich bei jeder Kontrolle, sehr vorsichtig zu einem Arzt zu schicken damit. Vor einigen Jahren hatte ich auf sie gehört und war nach Hausärztinkonsultation bei einer sehr "kompetenten" Dermatologin (so eine aus der Beauty-Scene) aufgelaufen, die einen Abstrich auf Pilz untersuchte, mich auf Syphilis, und deren MTA mir dann telefonisch mitteilte, daß "alles in Ordnung" sei.

Ich war mir bei der Pilz- und Syphilisuntersuchung dermaßen bescheuert vorgekommen, daß ich es dann halt ein paar weitere Jahre ignorierte.

Auf der Überweisung der HÄ hatte als Grund übrigens "Zungenbelag" gestanden, was mir auch das Gefühl gab, daß ich da wegen irgendwas total Banalem herumzickte. Also ignorieren. "Geht schon wieder weg." ... joa.


Anfang 2011 find der Tumor dann so langsam an, zu entarten. Bei wirklich scharfen Speisen tat es ein bisserl weh; beim Sprechen behinderte er motorisch ein bisserl; mein Katerchen wurde neurotisch und fing an, sich am Bauch kahlzuputzen. Ich beschloß, die "Warze" nochmal mit Listerine zu behandeln.

Am 1.7.2011 schaute ich sie mir nochmal im Spiegel an und entdeckte eine neuartige Struktur an und neben der "Warze". So wie eine stark zerklüftete Rachenmandel schaute es plötzlich aus.

Es folgte eine Exkursion zu Dr. Google, ein Wiedererkennen der neuen Struktur bei Bildern von Zungenkrebs, ein hysterischer Anruf bei meiner Schwester (Ärztin), und ein rasches Aufsuchen der Zahnärztin. Mit Hauptanliegen: Die sollte mir sagen, zu WAS FÜR EINEM ARZT ich damit denn gehen solle.

Das tat sie auch; ich wartete 2 Wochen auf den Termin beim niedergelassenen MKG (Mund-Kiefer-Gesicht Chirurg... diese relativ unbekannte Arztspezies repariert Hasenscharten, Kieferbrüche, Schlägereiverletzungen im Gesicht, sie verpflanzen einem Nerven aus dem Hintern ins Gesicht und reparieren damit Facialisparesen, und sie machen Krebsoperationen im Gesichts-/Halsbereich).

Der niedergelassene MKG schaute 1x, tastete 1x mit Tüchlein, 1x ohne Tüchlein, und griff schnurstracks zum Telefonhörer und kontaktierte die MKG Ambulanz der Uniklinik, wo ich seinen Wünschen nach eigentlich SOFORT hinsollte, aber der Hausdrachen setzte einen Termin am nächsten Morgen durch, wenn wieder ein Doktor in der Ambulanz vor Ort war. Damit war sie schon sehr zuvorkommend, denn Freitags nahmen sie sonst keine Neuzugänge auf. Der niedergelassene MKG war bis vor kurzem der leitende Oberarzt der MKG der Uniklinik gewesen und das setzte er im Gespräch mit dem Hausdrachen ein.

Der niedergelassene MKG gab mir übrigens ALLES an Formularen und Einweisungspapieren mit, die seiner Meinung nach von der Uniklinik hätten gewünscht werden können. Im Telefonat mit dem Hausdrachen waren seine Ohren ganz rot geworden, als er auf ihre Frage nach dem Grund für die ungebührliche Eile das Wort "Tumor" mal in den Mund nehmen mußte und ich natürlich erstmal ein Quietschen von mir gab. Er selbst wollte mir nämlich keine Angst machen oder der Überbringer schlechter Nachrichten sein; und so stand auf der Überweisung diesmal der witzige Grund "Verdacht auf Erythroplakie". Witzig, weil es ganz klar eine Erythroplakie war. ;-)

Ja... und dann kam es zur Biopsie mit Katastrophenbefund eine Woche später, und dann allgemeine Hektik mit kurzfristigst vereinbarten CTs und 10 Tage nach Biopsieergebnis schon im Krankenhaus. Zunächst geplant als eine behäbige diagnostische Woche (einmal Panendo, einmal MRT, spaßeshalber noch mehr CTs, diverse weitere Tests, die man halt so machen kann). Der neue leitende Oberarzt machte aber einen Strich durch diese Rechnung, weil er es eilig hatte und er in der Folgewoche im Urlaub zu sein gedachte. Die OP wollte er selbst machen, weil er es seiner Meinung nach am besten konnte.

Und so gab es am Mittwoch einen Schlauch durch meine Bauchdecke (PEG), und für den gesamten Donnerstag wurden ca. 2 chirurgische Oberärzte, diverse Assistenzärzte und der OP Saal für mich reserviert. Ebenso ein lauschiges Plätzchen im Intensivbettraum und danach das Einzelzimmer neben dem Schwesternzimmer fürs Wochenende.

Die Drecksmetastase in einem Lymphknoten kam erst in der Woche danach (am Dienstag abend) im path. Befund zu Tage. Wegen der wurde ich dann am Donnerstag direkt nochmal in den OP gesteckt und es durften noch mehr Ärzte an mir herumsäbeln: Die bisherigen Nähte wurden alle nochmal aufgemacht, es wurde nachresektioniert und die linke Halsseite wurde komplett ausgeräumt. Sieht immer noch übel aus.


Also in kurz:

- Tumor selbst gefunden. Zahnärztin war bei ihren Anschubsereien nicht deutlich genug gewesen; die Dermatologin war ein absoluter Griff ins Klo gewesen; Hausärztin hatte so was noch nie gesehen und keinen Plan.

- Metastase kam erst im pathologischen Befund heraus, weil sie überhaupt keine Beschwerden gemacht hatte und sich an den ganzen Tastbefunden und dem CT vorbeigemogelt hatte – und das Biest war im besten Begriff, loszustreuen.

- Es gab weder sonderliche Schmerzen, noch sonderliche Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme, oder den beliebten Nachtschweiß. Blutbild wohl auch nicht abnormal. Aus diesen Gründen ist diese Krebssorte im Zungengrundbereich auch wirklich biestig tödlich drauf, weil es eben erst sehr spät entdeckt wird. Daß es bei mir 2 Minuten vor 12 war, lag an meiner "ich mach doch keinen Wind um ne simple Warze"-Einstellung.

J:uliaxnia


Oh! Bisher rezidiv- und Metastasenfrei. *klopf aufs Holz*

"Wieder gesund" ist sehr, sehr, sehr relativ. Aber es geht mir seit 2-3 Monaten wieder deutlich besser. Und der neckische Schlauch in der Bauchdecke ist seit letztem Herbst schon wieder raus. :-)

T'iana@17


Oh wow, Wahnsinn..das ist wirklich heftig. Da ist so eine "kleine" Sache an der Zunge, dann so eine große Gefahr. Ich gehöre ja auch zu den Leuten, die nicht gleich zum arzt rennen. Ich hasse das und hab ja so Angst vor Untersuchungen. Keine Ahnung wie ich 2 Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gebracht habe. :-) aber jetzt bin ich so verzweifelt, ich würde alles über mich ergehen lassen..egal ob Magen und darmspieglung gleichzeitig und sonstiges, Hauptsache ich weiß, was endlich Sache ist.

Du hast einen langen weg hinter dir, sehr schön das es dir besser geht und hoffentlich bleibt das jetzt auch so!!!! Da wird man wohl ganz schön aus seinem leben gerissen..wenn man so eine Diagnose bekommt. Aber auch heftig, das die Ärzte es auch nicht sofort erkannt haben. Egal ob selten oder nicht aber man muss doch immer vom schlimmsten ausgehen, lieber einmal zu viel untersuchen als zu wenig.

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