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Krebsvorsorge

S{un5flowerV_73


Der Darmkrebs meiner Ma wurde auch nur dank Vorsorge (dieser blöde und nicht gerade unkritisch zu sehende Stuhltest) erkannt. Dadurch "nur" OP, halber Meter Darm raus, fertig. Ist 5 Jahre her.

Nicht jede IGeL-Leistung macht Sinn. Die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen aber durchaus.

Ich bin bspw. auch so eine PAP-Kandidatin... dank Früherkennungschecks seit 16 Jahren immer nur kleinere Eingriffe statt böser Überraschungen.

DLieY KelYtixn


Ja,mein Leben ist erfrischend anders als das Leben anderer......zum Glück.

Ja? Man hat aber nicht den Eindruck, dass du so glücklich bist.....

Ich kenne auch zwei Personen, die 20 Jahre mit Darmkrebs gelebt haben (wurde wahrscheinlich immer wieder entfernt) und die somit relativ alt damit geworden sind. Bei meiner Mutter wurde der Krebs auch noch rechtzeitig entdeckt, bevor die Lymph - oder Blutgefässe befallen werden konnten. (ähnlich wie bei Blizza) Das ist jetzt mehr als zwei Jahrzehnte her und da alles entfernt wurde, kann der Krebs an der Stelle nicht mehr wieder auftauchen. Hoffentlich auch nicht mehr an anderer Stelle.

Ob man zur Vorsorge geht oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung und da sollte man sich auch nicht von anderen reinreden lassen!

S6chwaWrzw^eißxgrau


Natürlich wird keiner gezwungen, eine Chemo zu machen, aber dann krepiert man genauso qualvoll mit höllischen Schmerzen

Nein, auch dazu muss man es nicht kommen lassen.

Entschuldige, ich möchte hier niemandem mit meinem wiederholten Widerspruch nerven, aber ich merke, dass diese Alternativlosigkeit bei vielen da ganz stark im Bewusstsein verankert ist. Krebs -> Chemo oder Krebs -> qualvoller Tod. Es gibt aber noch eine andere Option. Man kann seinem Leben auch vor dem Verfall ganz bewusst ein Ende setzen. Niemand muss darauf warten, langsam dahin zu siechen. Es ist kein leichter Schritt, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber ich wüsste, wie ich angesichts mancher Diagnosen handeln würde. Ich würde sicher nicht darauf warten, vom Krebs langsam innerlich zerfressen zu werden und elendig zu "krepieren".

Srunfl'ower_x73


Und man sollte auch nicht vergessen, dass es mittlerweile gute Palliativmedizin gibt und man nicht unter "höllischen Schmerzen krepieren" muss.

S/heegxo85


Ich gehe nicht zur Krebsvorsorge. Grund ist der, dass auf einmal immer was gefunden wird, was unbedingt behandelt werden muss, seitdem ich privat versichert bin....

ThestAqRHP


dass es mittlerweile gute Palliativmedizin gibt

So sieht das aus :)z . Also wenn ich ein gewisses Alter hätte und man mir zur Krebsdiagnose mit miesen Aussichten auf Besserung die Chemo und Bestrahlung anböte, würde ich mich eindeutig für Lebensqualität entscheiden und dank guter Palliativmedi sachte wegdämmern.

Meine Eltern und Schwiegereltern hatten beide Krebs und nichts hat geholfen. Die Behandlungen waren noch zusätzliche Quälerei, sowas tut man nicht mal seinem Hund an.

*:) *:)

D'ie: Kelxtin


Man kann seinem Leben auch vor dem Verfall ganz bewusst ein Ende setzen. Niemand muss darauf warten, langsam dahin zu siechen. Es ist kein leichter Schritt, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber ich wüsste, wie ich angesichts mancher Diagnosen handeln würde.

Gut, wenn gar keine Hoffnung mehr besteht und man nur noch leidet, kann man sich überlegen, wie man die Leidenszeit verkürzen kann. Aber schon im Vornherein zu beschließen, nicht zur Vorsorge zu gehen und erst gar keine Chemo zu machen, obwohl jemand gute Chancen auf Heilung hat, finde ich bedenklich. Was ist das für eine Lebenseinstellung? :-/

Und so leicht ist es nicht, seinem Leben ein Ende zu setzen, schon gar nicht mit Hilfe anderer Leute, auch, wenn man allen Grund dazu hätte, weil man sich wegen einer schweren unheilbaren Krankheit quälen muss. Das ist in Deutschland (leider noch) verboten.

SNunf:lowTelrx_73


Ich hatte auch genug Krebsfälle im Umfeld. Mit div. Ausgängen (überlebt, schnell gestorben, chronisch kämpfend, elendig gestorben). Ich bin kein Verfechter von Chemo auf jeden fall und bis zum bitteren Ende. Die Freundin meiner Ma hat sich sehr gequält und keiner hat es verstanden. Aber SIE wollte es so... das sollte man als Außenstehender auch so sehen. Immerhin haben bei ihr die Ärzte auch sehr deutlich auf die Option der Nichtbehandlung bzw. rein palliativen Begleitung hingewiesen.

Sochwar"zweißxgrau


Aber schon im Vornherein zu beschließen, nicht zur Vorsorge zu gehen und erst gar keine Chemo zu machen, obwohl jemand gute Chancen auf Heilung hat, finde ich bedenklich. Was ist das für eine Lebenseinstellung? :-/

Wenn jemand sagt, dass er es sich selbst nicht wert ist, Früherkennung zu betreiben oder sich im Fall der Fälle behandeln zu lassen, dann ist das sicherlich keine besonders positive Lebenseinstellung. Das klingt schon sehr destruktiv. Ich hingegen lebe sehr gerne und möchte eigentlich nicht sterben. Ich verzichte aber trotzdem oder gerade deshalb auf Früherkennung, weil mir die regelmäßige Auseinandersetzung damit mein Leben, das ich ohne das alles wunderschön finde, total verleiden würde.

Ich habe es als Angehörige gerade erst wieder durch, weil bei meinem Partner eine mögliche Diagnose im Raum stand. Hat sich zum Glück nicht bestätigt, aber die Tage und Wochen bis dahin waren einfach nur furchtbar. Die kann uns auch keiner mehr zurückgeben. Das regelmäßig im Rahmen "vorsorglicher" Untersuchungen durchstehen zu müssen, würde mich einfach fertig machen. Damit will ich mein sonst so schönes Leben einfach nicht belasten. Da steckt also eine ganz andere Einstellung hinter, als bspw. bei Emily1971.

Ob ich eine Chemotherapie im Fall der Fälle auf mich nehmen würde, hinge maßgeblich von der Prognose ab. Es gibt schon Tumorerkrankungen, wo auch ich ganz gute Chancen sehe auf Heilung sehe. Da würde ich es wohl zumindest versuchen. Es gibt aber auch Diagnosen, bei denen ich mir inzwischen sicher bin, die übliche Therapie von vorneherein abzulehnen und mir lieber ganz bewusst noch ein paar letzte Wochen oder bestenfalls Monate außerhalb des Krankenhauses zu gönnen. Habe einfach zu oft miterlebt, wie große Hoffnungen in die Chemo gesetzt wurden und man immer dachte, wenn das mal überstanden ist, dann... und nie kam es dazu. Da würde ich heute, obwohl ich auch sehr am Leben hänge, für mich selbst früher einen Schlussstrich ziehen. Ich unterstütze aber jeden in meinem Umfeld nach Kräften, der bis zum bitteren Ende kämpfen möchte. Denn das muss einfach jeder mit sich selbst ausmachen.

Sjunf]lowerL_x73


Ich habe es als Angehörige gerade erst wieder durch, weil bei meinem Partner eine mögliche Diagnose im Raum stand. Hat sich zum Glück nicht bestätigt, aber die Tage und Wochen bis dahin waren einfach nur furchtbar.

Was aber nichts gegen die elendig lange Zeit einer Behandlung ist, wenn etwas festgestellt wird. Und was nichts ist gegen die Zeit, die einem ggf. genommen wird, weil man sich nicht gekümmert hat.

Wenn ich mir meine Ma anschaue... von erster Auffälligkeit über die umfassende Diagnostik, über OP und das elendige Warten auf den Pathologie-Befund... das war die Hölle, ja. Aber es waren nur ein paar Wochen, es ist über 5 Jahre her. Jahre, die sie nicht mehr gehabt hätte, hätte sie sich nicht gekümmert.

S0chwaXrzwezxgrau


Was aber nichts gegen die elendig lange Zeit einer Behandlung ist, wenn etwas festgestellt wird.

Wenn man vor hat sich im Fall der Fälle behandeln zu lassen, ja. Wenn nicht, dann ist das hinfällig.

Und was nichts ist gegen die Zeit, die einem ggf. genommen wird, weil man sich nicht gekümmert hat.

Das stimmt einerseits schon, das fände ich rückblickend dann auch schade. Aber wenn man nie erkrankt - und das gibt es ja auch - dann hat das ganze Leben aus Vor-Sorge im wahrsten Sinne des Wortes bestanden und es mir damit verleidet. Für manche bedeutet "Vorsorge" nur ein Termin um 16.30 Uhr an irgendeinem Tag im Jahr. Ich hingegen kriege solche Termine nur schwer aus dem Kopf, sie beschäftigen mich lange vorher und nachher und die Vorstellung, das regelmäßig zu betreiben, schnürt mir die Kehle zu. Es würde für mich ein Leben in Angst und in ständiger Sorge durch die Auseinandersetzung mit mir äußerst unangenehmen Untersuchungen, Krankheit, Tod usw. bedeuten.

Wer Früherkennungsmaßnahmen locker(er) wegsteckt, für den sind sie natürlich ein Gewinn und ergeben damit Sinn. Für mich persönlich nicht. Ich setze deshalb lieber darauf, einfach Glück zu haben, um mir nicht vorsorglich und unter Umständen völlig unnötig das Leben zu vermießen.

S,chwar\zwelißgraxu


Aber es waren nur ein paar Wochen, es ist über 5 Jahre her. Jahre, die sie nicht mehr gehabt hätte, hätte sie sich nicht gekümmert.

Das freut mich übrigens sehr!

Dliee Ke@ltin


@ Schwarzweißgrau:

Was stand denn bei deinem Mann für eine Diagnose im Raum?

Ansonsten finde ich die Vorsorge-Untersuchungen selber nicht sonderlich belastend, bis auf die Vorbereitung vor der Darmspiegelung und die Nachwirkungen von diesem Mittel. Und wenn alles in Ordnung war, macht man sich ja danach keine Gedanken mehr wegen Krebs. :-)

Was ich eher bedenklich finde, ist, wenn Ärzte oder andere Leute einen wegen irgendwelcher Kinkerlitzchen-Diagnosen oder familiärer Vorgeschichte jahrelang verrückt machen und man laut denen schon gestern gestorben sein müsste... :|N Man aber 20 Jahre später immer noch ohne lebensbedrohliche Diagnose am leben ist. :p>

wkho)opi 6x3


Ich hab gestern die Einladung zur Mammographie bekommen und werd definitiv da hin gehn.

SgchwarLzweißkgraxu


Was stand denn bei deinem Mann für eine Diagnose im Raum?

Prostata-Ca. Ließe sich im Frühstadium gut behandeln und zählt daher zu den Krebserkrankungen, wo auch ich durchaus Hoffnung in die Therapie setze.

Ansonsten finde ich die Vorsorge-Untersuchungen selber nicht sonderlich belastend, bis auf die Vorbereitung vor der Darmspiegelung und die Nachwirkungen von diesem Mittel. Und wenn alles in Ordnung war, macht man sich ja danach keine Gedanken mehr wegen Krebs. :-)

Ja, im ersten Moment bin ich da auch erleichtert, aber es dauert Wochen bis ich das Thema dann wieder aus dem Kopf bekomme, durch den Stress vorher. Und dann geht es nach relativ kurzer Zeit schon wieder von vorne los, gerade bei den regelmäßigen jährlichen Checks. Bei der Darmkrebsvorsorge sind die Abstände zwar größer, aber da ist mir die Untersuchung an sich einfach zu unangenehm. Wobei ich diese Früherkennung an sich schon sinnvoll finde, weil man im Fall der Fälle noch viel machen kann. Da ist es eigentlich schade, dass ich nicht über meinen Schatten springen kann. Aber egal, ich pokere sowieso hoch und vielleicht hab ich ja Glück :-)

Ich hab gestern die Einladung zur Mammographie bekommen und werd definitiv da hin gehn.

Davor graut mir schon, also vor diesen "Einladungen". So ein "du könntest Krebs haben"-Reminder {:( Nimmt mich total mit. Und gerade bei dem Thema hätte ich Angst vor einem falsch-positiven Befund, siehe z.B.:

Laut einer internationalen Studie wird bei 18 bis 25 Prozent der Frauen im Screeningprogramm ein Brusttumor behandelt, der eigentlich völlig ungefährlich ist.

"Zehn Jahre nach Beginn des dortigen Mammografie-Screening-Programms sind zwischen 1169 und 1948 Frauen überdiagnostiziert und unnötig therapiert worden", berichtet das internationale Forscherteam im Fachmagazin Annals of Internal Medicine. "Wenn 2500 Frauen zum Screening eingeladen werden, dann wird bei 20 von ihnen korrekt Brustkrebs entdeckt, eine wird dadurch vor dem Tode bewahrt und sechs bis zehn Frauen werden überdiagnostiziert", so lautet das Fazit von Mette Kalager von der US-amerikanischen Harvard School of Public Health und ihren Kollegen nach der Untersuchung an knapp 40 000 norwegischen Brustkrebspatientinnen.

[[http://www.badische-zeitung.de/gesundheit-ernaehrung/jede-vierte-mammografie-screening-diagnose-ist-falsch-positiv--58287626.html]]

Auch interessant:

Jede zweite Frau ist falsch oder unzureichend informiert, wenn es um Früherkennung von Brustkrebs oder Mammografie-Screening geht. Darüber hinaus deckt der aktuelle Gesundheitsmonitor, den BARMER GEK und Bertelsmann Stiftung heute veröffentlichen, erhebliche Informationsdefizite auf.

[[https://presse.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Presseinformationen/Archiv/2014/140213-Mammografie/Content-Mammografie.html]]

Wobei das hier kein Plädoyer gegen das Screening ist. Ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem sowas angeboten wird für all jene, die es in Anspruch nehmen wollen. Es muss einfach jeder für sich schauen, womit er gut und ruhig lebt. Da gibt es keinen Königsweg, denke ich. Hauptsache, wir haben die Wahl :)^

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