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Wie geht ihr Angehörige mit einer eventuellen Krebsdiagnose um?

Slun(floweMr_7x3


Wir waren so lange erstmal relativ ruhig - bis die Diagnose (Darmkrebs bei meiner Ma) endgültig feststand. Bis dahin war es noch nicht real und auch als die Diagnose kam (und es uns allen gewaltig den Boden unter den Füßen wegzog), blieb es relativ surreal.

Als die Diagnose feststand (der Ablauf war: Auffälliger Stuhltest bei der Gyn-Vorsorge, CT, Darmspiegelung), kam dann sehr schnell auch die Phase der praktischen Planung: Wie soll die Behandlung aussehen, wo die OP stattfinden? Irgendwie ging es dann recht greifbar Schritt für Schritt weiter. Und gar nicht so notfallmäßig-hektisch, wie man immer denkt. Nach Entscheidung für eine Klinik kamen OP-Vorbesprechung. Dann die OP, wo einfach nur der Verlauf im Vordergrund stand. Dann das Auf-die-Beine-kommen (nach teilweiser Darmentfernung hatte mein Ma anfangs ziemliche Probleme mit Durchfall und als Fogle Herzrhythmusstörungen wg. Elektrolytverlusten). Für mich war das mit die schlimmste Phase: Meine starke Ma so angeschlagen zu sehen. Schlimm wurde dann nochmal die Zeit nach Entlassung, bis der Pathologie-Befund vorlag (das dauerte fast 3 Wochen und die ganze Zeit stand die Frage im Raum: Metastaen ja oder nein, Chemo ja oder nein). Zum Glück war es mit der OP getan und meine Ma kam dann schnell in die Reha, was ihr richtig gut tat. Bei uns war die Erleichterung dann auch riesig - und wir realisierten erst da, was in den letzten Wochen über uns hereingebrochen war. Erst dann kamen nochmal so richtig der Schock und die Angst. Die sich dann auch wieder legten - und dann jedes Mal vor den Nachkontrollen (anfangs alle 3 Monate, dann alle 6. Die allerletzte nach 6 Jahren steht 2016 an.).

Ja, wir hatten Glück. Aber das wussten wir am Anfang nicht. Uns (v.a. meiner Ma und mir) hat es geholfen, offen zu reden und NICht vom Schlimmsten auszugehen. Was bedeutete, erstmal nicht nur an Krebs zu denken. Und dann eben nicht den schlimmstmöglichen Ausgang vor Augen zu haben (OP mit Komplikationen und künstlichem Ausgang, qualvolle Chemo u./.o. Bestrahlung ohne Erfolg,...), sondern halt zu denken: Okay, es ist Krebs - aber warten wir die OP ab. Wir haben das Gespenst in kleine verkraftbare Häppchen zerlegt. Nie die Hoffnung verloren, aber eben immer auch gezielt informiert, was man tun kann, was best. Dinge bedeuten/mit sich bringen.

Und so war es insgesamt doch recht pragmatisch.

p>elzt1ierx86


Was bitte schön ist an einem Tumor gut? nix.

Gegenfrage: Was bitte ist an einem Tumor schlecht?

Wie schnecke schon sagte: Tumor heißt erst einmal nur Geschwulst, ohne weitere Wertung. Dahinter kann sich dann alles verbergen: von einer harmlosen Zyste und anderen guartigen Tumoren bis hin zu Krebs aller Art (Sarkom, Malignom, Mesotheliom etc)

COomKran


Was bedeutet eigentlich "gutartig"?

Das bedeutet, dass es Hoffnung gibt, solange nichts anderes gefunden wird. :)_

Ich trau mich nicht sie anzurufen , zu fragen, ich habe angst vor der Antwort. und vor alldem was dann kommt.

Du solltest dich diesen Ängsten stellen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mit Wissen das Begreifen auch viel schneller geht. Deine Angst im Unwissen kann viel stärker sein und die Vorstellungen schlimmer als die eigentliche Realität. Wenn man das Licht einschaltet, verschwinden Gespenster. Vor allem ändert sich durch Unwissen nichts. Probiere es, springe über deinen Schatten und sprich mit ihr darüber. Steck den Kopf nicht in den Sand :)*

Aber ich will meinen mann nicht ständig vollheulen

Warum denn nicht?

Erst bei der Krebserkrankung meiner Mutter habe ich das Weinen gelernt. Und ich hatte das große Glück, mich im richtigen Moment bei meiner Frau ausweinen zu können. Es hat nicht nur mir geholfen, sondern auch ihr. Als ich Anfangs alles still in mich reingefressen habe, hatte sie große Sorgen auch um mich. Als ich mich aber weinend in ihre Arme legen konnte war sie erleichtert, weil mein Gefühlsleben nach außen kam.

Wenn du einen tollen Mann hast, wird es kein Problem sein, deine Sorgen mit ihm zu teilen. Und es wird dir danach auch besser gehen. Versuche, offen damit umzugehen und nicht in Schockstarre zu verharren, bis du in die eine oder andere Richtung wieder Gewissheit verspürst. Diese Gewissheit ist etwas Seltenes im Leben und du musst lernen, ein Stück Kontrolle abgeben zu können, weil du nie weißt, wie das Leben verläuft. Das sind die schmerzlichen Erkenntnisse aus solchen Situationen. Aber das Leben geht auch damit weiter. :)_

Mpe1lC77


Hallo,

ich habe das Thema Krebsdiagnose bei meiner Mutter vor vier Jahren erlebt.

Das war kurz vor meinem B-Day nd ich war, wie meine 4 Geschwister auch, vollkommen fertig mit der Welt, hatten wir doch gerade erst meine Amputation(drei Monate vorher) überstanden.

Ich habe mich schnell wieder gefangen, wie auch meine Geschwister, wir wussten eines, wir müssen jetzt stark für meine Mutter mit sein, ihr die Kraft geben zu kämpfen.

Es war bei ihr eine akkute Leukämie und sie musste eine starke Chemotherapie überstehen, durfte 8 Wichen knapp das Krankenzimmer nicht verlassen.

Für mich war die Nummer dann auch noch einStück weit schlimm, denn aufgrund eine Noro Virus, durfte ich sie nicht besuchen, die gefahr, das ich die Keime immer noch übertragen kann, dauert ja drei Monate, bis diese den Körper verlassen haben, war zu groß.

Ihr Immunsystem wurde durch die Chemo vollkommen zerstört.

Eines habe ich in der Zeit stets gemacht

Positiv gedacht und daran geglaubt dass sie es schafft.

BToou\nty


Guten Morgen,

bei uns war es so...

Als ich 9 war erkrankte mein Vater an Darmkrebs, da kann ich mich kaum noch an was erinnern, außer, dass er ständig in die Uni musste. Und mir niemand verriet wie es wirklich um ihn stand bis er irgendwann im Kreise der Familie einschlief.

Vor zwei Jahren wurde dann meine Mutter krank -mit 44 Jahren, ich 20- es wurde Hautkrebs gestellt aber sie verriet es uns nicht und der große Check von Lymphknoten etc war auch ok also blieben wir alle ganz ruhig.

Letztes Jahr allerdings fing es dann an mit Sprachstörungen, sie fiel immer nach links um, konnte zunehmend schkechter sehen, baute ziemlich ab, bis sie an der arbeit umkippte und in die Uni kam. Schock- Diagnose: Hirnmetastasen.

Es wurde die erste OP geplant und durchgeführt, das erste Medikament gegeben (sorry namen vergessen) und es schien erstmal bergauf zu gehen. Bis sie irgendwann immer aphatischer wurde und man feststellte, dass das Hirnwasser aufgrund der Metastasen nicht mehr abfließen kann, also Not OP.

Das war auch der Zeitpunkt wo wir anfingen uns -im Nachhinein zurecht- ernsthafte Gedanken zu machen.

Nach der OP ging es immer weiter Berg ab, ihre Reha durfte sie nicht zuende machen, da die Ärzte keine Hoffnung mehr sahen also stand die Frage im Raum: Hospitz oder erstmal 4 Wochen Pflegeheim.

Meine Mutter wollte unbedingt ins Pflegeheim weil sie noch eine Chemotherapie testen wollte, was im Hospitz nicht gegangen wäre.

Letztenendes hat sie es aber nur noch 2 Wochen geschafft. Es war eine harte Zeit für uns alle, besonders für meine zwei kleinen Geschwister die man gerade 8 und 9 sind.

Im Nachhinein bin ich froh, dass ich nicht von Anfang an wusste was Sache ist, so konnte ich das eine Jahr wo meine Mutter noch "gesund" war mit ihr genießen!

S[unNflo)wer=_73


Ich wäre richtig wütend gewesen, wenn man mir NICHT erzählt hätte, was los ist. Und man die ggf. verbleibende kostbare Zeit NICHT bewusst miteinander verbringt, sondern alles im Alltagstrott untergeht, man sich ggf. zu wenig Zeit füreinander nimmt (die man schlimmstenfalls nicht mehr wiederbekommt).

Außerdem finde ich persönlich es sehr traurig, wenn eine Familie in einem so wichtigen Punkt nicht offen ist, es kein Vertrauen oder falsche Rücksichtnahme gibt.

B}oou\nxty


Ich wäre richtig wütend gewesen, wenn man mir NICHT erzählt hätte, was los ist.

Auch verständlich. Allerdings sehe ich es so, dass wir die Zeit genießen konnten ohne uns täglich einen Kopf über den Krebs machen zu müssen.

WRelteLnbummlerxin_86


Ich möchte auch zu dem Thema etwas sagen. Ich bin durch Verwandte und Familie immer wieder mit der Krankheit Krebs konfrontiert worden. Einige meiner Verwandten sind daran gestorben, andere haben die Krankheit überwunden. Meine Oma, Jahre, liegt aktuell mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus. Sie hatte aber schon diverse Krebserkrankungen (Gebärmutterkrebs, Brustkrebs, Hautkrebs, Magenkrebs). Die Magenkrebs-Op, bei der ihr der komplette Magen entfernt wurde liegt 2 Jahre zurück. Was während der Zeit ganz wichtig war, war dass wir Angehörigen nicht in blinde Panik verfallen sind und dass wir die Krankheit und ihre Risiken/Chancen nicht tabuisiert haben. Wir haben offen darüber geredet und somit waren wir alle gut informiert, was schlimmstenfalls oder bestenfalls passieren kann. Es ist ganz wichtig zu wissen, dass die Diagnose Krebs nicht gleich einem Todesurteil gleich kommt. Für den Genesungsprozess der betroffenen Person ist es neben der eigenen psychischen Verfassung ausschlaggebend wie das direkte Umfeld, sprich die Angehörigen damit umgehen. Verfallen die Angehörigen in Panik oder schauen die betroffene Person mitleidig an oder so, denkt die betroffene Person wohl noch viel mehr, dass die Krankheit ganz schlimm sein muss.

Letztes Jahr ist mein Vater an Prostatakrebs erkrankt. Die ersten Fragen von uns Kindern war, wie weit fortgeschritten der Krebs ist, ob er gestreut hat und ob er operabel ist. Natürlich hat mein Vater die ganze Sache nicht ganz locker genommen, aber er wusste, dass es heilbar ist und dass diese Diagnose nicht sein Todesurteil bedeutet. Wir haben meinen Vater auch nicht viel anders behandelt als sonst auch und haben ihn bei seinen Entscheidungen und so weiter unterstützt.

Mir als Angehörige hat es sehr geholfen mich über die jeweiligen Krebsarten zu informieren und über Risiken und Behandlungsmethoden schlau zu machen. Als ich höre, dass meine Oma einen 8 cm grossen bösartigen Tumor in ihrem Magen hat, dachte ich nicht zuerst "oh mein Gott, sie muss sterben" sondern fragte mich welche Behandlungsmethoden es gibt und ob meine Oma fit genug dafür ist oder ob ihre Lebensqualität darunter sehr leiden würde.

Das ganze mag abgeklärt und emotionslos klingen, aber ich verstehe ehrlich gesagt auch nur bis zu einem gewissen Grad warum so viele eine Krebs-Erkrankung mit einem Todesurteil oder etwas ganz schlimmen gleichsetzen. Es gibt aggressivere Krebsarten und weniger aggressivere. Bei meinem Vater war es z.B. recht harmlos. Er hatte eine 1-stundige Op plus 1 Woche Krankenhaus. Danach sollte er sich noch 2 Wochen daheim schonen. Etwas Krankengymnastik noch und danach war er wieder "fit". Er ging nach 1 Monat wieder arbeiten. Der Magenkrebs von meiner Oma war deutlich aggressiver. Aber auch sie hat es in ihrem hohen Alter wunderbar gemeistert und hat es sehr pragmatisch gesehen. Sie hat gar nicht die Option Tod in Betracht gezogen. Klar, können Krebserkrankungen tödlich enden, aber das können diverse andere Krankheiten auch.

Ich als Angehörige will auch immer ganz genau wissen was Sache ist und wie weit die Erkrankungen fortgeschritten sind, bzw. wie die Heilungschancen stehen und mit welchen Strapazen sie für die Betroffene Person einhergeht. Mein Opa ist als ich 18 war an einem Melanom gestorben. Wir Angehörigen wussten bescheid, dass es nicht mehr heilbar ist und alle medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft waren. Mein Opa fühlte sich dennoch als geheilt und hatte gegen Erwarten noch 2 recht schmerzfreie und schöne Jahre. Er hat die Jahre genossen und wir mit ihm. Die Wahrheit hat ihn dennoch leider irgendwann eingeholt. Es ihm von Anfang an zu sagen hätte nichts gebracht, weil es keine Chance auf Heilung gab und er sich sonst nur den Kopf zermartert hätte, wie lange er noch hat.

SrunflowBer_7x3


@ Weltenbummlerin:

:)z :)^

Mir war dieses Informiertsein auch sehr wichtig. Der Krebsinformationsdienst ein Heidelberg bietet da viel und auch die Ärzte meiner Ma waren klasse. Keine Frage zu viel, es wurden immer ALLE Optionen dargestellt. Und realistischer Optimismus verbreitet. Es schien so... machbar... bewältigbar... auch wenn in meiner Familie die Krebsbilanz doch eher durchwachsen war (viele Fälle, auch Todesfälle). Der Tumor meiner Ma war 5cm groß, das war ein Schock.

Aber: Eine OP und das war's. Keine Chemo, keine Bestrahlung. Es muss nicht immer megadramatisch sein.

Aber je mehr man weiß, je informierter man ist, desto besser kommt man auch mit der Angst klar. Und das ist die beste Unterstützung, die man den Betroffenen geben kann.

WreltenBbummlerQin_x86


@ Sunflower

Ich gebe dir vollkommen Recht

Die angst vor etwas Unbekannten wird geringer und auch besser einschätzbar je mehr man über die Krankheit (in diesem Fall) weiss. Manche Krebserkrankungen gehen recht harmlos von statten, andere Enden tödlich. Warum sie tödlich enden hängt oft von vielen Faktoren ab. Meiner Meinung nach ist die psychische Verfassung des Betroffenen am wichtigsten. Der Magenkrebs von meiner Oma war z.B. schon recht weit fortgeschritten. Sie wollte aber unbedingt die OP. Sie sah es pragmatisch und meinte, dass sie ohne die OP sowieso sterben würde. Mit der OP hat sie eine Chance. Die Ärzte konnten uns nicht mal sagen ob sie die OP überhaupt überstehen würde. Für nach der OP waren mindestens 4 Wochen Krankenhaus mit anschliessender Reha geplant. Meiner Oma ging es nach 2 Wochen im Krankenhaus aber schon wieder so gut, dass sie entlassen werden konnte. Wenn meine Oma sich mit der Diagnose hätte hängen lassen und den Kopf in den Sand gesteckt hätte weiss ich nicht wie es ausgegangen wäre.

@ Farfalle

informier dich so gut es geht über die mögliche Krebserkrankung deiner Mutter. Und damit meine ich nicht unbedingt nur zu googeln und am Ende irgendwelche Horrorstories zu lesen. Rede am besten mit den behandelnden Ärzten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man sie direkt fragt was Sache ist, dass sie einem auch schonungslos ehrlich Auskunft geben. Die Ärzte sind in der Regel auch zu den Betroffenen selber sehr ehrlich. Die Ärzte können auch sagen wie es im Fall deiner Mutter genau aussieht. Wie gesagt Krebs ist nicht gleich Krebs. Es ist traurig, dass du schon einen Verwandten an Lungenkrebs verloren hast, aber das muss noch lange nicht heissen, dass generell Lungenkrebs nicht heilbar ist. :)z

Mein Opa ist z.B. an Prostata Krebs gestorben, mein Vater war nach 4 Wochen wieder fit. Meine eine Grosstante ist an Brustkrebs gestorben, meine Oma und meine Cousine haben die Krankheit überstanden. Mein anderer Onkel hatte vor 2 Jahren Lungenkrebs und auch er ist wieder genesen. Du siehst also, es gibt keinen grundsätzlichen Verlauf von einer Krebs-Erkrankung. Es hängt einfach von vielen Faktoren ab.

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