Ist frisch gepresster Möhrensaft schädlich für die Leber

27.03.09  18:50

Hallo

Seit mehreren Jahren presse ich mir jeden Tag einen dreiviertel Liter Möhrensaft mit einer Champion Saftpresse aus und drinke den, meistens gemischt mit Spinatsaft. Vor längerer Zeit hat mir ein Freund ein Buch von Dr. Norman Walker geschenkt als ich gesundheitliche Probleme hatte. Diese Probleme haben sich mit der Safttherapie gut verbessert und das allgemeine Wohlbefinden einschließlich der Leistungsfähigkeit gut gesteigert. Eigentlich bin ich sehr zufrieden mit der Therapie und möchte diese weiter fortsetzen.

Ein Augenarzt hat mir aber dann gesagt, daß er eine Person kennen würde, welche durch zuviel Möhrensaft einen schwerwiegenden Leberschaden bekommen hätte. Das ist schon länger her und habe ich ignoriert. Jetzt habe ich aber erneut aus der medizinischen Ecke (Lehrerin in einer Ausbildungsstätte für Krankenschwestern, -pflegern) gesagt, dass durchaus eine Gefahr besteht bei zuviel Möhrensaft einen Leberschaden zu bekommen.

Hier im Forum habe ich gemerkt, dass es einige Fachleute gibt, die sich anscheinend gut auskennen.

Was ist nun wahr ? Ist Möhrensaft nun definitiv schädlich oder nicht ?

Wo gibt es einen wissenschaftlichen Nachweis oder wissenschaftliche Untersuchungen ?

Wie soll man sich ernähren ?

Was ist relevant und was nicht ?

Wäre Euch sehr verbunden, wenn man mal neben Meinungen auch mal was Fundiertes, Fachkompetentes hören könnte.

??? :-/ :|N ???

MeöhrenTfan

27.03.09  19:03

Auch ich trinke, jedoch max. 200ml, täglich Möhrensaft (frisch gepresst), habe allerdings noch nie gehört,dass man durch diesen Leberschäden bekommen könnte. Das einzige was dabei passieren kann ist, dass der Überschuss an Vitamin A/Carotin, bei zu hohen Aufnahmemengen (100ml reichen absolut am Tag) durch den Köper ausgeschieden wird ohne aufgenommen zu werden. Dies passiert jedoch nur bei hohen Trinkmengen und passieren kann dabei trotzdem nichts.

p.s. Damit dein Körper das Vit. A aufnehmen kann musst vorm trinken des Möhrensaftes ( danach oder gleichzeitig durch beimischen) etwas Öl zu dir nehmen. ( ein kl. Teelöffel reicht ABSOLUT)

Machd ir keine Sorgen, Möhrensaft kann deiner Leber nichts antun.

M{ay^ou

27.03.09  19:13

Mayou, das ist falsch! Ein Überschuss an Vitamin A kann vom Körper nicht einfach ausgeschieden werden, eben weil dieses Vitamin nicht wasserlöslich ist. Anders sieht es z.B. mit Vitamin C aus. Ein eventueller Überschuss daran wird einfach ungenutzt wieder ausgeschieden.

Wie es sich jetzt genau mit der Wirkung von Vitamin A auf die Leber verhält, weiß ich allerdings auch nicht genau. Es kommen hier sicher noch ein paar Fachleute vorbei.

S*chwi-mmerin

27.03.09  19:24

@ Schwimmerin

Hast recht, Vit. A wird langfristig im Körper gespeichert.

& zum Rest:

Habe eben etwas nachgeforscht und muss mich korrigieren: (aber das grobe stimmte ja :=o)

Vit. A Überdosierung:

Wird permanent Vitamin A in hohen Dosen zugeführt, können sich in der Leber, die diesen Nährstoff speichert, giftig wirkende Vitamin A-Mengen anhäufen. Dazu müsste eine etwa hundert- bis zweihundertfach erhöhte Tagesdosis geschluckt werden: Solche Mengen sind nur in Eisbären- oder Robbenleber enthalten sowie in einem halben Liter Lebertran oder großen Innereimengen (z.B. Rinderleber).

& viele andere Infos über Möhrensaft & das enthaltene Vit. A

Quelle: [[http://www.qualimedic.de/vitamine_a.html]]

MYay@ou

27.03.09  22:49

In Karotten ist aber kein Vitamin A! Sonder nur ein Vorvitamin das zu Vitamin A umgewandelt werden kann (Beta-Karotin). Der Körper wandelt es aber nur dann um wenn er Vitamin A braucht. Betakarotin ist nicht schädlich und wird auch als Farbstoff in Lebensmitteln verwendet (Orange). Also solang du dir den Saft nicht reinzwingst, spricht das nichts gegen... dein Körper sagt dir schon wenns ihm zu viel werden sollte oder wenn er was anderes möchte.

-YJuli1a

28.03.09  17:05

@ Julia

Wenn du dir meinen ersten Beitrag durchliest, wirst du sehen, dass ich u.a. von der Vorstufe, also dem Carotin gesprochen habe. Da dieses nunmal aber immer vom Körper in Vit. A umgewandelt wird (kenne niemanden der sich absolut fettfrei ernährt), sprach ich direkt von Vit. A.

Finds absolut in Ordnung von anderen korrigiert zu werden, dann aber bitte ein bisschen freundlicher & sparsamer mit den Ausrufezeichen.

M0ayozu

28.03.09  17:17

Da dieses nunmal aber immer vom Körper in Vit. A umgewandelt wird

das ist so nicht korrekt, denn es wird nur nach Bedarf umgewandelt, der Rest wird ausgeschieden. Mit Betacarotin kannst du dich nicht überdosieren. Solltest du allerdings Raucher oder Alki sein, würde ich mich mit dem Konsum etwas zurück halten, denn dann steht es in Verdacht Krebs zu begünstigen (Lungenkrebs/Leberschäden).

In meinem Posting bezog ich mich eher auf Schwimmerin und die anderen. Sie hatte wie ich auch ein Ausrufezeichen... . Ein Ausrufezeichen finde ich auch völlig in Ordnung und es war auch nicht unfreundlich gemeint. Ich denke es ist auch nochmal eine Sache wie man es selbst beim Lesen daheim betont @:).

-PJFulixa

28.03.09  17:32

Hallo Möhrenfan,

jede Übertreibung bei der Wahl der Nahrung birgt das Risiko, zuviel dses Guten zu tun. Seit Paracelsus wissen wir ja, dass die Dosis das Gift macht. Mit anderen Worten: Wenn eine bestimmte limitierte Dosis unschädlich oder sogar gesundheitsfördernd ist, muß das nicht heißen, dass das für eine viel größere Dosis auch noch gilt. Ein berühmtes Beispiel ist die Himbeere. Ich habe mehrfach gelesen, dass der Farbstoff der Himbeere keine Chance hätte, in Deutschland als Lebensmittelzusatz zugelassen zu werden. Wenn die entsprechenden Richtlinien eine Daseinsberechtigung haben, heißt das, dass man seiner Gesundheit auch durch Verzehr zu vieler Himbeeren schaden kann.

Ich glaube, Du hast Deine Frage zu speziell gestellt, denn was hättest Du davon, wenn beta-Carotin zwar nicht die Leber, aber das Herz schädigen würde. Lies einfach mal hier:

[[http://www.medizinauskunft.de/artikel/gesund/Vitalstoffe/02_12_beta_carotin.php]]

Kleine Anekdote nebenbei: Ich hatte vor 4 Monaten nach dem Verzehr einer rohen Möhre eine beginnende Anaphylaxie, und nur dank sofortiger Prednison-Einnahme und Notarzt, der mich mit Adrenalin, Hydrocortison, Antihistaminikum und Sauerstoff kam ich mit einem blauen Auge davon.

ZRwalck44

28.03.09  17:42

Zur Beziehung beta-Carotin - Vitamin A sagt Wikipedia unter dem Begriff "Retinol" (= Vitamin A1)

Da Beta-Carotin nur bei Bedarf in Retinol umgewandelt wird und im Gegensatz zu diesem auch in größeren Mengen nicht toxisch wirkt, sollte es in Nahrungsergänzungsmitteln gegenüber den Vitamin-A-Varianten vorgezogen werden.

ZMwZackx44

28.03.09  17:44

Hallo Möhrenfan

ich trinke ebenfalls regelmäßig Möhrensaft und habe davon noch keinen Leberschaden bekommen. In Möhrensaft ist Beta-Carotin enthalten, die Vorstufe von Vit. A dh. der Körper bildet sich das Vit. A selbst. Du kannst überhaupt keinen Leberschaden davon trinken.

Ich schließe mich dem Beitrag von Mayou voll an.

Ich wünsch Dir weiterhin unbesorgten Genuss von Möhensaft - ich genieß ihn ebenfalls. *:) :)D

H$acseJnrexich

28.03.09  17:46

Nachtrag:

Eine Überdosierung von Vit. A ist bei Möhrensaft definitiv nicht möglich, da in Möhrensaft lediglich Beta-Carotin enthalten ist. DH. Möhrensaft ist definitiv nicht schädlich!

H(a7senr%eicxh

28.03.09  17:53

Julia:

Bei Rauchern führt das Rauchen zu Krebs nicht das Beta-Carotin - dh das zugeführte Beta-Carotin schützt bei fortgesetztem Rauchen nicht vor Krebs, solange der Raucher nicht aufhört zu rauchen.

Ansonsten schließe ich mich vollständig Deinen Aussagen an, dass man sich mit Beta-Carotin nicht überdosieren kann - das der Körper daraus das Vit.A zieht, was er braucht.

H4asenAreich

28.03.09  18:05

@ Hasenreich

Deine Interpretation in Richtung Julia ist nicht korrekt:

Erhöhte Einnahme von Beta-Carotin sollte positiv gegen Lungenkrebs und Bluthochdruck wirken. Doch nun lassen Studien an den positiven Einflüssen auf die Gesundheit zweifeln. Jedenfalls wenn es um die Zufuhr von hohen Mengen isolierten Beta-Carotins (Provitamin A) geht. Denn statt zu senken erhöht es das Lungenkrebsrisiko, auch noch nach dem Absetzen des Vitamins.

Wenn wir uns also einig sind, dass man die Leber wohl mit beta-Carotin nicht überbelasten kann, besteht dennoch das Risiko einer krebsfördernden Wirkung bei Rauchern (schon klar, dass die primäre Gefahr vom Rauchen ausgeht, aber das Krebsrisiko wird nach diesen Studien durch beta-Carotin erhöht, während der Normalbürger doch erwartet hätte, dass es unter keinen Umständen schädlich sein kann).

Z/wacok44

28.03.09  18:12

Zwack44

wenn man den gesunden Menschenverstand nicht ausschaltet, ist klar, dass das Rauchen - und allein das Rauchen das Krebsrisiko erhöht - dagegen hilft dann auch kein Beta-.Carotin.

Wenn wir mal überlegen: Viele Menschen nehmen Beta-Carotin und andere Ergänzungsmittel zu sich um weiterhin dem Laster frönen zu können - und das funktioniert tatsächlich nicht - erst muss man aufhören zu rauchen, erst dann hat Beta-Carotin überhaupt erst eine Chance auf die Gesundheit positiv einwirken zu können.

H2asenmreixch

28.03.09  18:18

Hasenreich

Bei Rauchern führt das Rauchen zu Krebs nicht das Beta-Carotin - dh das zugeführte Beta-Carotin schützt bei fortgesetztem Rauchen nicht vor Krebs, solange der Raucher nicht aufhört zu rauchen.

Nee, leider födert es Krebs sogar :-(. Ich kopiere mal einfach was aus dem wer-weiß-was-Forum um mir die Arbeit zu ersparen.

Die Physicians Health Study ergab, daß ß-Carotin bei Gesunden offensichtlich nichts nützt: 22.000 Ärzte, von denen 11% rauchten, erhielten alle zwei Tage 50 mg ß-Carotin oder Placebo. Nach 12 Jahren fand sich kein Unterschied zwischen beiden Gruppen, weder bei der Krebsrate oder bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch bei der Gesamtsterblichkeit. Damit, so die Autoren, sei "jede noch verbliebene Hoffnung darauf, daß ß-Carotin-Supplemente, zumindest für Erwachsene, ein effektives Mittel seien, um das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken, im Keim erstickt".

Die Finnland-Studie wurde dagegen mit Rauchern durchgeführt, einer Risikogruppe, die durch niedrige ß-Carotinspiegel im Blut auffällt. Man verabreichte 30.000 Männern 5 - 8 Jahre lang täglich entweder a-Tocopherol (50 mg), ß-Carotin (20 mg), beides oder Placebo. Während Vitamin E das Risiko nicht beeinflußte, stieg die Lungenkrebsrate in der ß-Carotin-Gruppe bereits nach 18 Monaten progressiv an. Am Ende waren in der ß-Carotin-Gruppe 18% mehr Lungenkrebsfälle aufgetreten als bei den Teilnehmern, die "nur" geraucht hatten. Die Gesamtsterblichkeit war durch ß-Carotin um immerhin 8% erhöht. Damit war klar, daß ß-Carotin genau den Menschen, denen es den größten Nutzen bringen sollte, schadet.

Die CARET-Studie bestätigte die Ergebnisse der Finnland-Studie in vollem Umfang: 18.000 Raucher und Asbestarbeiter nahmen durchschnittlich vier Jahre lang täglich 30 mg ß-Carotin und 25.000 IU Vitamin A oder Placebo ein. Die Lungenkrebsrate stieg durch die Vitaminpräparate um 28%. Die Gesamtsterblichkeit lag 17% über der Placebogruppe, wobei allein die Sterblichkeit an Lungenkrebs um 46% gestiegen war. Aufgrund dieser alarmierenden Zahlen wurde die Studie 21 Monate vor ihrem geplanten Ende abgebrochen.

Anmerkung: Die schädlichen Wirkungen von ß-Carotin bei Rauchern wurden nachträglich im Tierversuch bestätigt: Marder entwickelten nach sechsmonatiger ß-Carotingabe Metaplasien in der Lunge, die als Krebsvorstufen gelten. Zigarettenrauch verstärkte den Effekt (Journal of the National Cancer Institute 1999/91/S.60-66).

Außer bei Lungenkrebs "versagte" ß-Carotin auch in einer Interventionsstudie zur Prophylaxe von Hautkrebs (Lancet 1999/354/S.723-729) sowie zur Vorbeugung anderer Zivilisationsleiden wie Diabetes (Journal of the American Medical Association 1999/282/S.1073-1075).

-lJuclxia

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