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Bestrahlungen des Kopfes bei Hirnmetastasen

07.02.06  11:40

Stimmt es, dass der Kopf nur ein einziges Mal bestrahlt werden kann?

Schwiegerma hat am 3.3. therapeutische Nachkontrolle der Kopfbestrahlung.

Als ich dies dem Arzt erzählte, meinte er es wäre egal ob ein CT-Bild des Kopfes gemacht würde, denn dieser könne eh nur einmal bestrahlt werden und so lange sie keine Kopfschmerzen hat oder irgendwelche anderen motorischen Ausfälle , sehe man keine Veranlassung ein CT-Bild des Kopfes zu machen.

Aber woher wollen die Ärzte dann wissen, ob die Metastasen zurückgegangen sind, oder die Schwellung die diese verusacht haben oder ob neue dazu gekommen sind. Ich verstehe das alles nicht Bitte helft mir weiter!!

U*li1w96x3

09.02.06  04:30

Meine Mama wurde 13 mal am Kopf betrahlt,aber vorher wurde die Metastase herausoperiert.

Aber ob man nur einmal am Kopf im Leben bestrahlt werden darf,kann ich Dir leider nicht sagen

LG Tanja

Z\uckerg[oschel

10.02.06  09:39

@ zuckergoschel

danke dir erst einmal für deine Antwort. Bei meiner Schwiegerma ist der Lungenkrebs inoperabel, da sich schon im ganzen Körper metastasen gebildet haben.

Am 3.3 haben wir nun die Nachsorgeuntersuchung des Kopfes wegen den Hirnmetastasen. Unser Arzt sagte mir, dass es sich dabei nur um ein Gespräch handeln würde, aber keine CT-Bilder vom Kopf angefertigt werden würden, aber wie können die Ärzte dann sehen ob sich eine Verbesserung oder eine Verschlechterung eingetreten ist.

Schwiegerma legt soviele Hoffnungen auf diesen Termin, weil der Arzt der sie bestrahlte damals sagte, nach der Bestrahlung müssten die Metastasen eigentlich weg sein.

Mir ist jetzt schon ganz bange vor dieser Untersuchung und ich hoffe dass sie ein "einigermasen gutes Ergebniss ", was in diesem Stadium das auch heissen mag bekommt, und sie ihre Hoffnungen nicht verliert.

Ich hoffe, Tanja dass es deiner Mutter einigermassen gut geht und wünsche dir alle Kraft der Welt

Liebe grüsse Uli

U<lim1963

10.02.06  10:51

Hirnmetastasen (an Dr. Schneider)

Am 3.3 haben wir die Nachsorgeuntersuchung des Kopfes, die nach 6-8 Wochen nach der Bestrahlung wegen den Hirnmetastasen stattfinden soll. Unser zuständige Arzt wo sie die Chemotherapie bekommt sagte mir, dass es sich dabei nur um ein Gespräch handeln würde, aber keine CT-Bilder vom Kopf angefertigt werden würden, aber wie können die Ärzte dann sehen ob eine Verbesserung oder eine Verschlechterung eingetreten ist. Zumal in dem Brief vom Arzt der Radiologie drinne steht, wenn aktuelle Bilder vorliegen würden, solle man sie mit bringen. Werden aber keine gemacht, sei nicht so wichtig, sagte der Arzt in der Lungenklinik, erst wenn sie massive Probleme beim sehen ,sprechen usw bekommen würde, werden neue CT-Bilder erstellt. Ich verstehe das alles nicht

Schwiegerma legt soviele Hoffnungen auf diesen Termin, weil der Arzt, der sie bestrahlte damals sagte, nach der Bestrahlung müssten die Metastasen eigentlich weg sein.

Bitte helfen sie mir weiter Hr. Dr. Schneider

Liebe grüsse Uli

U]li196x3

10.02.06  17:54

Antwort auf Bestrahlung Hirmmetastasen

Hallo Ulli,

das was der Arzt da sagt ist totaler Mist. Mein Papa hatte eine Hirmmetastase welche 5 cm gross war. Ihm wurde eine Maske angefertigt für die Bestrahlung. Die Ärzte brauchen eigentlich das CT um herauszufinden, in welcher höhe die Strahlungen verabreicht werden müssen. Das mit dem einen Mal ist Quatsch. Es ist zwar richtig, dass man den Kopf nicht unendlich bestrahlen kann, aber das kommt immer auf die Höhe der Dosis an. Vielleicht solltet ihr euch einen 2. Arzt suchen, der euch berät, bzw. ne 2. Meinung abgibt. Operation ist bei Metastasen im Kopf auch möglich. ( Mein Pa hatte das und er hatte es sehr gut überstanden.)

VIel Glück

kreischn

kMrkeischhn1x10

10.02.06  21:56

an: kreischn110

Hallo Uli und kreischn,

ich würde mich ganz gern in der Runde zu Wort melden...

Grundsätzlich ist die Bestrahlung des Kopfes in mehreren "Serien" möglich. Ob es machbar oder auch sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab, z.B. der Dosis, aber auch der Verteilung, dem Erfolg, dem Vorliegen weiterer Metastasen, der Tumorart, der Allgemeinsituation, ...

Ob die erste Bestrahlung Erfolg gebracht hat oder nicht, kann mit einem CT nicht in jedem Fall gesagt werden (ein MRT ist fast immer besser!), ist meistens aber auch nicht wirklich entscheidend (siehe oben), deshalb kann ich die Meinung des betreffenbden Arztes auch ein wenig verstehen, diese Antwort/Meinung wird fast immer (!) so gegeben.

Oft ist aber auch eine Operation oder eine Kleinraumbestrahlung (sogenannte Stereotaxie möglich), das kann ich aber so nicht sagen, dazu bedürfte es mehrer Info's.

Grüße,

Schneider

D\r. m@ed. VC.P.G Schn1eidexr

12.02.06  12:01

@ Dr. Schneider

Hallo Herr Dr. Schneider

Zuerst einmal möchte ich mich bedanken, dass sie sich die Zeit gemacht haben und sich in diese Runde eingeschaltet haben. Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass man da einen Fachmann hat der einem versucht vieles Verständlicher zu machen.

Ich möchte ihnen nun gerne ein paar Informationen geben, um sich ein klareres Bild machen zu können.

Also, meine Schwiegerma (58 ) leidet seit sechs Jahren an Bandscheibenvorfällen, diese wurden immer schlimmer, dass sie zum Schluß nicht mehr laufen konnte. Im November 2005 wurde eine Kernspin gemacht und auch Blut genommen. Zwei Tage danach wurde sie zum Hausarzt einbestellt, und dort bekam sie eine Überweisung zur Tumorsuche wegen Verdacht von Metastasen entlang der gesamten Wirbelsäule und in der Leber. Wiederum zwei Tage später lag sie schon im KH und dort wurde dann der Primärtumor in der Lunge gefunden, mit den oben genannten Metastasen. Die Ärzte in der Klinik bereiteten uns damals darauf vor dass sie nur noch Wochen in einstelliger Zahl zu leben hätte, und sie solle bitte alle dringenden Angelegenheiten schnellstmöglich regeln, weil sie noch nicht wussten ob sie eine chemo oder Bestrahlung überleben würde. Zu allem Elend haben sie dann noch zwei Metastasen im Kopf gefunden. Darauf wurde sie in die Thoraxklinik in HD verlegt und es wurde nach vielen weiteren Untersuchungen, sechs Chemotherapien angesetzt. Vor der ersten Chemotherapie wurden jedoch noch 10 Bestrahlungen des Kopfes vorgenommen, weil diese bereits eine starke Schwellung im Gehirn verursacht haben. Sie befand sich in einem sehr kritischen körperlichen Zustand, nahm immer mehr ab und konnte auch keine 10 Schritte mehr laufen ohne um zufallen, rechtes Bein versagte einfach und sie hatte keine Kontrolle mehr darüber. Ausserdem bekam sie ein Korsett, weil die wirbelsäule bruch gefährdet war. Metastasen im gesamten Wirbelkörper und im Dornvorsatz.

Nach einer Pause von einer Woche musste sie in die Thoraxklinik und bekam ihre erste Chemound wurde dann für zwie Wochen Pause nach Hause geschickt, im Ärztebrief stand dann als Diagnose:

Tumorklassifizierung: T1-2 Nx M1

extensive disease (Leber,ossär disseminierte Metastesierung im BWK und LKW, -nicht bruchgefährdet-, Becken, proximal Femora und cerebral)

Histologie( Leber PE):kleinzelliges Bronchialkarzinom

Immunohistologie: kräftig positiv für Synaptosin und CD56

Leider kann kein normal sterblicher mit diesen Fremdwörtern etwas anfangen und auf Nachfragen bei ihrem Arzt bekam man leider auch keine richtige Antwort.

Bis jetzt hat sie drei Chemos durchgemacht, wobei die letzte Chemo umgestellt wurde von Vincristin 2mg d1, Etoposid 120mg/m2 d1,8,Whl d22; auf Carboplatin AUC 4 d1 und Etoposid, weil sich ihr körperlicher allgemein Zustand deutlich verbessert hat.

Nach der 3.Chemos sagten die Ärzte ihr uns uns, dass sich der Primärtumor etwas zurück gebildet hat und auch die Lebermetastasen etwas kleiner wurden. Sie können sich unsere und "ihre" Freude vorstellen, doch als ich zu Hause den Brief las, da stand dann plötzlich T1-2 NxM1, Stadium IV noch dabei und beim Röntgen Thorax steht plötzlich:

Kleine rundherdartige Fleckenschatten im Oberfeld, etwas deutlicher sichtbar als beim letzten Aufenthalt., vorher stand da kein neuer Befund.

Was bedeutet das denn nun, ist es besser geworden oder haben sich trotz Chemo neue Metastasen gebildet?

Herr Dr. Schneider, einen Tag vor ihrer Entlassung, saß ich 45 min. bei ihrem behandelten Arzt, und sagte ihm, er solle mir genau erklären, wie es nun um sie steht, aber von den Fleckenschatten hat er nichts erwähnt, ich versteh das alles nicht mehr. Bei diesem Gespräch erwähnte er auch, dass der Kopf nur einmal bestrahlt werden könne, und dass bei der therapeutischen Nachsorge in der radiologischen Ambulanz, nur ein Gespräch stattfinden würde(3.3.06).

Hr Dr. Schneider von einer Operation wurde noch zu keiner Zeit gesprochen, weder wegen dem Primärtumor noch wegen den Metastasen.

Mehr Informationen kann ich Ihnen leider noch nicht geben, denn mehr weiss ich auch noch nicht, nur dass Schwiegerma am 17.2. wegen Implatation einens Portes wieder ins KH muss und dann ggf. noch die 4. Chemo durchgeführt wird. Zur Information, meine Schwiegerma ist noch insulinpflichtige Diabetikerin, die durch einnahme von Cortison, ständig erhöhten ( zwischen 300-450 ) Zucker hat.

Bitte , vielleicht können sie mir alles etwas deutlicher machen oder zu mindest einmal erklären, was das alles bedeutet, und wie geht es eigentlich nach den Chemos weiter.

Ich weis, ich habe viele Fragen, aber ich brauche Hilfe, vielen dank im voraus

Liebe Grüsse Uli

Uzli1<963

12.02.06  16:02

wichtig zu wissen

was erwartet Ihr als "Endresultat" der Behandlung?

a&gneBs

13.02.06  07:51

@ agnes

Hallo Agnes

Wir wissen, dass Schwiegerma sterben muss, und dass sie nicht mehr all zu lange hat.

Aber wir hoffen, dass die ganze Behandlung es doch noch etwas hinaus zögern kann, finde 58 ist zu jung zum sterben.

Ausserdem hoffen wir dass sie nicht qualvoll sterben muss, sondern einfach einschlafen darf, oder ins Koma fallen darf und dann nicht mehr so viel mit bekommen muss, was die humanste Sterbensart ist,bei dieser Art fortgeschrittenem Krebs, nach Aussage des Arztes.

U/li1{963

14.02.06  09:50

dann ist Euch doch dicher auch bewußt

daß es um die Behandlung von Symptomen geht und (mit etwas Glück) um etwas Lebensverlängerung durch Verlangsamung des Fortschreitens des doch sehr fortgeschrittenen Krebses.

Da bestimmt das Befinden des Patienten bei jedem Schritt das weitere Vorgehen. In diesem Stadium spielt es auch keine soooo große Rolle, ob es irgendwo in der Lunge ein paar neue Schatten gibt, da das 1. nicht unerwartet ist und man 2 außer Chemotherapie nichts machen kann/würde, solange dadurch keine neuen Symptome entstehen (bei einer Blutung aus der Lunge würde man dort evtl. nochmal bestrahlen).

Wie steht es bei Euch mit dem Zugriff auf Palliativmedizin/Hospize? Die Fachrichtung kann sehr helfen.

amgndexs

14.02.06  14:00

@ agnes

Danke dir für deine Antwort, ja "ich "weis, dass es sich nur noch um lebensverlängerde Maßnahmen handelt. Mein Mann ist es auch bekannt, aber will es noch nicht richtig wahr haben. Du kennst doch dass Sprichwort" die hoffnung stirbt zu letzt"

Leider kann ich mit niemanden ausser mit euch über die tatsachen, also das sterben sprechen, denn entweder es wird abgeblockt oder einfach verdrängt.

Über Palliativmedizin / Hospize wurde noch kein Wort gewechselt, so wenig wie Schwiegerma ihre angelegenheiten ordnet.

Ich habe ihr auf anraten des Arztes einmal gesagt, sie solle alle Dinge die sie noch machen möchte oder ihr wichtig sind eine Liste anlegen und ich würde dann mit ihr , sofern sie dazu bereit ist, alles mit ihr durch gehen. Natürlich habe ich dieses Thema sehr behutsam in angriff genommen und erst als sie einmal vom sterben sprach davon angefangen.

Agnes, darf ich dich mal etwas fragen, hast du breuflich mit der Krankheit zutun oder bist du selbst betroffen?

Antworte bitte nur wenn du willst.

Bis bald Uli

UNlij1963

16.02.06  20:09

Liebe Uli1963, liebe agnes,

puh, die vielen Fragen und Kommentare kann man ja so schnell gar nicht beantworten...

Also, ich möchte es einmal absichtlich sehr sachlich beschreiben: das kleinzellige Lungenkarzinom (ich sage immer noch lieber Bronchialkarzinom, hier ist SCLC gemeint, das heißt small cell lung cancer) ist eine der bösartigsten Krebserkrankungen, mit denen wir es zu tun haben, und nur sehr, sehr wenige Patienten können geheilt werden (ich kenne einige Ärzte, die glauben, es gäbe gar keine Heilungsmöglichkeit!). Wenn schon Metastasen in mehreren Organen vorhanden sind, sind die Heilungsaussichten praktisch nicht vorhanden, ich sage meinen Patienten dann immer: "Ihre Krankheit ist gut behandelbar, aber nicht heilbar". Damit will ich ausdrücken, daß bei vielen die Chemotherapie und auch die Bestrahlung gut hilft (mindestens teilweise, oft aber auch vollständige Tumorrückbildung), jedoch praktisch immer irgendwann ein Rückfall und auch der krankheitsbedingte Tod eintritt. Deshalb handelt es sich in aller Regel um eine lebensverlängernde Therapie!

agnes hat deshalb auch recht damit, die Metastasen nicht zu "zählen" oder wie gebannt jetzt auf jeden neuen Befund zu starren. Wenn eine Besserung durch die Behandlung eingetreten ist, würde ich das auf jeden Fall als Erfolg werten! Eine Verbesserungsmöglichkeit dieses Ergebnisses gibt es eigentlich nicht. Daher würde ich den Bericht aus HD (und die Thoraxklinik ist wirklich eine der renommiertesten in D) auch für plausibel halten. Wir hätten sehr wahrscheinlich auch so behandelt bzw. gehandelt. Wie man die Befunde dann 'rüberbringt ist natürlich eine andere Frage.

Zuletzt noch eine Bemerkung zur Tumorformel: grundsätzlich wird das Ausgangsstadium der Erkrankung nie zurückgestuft, selbst wenn alle Befunde/ Metastasen verschwinden, bleibt es doch immer ein Stadium M1 (also mit sogenannten Fernmetastasen, also außerhalb des Brustkorbes)!

Palliativstationen und Hospize gibt es zwar nicht überall, aber in den Großstädten eigentlich fast überall. Für Patienten mit sehr starken Symptomen (Schmerzen, Luftnot usw.) sind sie sehr nützlich und ich kann nur empfehlen, sich kundig zu machen, wo es sie gibt und wie man evtl. ihre Dienste in Anspruch nehmen kann.

So, ich hoffe, ich habe damit nicht zu "nüchtern" kommentiert.

Viele Grüße,

Schneider

DXr. mYed. $C.Py. Sch"neiUdexr

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