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Mein Opi hat Lungenkrebs und Metastasen im Gehirn

Hallo, wer kann mir helfen, wer hat das schon durchgemacht. Mein Opi (73) war immer topfit, wusste auf alles eine Antwort und hat stundenlang im Garten rumgearbeitet. Jetzt seit 3 Wochen saß er nur (...)   >>>

P)uepzpy2x6  am 24.04.10  14:10

05.05.10  12:58

Liebe Pueppy,

wie ist der aktuelle Zustand von deinem Opa? Ich fühle ganz doll mit dir. Wenn ich deine Zeilen lese, dann bin ich gedanklich in den letzen Tagen/Wochen versunken. Meine Mama hatte Lungenkrebs im Endstadium und ihr letzter Wunsch war es nach hause zu kommen. Mein Dad und meine beiden Geschwister haben unsere ganze Kraft zusammen genommen und ihren letzten Wunsch ermöglicht. Dafür bin ich heute sehr sehr dankbar! Das Krankenhaus hat zusammen mit dem Pflegedienst alles organisiert. Krankenbett, Sauerstoff, Pflegedienstschichten u.s.w. ....

Wir haben uns dann gemeinsam den Dienst geteilt. Jeder immer so wie er konnte und die Kräfte ausreichten. Ich wurde von der Arbeit freigestellt. Niemals zuvor hätte ich geglaubt so viel Kraft zu besitzen. Ich habe die Nachtschicht übernommen, sie auf den Toilettenstuhl gesetzt (später Bettpfanne und Pantys), ihren roten wunden Popo eingecremt, Frühstück gemacht und ihr um 22h und 4h die Morphiumtablette gegeben. Was aber am allerwichtigsten war, ich habe immer wieder ihre Hand gehalten, gesagt wie lieb ich sie habe, danke gesagt und einfach bei ihr am Bett gesessen! Mama hat sehr viel geschlafen (wegen dem Morphium).

Wenn ihr es irgendwie möglich machen könnt, dann holt Opa nach hause. Genießt jeden Tag der euch zusammen bleibt und verabschiedet euch. Es ist hinterher unheimlich wichtig für die Trauerarbeit. Ich weiss das jetzt!!! Klammert nicht und lasst auch los -es ist wichtig, dass er merkt, dass er auch gehen darf. Am 20.04.10 -an dem Geburtstag meines Vaters ist sie dann ganz friedlich, im Alter von nur 63 Jahren, von uns gegangen. Nur 4 Wochen nach der schrecklichen Diagnose. Wir alle waren bei ihr, als sie ihren letzten Atem ausgehaucht hat. Saßen noch lange an ihrem Bett, haben eine Kerze angezündet und "good bye" gesagt! Ihre Gesichtszüge waren so entspannt wie lange nicht mehr! Sie war IMMER für uns da und nun konnten wir ihr in der kurzer Zeit etwas davon zurückgeben. Ich weiss nicht woher diese Kraft kam, aber sie ist einfach da gewesen und ich bin sehr dankbar dafür, dass sie ohne Schmerzen (durch das Morphium) ganz friedlich im Kreise ihrer Liebsten gehen dufte. Für mich bleibt es eine unvergessliche und wichtige Zeit. Es hat mich mit meiner Familie zusammengeschweist. Wir können jetzt alles durchstehen, denn der Schmerzgipfel ist erreicht! Für uns ist sie ein grosser Verlust. Die Zeit heilt keine Wunden, aber wir müssen lernen mit dem unbegreiflichen zu leben. Ich wünsche dir/euch ganz viel Kraft für die nächste Zeit. Fürchte dich vor nichts -mit der Geburt ist klar, dass wir auch wieder gehen müssen. Du schaffst das!!!!

Dicke Umarmung!

Andrea

aJhaxaha

07.05.10  22:36

Mein Opi ist jetzt seit dem er "abgehauen" ist zuhause und es geht ihm einigermaßen gut.. er isst sehr viel, was gut ist, weil er sehr viel abgenommen hat. Er muss jeden Tag ins Krankenhaus zur Bestrahlung.

An Muttertag wollten wir Frauen eigentlich in einen Freizeitpark, wie jedes Jahr, aber dieses Jahr bleiben wir alle auf meinen Wunsch hin, bei meinem Opa und lassen es eben ein bisschen ruhiger angehen..

Mein Opa is in letzter Zeit sehr aggressiv, er ist eigentlich immer lieb und nett gewesen.. liegt das an der Bestrahlung? Also ich nehm es so hin und denke mir mal dass es daran liegt..

Ich bin froh, dass er nicht mehr im Krankenhaus ist.. aber für meine Oma is es auch ein bisschen schwer ihn zuhause zuhaben, weil er sie oft anmacht.. also auch zickig ihr gegenüber ist..

Wünsche euch einen schönen Abend.. berichte dann nach Muttertag wieder, wie es mit ihm war.

LG Pueppy

PQuepxpy26

07.05.10  22:40

Ich wünsche dir alles gute und ganz viel Kraft für die nächsten Monate, um mit der trauerarbeit umzugehen...

:)- :)- Für deine Mutter

@:) @:) @:) für dich

P_uepfpy2x6

09.05.10  13:49

liebe pueppy,

mama hatte erstaunlicherweise auch immer noch gut gegessen. erst zwei tage vor ihrem tod hat sie das essen und trinken verweigert. sie bekam auch ihre tabletten nicht mehr runter. ihre schmerzmittel mussten gespritzt werden. heute begreife ich: essen hält leib und seele zusammen -und das wollte sie nicht mehr.

deine omi soll seine reaktion bloß nicht persönlich nehmen. das ist die krankheit!

ich erinnere mich, dass meine mama zu beginn der diagnose auch heftig ungestüm mit unserem vater war. er brauchte nur was zu sagen oder an ihrem krankenbett erscheinen und schon fing sie ganz heftig an mit ihm zu schimpfen oder die augen zu verdrehen. das ist wohl ganz normal!!! sie war stets unser fels in der brandung. sie hielt die familie fest zusammen und wusste immer einen guten rat. sie war immer für uns da und so unglaublich stark! so plötzlich eine andere "ungewollte" und "ungewohnte" rolle einnehmen zu müssen war ganz bestimmt nicht einfach für sie. bestimmt geht es deinem opa genauso. er war bestimmt der starke mann an der seite von deiner oma. hat sie beschützt. jetzt sieht er sich schwach werden und ist bald auf völlige hilfe angewiesen. die betroffenen müssen mit dieser situation ja selber erstmal klar kommen. es baut sich frust, wut, verzweiflung, angst vor dem was kommt und hilflosigkeit auf. mit dem entgegengebrachten mitgefühl oder mitleid können sie noch nicht umgehen. dies tritt erst etwas später ein.

erst jetzt habe ich von den fünf phasen des sterbens gelesen.

www.jugend-themenguide.de/service/sms/brennpunkt/sterbehilfe/die_fuenf_phasen_des_sterbens.html

einiges davon traf genau auf mama zu. einige phasen (3+4) hat sie einfach weggelassen. sie hatte es eilig. wollte nur noch ihren sehr kranken körper verlassen. vielleicht hilft dir das ja irgendwie weiter, besser mit dem unbegreifbaren zu leben. sprich auch mit deiner oma darüber. gespräche, gedankenaustausch und miteinander weinen ist jetzt sehr wichtig. es tröstet und man ist nicht so allein mit seiner hilflosikeit. oma muss jetzt sehr stark sein. sie schafft das!!! bei diesem krankheitsverlauf ist es leider oft nur eine kurze zeit....

ich drück dich!

lg, andrea

amh%aaxha

12.08.10  05:11

HALLO ALLE MITEINANDER.LEBE SEIT EINIGEN JAHREN IN DEN US UND HAB VOR 3 WOCHEN ERFAHREN DASS MEINE MUTTI LUNGENKREBS HAT UND BEREITS METASTASEN IM HIRN UND ORGANEN SIND.MEINE FAMILIE HAT DIESE DIAGNOSE WOHL VOR 3 MONATEN BEKOMMEN UND AUF WUNSCH MEINER MOM MICH STOCKVOLL ANGELOGEN.SIE IST NUN AUF EINER PALIATIVSTATION UND ES GEHT TAEGLICH SCHLECHTER,ERST HAT SIE CORTISON BEKOMMEN UND NUN SEIT 2 TAGEN MORPHIUM,IST SCHON PARADOX,VOR 2 TAGEN HAB ICH IHR MITGETEILT,DASS MEIN MANN ENDLICH DEN PASS FUER UNSERE TOCHTER,IHRE ENKELIN UNTERSCHREIBT UND ICH NEN FLUG FUER NAECHSTE WOCHE HABE,HABEN DAFUER SOGAR UNSER AUTO VERKAUFT,IST JA ALLES SO TEUER,SIE HAT VOR FREUDE GEWEINT UND SICH DANN ABER ANDERST VERABSCHIEDET,ALSO SONST,ES KLANG WIE EIN ABSCHIED FUER IMMER UND DANN PLOETZLICH BAUT SIE NUN SO AB.IHR GROESSTER WUNSCH,WAR IMMER,DASS ICH MIT MEINER KLEINEN NACH HAUS KOMM UND NUN WO ES SOWEIT IST,SO ETWAS SCHRECKLICHES,ICH VERKRAFTE DAS NICHT.WAS MEINT IHR,HAELT SIE NOCH DURCH,WILL SIE DOCH WENIGSTENS EINMAL NOCH UMARMEN!FLUG GEHT MONTAG,ABER SIE IST NUN VOLLSTAENDIG GELAEHMT,VOR 2 TAGEN KONNTE SIE NOCH IHRE RECHTE HAELFTE BEWEGEN,ES GEHT ALLES SO SCHNELL UND ICH BIN SO VOLLER WUT,DASS ICH BELOGEN WURDE UND MIR DIE ZEIT MIT IHR GESTOHLEN WURDE,WAS SOLL ICH TUN,SOLLTE SIE VORHER STERBEN,MOECHT ICH GAR NET NACH HAUSE,ICH WUERDE MEINEN GESCHWISTERN GEGENUEBER AUSFLIPPEN

syilSvia0x509

03.09.10  21:42

hallo silvia,

ich hoffe, dass dein wunsch -dich von deiner ma zu verabschieden, sie in die arme zu nehmen und mit ihr liebevolle worte auszutauschen- noch geklappt hat...? vielleicht wollte dich deine familie schützen...? es ist kein leichter weg.

ausflippen ist jetzt keine gute idee...

ich drück dich und wünsche euch viel kraft.

andrea

aIhPaahxa

03.09.10  21:58

:°_ Ich kann dir leider auch keine Hoffnung machen, bei meiner Tante war es ähnlich... sie hat dann ganz schnell abgenommen (vor 5 Wochen war sie noch ganz gut in Schuss, ein bisschen angeschlagen halt, aber das wars) und lag nur noch 2 Wochen im Krankenhaus und ist dann gestorben.

@ silvia:

Ich kann deine Wut verstehen, meiner Cousine und ihren Brüdern muss es wohl ähnlich gehn. Meine Tante hat auch nichts gesagt, meine Cousine hats auch immer erst erfahren, als sie dann immer kurz vor knapp angerufen wurde. Das erste Mal, als meine Tante im Krankenhaus war, hat es überhaupt niemand erfahren...

Aber wer hat dich denn angelogen? Hat deine Mutter es dir nicht sagen wollen? Vielleicht wollte sie ihre letzten Tage nicht so bemitleidet werden, gewissermaßen kann ich das verstehen. Aber in deiner Situation hätte man es schon eher sagen können, du kannst ja nicht mal eben in einem Tag hinfahren, da muss man das schon etwas eher sagen... :°_ Aber versuch den Wunsch deiner Mom zu verstehen... ich finde, niemandem von euch, egal wie schlimm es ist, geht es so schlimm wie deiner Mom, die sterben wird... ihr lebt alle noch, so muss man es mal sagen. Und deshalb sollte man ihre Wünsche akzeptieren, so doof das auch ist. Ich wünsche dir ganz doll, dass sie noch eine Weile übersteht und du sie sehen kannst. :)* :)* :)* :)* :)*

WzamterlNi

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