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27.08.10 15:06
Hallo, bei meinem Vater wurde vor 2 Wochen festgestellt das er Krebs hat. Dazu die Vorgeschichte, 1986 hatte er bösärtigen Magenkrebs und der Magen und die Milz wurden ihm entfernt. Seither war er immer sehr dünn, da nichts mehr in Fettgewebe umgesetzt wurde. Vor 2 Jahren wurde ihm die Prostata entfernt und in der Pathologie wurde festgestellt das ein Karzinom angeschnitten wurde, daraufhin bekam er Bestrahlung, diese Bestrahlung hat ihm bis heute Schmerzen gebracht, da umliegendes Gewebe "verbrannt" wurde. Vor 4 Wochen fing er an abzunehmen, wiegt jetzt nur noch 52 kg bei einer Größe von 1,80m. Bei der Blutuntersuchung waren viele Blutwerte sehr schlecht, weshalb er ins Krankenhaus kam, 8 Tage lang eine Untersuchung nach der Anderen.
Diagnose: Er hat ein kleinzelliges Lungenkarzinom, dazu Metastasen an der Leber, der Nebenniere und drei Stück im Hirn.
Er ist jetzt wieder zu Hause und soll ab Montag zur Bestrahlung.
Als ich mit dem Arzt sprach, sagte er nur, der Krebs ist sehr weit fortgeschritten und die Bestrahlung ist wichtig um die Ödeme im Hirn zurück zu halten.
Nun meine Frage, ist es wirklich richtig zu bestrahlen, bin mir sehr unsicher, Papa hat schon sehr viel mitgemacht und ich habe Angst das er so nur gequält wird.
Er selbst möchte die Bestrahlung machen, da er meint dann hätte er 2 Jahre länger zu leben.
Soviel ich weiß, ist es nur eine Verlängerung weniger Monate.
Wenn ich meinen Papa heute anguck, glaubt man nicht das er sterbenskrank ist und meint er lebt noch ewig, letzte Woche allerdings, ging es erst stetig bergab, ab Samstag bergauf, dann kam ziemliche Gereiztheit und heute ist er wie früher.
Manchmal wünschte ich, ich wüßte wie lange er noch da ist, damit man sich darauf einstellen kann.
28.08.10 18:46
Ich bin jetzt etwas verwirrst, weil ich nichts von Chemotherapie lese – das wäre normalerweise die Therapie der ersten Wahl beim Kleinzeller. Oder ist schonmal eine gemacht worden?
Ansonsten ist eine Prognose von 2 Jahren schon seeehr optimistisch, wenn Metastasen in anderen Organen da sind. Zur Bestrahlung des Schädels: Bei einer Ganzhirnbestrahlung (die wahrscheinlichste Variante, wenn schon mehrere metastasen da sind) ist für ein paar Wochen mit deutlichen Nebenwirkungen durch ein vorübergehendes Hirnödem zu rechnen (Übelkeit, Kopfschmerz, Schwindel). Um das gering zu halten, wird er Cortison brauchen – was ihm bei seiner Verfassung aber ohnehin guttun könnte, da es den Appetit steigert.
Prognosen über Lebenszeiten zu machen, ist selbst dann schwierig, wenn man die genauen Fakten kennt – es gibt mmer wieder Patienten, die erheblich länger leben, als man annimmt. Andererseits kann es bei so ausgedehnter Metastasierung auch jederzeit sehr schnell gehen, wenn z.B. eine Lebermetastase zu Blutungen führt. Am besten rechnest Du mal damit, dass es eher schnell geht und freust Dich dann, wenn das nicht der Fall ist (ich weiß, klingt einfacher als es ist...).
Grüße
28.08.10 18:56
ist ja mal eine frage wert: was will dein vater? die entscheidung ist: bestrahlung und vielleicht etwas länger leben mit einer wahrscheinlichen beeinträchtigung der lebensqulität; oder eine wahrscheinlich höhere lebensqualität bei vielleicht weniger lebenszeit. ich wüsstenicht, wie ich mich entscheiden würde....
28.08.10 19:04
Er selbst möchte die Bestrahlung machen, da er meint dann hätte er 2 Jahre länger zu leben.
ich denke das ist was zählt, deine vater hat diese hoffnung, er möchte noch kämpfen ..........nehmt ihm diese hoffnung nicht, ich wünsche euch viel kraft in der kommenden zeit 
28.08.10 19:11
ups hatte ich glatt übersehen sorry
dann erübrigt sich die frage nach dem sinn der bestrahlung. für deinen vater hat es sinn. das muss man so nehmen.
an the-caver: chemo kommt wohl leider nicht mehr in betracht ... die bestrahlung ist wohl rein palliativ...
28.08.10 19:43
Hallo, danke erstmal für eure Antworten!!!
the-caver, bei meinem Vater wurde wohl keine Chemo in Betracht gezogen, da es schon sehr weit fortgeschritten ist. Die Bestrahlung möchten sie machen um die Ödeme zu stoppen ( frage mich aber, ob dieses funktioniert ).
Cortison bekommt er schon hochdosiert. Uns wurde gesagt, um die Ödeme im Gehirn abzuschwellen.
Habe heute mit ihm gesprochen und wir sind beide einer Meinung, wenn es Nebenwirkungen bei der Bestrahlung wie Kopfschmerzen und Übelkeit gibt, will er sie nicht machen, dann lieber kürzer aber humaner leben.
Papa sagte heute nur, er würde gerne seinen Geburtstag noch erleben ( Mitte Oktober ).
Irgendwie kommt mir das so kurz vor!!!
Er war heute heiser und konnte kaum reden dazu war ihm schwindelig, wir denken es kommt von den Metas im Kopf. Solche Symptome wechseln aber täglich. Mal ist er wie sonst, dann mal vergesslich ( normal ein hochintelligenter Mann!), dann ziemlich gereizt.
Montag fahren wir auf jeden Fall zu der Klinik und hören uns an, was die zu der Bestrahlung sagen. Ich selber halte nichts davon, dennoch habe ich die Hoffnung das es ja doch eine Bestrahlung gibt, die keine Nebenwirkungen hat und die Metastasen auflöst.
28.08.10 20:43
wichtig ist eigentlich nur was dein vater davon hält, er will seinen geburtstag noch erleben. das sind auch nicht 2 jahre sondern 7-8 wochen ... bestrahlungen ohne nebenwirkungen gibt es leider nicht, sie sind von mensch zu mensch unterschiedlich.
leider muss ich the-caver recht geben, hoffe nicht zu viel, um so besser ist es wenn deine hoffn ungen übertroffen werden
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