Chemo, ja oder nein?

14.07.11  22:57

Mein Vater ist 56 Jahre alt, vor einem Monat wurde bei ihm Lungekrebs im Endstadium diagnostiziert. Tumor auf dem linken Lungenflügel, Metastasen in Kopf (teilweise 4cm groß). Vor Behandlungsbeginn wog er bei 1.90 nur noch 60 kg und seit er Cortison bekommt hat er 18 kg zugenommen in 3 Wochen. Er bekommt 3x am Tag Kortison. Vor zwei Wochen hat er mit der Ganzhirnbestrahlung begonnen und nun hat er die 3. Chemo hinter sich (in Tablettenform). Seit der vorletzten Chemo hat er in beiden Füßen Wassereinlagerungen bekommen die ich ihm bandagiere, dazu bekommt er Entwässerungstabletten (die nichts nützen). Seit der letzten Chemo klagt er über Übelkeit und musste sich auch schon häufiger übergeben. Eine Pilzinfektion im Mund bekam er durch das Kortison, welche wir aber gut im Griff haben mit einer Suspension und einem Gel, welches ich auf seine Prothesen schmiere. Durch die Metastasen im Kopf (so denke ich zumindest) wird er von Tag zu Tag verwirrter. Da er im letzten Stadium ist und es ihm seit der Chemo schlechter geht (davor hatte er dank Kortison guten Appetit und die Laune war super) möchte ich gerne um euere Meinung bitten was ihr dazu sagt. Ich bin davon überzeugt, dass es ihm besser gehn würde ohne Chemo. Er muss nun noch 11x zur Bestrahlung und hat voraussichtlich 3x die Chemo noch vor sich. Da mein Vater noch nicht begriffen hat, wie es um ihn steht, stimmt er bis jetzt der Chemo zu. Mit dem Arzt habe ich gesprochen, dieser benimmts ich jedoch wie ein Vertreter und lobt die Chemo in höchsten Tönen. Die Hausärztin rät davon ab. Ich weiß nun wirklich nicht was tun. Langsam aber sicher wird auch mir das ganze zu viel, da ich ihn bei allem begleite und alles für ihn mache. Ich kann ihn so nicht sehn und möchte nicht, dass er unnötig leiden muss, da es ohnehin leider zu spät ist. Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir eure Meinung mitteilen könntet.

Mir ist durchaus bewusst, dass ähnlich Themen schon besprochen worden sind oder werden, aber im Moment kann ich nicht mehr über dieses Thema lesen, da es mir wirklich zu viel wird.

Liebe Grüße Tina

S3i:szxlaw

14.07.11  23:28

Liebe Tina,

es tut mir sehr leid für dich und deinen Papa, was ihr jetzt durchmachen müsst.

Meine Mutter hatte ebenfalls Lungenkrebs und ist vor einigen Jahren daran gestorben.

Sie wurde operiert und der Tumor entfernt, bzw. der komplette Lungenlappen. Dann erhielt sie eine Chemo, mit der es ihr nicht sehr gut ging. Es schien dann aber zunächst, als sei gerade noch alles gut gegangen. Das stellte sich nach kurzer Zeit als Trugschluss heraus. Kurz vor ihrem Tod bekam sie ebenfalls nochmal eine Chemo (von einer Ärztin "sensibel" als Hammer – Chemo bezeichnet...) Meine Mutter hat sich furchtbar gequält. Konnte nicht mehr essen, hat sich ständig übergeben, bzw. gewürgt, ist ganz mager geworden, hatte seltsame Gerüche in der Nase... Letztendlich hättte man ihr das ersparen sollen.

So betrachtet kann ich deine Überlegungen sehr verstehen und auch unterstützen. Wenn du nach Abwägung der Chancen und der Nebenwirkungen der Chemo zu dem Ergebnis kommst, dass sie mehr Qual als Nutzen bringt, könntest du versuchen, sie zu unterbinden. Dafür müsstest du mit deinem Vater einigermaßen offen über seinen Gesundheitszustand sprechen. Aber die Frage ist: schaffst du das? Hast du Unterstützung? Von Seiten des Arztes ja scheinbar nicht... oder meinst du, du könntest mit dem Arzt mal unter vier Augen sprechen? Ich glaube, dass Ärzte es oft einfach nicht schaffen, ihre eigene Hilflosigkeit zu akzeptieren und dann dem Patienten gegenüber eine Behandlung voller scheinbarem Optimismus vertreten, von der sie im Grunde wissen, dass sie nur noch begrenzt wirksam sein kann.

Das Entscheidende aus meiner Sicht ist am Ende jedoch, dass es niemandem zusteht, einem Patienten alle Hoffnung zu nehmen. Wenn du oder ein Arzt mit deinem Vater über seinen Zustand sprecht und darüber, dass er ziemlich heikel ist, so muss man ihm dennoch völlig die Wahl lassen, die Chemo fortzuführen. Auch wenn man von außen den Eindruck hat, dass es nichts mehr bringt, so kann es ja doch sein, dass der Betreoffene diese Chance, so klein sie auch sein mag unbedingt nutzen will, trotz aller Nebenwirkungen. Ich finde, man darf den Menshcen ihren letzten "Strohhalm" nicht einfach so wegnehmen, sondern erstmal die Sichtweise des Betroffenen erfahren.

Ich schätze aber, dass diese Gespräche, die offen sind, die nicht unnütz beschönigen und dennoch nicht alle Hoffnung zerstören recht schwer sind. Wenige Ärzte können das, und ob du als Tochter es kannst, ist die nächste Frage.

Hast du denn niemanden, der sich mit dir zusammen kümmert? Immerhin tragt ihr da ein gewaltiges Päckchen.

Von mir jetzt erstmal ganz liebe Grüße!

@:)

F+rau K(opfs*altat

15.07.11  00:08

Eine Chemotherapie kann man bis zu 50 000 € abrechnen , von daher ist so manches Krankenhaus oder mancher Arzt schon rein geschäftlich daran interessiert, Chemos auch noch in einem Stadium anzubieten (und kaum jemand, der am Leben hängt, lehnt dies ab) wenn die Sache aussichtslos ist.

Davon einmal abgesehen, würde ich noch einmal mit dem Arzt sprechen, welche Überlebenschance wirklich besteht. Wenn vielleicht nur ein paar Wochen herauskommen, der Vater sich aber bereits jetzt unmäßig quält, würde ich ihm das Leben so bequem und bestmöglich wie es geht einrichten.

Hospize sind für solche Endstadien sehr geeignet. Dort wird ein Mensch sehr aufmerksam behandelt, es wird besser als in Krankenhäusern oder ambulant dafür gesorgt, dass die Schmerzen sich in Grenzen halten.

Das ist auch für Angehörige sehr entlastend, weil man sich dort mit Menschen austauschen kann, die gerade auch solche schwere Zeit durchstehen.

Und ich würde offen mit dem Vater reden, wenn der Arzt eine ehrliche Meinung abgibt. Und auch noch einmal mit der Hausärztin reden. Vielleicht kann sie sich auch dafür einsetzen, dass der Vater sich nicht mehr quälen muß, wenn die Aussicht mit Chemo und Bestrahlung gering ist.

Ich wünsche Dir viel Kraft.

SZchlit7zaug,e67

15.07.11  06:10

Grüß euch alle miteinander!!

seit 2,5 jahren sind wir mit unserem vater (67j) wg. lungenkrebs in behandlung.seit gestern wissen wir( meta im kopf=kleineres problem, meta im oberbauch=grösseres problem) das wir noch ca. 3-6 monate mit ihm haben.

obwohl geistig vorbereitet trifft es uns sehr.

insbesondere da wir mama (64j) heuer am 15.3.11 völlig unvorbereitet, nur 2 monate nach diagnosestellung ebenfalls an lungenkrebs mit hirnmetas(verstorben eigentlich an einer sepsis-(blutpilz) verloren haben.

da keine chance auf heilung war sind wir froh darüber da sie eigentlich nie schmerzen hatte und eh nur noch wochen gehabt hätte.

was soll ich sagen?

traurig

wir werden die zeit mit ihm nochmehr nutzen enkerl usw

is ein beschi... jahr

ich kann euch nur sagen nützt die zeit

evkidaxra

18.08.11  22:38

Hallo

Tut mir sehr leid, dass ich erst jetzt antworte, aber der letzte Monat war alles andere als einfach.

Vielen lieben Dank für eure Antworten!!!

Mein Vater hat nach dem 3. Mal Chemo abgebrochen. Er konnte nicht mehr. Wurde ihm alles zu viel mit den 20 Ganzhirnbestrahlungen und Cortison Tabletten. Seine Beine haben sich verschlimmert (sehr viel Wasser), seit 3 Wochen ist er sehr "heiser" und man versteht ihn kaum noch und dazu kommt das ständige Ziehen im Kopf und die offenen Stellen. Ihm geht es mehr als dreckig. Letzten Freitag wurde eine CT Untersuchung gemacht und jetzt haben wir morgen die Befundbesprechung. Hoffen wir mal das Beste... Er wird immer verwirrter und launischer. Sein Zustand ist derzeit sehr schlecht. Mir bricht es das Herz wenn ich ihn so sehe, vorallem weil ich den ganzen Tag mit ihm verbringe und bei allen Untersuchungen und Besprechungen dabei war/bin.

Ich danke euch nochmal und wünsche euch natürlich das Beste!

SIismzlaxw

24.08.11  13:59

Hey,

Das Thema Chemotherapie ist eine wirklich schwere Entscheidung. Mein Vater ist dieses Jahr im Februar (62) an Lungenkrebs verstorben. Erstdiagnose war im Dezember 2010 (Adenokarzinom Stadium IV). Die Ärzte gaben uns von Anfang an keine Chance mehr, es ging eigentlich nur noch um eine Verbesserung + Erhalt der Lebensqualität.

Mein Vater war selbst Arzt. Seitdem ich denken kann, war er immer ein absoluter Gegner von Chemotherapien und hat, bis auf einige Ausnahmen, davon abgeraten und immer gesagt ich würde Nie eine Chemo machen. Nun war er selbst an Krebs erkrankt und hat sich trotzdem entschlossen eine Chemo zu machen. Ich denke einfach, weil man sich an jedes noch so kleine Strohalm klammern will und es vielleicht doch was hilft. Im Nachhinein betrachtet, glaube ich, dass es die falsche Entscheidung war. Aber was will man machen, wenn die Ärzte einem dazu raten und der Patient es auch möchte.

Mein Vater bekam also Bestrahlungen (5 mal die Woche) und eine leichte Chemo mit Cisplatin. Es ging auch wirklich Berg auf mit ihm, er füllte sich besser. Natürlich kamen nach der anfänglichen Besserung anch so ca. " Wochen die ersten Nebenwirkungen dazu (Schluckbeschwerden, Heiserkeit etc.). Die Chemo hat er eigentlich ganz gut vertragen, kaum Übelkeit und sobal nur ein wenig Übelkeit war haben wir gleich mit entsprechenden Medikamenten entgegengewirkt, damit es gar nicht schlimmer wird. Wir waren so voller Hoffnung, dass vielleicht gerade bei uns doch noch ein Wunder geschiht...Doch dann bekam mein Vater eine Lungenentzündung, weil durch die Chemo die Abwehrfunktion zu geschwächt wurde. Die Lunegnentzündung war dann das endgültige Urteil, 2 Wochen danach ist mein Vater gestorben.

Ich denke ohne Chemo hätten wir vielleicht noch ein paar Wochen, Monate gehabt. Und jeder Tag mehr ist ein Geschenk ( Vorausgesetzt der Patient will Leben). Ich würde einfach auf das Vertrauen was dein vater gerne machen will.

Aber als Tipp zu den Wasseransammlungen: geht am Besetn zur Physiotherapie und macht Lymphdrainage. Mein Vater hatte auch viel Wasser in den Armen und Beinen und das belastet den Körper. Wir haben dann täglich lymphdrainage machen lassen und er fühlte sich danach immer wohler in seiner Haut. Er hat die Physiotherapeutin immer gelobt: " Wenn es sie nicht gäbe, dann müsste man sie erfinden." hat er immer gesagt. Von alleine ordnet dass das Lrankenhaus leider nicht an, einfach immer wieder danach fragen und fordern.

Ich wünsch dir und deiner Familie allen das Beste. Ich weiß, der Satz bringt einem in der Situation nicht viel, aber nutze jede Sekunde.

LOauraR{outex66

06.09.11  12:12

Hallo

Papa war bis letzten Mittwoch (1 Woche) in der Klinik, wegen dem vielen Wasser in den Beinen.

Das Wasser ging zurück und ist nur mehr in den Füßen erkennbar.

Nach drei Tagen in der Klinik hat er sehr abgebaut (nichts mehr gegessen, wenig getrunken und sehr viel geschlafen)

Am Mittwoch war ich dann gleich zur Vormittasgvisite bei ihm und dann sagte mir der Arzt, dass er die Woche wohl nicht mehr überstehn wird. Ihm wurden dann noch 1,7l Wasser von der Lunge abgelassen und danach habe ich ihn dann nach Hause mitgenommen, dmait er nicht die letzten Tage in der Klinik verbringen muss. Die erste 2 Tage waren die Hölle, da er wegen Beruhigungsmittel/Schlafmittel total zugedröhnt war und nichts mehr mitbekommen hat. Am Freitag habe ich ihm dann das Schlafmittel weggelassen und siehe an es ging ihm sofort besser. Er kann nun allein sitzen und sich aufrichten und er GEHT ohne Hilfe auf die Toilette. Er spricht auch wieder ein wenig und gestern hat er des öfteren gelächelt. Nun pflege ich ihn seit einer Woche zu Hause und wir sind alle so dankbar dass er daheim ist.

Gestern kam dann die Hausärztin nach Hause zur Kontrolle. Nun muss er nochmal Wasser abpunktieren lassen, da es wieder nachgekommen ist, aber dies wird ambulant gemacht. Leider isst er nichts und trinken tut er auch nicht wirklich viel. Seinen Getränken gebe ich ein kalorienreiches Pulver hinzu damit er wenig ein bisschen was zu sich nimmt an Nährstoffe usw.

Ich weiß nicht mehr weiter, diese Ungewissheit macht einen ganz kaputt. Schlafen wir beide so gut wie nicht und der zähe Schleim macht ihm zu schaffen. Heute habe ich Fentanyl Pflaster und Temesta Schlaftabletten geholt. Mein Papa sagt jedoch immer er habe keine Schmerzen. Ich weiß nun nicht, ob ich ihm das Pflaster geben soll?!?!?! Hat jemand Erfahrung damit? Ich habe nur Angst, wegen der Nebenwirkungen und dass er wieder so benommen wird, denn dann kann ich ihn nicht mehr heben usw.

Obwohl alles sehr schlimm und traurig ist, bin ich unendlich froh, dass er bei mir sein kann.

Ihm ist auch nicht bewusst (also er spricht zumindest nicht davon) wie es wirklich um ihn steht, denn er sagt immer wieder : Ich muss zu einer Kraft kommen, dann gehts wieder. Schrecklich wie er abgebaut hat und aussieht... Seine Oberschenkel sind gerade mal so dick wie meine Oberarme... Noch nie habe ich ihn so zerbrechlich und hilflos gesehn.

Wenn man nur wüsste, wie lange das ganze dauert und wie es sein wird, wenn er "gehn" muss...

Vielen Dank nochmal für eure Antworten!

In der Klinik hat er auch noch einen Pilz im Mund bekommen (seine Zahnprothesen wurden ihm kein einziges mal gereinigt!!!!) diesen haben wir jedoch gut nter Kontrolle mit Diflucan Tabletten und Daktarin Gel, welches ich beim Reinigen der Prothese drauf schmiere.

Wie geht das nur weiter und vorallem wie lange?!

Liebe Grüße und DANKE

SIiszlAaw

06.09.11  12:32

Es ist schön, dass Dein Vater wieder mobiler ist.

Lebe, erlebe die Augenblicke mit ihm. Das Jetzt ist wichtig. Du bist bei ihm, er kann zu Hause sein, die Ärztin kommt – mehr wirst Du nicht tun können. Aber selbst das Wenige ist hier das Beste und diese wahrscheinlich letzte Zeit ist kostbar. Sie liegt in Gottes Händen – und bleibt trotz aller hilfloser Traurigkeit trotzdem ein Lebensgeschenk für den Vater. Dies ist s e i n e Zeit.

Du bist da. Das ist schön. Du bist ihm nah. Was wäre Dein Vater jetzt ohne Dich? Deine Familie? Er findet Geborgenheit. Dass Du ihm das geben kannst, wird Dich immer mit einem guten Gedanken verbinden, der D e i n weiteres Leben begleitet. Durch Dich ist der Vater nicht allein.

Ich wünsche Dir viel Kraft. :)*

SXchli+tza\uge6x7

06.09.11  15:40

Meine Oma hat wegen starker Schmerzen eine Zeit lang auch Fentanyl-Pflaster bekommen. Ihr haben sie gut geholfen.

Damals half ihr nichts mehr. Sie hatte so starke Schmerzen, dass sie nicht mehr schlafen konnte. Mit den Pflastern ging es ihr dann besser. Sie hat dann nach einer etwas längeren Zeit aber (vermutet sie) Verstopfung davon bekommen.

Meine Oma hat das Pflaster jeden 4. Tag ca. gewechselt.

B(obbxl73

06.09.11  15:54

Wenn man nur wüsste, wie lange das ganze dauert und wie es sein wird, wenn er "gehn" muss...

Man neigt dazu, glaube ich, Anzeichen nicht zu sehen/sehen zu wollen, wenn man selbst so tief drinsteckt und die Entwicklung miterlebt. Das, was Du schilderst, wenig essen, wenig trinken, viel schlafen, extrem an Gewicht abgebaut etc., klingt nicht gut. Meiner Erfahrung nach dauert es dann nicht mehr sehr lange. Aber ... Jeder Mensch ist anders. Jeder Organismus. Herzen sind unterschiedlich kräftig.

Und ... Jeder reagiert anders, wenn die geliebte Person geht...Es tut mir so, so leid.

M4artiPenxchen

06.09.11  16:24

hallo liebe siszlaw :°_ , versuche ,diese stunden und tage , die dir mit deinem vater verbleiben, so intensiv wie möglich zu genießen :)* :)* :)* . Auch meine schwester starb ende februar an lungenkrebs. zum schluss ging auch alles wahnsinnig schnell, sie aß und trank auch nichts mehr ........ich denke, du solltest ihm die pflaster auf jeden fall weiterhin geben, damit er bis zum schluss schmerzfrei sein darf. denn krebsschmerzen sind die furchtbarsten, die es gibt...........

ich wünsche dir viel kraft und zuversicht für die kommende Zeit und deinem Vater ein schmerzfreies und friedliches hinübergehen :)* :)* :)* :)* :)* :)*

alles alles Gute :)* :)* :)* :)* :)*

S>pNee>dysxe

06.09.11  23:20

Ich bin euch so unendlich dankbar für eure Antworten!! Vielen vielen DANK!

Die Pflaster habe ich heute erst von der Apotheke geholt, aber mein Vater sagt immer er habe keine Schmerzen, er wäre nur schwach. Ich möchte ihn nicht mit Schmerzmittel "vollpumpen" obwohl er keine Schmerzen hat?! Ich weiß nicht was tun...

Heute war er recht gut beinand, hat viel Tv geschaut und ist viel gesessen. Heute hat er mich gebeten ihn morgen zu seinem Freund zu bringen, dieser hat eine kleine Landwirtschaft mit Schafe und diese will er gerne sehen. Muss schauen wie ich das ganze anstelle, aber da er immer noch ein richtiger Kämpfer ist, werden wir das schon hinkriegen.

Mittlerweile geht es mir nicht so gut. Habe in einer Woche nur ca 10h geschlafen und mein Kreislauf macht nicht mehr ganz mit. Da er sich jedoch nur von mir helfen lässt und von sonst keinem, muss ich schauen dass ich nicht schlapp mache :-/ Ihn heute so zu sehn, hat uns alle wahnsinnig gefreut. Habe ihn wieder gewaschen, eingecremt, die Wunden versorgt usw. hat ihm recht gut getan.

Vielleicht kann er sich nochmal aufrappeln oder klammere ich mich da an etwas fest was nicht möglich sein kann?

Stiszlpaxw

07.09.11  11:19

Naja, die Hoffnung stirbt ja immer zuletzt. Sei nur nicht zu schockiert, wenn er sich nicht mehr aufrappelt. Du, ich finde es toll, toll, toll wie Du das machst. Richtig toll. Ich denke auch, dass es gut für Dich ist. Das wird Dir immer viel bedeuten und die Zeit mit Deinem Vater, egal, wie hart sie sein mag, wird für immer in Dir sein.

Ich schreib Dir mal ne PN. @:)

MGartien'chen

07.09.11  11:35

Hallo Tina.

Großen Respekt vor Deiner Leistung, Deinen Papa zu hause zu pflegen! Trotzdem musst Du auch an Dich denken, Dir Auszeiten davon nehmen. Sonst wirst Du mit "wehenden Fahnen" ganz schnell untergehen. Niemand kann Dir sagen, wie lange Euch noch verbleibt. So lange es MUSS, wirst Du funktionieren, mehr schlecht als recht, aber es wird gehen. Doch danach fällst Du in ein riesiges Loch.

Ich kann Dir nur raten, versuche die guten Tage zusammen mit Deinem Paps zu nutzen. Wenn er es möchte, dann versuche ihm den Besuch bei seinem Freund zu ermöglichen. Keine Ahnung, wie das bei Euch ist, hier kann man in Sanitätshäusern z.B. einen Rollstuhl leihen, oder eben auch sonstige Hilfsmittel, die Dir bei der täglichen Pflege helfen sollen. Scheue Dich nicht, auch DIR Hilfe zu holen, wo immer es geht. Rede mit den Ärzten, die können die Hilfsmittel ggf. auch auf Rezept verordnen.

Und noch etwas,... schaffe einen Ausgleich für Dich, bitte! Nimm Dir ein-zweimal in der Woche eine AUSZEIT, und sei es "nur" ein oder zwei Stunden. Tue in dieser Zeit etwas Schönes für Dich, gehe schwimmen, nimm ein Buch und lese, SCHLAFE, oder mach was Dir gefällt. Diese Zeit ist sehr wichtig für Dich, und es gibt Möglichkeiten, die 2 Stunden abzudecken.

Wenn Du mehr wissen möchtest, schreib einfach ne PN, ok?

Lieben Gruß + viel Kraft für die kommende Zeit

:)* :)* :)*

m'äuNschTen7x12

07.09.11  17:07

Hallo ihr

Heute sind wir wieder in die Klinik gefahren, da erneut Wasser von der Lunge abgesaugt werden musste. Jetzt ist es leider so, dass das Wasser nicht mehr flüssig sondern geleeartig geworden ist. Dazu kommt, dass sich mehrere "Waben" gebildet haben wo dieses Wasser drinsteckt. Heute hat man ihn dreimal punktiert und schließelich "nur" 300ml absaugen können. Das Wasser war nicht mehr bernsteinfarben so wie letzte Woche, heute war es blutrot. Der Arzt meinte nun, dass er in die Klinik soll, wo das Wasser dann operativ entfernt wird (Narkose usw und so fort) und dort müsste er mindestens eine Woche bleiben. Das schafft mein Papa nicht... Und wenn er die Operation und die Woche überleben würde, dann bin ich mir sicher dass ich ihn nicht mehr nach Hause holen kann. Der Arzt sagt dan, er wird sich mit der Klinik und der Hausärztin in Verbindung setzen um alles genau zu schildern und morgen um 10 Uhr vormittags soll ich mich bei ihm melden.

Papas rechter Lungenflügel ist intakt und ich frage mich nun ob wir das machen sollen?! Ich denke, dass das sein sicheres Ende ist und dass er nicht mehr nach Hause kommen wird. Habe ihm heute auch das Schmerzpflaster aufgeklebt, da er erneut nicht schlafen konnte und sehr unruhig in der Nacht ist. Ich habe ihm versprochen, dass er nicht mehr ins Krankenhaus muss und nun steh ich wieder vor einer Entscheidung die alles wieder schlagartig verändern kann. Mache mir große Vorwürfe, dass ich ihn das letzte Mal wegen des vielen Wassers in seinen Beinen in die Klinik gebracht habe, wo ich ihn schließlich kränker nach Hause mitgenommen hab als hingebracht :-(

Meine Befürchtung ist, wie schon erwähnt, dass wenn er ins Kh muss zum Operieren, dass er entweder verstirbt oder nie wieder nach Hause kann. Gegessen hat er jetzt seit genau einer Woche nichts. Heute kam die "Astronautennahrung" und auch die will er nicht zu sich nehmen. Das Pulver, welches ich ihm in die Getränke mische, reicht bei weitem nicht aus was die Kalorien betrifft und nun habe ich gestern bis tief in die Nacht viel über Cannabis und Krebs gelesen. Auch die Hausärztin sagte: "Ich kann dir nicht dazu raten, da es illegal ist, aber Fakt ist, dass es in vielen Ländern zur Behandlung von Krebskranken usw verwendet wird." Wenn es den Appetit anregen würde, den Schmerz mindern, die Stimmung heben und den Schlaf verbessern würde, dann wäre das doch die optimale Lösung, denn rauchen tut er nach wie vor. Ich weiß nicht mehr weiter, mir kommt vor, dass wir jetzt endgültig vor einer Mauer stehn durch die wir nicht hindurch kommen werden.

Das Thema: Zeit für mich nehmen, ist schier unmöglich... Bekomme kein Auge zu und wenn ich mir den Laptop hole um neben ihm zu sein und doch ein wenig für mich zu tun, dann lese ich immer nur über diese schreckliche Krankheit usw. Am Wochenende war mein Freund bei mir und auch da habe ich die Nacht bei meinem Papa verbracht und bin tagsüber, obwohl Mama da war, immer zu ihm herüber nachschauen usw. Ein Ding der Unmöglichkiet, ich komm da nicht zur Ruhe und male mir das Schlimmste aus.

Werde jetzt dann schauen, ob wir heute noch zu seinem Freund fahren können. Gegen einen Rollstuhl oder Rollator wehrt er sich vehement. Er ist immer noch der Meinung, dass es wieder wird, zumindest macht er nicht den Anschein, dass er es begriffen hat wie es wirklich um ihn steht. Vielleicht war das auch mein Fehler, da ich von Anfang an die Arztgespräche usw so gut wie allein geführt habe, um ihn davor zu bewahren und ihm die letzte Lebensfreude nicht nehmen zu müssen. Mache mir sehr viel Gedanken, was ich besser machen hätte können oder anders :°( Ich will mich nicht mit dem Gedanken abfinden, dass es bald aus sein wird. Wir sind so zusammengewachsen, und standen uns immer sehr nah. Er war nie ein großer Redner und Gefühle zeigen waren stets ein Tabu, aber das brauchten wir nicht, den wir wussten was im andern vorgeht. Jetzt ist es jedoch so, dass ich es nicht mehr weiß... Ich kann nicht sagen, wie es ihm wirklich geht und was in ihm vorgeht und das ist sehr schlimm für mich.

Es tut so gut, das ganze loszuwerden und vielen Dank für eure Antworten.

Liebe Grüße Tina

SbiszlGaxw

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