Forum » Lungenkrebs »
04.09.11 20:05
Bei meinem Opa (84) wurde die Erstdiagnose: nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom li. Unterlappen (Plattenepithelkarzinom) Stadium IB (ohne Metastasen) gestellt. Er wird am Freitag operiert (es ist 36 mm groß).
Die Ärzte meinen, aus jetziger Sicht ist vermutlich keine Chemo nötig. Was man aber letztendlich erst "sicher beantworten" kann, nachdem die Operateure die umliegenden Lymphdrüsen "begutachtet" haben.
Mein Opa ist sehr fit und ich wollte Euch nun fragen:
wer hat eine ähnliche OP hinter sich? (Lobektomie mit kurativer Zielsetzung)
wie schnell habt Ihr Euch danach erholt?
Wir werden nach Esslingen gehen:
hattet Ihr anschließend eine Reha?
oder empfehlt Ihr spezielle "Nach"-Behandlungen, die zur Heilung beitragen können?
Ich danke Euch jetzt schon für Eure Zeit und wertvollen Gedanken.
Liebe Grüße
Claudi
06.09.11 16:27
Hallo Claudi,
2007 hatte ich eine ähnliche OP, aber wegen Tumor Stadium IIIB (Adeno-Ca im rechten Oberlappen) noch eine adjuvante Chemo und Bestrahlung.
Die Erholung nach der OP ging recht zügig und problemlos: Bin nach ~ 10 Tagen mit so einen
Atemtrainer
im Gepäck aus dem Krankenaus entlassen, habe noch ein paar Wochen Schmerztabletten eingenommen und das was es. So sieht das wohl auch im Normalfall aus. Igendwelche Schwierigkeiten kann es im Rahmen jeder OP natürlich immer mal geben. Wenn der linke Lungenflügel betroffen ist, kommt es wohl eher zu Komplikationen. (scheint mir so zu sein – stimmt vlt. gar nicht). Aber gerade bei älteren Menschen kann es zB auch nötig sein, dass während der OP Rippen durchgesägt werden, weil sie nicht biegsam genug sind, um die Lunge operieren zu können. Sowas könnte die Erholung dann auch etwas behindern und das könnte man ja vor der OP auch mal ansprechen, denke ich.
Für mich war die Reha sehr wichtig, aber gar nicht wegen der OP, sondern wegen der anschließenden Chemo. Und um überhaupt mit der Situation besser zurecht zu kommen. Ich denke, wenn dein Opa eine Reha machen will – warum nicht? Aber wenn die OP ohne Komplikationen verläuft und der keine Lust hat in Reha zu gehen, dann sollte man ihm sowas auch nicht unbedingt aufdrängen.
06.09.11 16:33
Vielen lieben Dank für Deine ehrlich Antwort.
Darf ich fragen wie alt Du bei der OP warst?
Wie geht es Dir heute?
Wie hast Du Dich nach der Chemo gefühlt?
Weißt Du wieso es bei einer OP am li. Lappen eher zu Komplikationen kommen kann?
Vielleicht weil dieser Flügel nur 2 Lappen hat?
07.09.11 12:15
Vielen lieben Dank für Deine ehrlich Antwort.
kein Problem 
Darf ich fragen wie alt Du bei der OP warst?
Darft Du. Ich war 40 als es passiert ist.
Ohne jetzt irgendwelche Zweifel streuen zu wollen, bin ich schon etwas erstaunt, dass man Deinen Opa geraten hat, sich operieren zu lassen. Während eiern stationären Chemo hatte ich einmal das Zimmer mit einem über 80jhärigem Patienten geteilt. Er war der fröhlichste Chemo-Patient, der mir begegnet ist. Nach den Aussagen der Ärzte war er zuversichtlich, dass man den Tumor per Chemo noch ein paar weitere Jahre in Schach halten kann und er meinte, dass seine Lebenserwartung auch ohne den Krebs auch nicht länger wäre. Das einzige was ihn etwas traurig stimme war, dass sich eine bestimme Krankenschwester nicht von ihm küssen lassen wollte. Ich fand seine Sorglosigkeit gegenüber dem Tumor in seinem Alter nachvollziehbar (und überaus beneidenswert). Zumal ein Tumor bei älteren Menschen eher langsamer wächst.
Wenn man meint, dass Dein Opa wahrscheinlich von einer OP profitieren wird, dann muss Dein Opa muss wirklich sehr fit sein und man scheint ihm noch einiges an Jahren "zuzutrauen".
Wie geht es Dir heute?
Sowohl – als auch. Aber was die OP und ihre Folgen betrifft geht es mir richtig gut. Im Alltag merke ich davon fast nichts. Beim Treppenstein komme ich eher aus der Puste und Skilaufen in den Bergen spüre ich in Höhen irgendwo zwischen 2000 und 3000 metern, dass die Luft langsam dünner wird. Das ist mir früher nicht aufgefallen. Böse Zunge behaupten, das läge am meinem Alter. Ach was. Wenn ich noch meine komplette Lunge, dann wäre ich so fit wie ein 20Jähriger.
Wie hast Du Dich nach der Chemo gefühlt?
Sagen wir mal so: Ich habe die Chemo schlechter vertragen, als die meisten anderen, die ich in dieser Zeit getroffen habe.
Weißt Du wieso es bei einer OP am li. Lappen eher zu Komplikationen kommen kann?
Vielleicht weil dieser Flügel nur 2 Lappen hat?
Dass eine linksseitige OP eher zu Problemen führen könnte ist eine reine Vermutung, nach dem was ich so von Betroffenen gehört/gelesen habe. Stimmt vilt. gar nicht. Nach der Entfernung eine Lungenlappens bleibt ein Hohlraum zurück und alles verrutscht manchmal ein wenig. (Soweit kann ich das bestätigen.) Irgendwer vermutete mal in einen andern Forum, dass dieses Verrutschen der Organe auf der linken Seite eher zu Beschwerden frühen könne, wenn das Herz mit betroffen sein kann. Aber das hält sich alles sehr im Rahmen! (Ausrufezeichen) und jemanden, der diesen Eingriff aufgrund irgendwelcher Beschwerden oder Einschränkungen bereut, habe ich wissentlich noch nie getroffen.
alles Gute für Dich
... und für Deinen Opa
07.09.11 15:11
Vielen lieben Dank für Deine Antwort. Und dass Du Dir so viel Zeit genommen hast für mich. 
Über eine "voraussichtliche Lebenserwartung" hat niemand etwas gesagt.
Aber er sei wohl in einem exzellenten Zustand, sagten mehrere Ärzte und man operiere ja wohl auch wirklich nur, wenn es der Gesundheitszustand erlaube und das Leben danach lebenswert ist. Morgen ist es soweit 
Sie sagen auch, er bräuchte danach vermutlich auch keine Chemo... und es gäbe keine Alternative; da sie sagen, es habe sehr gute Chancen auf Heilung...
Bin verwirrt und traurig 
07.09.11 15:42
Das wird schon klappen.
Stadium IB ist super.
und das Fehlen eines Lungenlappens merkt man praktisch gar nicht.
09.09.11 12:40
Heute wurde er operiert... nun heißt es warten... er liegt gerade auf Intensiv...
mach mir große Sorgen 
09.09.11 13:40
Dankeschön :)
Sein Zustand sei gut, sagt die Intensivstation...
Bei der OP hat man wohl starke Verwachsungen an der Lunge festgestellt, die man vorher auf dem CT nicht sehen konnte. Dadurch war es schwierig, den Herd zu entfernen. Und da er auch eine eher geringe Thrombozytenanzahl hat, hat er Thrombozytenkonzentrate erhalten. Der Arzt meinte, es sei noch alles kritisch 
Aber auf Intensiv sagen die Pfleger, sein Zustand sei stabil und gut... oh mann 
15.09.11 11:29
Mein Opa wurde am Freitag operiert – liegt seit Mittwoch auf Normalstation – es geht im "gut" (den Umständen entsprechend)... mit 84 Jahren...
Hat noch Wasser in den Beinchen und die Niere und der Darm sind bisschen schlapp – aber alle sind guter Dinge und das kommt wohl alles auch bald wieder in Ordnung...
Er geht schon selbst auf Toilette und wäscht sich bzw. putzt Zähne usw.. Hat guten Appetit und beschwert sich, dass er so viele Tabletten nehmen muss und es so heiß sei... Redet ganz normal und wach – macht schön seine Atemübungen – ist sehr kurzatmig – es strengt natürlich alles an – aber ich sehe täglich Fortschritte – Drainagen sind auch schon alle weg... Klingt doch super oder?
15.09.11 15:10
Das ist schön... wie lang hat es bei Dir gedauert mit der Atmung usw. bis das wieder "einigermaßen normal" ging?
15.09.11 16:48
Heute hat mein Opa (6 Tage nach OP) schon "normale Kleidung" wieder an. Läuft etwas im Flur spazieren. Macht alles selbst. Hat keinen Blasenkatheter mehr. Beine noch etwas geschwollen (vom Wasser). Sonst geht´s ihm gut.
15.09.11 18:16
was ist denn "einigermaßen normal"?
was Du schreibst, hört sich für so an, als würde es Deinem Opa bereits wieder einigermaßen normal gehen.
Ich war einen Tag auf der Intensivstation, danach noch ein paar Tage recht schlapp und kurzatmig aber -wie gesagt- nach ca 10Tagen war ich wieder zuhause. Und das ist wohl die normale Zeitspanne. Eine Bergtour hätte ich nicht machen wollen, aber 2 Stockwerke Treppen steigen ging schon. Und ein bisschen im Pfälzer Wald rumzulaufen war ein paar Tage später auch kein Problem.
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