Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom Plattenepithel ohne Metastase

Bei meinem Opa (84) wurde die Erstdiagnose: nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom li. Unterlappen (Plattenepithelkarzinom) Stadium IB (ohne Metastasen) gestellt. Er wird am Freitag operiert (es ist 36 (...)   >>>

B<obbl7x3  am 04.09.11  20:05

18.10.11  09:52

Danke sehr! Wie ist das eigentlich bei Dir? Denkst Du noch oft daran? Oder machst Du Dir Gedanken? Und welche?

BNobblx73

21.10.11  17:06

Hallo Bobbl,

Phasenweise. Zum Beispiel vor einer Nachsorge wird das Thema immer wieder aktuell, aber die meiste Zeit denke ich gar nicht darüber nach. Für mich ist das Ganze mittlerweile so weit in den Hintergrund geraten, dass ich extra einer Selbsthilfegruppe beigetreten bin, damit ich das Thema nicht noch weiter aus dem Auge verliere.

Da sind irgendwelche Verdrängungsmechanismen am Werk und der Alltag tut sein übriges. Und man gewöhnt sich an alles. Auch an Angst.

Das Thema noch weiter aus den Augen verlieren möchte ich aus zwei Gründen nicht: Zum einen ist die Gefahr eines Rückfalls weithin gegeben und ich glaube, ein wenig besser vorbereitet zu sein, wenn ich mich weiterhin gedanklich damit auseinandersetzte. Ich hatte mit Allem weitgehend abgeschlossen – das jetzt nicht mehr der Fall.

Zum andern hat mir die ganze Sache einen ... ich will nicht unbedingt sagen .... einen "andern Blick" ... auf die Schönheit und den Wert des Lebens eröffnet, aber einen viel intensiveren und bewussteren Blick. Auch das schleift der Alltag wieder ab, wenn man nicht ein wenig gegensteuert. Und das tue ich, denn ich möchte mir einfach die Freude an den sogenannten "kleinen Dingen" des Lebens (die wie jeder weiss ja gar nicht klein und auch nicht selbstverständlich sind) ein Stück weit bewahren.


geht es Deinem Opa denn jetzt besser?

T(ourxist

23.10.11  22:11

Denkst Du denn es ist "schlimm", wenn Du es aus den Augen verlieren würdest (das Thema)?

Mir fällt es mittlerweile schwer, mich tief(er) mit dieser Krankheit weiter zu befassen... danach geht es mir jedes Mal schlecht und ich fühle mich komisch... kann kaum mehr was davon lesen... geht schon tief unter die Haut :-/

Wann hat es wieder angefangen, dass Du Dich wieder damit befaßt?

Das kann ich gut verstehen und es ist das Größte, wenn Du diese Sichtweise und Fähigkeit besitzt und weiter prägst, das Schöne am Leben täglich zu sehen und zu genießen und zu leben :)* Dafür sind wir ja schließlich da: um zu leben!

Ja meinem Opa geht es inzwischen wieder richtig gut. Soweit man das sagen kann, nach all dem was passiert ist. Er lebt wieder "normal" und geht seinem geregelten Tagesablauf nach. Geht einkaufen, Auto waschen, saugt die Wohnung, geht zum Arzt, auf Toilette, schläft, kann seine Garage öffnen, geht Kaffee trinken und redet wieder mit mir – habe ihm ja einen Brief geschrieben... quasi als "Herzlich willkommen zu Hause" Liebesbotschaft :)z

Darin kann ich ihm alles mitteilen, was ich ihm sagen möchte und er kann es lesen, wann er es möchte. Und er tut es. Wir haben dann seine Medikamente besprochen und was noch zu erledigen ist. Er hat auch dieses Blutdruckmedikament dann in der Kur doch noch abgesetzt, nachdem ich meine Oma täglich danach gefragt hatte und meinen Rat mitteilte. Und auch der Hausarzt hier hat dies bestätigt. Und ihm gesagt: völlig unnötig.

Nur wollen sie ihm jetzt wieder Marcumar geben, was aber kontrainduziert ist. Er spritzt sich ja selbst nun seit der Diagnose. Und er möchte sich nicht mehr spritzen. :-/ Das wird nun noch ein kleines Problem... aber auch das werden wir in den Griff bekommen...

Liebste Grüße :)*

B`obbl7x3

26.10.11  11:09

Weiss nicht, ob ich denke, das es schlimm wäre...

Es gäbe sicher schlimmeres, aber aus den oben genannten Gründen möchte ich das Thema nicht weiter aus den Augen verlieren. Das ist aber nur für mich in meiner Situation richtig. Betroffene sind Betroffene und Angehörige sind Angehörige. Beides nicht schön, aber es lässt sich nicht wirklich miteinander vergleichen.

Und in Deiner Situation würde ich auch sagen, dass es zumindest im Moment gar keinen Grund gibt, Dich weiterhin mit so dieser Erkrankung zu befassen. Warum solltet Du das also tun? Ist doch schön, wenn man das gar nicht muss :-)

...und gehen wir einfach mal davon aus, du musst es niemals wieder :)*

Tpouxrist

27.10.11  16:08

... weil ich es nicht "einfach abhaken" kann... weil es 4 Monate ein Großteil meines Lebens war... weil ich jetzt Angst habe ...

B.obb7l73

27.10.11  16:33

Du schreibt zum einen, dass es Deinem Opa inzwischen wieder richtig gut geht und zum anderen, dass es Dir mittlerweile schwer fällt, Dich tief(er) mit dieser Krankheit weiter zu befassen. Dass es Dir danach jedes Mal schlecht geht. Ich denke, jeder hätte dafür volles Verständnis, wenn du Dich nun nicht mehr mit dieser Krankheit befassten würdest.

Du hast mich vor ein paar Tagen gefragt, ob ich denke, dass es schlimm wär, wenn ich das Thema aus den Augen verlieren würde. (das will ich aber gar nicht)

Du sagst, Du kannst es nicht einfach abhaken.

Will nicht zurück fragen ob es schlimm wäre, das Thema einfach abzuhaken, aber würdest Du es denn einfach abhaken wollen, wenn Du das könnest?

T0ouVrixst

27.10.11  20:32

würdest Du es denn einfach abhaken wollen, wenn Du das könnest?

Im Bezug auf meinen Opa JA! Im Bezug auf andere Menschen NEIN!

Wollte gerne auch anderen "helfen" – vielleicht mein Wissen teilen – aber kann es kaum noch bis garnicht...

Verstehst Du wie ich das meine?

Ich sehe meinen Opa – sehe, wie die Krankheit ihn gezeichnet hat, dass sie für ihn präsent ist bzw. sein jetziger Zustand – sehe, dass er noch leidet und habe Angst... Angst, ihn zu verlieren... Angst, ihn zu sehen... bin einfach traurig...

Hoffe Du verstehst was ich meine. Bin grad in einem Loch. Kraftlos. Und da ist die Angst. %-|

Biobbxl73

28.10.11  11:58

Zunächst: Deinem Opa geht es wohl doch noch nicht so gut, wie ich dachte. Möglicherweise ist alles einfach noch zu frisch und er hat sich noch nicht an die neue Situation gewöhnt?


Was Dich betrifft: Kompliziert. Aber ich glaube, ich verstehe es. Dass Du einerseits gerne helfen möchtest, aber auf der anderen Seite geht es Dir schlecht, wenn Du mehr darüber liest.

Ja. Das ist so.

Aber dann lies wenigstens nicht zu viel. Wenn es Dir schlecht geht, dann ist auch niemandem geholfen; oder?

Nach der Diagnose habe ich wich ein paar wenige (aber für mich wichtige) Menschen in ähnlicher Situation kennengelernt. Vor der Biopsie, in der Radiologie, nach der OP, während der Chemo,... sind wir uns immer wieder begegnet, haben miteinander gesprochen und uns gegenseitig Mut gemacht. Die anderen sind gestorben.

Alle wollten sie leben – alle sind sie tot. Und wenn ich jetzt nicht versuche das Leben zu genießen, so gut es geht, dann fühle ich mich, als würde ich das gemeinsame Ziel verraten, das uns verbunden hat: Den Wunsch zu leben. Das Leben zu genießen heißt für mich nicht, in Sorglosigkeit Gedankenlosigkeit (zurück)zufallen, sondern eher bewusst zu leben und sich bewusst an den schönen Dingen zu freuen. Jedenfalls bin ich bin es den anderen – die gestorben sind – schuldig, mein Leben zu genießen. so fühle ich das.

Und es würde mich freuen, wenn dies auch Dich überzeugt, dass es wichtig ist sein Leben zu genießen. (falls man Dich davon überzeugen muss)

Aber wie auch immer: Versuche Dich nicht runterziehen zu lassen, von dem was Du liest. Davon ist bestimmt niemandem geholfen.

... schönes Wochenende :-)

TPourBisxt

28.10.11  12:42

Du bist wirklich sehr sehr lieb – und jedes Wort schreibst Du wohl überlegt – danke :)* sehr !!

Es geht ihm gut – körperlich vielleicht besser als psychisch – aber er ist 84 Jahre alt – und hat all das überlebt !!

Ein wirkliches Wunder!

Ich verstehe. Und: ich verstehe Dich. Ich lese Deine Zeilen mehrmals. Und ich versuche dies zu tun, zu genießen.

Was mich einfach auch sehr viel Kraft gekostet hat, sind die Angehörigen. Opa zu begleiten war auch schön; nicht nur traurig und kräftezehrend... Ich habe das aus Liebe getan... Reine tiefe Liebe...

Die Angehörigen aber waren oft "blind" und egoistisch. Haben mich ausgesaugt. So fühlt es sich an. Wie eine Zapfsäule, die entleert wird. Aber keiner denkt daran, sie wieder zu füllen...

Ich bin jung und stark – aber einen Blick in die Seele hat keiner gewagt...

:)* sonnige Grüße und HERZlichsten Dank @:)

BQobblx73

23.11.11  10:21

Lieber Tourist,

wie geht es Dir?

Gruß Claudi

Bwob0blx73

24.11.11  12:39

Hallo Claudi,

war länger nicht mehr hier, aber es geht mir gut :-)

Hoffe an Deinem Ende des Internets ist auch alles in Ordnung.

...und Dein Opa? Ist er noch so kurzatmig oder geht es ihm besser?

TPournisxt

24.11.11  22:35

Arbeite an "meinem Weg" :-) aber bin noch nicht ganz raus aus meinem Loch...

befasse mich aber jetzt sehr intensiv mit mir und meinem Leben und möchte:

bewußter leben.

Leider ist er immer noch so kurzatmig. Und vermutlich wird es so bleiben.

Denn ich oder er sehen keinerlei Veränderung / Besserung.

Danke der Nachfrage :-)

Schon Pläne für Weihnachten?

BzobblC73

25.11.11  23:46

guter Vorsatz finde ich :-)

Nö, Pläne für Weihnachten habe ich noch nicht.

Nur so eine vage Vorstellung: Eltern besuchen; ein paar alte Freunde treffen... aber noch nix konkretes.

Ich hoffe, es ist noch viel Zeit bis dahin... :=o

T;ouBrist

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Lungenkrebs oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

   


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe
Startseite | Apotheke | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH