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Lebenwerwartung? Eure Erfahrung

SzchwpiegeXrt"ocPhterx78 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

bei meiner Schwiegermutter ist Anfang April ein BC mit Metastasen in der Leber diagnostiziert worden. Das KH war leider mehr als inkompetent. Nach 3,5 Wochen gab es immer noch kein Board, bzw. Kremium eine Aufklärung erfolgte so gut wie nicht. Als sie dann mit akuter Atemnot zu kämpfen hatte, ließ sie sich in ein anderes KH einweisen. Dort hatten wir nach dem Feiertag (1. Mai) montags die Diagnose:

Stadium 4: Bronchialcarzinom, sowie bereits Metastasen in Leber, Rippe, Rundherde auf dem anderen Lungenflügel und kleinsten Metastasen im Gehirn. Niederschmetternd.

Die Chemo wurde wenige Tage später eingeleitet. Wir sind jetzt im ersten Zyklus Tag 4. Bestrahlung der Schulter (Schmerzreduktion) findet dann zwischen Tag 8 und 22 statt...

Sie ist grade, trotz ständiger Atemnot (kriegt Sauerstoff über die Nase) und stationärem Aufenthalt im KH, mit Blasenkatheter, weil sie jedes Mal wenn sie aufs KLo geht zusammenklappt total in der Verleugnungsphase und redet von den nächsten Jahren (z.B. den weiteren Geburtstagen meiner Tochter :-( oder dass sie sich bald mal im Yoga anmeldet :-o )... Ist vielleicht ganz gut, dass sie grade nicht alles pessisimstisch sieht. Aber für uns Angehörige, grade für meinen Mann (den jüngsten Sohn) ist es echt hart. Mein Mann hat grade Elternzeit und eigentlich wollten wir die vollen 3 Monate mit unserem Wohnwagen durch Europa reisen, stattdessen sind wir nun hier und rennen 3 mal im Tag ins Krankenhaus und suchen im INternet nach Alternativmedizin.

Ich wollte mal von Euch wissen, wie so die Prognosen sind? Wir haben das Gefühl, dass sie nur noch ein paar Monate hat oder gar Wochen? Da das mit der Atemnot immer schlimmer wird und auch so der allgemeine Zustand...Wir machen uns auch Gedanken um die Pflege, wenn sie aus dem KH entlassen wird?! Sie wohnt leider nicht in der selben Stadt, so dass wir schon extern Hilfe benötigen?

Ich wäre Euch für Eure Erfahrungswerte, positive wie auch negative dankbar.

Nora

Antworten
E4lafRe`mich08p15


Ich hatte mal einen Fall wo jemandem bei einer Routineuntersuchung Krebs - vermutlich Bauchspeicheldrüsenkrebs (genau weiß ich das nicht) - diagnostiziert wurde und der war nach 3 Monaten tot. Er hatte sowohl vor als auch nach der Diagnose keine echten Beschwerden. Abgesehen von seinem Tod natürlich... :-(

L]itt9le-milt-Loxtte


Hallo,

das tut mir Leid für euch!

Die beste Idee wäre wenn ihr euch mal vom behandelnden Arzt beraten lasst und ihn nach der Prognose fragt. Wir haben ja ihr alle den Befund nicht gesehen und wissen nicht genau, wie es aussieht.

Aber rein vom lesen würde ich auch sagen dass es nicht allzu gut klingt. Ich würde wohl davon ausgehen dass es nun durchaus auch schnell gehen kann.

Falls ihr eine Zweitmeinung wollt so hilft der Krebs-Kompass oder Heidelberg immer gut.

CRo&mrain


Die Chemo hat ja gerade erst begonnen. Eventuell gibt es Rückbildungen der Tumore, dass sie besser Luft bekommt.

Die Prognosen sind vermutlich nicht gut. Auch wenn man es im Einzelfall nie weiß. Aber ich möchte dir da nicht all zu viel Hoffnung machen. Als bei meiner Mutter der Lungenkrebs in den Kopf streute, bestrahlte man zwar dort noch, aber etwa ein halbes Jahr später starb sie.

Bezüglich Pflege hatten wir den örtlichen Pflegedienst der Caritas beauftragt, was zwar unverschämt teuer war, aber sie haben sehr gute Arbeit geleistet und waren auch immer sofort zur Stelle. Mein Vater war nach einer Woche mit seinen Mitte 70 natürlich total überfordert, auch wenn er glaubte, er könne sie zuhause allein pflegen.

Als es schlimmer wurde, wurde uns der örtliche Hospizverein empfohlen. Sie konnte zuhause sterben, wie sie es sich in ihrer Patientenverfügung gewünscht hatte. Der Palliativmediziner, der vom Hospizverein beauftragt wurde, hatte viel mehr Möglichkeiten als die Morphiumspritzen vom Hausarzt. Wir waren sehr froh über die Unterstützung von erfahrenem Personal.

Sei für deinen Mann da und geb ihm Rückhalt, denn die Sorgen werden sehr an ihm zehren. Ich weiß, wie es mir letztes Jahr im Sommer ging. Ich war mehrere Wochen mental am Limit. Ohne meine Frau an meiner Seite hätte ich das nicht so überstanden.

Ich wünsche deiner Schwiegermutter, dass sie noch eine möglichst lange und möglichst beschwerdefreie Zeit hat. :)_

B[eSnitxaB.


Warum kann der Sohn nun nicht Tacheles mit dem Arzt reden?

Dann hat man eine Einschätzung. Aber bei so viel Metastasen sehe ich da wenig Chancen...

Und das mit der Leugnung der Krankheit ist typsich. So was kann man nachlesen....

Ich würde da auch vorausschauend denken. Hospiz ist eine gute Möglichkeit, wie schon erwähnt, ist man da mit Schmerzmitteln wesentlich vertrauter und spendabler als ohne...

Nun ja, jetzt in der Situation um die Welt zu reisen, kann man sich wohl abschminken...

kmleiner-_drache nsterxn


Leider sehe ich da auch keine guten Chancen.

In meinem Umfeld gab es in letzter Zeit leider sehr viele Krebsfälle, auch bei realtiv jungen Leuten und bei so viel Metastasen war es leider bei allen sehr schnell vorbei. Das Längste war der Papa einer Freundin, bei dem waren es noch 1,5 Jahre, aber angeblich wachsen ja Tumore mit wachsendem Alter langsamer.

Bei meinem Freund war es damals 4 Wochen nach der Diagnose vorbei, bei zwei guten Bekannten 3 Monate später :°( .

Ich wünsche euch sehr viel Kraft für die nächste Zeit.

Sachwieigertoch;ter7x8


danke ihr lieben. natürlich haben wir die ärzte schon mehrfach befragt, auch sie selbst. aber wir bekommen darauf immer nur die antwort, dass sie keine prognose abgeben können und die oberärztin meinte einmal, dass sie einen "wunder"patienten hat, der noch nach 2 jahren lebt. also noch keiner der ärzte hatte den arsch in der hose direkt zu sagen:"gute frau, es besteht keine heilung, wir rechnen bestenfalls mit soundsoviel monaten/jahren"...

sonst wäre ich nicht so verzweifelt und würde in einem forum nachfragen, wenn man von den ärzten informiert würde :-/ ...

euch viel kraft und zuversicht bei allem was passiert

nora

r#entYier}10x00


Hallo Schwiegertochter,

nachdem, was Du da schreibst, gehe ich mal davon aus, daß die Chemo eher palliativen Charakter hat. Ich würde mir an Eurer Stelle gut überlgen, wie Ihr weitermachen wollt. Die Chance, daß die Chemo hilft liegt bei vielleicht 30%, die Eintrittswahrscheinlichkeit der Nebenwirkungen liegt deutlich höher (ca.90%).

Wenn also der jetzige Chemozyklus keine wirkliche Besserung bringt, würd ich stark überlegen weiterzumachen. Seht Euch lieber nach einem Platz in einer Palliativstation bzw. Hospiz um, wenn Ihr Eure Schwiegermutter nicht zu Hause pflegen könnt.

Nachdem was ich bisher so erlebt habe, bleibt der Zustand bei vielen Krebspatienten im Endstadium recht lange stabil, um dann rapide zu fallen. Wann das passieren wird ist schlecht vorhersagbar.

Noch kurz meine private (!!!!!) Meinung zum Thema Alternativmedizin:

Wenn einer dieser Heiler nachweisen könnte, daß seine Methode der Schulmedizin auch nur hauchdünn überlegen wäre, wäre er schon längst Nobelpreisträger, mehrfacher Millionär und seine Methode hätte weite Verbreitung gefunden. Ich rede hierbei weniger von unterstützender Naturheilkunde, sondern eher von Methoden, die darauf abzielen, als Ersatz zur Schulmedizin gesehen zu werden.

Ich wünsche Euch vielKRaft für die nächste Zeit!

rentier100

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