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Divertikulitis

M[onstxi


Divertikel

Hi Leuts,

in unserer Zivilisationsgesellschaft mit meist ballaststoffarmer Ernährung hat die Mehrzahl der Erwachsenen Divertikel im Darm. Festgesellt werden sie bei der Koloskopie oder einer Irrigoskopie (Doppelkontraströntgen des Dickdarms), oft nur zufällig.

Divertikel sind erst einmal nur harmlose Ausstülpungen des Colons (überwiegend im Sigma-Bereich). Sie können sich aber entzünden. Ist dies der Fall, kommt es zu massiven Beschwerden und hohem Fieber, was üblicherweise mit Antiotika behandelt wird. Kommen die akuten Entzündungen häufiger, wird fast immer zu einer Sigmaresektion geraten (d.h. Entfernung eines kurzen Stück des Dickdarms). Danach ist im Allgemeinen Ruhe.

Divertikel und Polypen im Dickdarm haben überhaupt nichts mit chronischen Entzündungen, wie z.B. CU oder MC zu tun. Divertikel gehören beobachtet, Polypen entfernt.

Liebe Grüße von

Angie

Cilafudsxia


Stimmt, Angi, Divertikel an sich verursachen nur im Entzündungsfall Probleme, aber dann eben massiv.

Der Irrtum ist allerdings, dass eine Sigmaresektion das Übel beseitigt, schön wärs gewesen.

Ja, es wird besser, weil eben das schlimmste Stück weg ist, aber ich hab die Dinger überall, dazu Verwachsungen, und ich muss eben immer achtgeben, immer auf Signale schauen, leb immer ein wenig auf dem Sprung. Und eine weitere Op ist zu erwarten bei meiner Diagnose. Im Moment kann ich auch noch nicht sagen, wo es hinläuft, es hat sich etwas beruhigt, aber ich fürchte da stimmt einiges nicht...

CDla:udsixa


Achja, eine anerkannte Ursache ist auch Bindegewebsschwäche und daran leide ich sehr.

Also das mit der Ernährung ich hab mir immer Vorwürfe gemacht und hatte immer das Gefühl, selbst an der Misere Schuld zu sein, dabei ernährte ich mich weit besser und gesünder als so manch andere. Seit mir jedoch mein HP gesagt hat, die etwas ballaststoffarme Ernährung sei bei mir höchstens Verstärker aber keinesfalls Hauptursache gewesen, geht es mir da auch besser. Weil man macht sich schon seine Gedanken und verwünscht jeden Hamburger oder andere Ernährungssünden.

M\ons`txi


Hi Claudsia,

dann scheinst Du ein extremer Fall zu sein, das tut mir leid. Normalerweise sitzen die Divertikel halt tatsächlich erst ganz am Ende des Dickdarms. Ab einem gewissen Alter hat sie fast jeder Mitteleuropäer. Wenn dieser Teil wegen rezidivierender Divertikulitis entfernt wurde, haben die Leute in aller Regel wirklich Ruhe.

Drücke Dir die Daumen, dass Dein Dicki brav bleibt. Eine Lösung, die Dir noch bliebe, wenn die Dinger absolut keine Ruhe geben, wäre eine subtotale Colektomie, d.h. es wird der größte Teil des Dickdarms entfernt, etwa 20-30 cm bleiben übrig und werden direkt mit dem Mastdarm verbunden. Danach hat man zwar nicht mehr richtig fest geformten Stuhl, man kann aber gut leben damit. Wieviel Dickdarm ist denn bei Dir schon entfernt worden?

Liebe Grüße von

Angie

C~lauxdsia


@ Angie

Also bei mir kamen so ca. 30 cm raus.

Ich tu im Moment schon viel um eine erneute Op zu vermeiden. Dir brauche ich ja nicht erzählen, warum :-/. Und es geht schon, bloß wirkliche Ruhe hab ich nicht. Sobald ich zur Zeit esse, geht es los. Diese Geräusche sind manchmal so laut und peinlich, aber ich kann mich doch nicht zuhause verkriechen...

Und ständig, aber wirklich ständig das Gefühl, auf Klo zu müssen. Ich werde noch wahnsinnig...

Wie geht es dir im Moment?

Mpon=sti


Hi Claudsia,

mir geht es trotz Ileostomie besser denn je. Das ist nicht gelogen. Der Dauerbeutel am Bauch ist zwar nicht grad der Hit, aber immer noch besser als alles, was vorher war. Dumm sind halt nur all die Folgen, die mit dem fehlenden Dickdarm verbunden sind: vor allem massiver Elektrolytverlust. Ich brauche leider täglich entsprechende Infusionen, weil ich ansonsten trotz vielem Trinken erbärmlich austrocknen würde. Vielleicht gibt sich das irgendwann noch mal. Da ich seit einem Jahr aber einen Port-a-cath (implantierter zentralvenöser Katheter) habe, ist das keine große Hürde, weil ich alles selbst machen kann.

Liebe Grüße von

Angie

C+lauvdxsia


Angie, du hast wirklich einen Packen zu tragen, ich bewundere ehrlich deinen Lebensmut. Aber da hast du schon recht, Lebensqualität definiert sich nicht aus der Perfektion, sondern v.a. aus Schmerzfreiheit.

Hab da einen netten Spruch gelesen: Gesund ist, wer mit seinen Krankheiten gut leben kann.

Ja, ich denke da ist was dran. Mir gehts übrigens wieder besser...

Aber muss noch abwarten.

Gebeutelte, wie gehts denn dir?

Gyebeuytexlte


Hallo, Claudia, Angie,

also, danke der Nachfrage,

ich gehöre ja divertikelmäßig hier (noch) nicht zu den hardlinern, und ich muß sagen, was ihr so erzählt läßt mich wirklich nicht kalt. Ihr habt beide ganz ordentlich was auszuhalten in der Richtung.

Ich habe einen Facharzt angerufen und die Sprechstundenhilfe bearbeitet, mir einen Termin zu geben - normalerweise wartet man ein halbes Jahr. Es handelt sich zwar um eine Praxis mit Proktologie-Schwerpunkt, aber es sind dort ein Internist und ein Super-Chirurg tätig. Nette und fähige Ärzte. Es werden auch Spiegelungen des Darms gemacht. Mal sehen, was das bringt. Habe immer noch ein ganz leichtes Ziehen bzw. komisches Gefühl in der linken Leistengegend. Ich glaube, dass da noch was ist. Selbst wenn das jetzt harmloser war, habe ich überhaupt keine Klarheit, was da überhaupt los ist, so geht das nicht. Überlege wirklich ernsthaft, meinen Hausarzt zu wechseln. Er kennt mich als Hypochonder und hat sich da meines Erachtens auf eine Schiene festgelegt. Außerdem ist er mir mittlerweile zu wenig mitdenkend.

Meine 'Leiden'sind nicht so dramatisch, dafür aber zahlreich : Gastritis ( trotz Eradikation der Helicobacter-Viren wieder Berschwerden), versch.Allergien bis hin zu asthmatischen Zuständen, Kopfschmerzen, häufige Blasenentzündungen, Herzrhytmusstörungen -Extrasystolen, Arthrose der Hüftgelenke um nur mal die übelsten zu nennen. Dazu kommen schnelle Erschöpfbarkeit, Stimmungstief u.s.w. Ihr seht, ich bin ein wandelnder Schrotthaufen. Und in ein paar Wochen sollen bei mir drei Backenzähne implantiert werden, nachdem ich dann vorher noch prüfen lassen muß, ob der Helicobacter- Keim noch aktiv ist.

Horror, wenn das der Fall ist, weil dann wieder Antibiotika-Hämmer bei meinem Darm, mit noch weniger Aussicht auf Erfolg...Ich könnte echt heulen. Dazu kommt die Arbeit, privater Stress...

Es ist ein Jammertal, da bleibt einem 'nur'noch der philosophische Ansatz bzw. der kompensatorische Umgang mit den Dingen. Ja, ich denke auch, gesund ist, wer mit Krankheit leben kann, nämlich gesund in der Einstellung, in der Lebensbejahung... Ich muß da aber erst wieder hinkommen. Ich fühle mich momentan einfach nur zermürbt. Ich bin eigentlich eine Kämpfernatur, und die wenigsten bemerken, wie es mir wirklich geht, aber zur Zeit reicht es mir einfach.

Außerdem habe ich ständig Hunger auf Salat, Körnerbrot, Obst und Gemüse, Schokolade, Kekse.....

In diesem Sinne

GOebeutYeltxe


ach ja ihr beiden,

hab von dir auch noch woanders was gelesen, Angie, echt mutmachend. Schön, das du das Leben so annimmst!

Prima, dass es dir wieder besser geht, Claudia!

C3laud8sia


Gebeutelte, was du schreibst kommt mir sooooo bekannt vor, das Gefühl, ein wandelnder Schrotthaufen zu sein.

Ich habs mal wieder geschafft zu meiner langen Liste von Ärzten einen weiteren anzufügen, hatte jetzt eine Hautinfektion (aufgrund herabgesetzter Immunfähigkeit - toll) und kämpfte erstmal da ein wenig. Ist einigermaßen im Griff.

Unser Problem liegt sicherlich tiefer, bei mir ist es ganz bestimmt mit seelisch bedingt, eine ständige Überforderung und der Wunsch all dem zu entfliehen, sei es durch Krankheit. hast du dir schon mal überlegt, dass es durchaus Vorteile hat, krank zu sein? Man erringt die Aufmerksamkeit, die man sonst nicht hat.

In meinen ehrlichen Momenten gestehe ich mir das ein.

Natürlich sind die Krankheiten da und reell. Aber warum trifft es gerade uns? Und das ständig? Und immer so lästig?

Gehen deine Gedanken auch manchmal in diese Richtung?

Ich denke, wenn wir in unserem Umfeld mal so recht aufräumen würden, hätten wir ein paar Probelme weniger...

Nur so eine Theorie.

Troztdem, nicht verzweifeln. Gestern wünschte ich mir noch eine dunkle Höhle, in die ich mich verkriechen könnte und zumauern, so dass ich niemals mehr rausmüsste. Aber das ist keine Lösung.

Jemand hier im Forum hat mir mal gesagt, ich müsse lernen, die Blumen wieder schön zu finden.

Ich hab grad rausgeschaut, ja, die Blumen blühen, gelb und rot, und sie sind wirklich schön.

Mein Bauch tobt, schmerzt, von der Haut-OP gestern die Wunden jucken und brennen, aber die Blumen sind immer noch da.

Und Probleme lösen sich eins nach dem anderen. Erstmal die Natur genießen, Sonne tanken, dann schauen wir weiter, und wenn es nicht anders geht, werde ich mich den ganzen Tag mit dem Liegestuhl in den Garten legen und den Nachbarn beim Arbeiten zusehen. Hat auch was.

Und dann mach ich eben irgendwann weiter mit der Ärzterally. Genauer gesagt am DO habe ich einen gefürchteten und lange hinausgezögerten Termin beim FA.

Gebeutelte, schau, du bist nicht allein.

Wie gehts dir inzwischen? Warst du nochmal beim Arzt?

Claudia

C|laaud?si[a


@TV76

Irgendwie habe ich deinen Beitrag gerade erst gefunden. hab nicht auf die erste Seite zurückgeblättert.

Mach dich nicht verrückt wegen deiner Beschwerden. Es kann alles mögliche sein, vielleicht ist es Reizdarm, zwar auch nicht angenehm, aber auch mit Divertikel geht die Welt auch unter.

Du wirst es in der Spielgeung erfahren, ist gut, dass du sie machst. Dann weißt du Bescheid.

Keine Angst davor, viele merken überhaupt nichts bei der Spiegelung, nur das Abführen vorher ist eine Prozedur.

Ich wünsche dir ein gutes Ergebnis, Gewissheit ist allemal besser als dieses ständige Fragen was es sein könnte. Und wir hier können sowieso keine Diagnose stellen.

*daumendrück*

Liebe Grüße,

Claudia

G`eb/eutKelte


Hallo, Claudia,

ja, ich habe mir oft schon Gedanken gemacht, ob bei mir der sogenannte Krankheitsgewinn eine Rolle spielt. Auch in Momentan , in denen ich in mich gehe, kann ich das nicht klar mit ja beantworten. Ich kann aber im Blick auf meine Biografie eins und eins zusammen ziehen und weiß, es gäbe einiges auf zu räumen. Leider fehlt mir mittlerweile auch dazu einfach die Kraft. Ich arbeite aber daran, gedanklich, was wohl eine unerlässliche Voraussetzung ist. Ich war immer sehr aktiv und bin von Natur aus eher ein Schaffer.

Mein Immunsystem ist im Keller. Zu meinen Darmbeschwerden kommen zur Zeit noch Blasenentzündung und Erkältung, gestern wieder starke Kopfschmerzen. Es bleibt manches liegen, wenn ich dann mit Wärmflasche im Bett liege und das kann ich auch kaum ertragen.

Gestern bin ich spontan zum Gastroenterologen. Er war sehr freundlich und hat eine Sonographie gemacht. Er meinte, er könne keine Entzündungszeichen feststellen, ich solle aber eine milde Diät machen. Hat mich etwas beruhigt. Schmerzen sind immer noch da, manchmal dumpf, manchmal heftige Stiche. Und ausgerechnet heute habe ich keinen Stuhlgang. Jetzt kriege ich natürlich leichte Panik, dass der Stuhlgang munter in den Divertikeln wütet...

Natürlich hast du Recht, nicht aufgeben, das Schöne sehen ist Lebensgrundlage. Und in den letzten Jahren ist mir dies auch besser gelungen. Zur Zeit ist aber irgendwie fast überall der Wurm drin...

Dir wünsche ich, bei all deinen Leiden, dass du weiterhin zuversichtlich bist!

Liebe Grüße

CMla5udsxia


So, ich hab den Salat.

Stechende Schmerzen, Rumoren und überhaupt fühl ich mich besch...

Bin zu Kamillentee und Zwieback zurückgekehrt.

Ich warte mal wieder zähneknirschend ab...

GlebPeute5lte


Claudia,

schade!

Hast du was, womit du dich aufmuntern kannst bzw. abschalten?

Ich lese viel und das hilft mir .

Gute Besserung!

C;laudTsia


Ich geh zu Bett. Mir reichts für heute, kann mich kaum mehr auf den beinen halten.

danke für deine Genesungswünsche, ich werde es schon wieder packen. Wär ja gelacht...

Ich melde mich wieder!

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