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Chronischre Obstipation

I;riXs1^9x68 hat die Diskussion gestartet


Hallo :-)

Ich bin neu hier und hoffe, auf diesem Wege mit Menschen, die unter der selben "Krankheit" leiden, Erfahrungen austauschen zu können. Vielleicht gibt es ja noch eine Chance auf Besserung.

Nun zu meiner Geschichte:

Ich bin 36 Jahre alt und leide seit 3 Jahren an chronischer Obstipation, dergestalt, dass ich auf "normale Weise" überhaupt keinen Stuhlgang weder verspüre noch habe.

Ich habe schon alles ausprobiert von den verschiedensten Medikamenten der Schulmedizin, über Heilpraktiker (Globuli, Schüßler-Salze, Flohsamen, Akupunktur etc.). Auch habe ich bereits alle möglichen Darmuntersuchungen bereits hinter mir. Organisch wäre ich gesund.

Mir bleibt seit 3 Jahren nichts anderes übrig, als 1 x wöchentlich Abführmittel, speziell Dulcolax, zu nehmen, um überhaupt Stuhlgang zu haben. Andere, weniger starke Abführmittel zeigen überhaupt keine Wirkung. Auch muss ich die Dosis stetig erhöhen. Jeder Sonntag ist die reine Qual vor lauter Kolliken, Schmerzen, Übelkeit, Schwindel (aufgrund der Abführmittel). Aber ohne diese Mittel könnte ich gar nicht auf Toilette.

Ich habe bereits seit meiner Kindheit (schwere Kindheit) leichte Verstopfungsprobleme, aber nicht in diesem Ausmaß.

Vor 3 Jahren lernte ich einen Mann kennen, für den ich meinen Ehemann verließ. Just von diesem Tag an hatte ich keinen Stuhlgang mehr. Ich lebte 1/2 Jahr bei diesem Mann, der sich leider als Psychopath rausstellte (Persönlichkeitsstörung). Mein Darmproblem wurde daraufhin natürlich nicht besser. Ich bin auch wegen diesem Zusammenleben mit dem psychisch-Kranken seit 2 Jahren in psychotherapeutischer Behandlung.

Heute lebe ich zwar wieder glücklich bei meinem Ehemann, aber meine Obstipation ist geblieben.

Wer leidet auch an so einer schwerwiegenden Obstipation?

Kann es wirklich nur an der Psyche liegen? Wer weiss Rat?

Bin für jede Hilfe dankbar.

Liebe Grüsse

Iris1968

Antworten
M5onstxi


Hallo Iris,

schwerste Obstipation kenne ich auch, allerdings hatte ich sie seit meiner Geburt. Auch ich hatte alles versucht. Bei den Ärzten wurde ich lange nicht wirklich ernst genommen und hörte immer das gleiche Gesülze von wegen viel trinken, viel bewegen und ballaststoffreiche Ernährung.

Als sich zur immer schlimmer werdenden Obstipation auch noch etliche Nebenerscheinungen wie Hämorrhoiden Grad III sowie ständig wiederkehrende Perianalthrombosen hinzugesellten, bestand ich darauf, dass mein Darm gründlichst untersucht wird.

Koloskopien mussten bei mir regelmäßig wegen Undurchlässigkeit vorzeitig abgebrochen werden, also wurde eine Irrigiskopie (Doppelkontraströntgen des Dickdarms) gemacht. Ergebnis: u.a. 2,60 m langer Dickdarm plus Megacolon. Der Irrigoskopie folgte eine Transituntersuchung, bei der ich über 6 Tage Kapseln mit für jeden Tag anders geformten Röntgenmarkern schluckte. Am 8. Tag wurde eine Röntgenaufnahme des Abdomens gemacht. Dabei waren ALLE 60 Röntgenmarker noch vorhanden, was einer Kolontransitzeit von über 150 Std. entspricht (bei Frauen normal: max. 70 Std.). Damit war ich eine Kandidatin für eine subtotale Dickdarmresektion.

Leider ging bei mir diese OP in die Hose, so dass schließlich der gesamte Dickdarm raus musste und ich seitdem mit einem dauerhaften künstlichen Dünndarm lebe. Mein Problem war übrigens eine sehr selten vorkommende sog. "intestinale neuronale Dysplasie" (IND), bei der die Ganglienzellen fehlen bzw. fehlerhaft entwickelt sind.

Du schreibst, dass Du schon immer leichte Verstopfung hattest. Deshalb würde ich an Deiner Stelle abklären lassen, inwieweit Deinem Problem eine organische Ursache zugrunde liegt. Natürlich spielt auch die Psyche eine Rolle. Meine Urlaube z.B. waren stets stuhlganglos und bauchmäßig der totale Horror - trotz täglicher Abführmittelgaben. Es ging einfach nichts, z.T. 3 Wochen lang.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du eine Lösung für Dich findest!

Liebe Grüße von

Angie

IIris919x68


Hallo Angie :-)

danke, dass du mir so schnell geantwortet hast.

Tja, auch ich habe oft das Gefühl, von den Ärzten nicht wirklich ernst genommen zu werden. Aber Tatsache ist nun mal, dass ich ohne Dulcolax überhaupt nicht mehr zur Toilette kann. Ich muss jetzt schon 4 Tabletten nehmen, damit überhaupt "etwas geht". Du kannst dir sicher vorstellen, wie qualvoll so ein Abführtag ist.

Ich war letztes Jahr auf Reha, da haben die Ärzte mir "viel trinken und Äpfel" verordnet, dann würde sich mein Problem von alleine lösen.

Weit gefehlt.....nach 19 Tagen ohne Stuhlgang und ich psychisch total am Boden, brach ich die Reha ab.

Organisch bestätigt mir jeder Arzt, ich sei gesund. Ich habe auch schon etliche spezielle Darmuntersuchungen hinter mir (frage mich aber bitte nicht, wie die alle genau hießen). U. a. auch die Kapseln zwecks Transitzeit berechnen (ich lag laut Arzt bei 110, was aber meines Erachtens nicht stimmen konnte, da ich von alleine nach 110 Stunden immer noch keinen Stuhlgang habe und hatte).

Was du durchlebst und durchlebt hast, muss der absolute Horror sein. Du schreibst, dein ganzer Dickdarm musste raus und du lebst jetzt mit einem künstlichen Dünndarm? Was heißt das genau? Kann man überhaupt ohne Dickdarm leben? Hast du quasi jetzt nen künstlichen Darmausgang?

Tut mir leid, wenn ich das jetzt sagen muss, aber im Moment könnte ich mir ein weiteres Leben mit nem künstlichen Darmausgang nicht vorstellen. Das sind nämlich genau meine Ängste, die ich habe. Was mache ich und wie geht es weiter, wenn meine Mittel gar nicht mehr wirken.

Auch wenn ich im Moment keine Lösung sehe, es tut trotzdem sehr gut, mit jemand darüber zu reden; vielen Dank.

Liebe Grüsse

Iris

M=onsxti


Hallo Iris,

mal ganz ehrlich: Mir geht's trotz etlicher Einschränkungen wesentlich besser als vorher. Natürlich wäre es schöner gewesen, hätte die subtotale Dickdarmresektion geklappt (dann hätte ich jetzt noch ca. 25 cm Dickdarm und könnte zum ersten Mal in meinem Leben regelmäßig auf's Klo), aber es hatte halt nicht sein sollen.

Ohne Dickdarm kann man sehr wohl leben, übrigens mit einem Ileostoma (= künstlicher Dünndarmausgang) auch. Sorry, das oben war ein Tippfehler, es sollte natürlich nicht "künstlicher Dünndarm", sondern "künstlicher Dünndarmausgang" heißen. Vor der OP war auch für mich der Gedanke an einen künstlichen Darmausgang der pure Alptraum ("Lieber sterben, ehe mal so ein Ding notwendig wird ..."). Wenn es dann aber soweit ist, schaut die Welt gaaaaaanz anders aus. Außerdem ist eine so weitreichende Komplikation nach einer Dickdarmresektion nicht die Regel. Ich hatte halt einfach Pech.

Das Problem ist, dass extreme Verstopfung auch leicht zu einem Darmverschluss führen kann. Ich hatte bereits einen, und sowas ist echt nicht sehr witzig. In meinem Fall ließ er sich ohne OP lösen, aber oft muss ein Stück des Dickdarms dran glauben.

Also, bleib unbedingt am Ball. Hast Du es denn schon mal mit Akupunktur versucht? Falls nicht, so würde ich Dir das wärmstens empfehlen. Sehr wichtig ist dabei aber, dass es ein erfahrener Akupunkteur macht (z.B. in einem TCM-Zentrum).

Liebe Grüße von

Angie

EIhemaluiger5 Nutzer (#x39571)


Re: Beitrag Chronische Obstipation vom 20.04.2005

Ältere Fachbücher der Inneren Medizin notieren für bestimmte Formen der Obstipation: "In diesen Fällen ist es oft nicht möglich, ohne Abführmittel auszukommen." Mit anderen Worten: Damit hat man zu leben.

Quelle: Hoff, Ferdinand: Behandlung innerer Krankheiten. 9. erw. u. verb. Auflage. - Stuttgart: Georg Thieme, 1960, S. 608-611.

Sofern man sich in dieser Situation vorfindet, gilt es ein Abführmittel zu finden, bei dem eine Gewöhnung oder Abstumpfung ausgeschlossen ist, das jedoch zuverlässig und rasch wirkt. Hierzu schlage ich folgendes erprobte Verfahren vor: Einmal in der Woche morgens früh auf nüchternen Magen 30 bis 50 ml Rizinusöl in einen Schüttelbecher geben, diesen bis zur Marke 250 ml mit Milch auffüllen, den Inhalt z. B. in einem Mikrowellengerät auf Trinktemperatur erhitzen und anschließend mindestens 5 Minuten lang gründlich durchschütteln, schließlich den Inhalt trinken (auf diese Weise wird der Geschmack des Rizinusöls weitgehend überdeckt). Zwei bis vier Stunden nach der Einnahme ist der Wirkungseintritt zu erwarten.

Falls bei der Ausscheidung im Analbereich ein juckender allergischer Hautausschlag auftreten sollte, liegt das nicht am Rizinusöl, sondern an den von der Leber über die Gallenblase in den Darm ausgeschiedenen Giften; ist dort der Giftpegel hinreichend abgebaut, treten diese nicht mehr auf.

I#risn196x8


Hallo nochmal Angie :-)

Akupunktur habe ich auch bereits über einen längeren Zeitraum erhalten. Zwar nicht in einer TCM-Klinik, aber von einer Heilpraktikerin, die in einer solchen Klinik gelernt und gearbeitet hat.

Meine Heilpraktikerin verzweifelte aber selber schön langsam an mir. Sie setzte mir bei jeder Sitzung ein Höchstmaß an Nadeln, versuchte es mit Colonmassagen, Fußreflexzonenmassage und noch vieles mehr. Aber nichts brachte wirklich Erfolg, ausser dass mein Geldbeutel in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Als ich dann mit Darmblutungen ins Krankenhaus musste, verlor ich jede Hoffnung und bin seitdem nicht mehr zur Akupunktur gegangen. Dort stellte man nach erneuter Darmspiegelung lediglich eine leichte Colitis fest, die auch nicht wirklich behandelt wurde.

Meine Ärztin sprach mal eine Unterbringung in einer von dir oben beschriebenen TCM-Klinik an. Nur da war ich bereits 4 Wochen arbeitsunfähig (durch die Reha) und so schnell konnte ich meinem Chef keinen weiteren Ausfall zumuten. Denn meine Halbtagsarbeitsstelle ist mir sehr wichtig und ich kann sie nicht verlieren.

Die Angst meiner Hausärztin ist auch immer ein Darmverschluss. Aber Darmgeräusche habe ich komischerweise schon. Dafür geht bei mir auch so gut wie "keine Luft" ab.

Gerade heute (morgens) habe ich 2 Dulcolax genommen, die bis jetzt noch keinerlei Wirkung gezeigt haben. Meine ganzen Gedanken kreisen um das gleiche Thema. Hoffentlich wirken die Tabletten und was ist, wenn sie mal nicht mehr wirken.

Ich frage mich, inwieweit dein Leben ohne Dickdarm und mit dem Ileostoma eingeschränkt ist und wie ich mir das vorstellen muss.

Nur soweit mag und kann ich eigentlich gar nicht denken, denn sonst "drehe ich noch am Rad".

Alles Gute

liebe Grüsse

Iris

MsonsFtxi


Hallo Iris,

das von Urs genannten Rezept hatte bei mir auch nichts gebraucht, gar nichts.

Übrigens, ob Deine Darmnerven funktionieren, lässt sich kaum bei einer bloßen Koloskopie feststellen. Um das festzustellen, bedarf es Gewebeentnahmen an mehreren Stellen des Dickdarms. Bei mir wurde das Problem erst nach der Dickdarmresektion konkret erkannt, nachdem man den entnommen Darm untersucht hatte. Da ich aber einen Colon elongatum/Megacolon hatte, war eh klar, dass operiert werden muss.

Und wenn Du wissen möchtest, wie es sich mit einem Stoma lebt, schau doch mal unter [[http://www.stomawelt.de]] und wühle Dich auch durch das Forum ---> [[http://www.stoma-forum.de]] . Dann wirst Du merken, dass nur wenige wesentliche Probleme damit haben.

Ebenso könnte für Dich das Forum [[http://www.morbus-hirschsprung.de]] interessant sein. Morbus Hirschsprung ist die bekannteste der neuronalen Fehlbildungen des Dickdarms.

Wünsche Dir von Herzen, dass man Deine Obstipation irgendwie in den Griff kriegt.

Liebe Grüße von

Angie

E8hemaqligerg Nutzer (O#39571x)


Re: Beitrag von Monsti am 20.04.05

Monsti,

Du schreibst: "das von Urs genannten Rezept hatte bei mir auch nichts gebraucht, gar nichts." Darf ich fragen, was damit gemeint ist?

Mit freundlichen Grüßen

Urs

M$o$nstxi


Hi Urs,

es hatte bei mir nichts gebracht - sorry, war ein Tippfehler. Jetzt klar? ;-)

Liebe Grüße!

E@hem&aligger Nqutzer (g#395x71)


Re: Beitrag von Monsti am 21.04.05

Monsti,

beantworte bitte für Dich folgende Fragen:

1. Hast Du Rizinusöl auf völlig leeren Magen eingenommen?

2. Ist Deine Fettverdauung in Ordnung; speziell: Ist die Gallenblase vorhanden und funktionstüchtig?

3. Sind von Dir damals keine Antihistaminika eingenommen worden?

4. Hast Du mindestens 30 ml Rizinusöl eingenommen?

Falls nur eine dieser vier Fragen zu verneinen wäre, ist damit zu rechnen, daß die Einnahme von Rizinusöl zu einem unbefriedigenden Ergebnis führt; umgekehrt: Alle vier Fragen sollten positiv beantwortet werden, wenn man mit Rizinusöl Erfolg haben will.

Guten Erfolg!

Urs

MNonstxi


Hallo Urs,

Erfolg musst Du mir jetzt nicht mehr wünschen. Wenn Du meine Postings oben durchgelesen hast, weißt Du, dass ich keinen Dickdarm und damit natürlich auch keine Verstopfung mehr habe. Trotzdem danke ;-)

Da bei mir ein organisches Problem vorlag (fehlgebildete, nicht funktionierende Ganglienzellen), war eine Darmentleerung nur mittels Einläufen möglich. Sogar die Flüssigkeit des Einlaufs kam nur mühsam und unter Zuhilfenahme eines Darmrohrs wieder raus.

Da jemand mit extremer und lebenslanger Verstopfung wirklich alles ausprobiert, kenne ich obiges Rezept natürlich auch und hatte es auch vorschriftsmäßig angewendet - ohne jeden Erfolg.

Nun, zum Glück hab ich diesen Horror jetzt hinter mir.

Liebe Grüße!

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