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Nach Hemicolektomie/ SIgmaresektion Angst vor Essen

cUordux2 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

vor drei Wochen wurden mir 70 cm Dickdarm entfernt (wegen Dolichocolon / Verwachsungen / extremer Verstopfung). Zum Glück konnte der Doc das laparoskopisch erledigen, also hab ich nur relativ kleine Narben. Mein Problem ist eigentlich, dass ich total unsicher bin, wann mein Darm wieder normale Nahrung verträgt und wann ich wohl mal riskieren soll, das Movicol abzusetzen (sollte ich nach der OP noch nehmen damit kein Druck auf die Naht im Darm entsteht). Ich hab in der Zeit vor der OP sehr gelitten und hab jetzt panische Angst, irgendwas falsch zu machen und wieder solche Probleme zu bekommen. Hat irgend jemand mit sowas Erfahrung und kann mir Tips geben?

Vielen Dank

Antworten
Pjlzinxter


Hallo Cordu,

mir wurde vor sieben Wochen das Sigma entfernt (großer Bauchschnitt). Mir wurde also nur ein 20-cm-Stück herausgeschnitten. Ich denke aber, dass ich dir trotzdem schreiben sollte.

Als ich 10 Tage nach der OP zuhause war, habe ich versucht, ohne Abführmittel klar zu kommen. Ich sollte Lactulose nehmen, wollte aber den Darm nicht daran gewöhnen. Ich habe vor allem ballaststoffreiches Brot gegessen und zwischendurch Weizenkleie. Ich habe allerdings nicht allzu viel dazu getrunken.

Das war eindeutig ein Fehler: Eine Woche nach meiner Entlassung bin ich nach zwei fürchterlichen Nächten (sehr schmerzhafte Krämpfe in Minutenabständen, nach Stunden dann erleichterndes Erbrechen) wieder ins Krankenhaus gekommen. Die Darmnaht war noch viel zu sehr geschwollen, um den mittlerweile zu sehr eingedickten Stuhl durchzulassen.

Ich bin gerade noch um einen kompletten Darmverschluss herum gekommen und konnte nach fünf Nahrungskarenz-Tagen und hochdosierten Abführmitteln wieder entlassen werden.

Die Anordnung der Ärzte bei der Entlassung: Vieeeel trinken (mindestens zwei Liter pro Tag) und auf jeden Fall mindestens acht Wochen nach OP Abführmittel nehmen. Das habe ich auch ganz brav so gemacht und seitdem geht es mit mir bergauf.

Ich habe mich in den ersten Wochen nicht getraut, überhaupt etwas zu essen. Auch jetzt überlege ich noch genau, weil ich noch immer Angst habe. Sechs Wochen nach OP habe ich die erste Frikadelle gegessen, dann auch Blumenkohl. Ist mir gut bekommen. Nach und nach esse ich wieder das, was mir schmeckt. Zum Glück haben wir ja Sommer und einen reich gedeckten Obsttisch. Ich esse viel kernloses Obst und das bekommt mir auch.

Ich trinke am Tag mehr als zwei Liter Wasser und habe mich inzwischen an diese enorme Menge gewöhnt. Eine Mitpatientin hatte mir übrigens folgenden Tipp gegeben: Immer einen Liter in einer Karaffe hinstellen und das Glas sofort nach dem Austrinken wieder auffüllen. Dann greift man eher nach dem Glas und muss nicht erst neu einschütten. Für mich ist dieser Tipp Gold wert. Es klappt prima. Und an das viele Pipi-Machen hab ich mich auch gewöhnt.

Der einzige Nachteil: Das Wasser macht mich so satt, dass kaum Platz für Essen im Magen ist. Ich habe schlichtweg keinen Hunger. Jetzt trinke ich 45 Minuten vor dem Essen nichts mehr. Seit ich das so mache, habe ich immerhin 1/2 Kilo zugenommen. Ich habe also Hoffnung, dass ich bald wieder in meine schönen Sommerkleider passe und die nicht mehr wie an einem Skelett an mir herumhängen (hatte 12 Kilo abgenommen) :-)

Ich würde an deiner Stelle lieber zu vorsichtig sein als zu übermütig.

Deine Angst ist doch sehr verständlich, ich hab sie auch noch ab und zu. Anfangs versetzte mich jedes Ziepen und Zwacken in Panik, jetzt entspannt sich mein Kopf so langsam und ich kriege nicht mehr sofort Schweißausbrüche. Ich nehme noch jeden zweiten Tag das Abführmittel (niedrigste Dosis) und werde das sicher noch vier Wochen so machen.

Ich hab mir viel Zeit mit dem Zurückkehren in den Alltag gelassen und mein Hausarzt hat mich dabei sehr unterstützt. Erst in der kommenden Woche gehe ich wieder zurück an meinen Arbeitsplatz (das ist dann acht Wochen nach OP).

Ich wünsche dir, dass du dich gut entspannen kannst. Nimm dir das Beste vom Leben und genieß es!

Freundlicher Gruß!

Margarete

MJonsxti


Hallo Cordu,

hatten sie Dich im KH nicht über den Kostaufbau informiert?

Bei mir hatten sie im Januar 2004 wg. Morbus Hirschsprung mit Colon elongatum/Megacolon per großem Bauchschnitt 2,40 m (!!!) Dickdarm entfernt. Leider ging die OP in die Hose. Kurz vor der folgenden Not-OP hatte ich ein Gespräch mit der Diätassistentin der Klinik, die mir folgende Empfehlungen gab: langfaserige, ballaststoffreiche und blähende Nahrung in den ersten 6-8 Wochen nach der OP unbedingt vermeiden, sehr viel trinken (am besten pures Wasser ohne Kohlensäure), lieber 5 kleine Mahlzeiten als 3 große und den Stuhl mit mildem Abführmittel (z.B. Lactulose) weich halten. Danach gibt es eigentlich keine Einschränkungen mehr, weil die inneren Wunden verheilt sein sollten.

Gute Besserung und liebe Grüße!

Angie

cFor;du-2


Danke für die Tips. Hat mich beruhigt. Man glaubt ja irgendwann, dass nichts mehr planmäßig und normal verläuft. Ich werde also in aller Ruhe meine Schonkost und das Movicol noch ein paar Wochen beibehalten und im AUgust soll ich mich eh nochmal im Krankenhaus vorstellen. Dir Margarete auch noch eine gute Besserung @:)

und dir Monsti alles Gute weiterhin *:).

Lieben Gruß, Cordu

Meon8sti


Hallo cordu,

und Dir wünsche ich, dass Du von nun an nie wieder unter Verstopfung leidest! Super, dass man die OP laparoskopisch durchführen konnte. :)^

*:) Angie

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