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Meine Darmspiegelung

E|riToxn hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Das hier ist keine Frage. Ich hatte heute morgen eine Darmspiegelung (wegen Blut im Stuhl) und will nun einfach mal von diesem "Event" berichten, um so vielleicht ein paar Leuten hier im Forum die Angst ein wenig nehmen zu können.

Gleich das Wichtigste vorweg: es war NICHT schlimm. Üüüüberhaupt nicht.

Obwohl ich eine ziemliche Memme bin habe ich auf ein Schlafmittel verzichtet. Ich wollte bewusst alles mitbekommen - und mich mal von innen sehen. Es war absolut faszinierend, ich könnte jetzt fast davon schwärmen. Es hat eigentlich überhaupt nicht weh getan, eher ein wenig gekitzelt, so als würde sich eine kleine Schlange durch meinen Bauchraum bewegen. Der einzige Schmerz, den ich mal ganz kurz verspürt habe war ein wenig Bauchweh an einer kurvigen Stelle. So als würde ich auf´s Klo müssen. Sonst war es wie gesagt ein irres, kitzelndes Gefühl, fast sogar angenehm. Am Monitor konnte ich genau sehen, wie mein Darm aussieht. Auch die Stelle von der das Blut kam, die - wie sich herausstellte - entzündet war. Das war großes Kino, ehrlich. Vor allem als der Arzt Gewebeproben entnommen hat. Davon spürt man nicht das Geringste, aber es sieht einfach nur abgefahren aus, ich kann es nicht anders beschreiben. Ab und zu konnte man auf meinem Bauch das Lichtlein auf und ab wandern sehen, wo sich der Mini-Schlauch gerade befand. Und ehe ich mich versah, war es schon vorbei. Gerade mal 20 Minuten.

Meine Spiegelung fand bei vollem Bewusstsein statt. Und das war absolut in Ordnung. Wenn ich gewollt hätte, hätte man mir jederzeit durch die Kanüle am Arm, die man mir vorher gelegt hat das Schlafmittel spritzen können. Der Arzt hat gemeint, man wird dann so schlummrig, das man sich danach an nichts mehr erinnern kann. Also wer auf die Spritze besteht, hat auch nichts zu fürchten.

An der ganzen Geschichte waren lediglich 2 Dinge unangenehm: 1. Die 4 1/2 Liter Klean Prep, die ich trinken musste (Das war die mit Abstand ekligste Plörre, die mir je untergekommen ist - aber das lag wahrscheinlich daran, dass ich keine isotonischen Getränke mag, und so in etwa hat es geschmeckt, wie Isostar oder sowas. Ein guter Trick war einfach die Gäser im 10-Minuten-Takt zu "exen" und sofort danach immer ein Schnapsglas Apfelsaft zu trinken. So habe ich es letztendlich wunderbar geschafft.)

2. Die Blähungen und das Völlegefühl nach der Spiegelung. Um besser im Darm entlang zu kommen, wird Luft reingelassen (das merkt man kaum). Diese muss nach der Aktion allerdings auf natürlichem Wege wieder raus. Sprich man pubst wie ein Weltmeister. Aber auch das ist durchaus zu ertragen. Als hätte man zu viel Bohnen gegessen.

So, ich glaube jetzt habe ich alles geschrieben.

Und ich hoffe, ich kann dadurch anderen Leuten mit Darmprobleme, die sich vor der Spiegelung scheuen etwas Mut machen, die Sache in Angriff zu nehmen. :)^

Wenn jemand eine Frage hat, beantworte ich sie gern.

Liebe Grüße,

Antworten
Mlonstxi


Hi Erion,

auch ich fand meine Darmspiegelungen nie schlimm, obwohl man wegen extremer Verschlingungen und Stenosen immer vorher aufhören musste. Natürlich hatte auch ich mir das "Bauchkino" immer ganz genau angeschaut - ist schon eine spannende Geschichte, gell?!

Übrigens geht die Luft etwas schneller raus, wenn Du Dich in eine warme Wanne legst und sanft Deinen Bauch massierst. Was meinst Du, wie's da blubbert und was für Megaluftblasen aufsteigen! ;-D

Liebe Grüße!

Kfamp4feichhxörnchen


Mal ne Frage ich drücke mich jetzt schon bestimmt 2 Jahre weil es mir total peinlich und unangenehm ist. Gründe: ständiger Durchfall, Gewichtsabnahme! (bin 20 Jahre).

Kommt während der Spiegelung Stuhl raus?? Muss man während der Spiegelung pupsen?

MOonNstxi


Nachtrag

Ein guter Trick war einfach die Gäser im 10-Minuten-Takt zu "exen" und sofort danach immer ein Schnapsglas Apfelsaft zu trinken.

Genauso habe ich's auch immer gemacht, Nase zu und runter damit! Die vorherige Darmreinigung war auch für mich immer der unangenehmste Teil ...

Übrigens gibt es da ganz unterschiedliche Möglichkeiten: Ich bekam ambulant immer drei 1,5-Literflaschen grausam schmeckender, eigens zusammengemixter Salzlösung aus der Apotheke. Einmal bekam ich X-Prep, soweit ich mich erinnere, waren das zwei oder drei kleine Fläschchen à 100 ml mit furchtbar süß schmeckendem Zeug. Danach brauchte ich immer einen guten halben Liter Wasser, um diesen widerlichen Geschmack wieder loszuwerden. Vor meiner ersten Darm-OP bekam ich KleanPrep, ein Pulver, das in 1 Liter Wasser aufgelöst wird und einen salzig-vanilleähnlichen Geschmack hat. Mit jeweils 3 Liter davon hatte ich eine Woche lang gelebt. Echt, man gewöhnt sich mit den Tagen dran ... Auch da hatte ich es gehandhabt wie oben: Glas voll, angesetzt und ex ausgetrunken.

Gut gekühlt ist das alles übrigens erträglicher. Im KH bekam ich die Soße leider nur lauwarm ...

Also, für alle, denen eine Koloskopie bevorsteht: Das vorherige Abführen ist mit Abstand der unangenehmste Teil. Für die Untersuchung selbst wird Euch i.d.R. ein Venflon gesetzt, über den Ihr - falls Ihr die (wirklich hochinteressante) Prozedur nicht mitlerleben wollt - schachmatt gesetzt werden könnt *schnarch*. Zuschauen lohnt sich aber wirklich!!! Ich fand das besser als jeden Krimi im Fernsehen.

Liebes Grüßle an Euch alle!

M$onxsti


Hi Kampfeichhörnchen,

nein, sowas passiert nicht, denn der Darm wird durch das Abführen vorher ja komplett entleert, d.h. er ist supersauber. Die Untersuchung muss Dir auch kein Stück peinlich sein. Die zuständigen Docs und die Assistenten machen das tagtäglich mehrere Male - zumindest bei uns im Spital. Selbst wenn Du pupsen müsstest, würde das wirklich überhaupt keinen interessieren.

Falls Du die Untersuchung am Bildschirm mitverfolgen kannst (geht wahrscheinlich nicht, wenn Du Dich mit Dormicum & Co. abfüllen lässt), wirst Du sehen, dass der leere Dickdarm ein sehr appetitlich aussehender, rosaroter Schlauch ist. Man sieht wirklich alles, sämtliche Schleimhautirritationen, Divertikel und Polypen. Es ist und bleibt die genaueste Untersuchung.

Da Du ja wohl ziemliche Probleme hast, warte nicht zu lange mit der Untersuchung.

Alles Gute für Dich und liebe Grüße von

Angie

E'rio)n


@Kampfeichhörnchen

Ich kann mich Monsti nur anschließen! Von Stuhl ist da keine Spur mehr. Sieht alles total blankgeputzt aus (ist es ja auch). Bei mir kam manchmal von "oben" noch ein Schwall Reinigungsflüssigkeit. Dazu hatte der Arzt einen Schlauch mit eingeführt, mit dem er das Ganze absaugen konnte. Das hat ziemlich witzig auf dem Monitor ausgesehen, zumal da ja alles vergrößert abgebildet wird.

Was die Pubserei angeht - nur keine Hemmungen. Ich hab das während der Prozedur sogar angesprochen, hab gesagt: "Ohh, jetzt hab ich ein Gefühl als müsste ich pubsen." Es kam aber gar nichts, hat sich auch nur kurz so angefühlt. Und selbst WENN einem bei sowas ein Fürzchen entweicht, ist es ja eigentlich nicht so wie man es kennt. Es kann ja nichts mehr müffeln (weil nichts mehr zum Müffeln vorhanden ist - logisch), es ist nur die Luft, die vom Arzt reingepumpt wurde, und dass die wieder raus muss, früher oder später, weiß der gute Doc selber. Der macht das wirklich mehrmals am Tag (und weiß zum Feierabend bestimmt nicht mehr wer wann wie "gepubst" hat ;-)).

Also, liebes Kampfeichhörnchen, gib dir einen Ruck! So eine Untersuchung kann wirklich wichtig sein. Ich wollte mich zuerst auch drücken - aber dann wäre die Entzündung nie festgestellt und vermutlich irgendwann schlimmer geworden. Jetzt bin ich froh und stolz auf mich, dass ich es getan habe. Und ich kann im Nachhinein sogar festhalten, das eine Darmspiegelung definitiv keine furchtbare Sache ist, sondern im Gegenteil sogar sehr interessant sein kann.

Und was vielleicht auch noch gut zu wissen ist: man liegt da nicht untenrum völlig nackend in der Weltgeschichte rum, sondern bekommt ein Netzhöschen, bei dem nur an der Stelle, wo das Schläuchleich rein muss ein Loch reingeschnitten wird!

Liebe Grüße,

K*ampf(eilchhgörncxhen


Naja hört sich vielleicht echt nicht so schlimm an, hatt mal ne Magenspiegelung vor zwei Jahren da habe ich mir auch was Spritzen lassen, nur bin ich nach 5 min wieder wach gewesen und habe die totale Panik bekommen. habe versucht denn Schlauch rauszuziehen und das war natürlich dumm..

Naja im Moment geht es mit den Beschwerden ich habe mich langsam gewöhnt daran ,immer mir Durchfallatacken zu rechen.

Gehe selten weg, durch die Angst zu müssen.

E3rion


Dann überleg echt nochmal! Nur 20 Minuten Darmspiegelung - und du kannst danach dein Leben wieder sorgenfreier genießen und ausgehen so viel du willst!!! Das sollte es dir doch wert sein, oder?

Ich drück jedenfalls alle Daumen, dass du es schaffst dich zu überwinden!

Sschildxkröte


Na ja Erion, Du bist jetzt noch euphorisch von der Spiegelung. Ich hatte die gleichen Symptome wie Kampfeichhörnchen. Ich hatte eine Darmspiegelung, dabei wurde eine Darmentzündung festgestellt und behandelt. Leider hat sich hinterher gezeigt, dass ich auch Nahrungsmittelunvertäglichkeiten habe und den Durchfall habe ich immer noch.

Kampfhrnchen sollte wirklich eine Spiegelung machen lassen, aber es wäre blauäugig zu glauben, dass nach eine Spiegelung ein Heilmittel wäre. Manchmal kommen die Symptome auch woanders her und die Probleme können nicht durch die Ergebnisse der Spiegelung behandelt werden...

S!chivldk(röte


Und übrigens: bei meiner Untersuchung gabe es keine Netzhose. Ich lag "unten rum" nackt und einem schmalen Papiertuch. Da ich aber schon lange bei meinem Arzt bin und auch eine Spritze bekam hat mir das nicht viel ausgemacht...

Mwo:nsxti


Hi Schildkröte,

was heißt denn hier euphorisch? Das war ein ganz normaler Bericht von einer Darmspiegelung. Ob nun diskretes Netzhöschen oder nicht, wäre mir persönlich schon mal ziemlich wurscht. Ich hatte sowas nicht, war halt mit einem Laken abgedeckt, fand das aber auch voll in Ordnung.

Die Darmspiegelung ist und bleibt vorerst nun mal die aussagekräftigste Untersuchung bei Dickdarmbeschwerden. Natürlich sind allein wegen der Untersuchung danach die Beschwerden nicht beseitigt, aber CED, Polypen, Divertikel, Darmkrebs plus (bei Biopsie) Innervationsstörungen können damit gut entdeckt und anschließend adäquat therapiert werden.

Wir wehren uns hier halt gegen die z.T. hier präsentierten Horrorgeschichten zu Magen- und Darmspiegelungen, die ganz klar nicht gerechtfertigt sind und anderen nur völlig unnötige Angst einflößen. Die Darmspiegelung ist (ein fähiger Doc mal vorausgesetzt) eindeutig die schonendste und aussagekräftigste Untersuchung des Dickdarms. Wer hyperempfindlich oder ängstlich ist, kann sich problemlos eine Dormicum-Spritze geben lassen. Kein Untersucher wird diese Bitte ablehnen. Damit verschläft man das Ganze bzw. nimmt es nur im Dämmerzustand war (eigentlich schade, weil der Untersuchungsgang wirklich sehr interessant ist). Ich kann nur sagen, dass mir die früheren Blähungen und Koliken viiiiiiiel unangenehmer waren als das Ziepen bei den Darmspiegelungen.

Liebe Grüße!

S[childjkrötxe


Nur 20 Minuten Darmspiegelung - und du kannst danach dein Leben wieder sorgenfreier genießen und ausgehen so viel du willst!!! Das sollte es dir doch wert sein, oder?

Ich sage ja nichts gegen Darmspiegelungen, ich fand sie ja auch nicht schlimm. Allerdings ist sie keine Garantie, dass das Problem hinterher gelöst ist!

M?ons>txi


Hi Schildkröte,

hast natürlich Recht: Garantien gibt es nie. Aber gezielte Therapien ohne eine Diagnose eben auch nicht. Ich denke, es war von Erion nur etwas unglücklich ausgedrückt - sie meinte sicherlich: Eine Darmspiegelung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, Dickdarmproblemen auf die Spur zu kommen und sie zu behandeln. Wenn dabei z.B. MC oder CU herauskommt, ist das zwar nicht grad schön, aber frühzeitig erkannt und therapiert, hat man eine gute Chance auf Besserung.

Es muss wirklich nicht so laufen wie bei einer Bekannten von mir, die aus lauter Panik vor einer Darmspiegelung nie zum Arzt ging und mit ihren blutigen Dauerdurchfällen halt lebte - bis der MC ihren Bauch derart verfistelt hatte, dass sie nach 3 großen OPs ihren gesamten Dickdarm plus die Hälfte ihres Dünndarms sowie ihre Gebärmutter los geworden ist - und das mit knapp 30. Ich denke, diese Katastrophe wäre bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie vermeidbar gewesen.

Liebe Grüße von

Angie

E>rio[n


Danke Monsti!

Genau so habe ich es natürlich gemeint. Nachdem ich den Beitrag weggeschickt hatte ist mir selbst aufgefallen, dass es etwas ungeschickt formuliert war, sorry. Ich wollte Kampfeichhörnchen in erster Linie Mut machen, die Sache in Angriff zu nehmen.

Ein Bekannter von mir hat beispielsweise auch Morbus Crohn. Aber erstmal entdeckt und behandelt kann er prima damit umgehen und geht wieder genauso gern und viel aus wie jeder Andere.

@ Schildkröte:

Natürlich war ich etwas euphorisch - ich war auch stolz wie Oscar auf mich nach dieser Aktion (obwohl bei mir immer noch nicht klar ist, als was sich meine Entzündung entpuppt, das erfahre ich erst nächste Woche durch das Biopsie-Ergebnis). Aber genau DAS wollte ich den Leuten hier vermitteln - weil ich mitbekommen hab wie sich viele im Forum gegenseitig in ihrer Panik hochschaukeln. Wie Monsti erkannt hat, wollte ich den Horrorgeschichten etwas entgegensetzen - Betroffenen Mut machen und zeigen, dass einem sowas auf keinen Fall peinlich sein muss...

Fakt ist, dass Kampfeichhörnchen weiterhin jede Party meiden wird, wenn sie keine Darmspiegelung zulässt, aber eine reelle Chance auf Besserung hat, wenn sie sich zur Untersuchung traut. Deswegen war es mir ein Anliegen, mit meinem wirklich durch und durch positiven Erlebnis eine Art Traut-Euch!-Faden zu starten - und mit meiner Euphorie vielleicht sogar ein paar Leute anzustecken.

Und entschuldige, ich möchte deine Erfahrung nicht runterspielen, aber ich glaube kaum, dass es - wenn man Menschen von einer Sache überzeugen will - hilfreich ist, im Voraus rumzuspekulieren, ob die nach einer Spiegelung eventuell erfolgende Therapie anschlägt oder nicht. Wichtig ist doch in erster Linie, die Leute zu dieser harmlosen Untersuchung zu bewegen, bevor die Krankheit immer schlimmer wird!

Liebe Grüße @:),

K}ampfe>ichhö9rnochen


Also ich bin froh mal was positives von der Darmspiegelung zuhören, den ich hatte voll die Horrorgeschichten nur gehört und sehe das jetzt mal von einer anderen Seite..

Was mich allerdings auch nicht davon übezeugt dies machen zu lassen, ich weiß gar nicht ob es die Angst ist vor einer Darmspiegelung oder vor dem Ergebniss.

Heute hatte ich wieder so eine Atacke und dann denke ich eigentlich wie blöd ich bin, ich könnte nach einer Spiegelung Gewissheit haben.

Denn wärend diesen Atacken habe ich fürchterlliche Schmerzen im linken Unterbauch und Magengegend. Und das ist neu..(Seit April)

Doch ich habe leider nicht die Überwindung zu einem Arzt meines vertrauens zu gehen, lieber Behandel ich mich selbst mit irgendwelchen Durchfallmittel, denn Loperamid gibt es mittlerweile auch ohne Rezept..

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