» »

Sigmaresektion überstanden

uYli7nie


Hallo an alle Ex- und noch Divertikelgeplagten

*:) zur zeit erlebe ich meinen 4. schub und bin auf euere seite gestossen. mein 1.schub 97, 2.schub 03,3.schub 04 und jetzt 4.schub januar 05 und jetzt bekomme ich schiess. Verstopfung habe ich schon seit meinen Kindertagen, es folgten dann mit 25 jahren böse darmpolypen, die entfernt wurden, hämorrhoiden op mit 27 jahren und seit 88, im wege der alle 2 jahre stattfindenden kolloskopie wegen der bösen darmpolypen, die info divertikel im sigmabereich des darms. bin jetzt 56. ich habe angst vor so einer op und vielleicht kann mich der ein oder andere beruhigen von euch. ich esse so gerne und weiß jetzt nicht mehr, was ich danach essen soll, vor lauter angst, dass mir doch noch etwas passiert und dann mit not-op usw. ich wiege 58 kilo bei 173 größe und ich lese, ihr habt soviel abgenommen danach. ich ernähre mich eigentlich gut. anscheinend hat das nicht gereicht und ein problem ist auch, ich bin selbstständig, muss mit mir 4 menschen ernähren. wie lange kann ich nicht arbeiten nach der op? habe eine sitzende tätigkeit. wo bekomme ich adressen her von guten krankenhäusern/ärzten? mit welchen folgen habe ich zu rechnen? was kann ich überhaupt noch essen, jetzt und danach. was heißt das überhaupt ballaststoffreiche nahrung? habe sie meineserachtens immer zu mir genommen unterstützt mit mukofalk, indische flohsamen und trotzdem. es wäre schön, wenn ihr mich bei meinen entscheidungen, die ich zu treffen habe, unterstützen könntet.

s:igm-~axde


Ich (Gunter) schreibe gerade im Krankenhaus diesen Artikel, meine OP liegt exakt 5 Tage zurück und war am 19. Oktober. Vielleicht kann ich mit meinem Artikel auch noch wertvolle Tipps geben. Ich möchte dabei ganz von vorn anfangen, da die sage und schreibe 11 Jahre bis hin zur Entscheidung, sich operieren zu lassen, auch wichtig sind, zu erwähnen. Da der Artikel sehr lang ist, teile ich ihn in mehrere Teile auf.

Die Zeit bis zur OP (11 Jahre)

Damals lebte ich noch in Köln, vor 11 Jahren wurde ich in das Krankenhaus in Köln Holweide mit heftigen Schmerzen im linken Unterbauch eingeliefert, Diagnose Divertikulitis. Divertikulitis ??? Was ist das denn? Nie gehört, eine Operation, ein Stück Darm wegnehmen? Um Gottes Willen, ich war völlig schockiert und lehnte eine OP ab. Warum? Weil ich einfach Angst vor so einer OP hatte, damals noch zu wenig über die Krankheit wusste und die Hoffnung hatte, das könne ich irgendwie in den Griff bekommen. Die erste Maßnahme war eine Ernährungsberatung bei einer Heilpraktikerin, ich nahm dann 10 Kilogramm ab, mied Anfangs bestimmte Speisen und mir ging es dann lange Zeit ganz gut. Fast 10 Jahre hatte ich keinen schweren Schub, und trotzdem merkte ich immer wieder, dass die Stelle entzündet war und hatte ständig Angst, dass es z.B. im Urlaub zu einem schweren Schub kommen würde. Das Schlimmste, was ich meinem V-Trakt zumuten konnte, waren gegrillte Fleischmassen oder Sahnekuchen, danach rastete mein V-Trakt regelrecht aus. Im letzten Jahr dann ein schwerer Schub, eine Woche im Euskirchener Krankenaus, dieselbe Empfehlung, "lassen Sie sich schnellstmöglich in einer reizlosen Phase operieren, Sie kommen daran nicht vorbei, außerdem war der Darm schon an einer Stelle verengt. Wenn ich jetzt einmal einen Zwischenvergleich mache, eine Woche Divertikulitisbehandlung im Krankenhaus und 1 Woche inkl. Op, dann empfand ich fast die Woche nur mit Behandlung unangenehmer, weil viele Untersuchungen, Schmerzen, aber nur Symptombehandlung.

Über die Angst vor einer OP

Ich war schon nahe dran, mich operieren zu lassen, tat es dann doch nicht, weil das Horrorgespenst "übergehender künstlicher Darmausgang" in meinem Geiste wuchs und dies in meiner Vorstellung unerträglich war. Ich sagte zu mir, lieber will ich sterben, als später einmal mit einer solchen Dauerlösung leben zu müssen, aber das ist halt nur die Angst, heute denke ich anders darüber. Suche im Internet nach Wundermittel, ich las Artikel über den Wirkstoff Mesalazin, bekam das Mittel auch. Dann vor 8 Wochen wieder ein heftiger Schub, Mesalazin konnte allein nicht helfen, daneben musste noch Antibiotika gegeben werden. Dann endlich die Entscheidung, noch einmal eine Spiegelung machen zu lassen und auf den Internisten zu hören. Gemacht, der Internist riet auch zu einer OP, die Entscheidung war so gut wie gefallen.

In welchem Krankenhaus operieren lassen?

Man kann natürlich in das ortsnahe Krankenhaus gehen, das wäre für mich Euskirchen gewesen, aber ich wollte es nicht. Nicht weil ich über das Krankenhaus eine schlechte Meinung habe, sondern ich wollte eine persönliche Empfehlung haben, die mir die Entscheidung erleichterte. In meiner Not habe ich mich an meine AOK gewandt und eine Beraterin bei der AOK in Düren kontaktiert, die mir schon damals bei der Pflege meiner Mutter Arme und Beine ausgerissen hatte. Sie erkundigte sich gründlich, gab mir Tipps und half mir sogar dabei, dass ich relativ schnell einen Termin im ST. Augustinus Krankenhaus in Düren. Dies hat meine Entscheidung, mich operieren zu lassen, sehr erleichtert. Die zweite Komponente war die Chirurgin selbst. Ich denke, zumindest für mich selbst, ist es wichtig, ein gutes Gefühl zu derjenigen oder demjenigen Arzt zu haben, der einen operiert.

Vorbereitung auf die OP

Für mich war es sehr wichtig, dass der Darm möglichst optimal für die OP vorbereitet war, d.h. reizlos sein sollte. Ich habe auf die Ernährung geachtet, und…,das habe ich völlig vergessen, eine sehr gute Erfahrung mit dem Mittel "Alkala N" gemacht. Das hatte mir meine Heilpraktikerin empfohlen, weil sie glaubte, dass mein Körper aufgrund Rauchen, Kaffee und Süßem übersäuert sei. Sie hatte recht. Aber wo ist der Zusammenhang zu meinen Magen-Darm-Problemen? Nach schwerem, fetten Essen hatte ich oft Übelkeit, ein Gefühl der Völle, Blähungen etc. Seit ich dieses Pulver nehme (verteile einen Messlöffel auf 2 Sprudelflaschen) hatte ich diese Symptome nicht mehr. Warum? Eine mögliche Antwort fand ich im Internet, dass sich eine Übersäuerung logischerweise auch auf die Magen- und Darmschleimhäute auswirkt, sie angreift. Anscheinend hat das Pulver einen positiven Einfluss auf die Verdauung.

Da ich auch homöopathischen Mitteln gegenüber offen bin, nahm ich dann für die Zeit im Krankenhaus nach der OP 3 Mittel mit: Arnica D6 Kügelchen (gegen Verletzung), Nux Vomica D6 (Verdauung etc) und mein oft bei Entzündungen eingesetztes Wundermittel Wobenzym N 800 Stk. Nebenbei erwähnt kaufe ich mittlerweile alle Artikel im Internet, nutze dabei die Suchmaschine Medizinfuchs.de. Ich möchte bei diesem und dem nächsten Teil jedoch klarstellen, dass ich diese Empfehlungen aus eigener Erfahrung ohne Werbecharakter gebe.

sMigm-5adxe


Teil 2

Die OP

Ich war relativruhig bei der Vorbereitung, aber je näher die Narkose kam, um so mehr ging mit durch den Kopf. Ein Katheter für die Wirbelsäule (nachträgliche Schmerzmittelgabe) funktionierte nicht, das war das letzte, was ich mitbekam und meine Hoffnung, hoffentlich klappt alles und bitte keinen künstlichen Ausgang. Danach Dunkelheit… Die erste bewusste Wahrnehmung nach der OP war eine kurze unangenehme, ich höre mich selbst sagen, mir ist so schlecht, ich habe Schmerzen, jemand bewegt meinen Körper, danach wieder für lange Zeit Dunkelheit. Montag um 11.00 Uhr wurde ich operiert, Dienstagnacht wache ich in der Intensivstation auf, mein erster Gedanke, ist alles gut gegangen. Ich bin noch zu schwach und zu ängstlich, meinen Körper zu betasten, ich warte noch Stunden, dann ein banges Abtasten. Ich fühle drei oder vier Pflaster, aber keine großen, das macht Mut, anscheinend und das stimmte auch, gelang die OP endoskopisch (laparoskopisch). Ich spüre ein unangenehmes Gefühl in der Nase, eine Magensonde tut mir weh, Sauerstoffzufuhr außerdem, dann ein Blasenkatheter, habe so etwas noch nie gehabt. Jemand beruhigt mich, am Mittag entscheidet man, ich kann die Intensivstation verlassen. Die Magensonde und der Blasenkatheter werden mir zur Erleichterung entfernt, man fährt mich auf das Zimmer, ich schlafe und schlafe, habe seltsame Albträume, denke, es kommt von der Narkose.

Ergebnis

Am anderen Tag Visite, die Ärzte zeigen sich zufrieden mit der OP, 16 cm weg, mir fallen tausend Steine vom Herzen, es hat geklappt, ich bin auch irgendwie stolz auf mich, dass ich es nun endlich gewagt habe, mich operieren zu lassen, dass ich es geschafft habe und danke meiner Chirurgin. Es ist der dritte Tag, ich fühle mich zwar sehr schwach, die Schmerzen halten sich in Grenzen, aber ich bin mental so gut drauf, es hilft mir. Jede Stunde oder immer wenn ich dran denke, nehme ich meine Mittel, also nicht nur 3 x täglich, sondern stündlich oder bei Wobenzym mindestens alle 2 Stunden 2 Tabletten. Ich bekomme am dritten Tag eine Suppe, am vierten schon Brot mit leichtem Aufschnitt, am nächsten Tag schon Fisch – heute ist Samstag, ich kann schon normal essen. Ich bin erstaunt, auch die Verdauung klappt schon ganz gut, das ganze nimmt zunehmend eine normale Konsistenz an, aber man hilft mir auch etwas mit Movicol nach, bis gestern habe ich auch noch Schmerzmittel genommen.

Selbstmotivation , Entspannung und Heilung

Eine wichtige bzw. sehr wichtige Rolle spielt die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, sich zu entspannen und Zeit für die Genesung zu haben. Ich hatte mir wohl überlegt, was ich ins Krankenhaus mitnehmen wollte. Vor allem meine Musik, denn Musik motiviert mich, bringt mich in Stimmung, kann mich entspannen. Kopfhörer nicht vergessen, so kann man ungestört Musik genießen. Vor allem ist jedoch wichtig, sich Ruhe und Zeit zu nehmen, gerade unmittelbar nach der OP. Ich habe in den ersten drei Tagen immer einen ähnlichen Rhythmus gehabt. Ich habe mich etwas bewegt, dann immer mehr (Spaziergänge, Treppensteigen), danach habe ich mich hingelegt, geschlafen oder meditiert. Meditiert? Ich habe ein kleines mobiles Entspannungssystem, das vorwiegend mit Lichtimpulsen arbeitet (einige nennen es Brainmaschine). Es hilft mir, in einen tiefen Entspannungszustand zu kommen, dabei aber auch Bilder zu sehen, d.h. ich visualisiere. Einige Bilder kommen automatisch, andere provoziere ich selbst. Dabei kommt mir meine enge Beziehung zur Natur zugute. In der Nähe des Krankenhauses ist ein Wald, dort fließt die Rur (Nomen ist hier kein Omen). Das Wasser ist für mich Sinnbild der Ruhe, aber auch der Bewegung und Reinigung. Ich stelle mir vor, wie die Mobilität in meinem Darm angeregt wird wie fließendes Wasser, das den Darm reinigt etc. Viele Bilder kann man hier nutzen. Wenn ich morgens im Krankenhaus aufwachte, legte ich meine Hände auf die Stellen, die schmerzten bzw. z.T. immer noch schmerzen. Ein wohliges Gefühl der Wärme breitet sich aus, ich stelle mir vor, wie die Narben heilen und Ähnliches. Zwischendurch mache ich Dinge, die ich mag, etwas lesen, Fernsehen schauen etc.

Liebe und positiv denkende Menschen sind ganz ganz wichtig. So danke ich meiner Frau und meinen beiden Kindern, aber insbesondere auch meinem Vater und Freunden für deren Anteilnahme, Motivation und Aufmunterung. Die brauchte ich, denn wie schon gesagt, hatte ich vor der Op unglaubliche Selbstzweifel. Negativ denkende Menschen meiden, überhaupt sich nicht zu sehr mit Besuchern überfordern – in der Ruhe die Kraft finden. Viel Glück.

Heute ist Montag, eine Woche nach der OP. Es geht mir erstaunlich gut, ich habe sogar Fleisch gegessen. Hier mein Fazit:

1. OP gründlich überlegen, aber nicht zu lange warten, denn: Der Zustand verschlimmert sich meist und das angegriffene Darmteil spielt der Gesundheit übel mit

2. Sich nach einem kompetenten Krankenhaus erkundigen (von Fachleuten)

3. Mit dem Arzt, der einen operieren wird, vorher ein Gespräch führen

4. Vor der OP alles dafür tun, dass der Darm reizfrei ist

5. Meine pflanzl.und homööpath. Empfehlungen für nach der OP habe ich schon beschrieben

6. Sich immer wieder selbst motivieren und sich die Zeit nehmen, gesund zu werden

7. Seine Erkenntnisse und Lehren (Ernährung etc.) in die Tat umsetzen

p'eps


Du hast da einen tollen Bericht verfasst, der anderen bestimmt helfen wird.

Die Ungewissheit über die Dinge die auf einen zukommen werden, ist meistens das schlimmste.

Ich habe es übrigens auch seit Okt.08 hinter mir (35 cm Darm wurden entfernt).

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Magen und Darm oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Ernährung · Übergewicht · Unter­gewicht · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH