» »

Probleme beim Stuhlgang (sehr peinlich)

Dcas E2twxas hat die Diskussion gestartet


Hallo,

es ist mir sehr unangenehm darüber zu schreiben, aber wenn ich Rat und Hilfe kriegen möchte, muss ich das wohl mal tun (denn zum Arzt traue ich mich damit nicht).

Mein Problem ist folgendes:

Wenn ich Drang verspüre und aufs Klo gehe, kommt ein kleiner Teil des Stuhls heraus, ein wesentlich größerer bleibt aber drin und lässt sich auch durch drücken nicht ausscheiden. Die einzige Möglichkeit ist dann, viel Geduld aufzubringen, sitzen zu bleiben, der Schwerkraft ihren Lauf zu lassen und zu hoffen dass es rauskommt.

Dies ist verständlicherweise für mich nicht nur nervend (denn ich habe nicht immer 15-20 Min. Zeit), sondern klappt nur selten. Oftmals bleibt dieser größere Teil Stuhl drin und das gleiche Spiel geht ein paar Stunden später wieder von neuem los.

Es fühlt sich so an, als wäre von innen eine Art "Wand", die zwar ein bisschen was durchlässt, den Hauptteil des Stuhls jedoch blockt und nicht durchlässt. Wie gesagt, diese "Wand" kann ich auch nicht durch drücken/pressen durchbrechen, wenn ich auch nur geringfügig drücke, kommt grundsätzlich reineweg überhaupt nichts mehr heraus.

Was könnte das sein, was könnte da vorliegen? Hat jemand vielleicht ein ähnliches Problem und weiß Rat?

Wie gesagt, ich traue mich damit nicht zum Arzt, da ich keinen wirklichen Arzt meines Vertrauens habe und allein der Gedanke, dass mir da jemand fremdes da etwas in den Hintern schiebt, löst bei mir schon alle Abwehrreaktionen aus.

Erwähnen sollte ich vielleicht noch, dass ich als Kind öfter in freier Natur mal musste (wir waren immer viel unterwegs), aber erst sehr spät (so mit 8 oder 9 Jahren) gelernt habe, wie man das richtig macht (hinhocken).

Bis dahin habe ich, wenn ich mal musste, mich dann immer ganz auf den Boden gesetzt (ja ich weiß...) und konnte so natürlich logischerweise nicht wirklich "groß" machen (klar, ich saß ja genau mit dem After auf dem Boden). Ergebnis war, dass ich mich meist nach ca. einer Viertelstunde drücken und pressen wieder unverrichteter Dinge angezogen habe, das Druckgefühl war dann aber weg (der Stuhl aber natürlich noch drin). Wie gesagt, so habe ich draußen "groß" gemacht bis ich ca. 9 Jahre alt war (ich hatte es halt nicht anders gelernt oder gezeigt bekommen).

Vielleicht kann das damit zusammen hängen?

Ich wäre dankbar für Antworten. Mir ist das ganze ziemlich peinlich, deswegen bitte ich, mir blöde Kommentare zu ersparen. Mir ist das ernst.

mfg

Antworten
Mlonstxi


Hallo,

zu allererst: Das sollte Dir absolut nicht peinlich sein, denn es ist nicht peinlich!

Für Dich sehe ich eine reelle Chance in der "Darmerziehung", die allerdings Zeit erfordert. Gewöhne Dir ein Ritual an (z.B. morgens ein Glas Wasser trinken, anschließend einen gemütlichen Kaffee, und beim geringsten Druck die Zeitung schnappen und ab auf's stille Örtchen). Gönne Dir Zeit dabei und rechne nicht unbedingt damit, dass es von heut auf morgen klappt.

Sollte es tatsächlich erfolglos sein, würde ich schon mal mit dem Arzt darüber reden. Glaub mir, Du bist mit diesem Problem nicht alleine!

Gutes Gelingen, etwas Geduld und liebe Grüße!

Angie

mAara1x983


MEin Freund hatte wohl ähnliches. Er ging auf die Toilette, verspürte den Drang, der aber sofort weg war, nachdem ganz, ganz wenig Stuhlgang draußen war. DA er aber sowieso damals nur jeden dritten doer vierten TAg "groß" auf die Toilette ging, konnte das nicht alles gewesen sein.

Weg bekommen hat er es (oder zumindest hat sich alles gebessert), seit er regelmäßig jeden Tag abends seinen Joghurt isst und dann beim geringsten Druck auf die Toilette geht. Komishcerweise funktioniert es so und er hat kaum mehr Probleme. Bei ihm hing das Problem aber auch teilweise mit Verstopfung zusammen und er hat anfangs unterstützend Lactulose-Sirup genommen, der den Stuhl weicher macht (und pressen verhindert). Dieser hat es wohl auch angeregt, dass er kurzzeitig jeden TAg auf die Toilette gehen konnte.

Ich weiß nicht, ob dir das jetzt hilft, weil ich nicht wirklich weiß, wo bei dir das Problem liegt (organisch, Verstopfung,...??), aber ich habe dir einfach mal unser Problem und die Lösung geschildert, vielleicht hilfts...

Grüße

m7ale#divexn


Es könnte sich um eine inkomplette Darmentleerung handeln, welche man mittels einer Defäkographie feststellen kann. Da wird einem etwas ins Rektum gespritzt und dann muss man das entleeren und wird dabei geröntgt, angenehm ist das nicht. Bei mir war das so, dass ich dauernd den Drang gehabt habe die Toilette aufzusuchen, aber nichts herausgekommen ist. Scheußliches Gefühl. Ich habe den Tipp bekommen in der Früh auf nüchternen Magen ein Glas warmes Wasser zu trinken. Hat sich etwas gebessert.

DJas #Extwas


Hallo,

erstmal danke für die informativen und teils sogar aufmunternden Antworten.

Nun, eine Verstopfung kann ich als Grund ausschließen, denn es ist ja nicht so dass NICHTS rauskäme bzw. der Stuhl sehr hart wäre oder sonstiges.

Wie schon beschrieben habe ich den Drang sehr wohl auch noch wenn ich auf dem Klo bin, er lässt auch nicht nach, aber da ist eben diese innere "Wand" alles blockt und nichts bzw. fast nichts herauslässt.

Teilweise ist der Druck ja sogar schon ziemlich stark, ich muss also dann schon recht dringend. Und trotzdem kommt nichts heraus, ähnlich wie eben in jungen Jahren, als ich mich draußen für den Stuhlgang eben noch ganz auf den Boden setzte.

Irgendwann war der Druck eben einfach weg, es konnte nicht raus, drücken brachte logischerweise nichts, irgendwann war's gut und ich konnte mich wieder anziehen.

So ungefähr ist es heute auch noch. Ich sitze auf dem Klo, ich muss auch wirklich dringend, aber es kommt eben nichts bzw. ich drücke gegen etwas an was nichts vorbei lässt.

Meine stille Vermutung war bzw. ist die, dass sich durch den falschen Stuhlgang in meinen jüngeren Jahren der Darm vielleicht verschlungen haben könnte, so dass der Stuhl dann quasi immer erst durch einen "Knoten" hindurch muss.

Denn wenn ich früher musste, hatte ich ja logischerweise auch Stuhl im Darm der raus musste, der aber eben durch das falsche hinsetzen auf den Boden nicht heraus konnte. Da ich aber immer gedrückt habe und ihn quasi mit "Gewalt" rausbekommen wollte, könnte das eben vielleicht der Fall sein - ich weiß es nicht, ist nur eine vage Vermutung, kann auch vollkommen falsch sein.

@Malediven

Diese "Defäkographie" klingt ja schon grauenhaft, die Beschreibung erst recht. Sowas würde ich mir möglichst gerne ersparen, wie gesagt, mir graut es davor, dass irgendwer fremdes an meinem intimsten herumfuhrwerkt..

Dass der Stuhl nicht vollständig rauskommt weiß ich ja, nur WORAN es liegt, das würde ich gerne wissen wollen..

Danke nochmal für alle Antworten. Und natürlich bin ich dankbar für weitere.

CLai.n200x5


hab die däfragtopie auch hinter mir und es wurde festgestellt adas sich da nichts entlehrt richtig aber was bringt mri das? nun weis ich ok, mein darm entlehrt sich nicht aber letzlich habe ich immernoch dne ganzen tag bauchschmerzen;( selbst bei weichem stuhl kann ich nicht ... und dadurch wird er zwangsläufig hart und kommen tun dann nur kleien kügelchen nach langem pressen

D6asJ Etwxas


Fortsetzung

Hallo nochmal.

erstmal möchte ich mich für alle Antworten bedanken.

Ich hab mich nun doch überwunden und war nun doch beim Arzt gewesen verschiedene Punkte (chronische Verstopfung, organische Ursachen) abzuklären. Organisch ist soweit alles OK. Auch eine chronische Verstopfung liegt nicht vor, allerdings hat der Arzt dies als mittleres Wunder bezeichnet, da er meine mangelnde Fähigkeit, den im Darm befindlichen Stuhl voll auszuscheiden, bestätigt hat.

Der Arzt bestätigte mir mehrere unterschiedlich große Wachsungen (vermutl. Hamorrhoiden) über der Afteröffnung, die sich beim Stuhlgang beim geringsten Druck vor den After schieben und den Darm somit tatsächlich 'blocken'. Mein Gefühl mit der "Wand" an der der Stuhl nicht vorbeikommt, hat mich also nicht getäuscht.

Der Arzt hat mir das ganze folgendermaßen erklärt:

Der Stuhl kommt an diesen Wachsungen unter normalen Umständen nicht vorbei sondern erst wenn der Darm wirklich schon so gut gefüllt ist, dass er quasi schon "überläuft", es also ohne zusätzliches drücken herauskommt (sprich, wenn ich wirklich extrem dringend aufs Klo muss).

Bei geringstem 'Nachhelfen' (also drücken) werden diese Wachsungen durch die Muskeln in den Analkanal gedrückt und legen sich dort genau vor den After, schon ist der Ausgang versperrt und es geht nichts mehr.

Von allein entleert sich der Darm aber nicht komplett, daher verbleibt immer eine mehr oder weniger große Stuhlmenge im Darm (je nachdem wie früh ich anfange "nachzuhelfen") und wird erst beim nächsten Mal ausgeschieden.

Als Grund hat er mir das geschrieben, wovon ich auch hier schon berichtet hatte. Aufgrund der falschen Art und Weise des Stuhlgangs in meiner Kindheit (auf den Boden setzen, erfolglos gegen Widerstand drücken um dann mit immer noch allem Stuhl im Bauch mich wieder anzuziehen) haben sich durch das enorme Drücken im Enddarmbereich eben besagte Wachsungen gebildet. Das Gewebe wurde von den Muskeln durch den Druck immer weiter in den Analkanal gedrückt und ist nun heute so groß, dass es den After komplett zudecken kann.

Der Darm selbst hat aufgrund dessen dass er ja trotz Druck nicht entleert wurde obwohl er voll war, eine zusätzliche Schleife (einen 'Bogen') gebildet und sich erweitert, so dass sich dort nun der Stuhl zusätzlich auch noch anstaut und durch den dann wesentlich engeren Afterkanal heraus will. Das allein macht es schon schwieriger, die Wachsungen die den Afterkanal dann gänzlich abdecken besorgen den Rest.

Als Möglichkeit wurde mir nur eine operative Entfernung der Wachsungen genannt, mit Salbe wäre da nichts zu machen, da sie ja innen liegen und auch nicht direkt mit "normalen" Hämorrhoiden zu vergleichen wären. Vielmehr handelt es sich um 'ausgebeultes', verformtes Gewebe und Muskeln, die sich dieser Form mit angepasst haben. Daher wäre dies nur operativ möglich.

Nun habe ich natürlich keine Ambitionen, mich einer solchen OP zu unterziehen. Der Arzt hat mir allerdings gesagt, dass es dann auf mich zukäme, dass ich generell nur noch beim Stuhlgang der Schwerkraft ihren Lauf lassen kann, da beim geringsten Druck der Analkanal zu geht.

Die Gefahr einer daraus resultierenden Verstopfung ist recht groß, da der Darm auf die Art nie wirklich entleert wird, sondern nur das was wirklich zu viel ist und raus MUSS.

Bei einer dann vorliegenden Verstopfung wiederum könnte dann auch, egal wie, nichts mehr herauskommen, da Verstopfung immer mit pressen verbunden ist und da stellen sich die Wachsungen wieder in den Weg.

Soweit die Erklärung des Arztes dazu.

Ich selbst merke, dass die beschriebenen Probleme in der Tat schwieriger werden. Mittlerweile kann ich ohne drücken keinen Stuhl mehr lassen, sondern nur noch mit und da kommt beschriebenermaßen nichts mehr heraus.

Größtenteils klappt es nur noch mit Einlauf und auch dann nur relativ mühsam, weil das zwangsläufig einen Pressreiz verursacht.

Jetzt meine Frage:

Sollte ich mich dieser Operation tatsächlich so unterziehen oder kennt jemand noch andere Möglichkeiten? Ich würde dies nur SEHR ungern tun, allein der Gedanke lässt mich erschauern.

Danke schonmal im Voraus für euren Rat.

M,onUstxi


Hi,

ob Operation oder nicht, hängt sehr von Deinem Leidensdruck ab. Wenn es tatsächlich so ist, wie es Dir der Doc erklärt hat, wird sich das Problem nur weiter verschlimmern. Wenn Du Dich also für eine OP entscheidest, solltest Du nicht zu lange damit warten. Vor einem Eingriff hole aber unbedingt noch eine zweite Meinung ein. Stelle Deine Frage doch auch mal im Expertenforum bei [[http://www.darmzentrum-exter.de/wecos/wecos-apr04.php?version=apr04&vorlage=_&sprache=deu&ebene1=patientenservice&ebene2=darmforum&ebene3=fragen-u-antworten]] - dort bekommst Du innerhalb weniger Tage eine kompetente Antwort.

Wünsche Dir einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Liebe Grüße von

Angie

uNror|ex


@ das Etwas

So wie Du das beschreibst, klingt das wirklich sehr "fortgeschritten" und ich würde mir gut überlegen, wie lange Du das noch ertrage kannst und auch willst. Irgendwann lässt sich das vielleicht sowieso nicht mehr mit Einläufen unter Kontrolle halten.

Eine OP ändert aber nicht Dein falsches Toilettenverhalten. Und leider musst Du damit rechnen, dass mit der Zeit die Probleme dann wieder kommen. Wie man sich darmentleerungsfreundlich ernährt, kann man in Hämorrhoidenposts im Detail nachlesen (ballaststoffreich...).

Ich finde es klasse, dass Du dich zum Arzt begeben hast :)^ Weiß genau, wie schwer die Entscheidung fällt, aber wenn man den Schritt dann mal gemacht hat, ist es doch gar nicht so schlimm... ;-) Ich hab auch seit Sommer an meinem Bauch selbst rumgedoktert und jetzt erst im Dezember mal einen Arzt aufgesucht. (Mir wurde dann gleich CT und Darmspiegelung verpasst). Meine Probleme scheinen ähnlich dem Deinen, nur nicht bloß durch das falsche Toilettenverhalten, sondern durch ein abknickendes Sigma (Teil des Dickdarms) verursacht. Mit viel Ballaststoffen und Flüssigkeit und ohne Drücken (was alles 3 mehr Disziplin erfordert, als man denkt) klappt es so eigentlich ganz gut. Was natürlich nicht heißt, dass ich es nicht gern besser hätte. Zum Operieren wäre es wohl nix bei mir.

Dass Salben Dein Problem nicht komplett aus der Welt schaffen, glaube ich auch. Allerdings finde ich schon, dass sie lindern können. Außerdem kann man sie auch in den Enddarm und Schließmuskelbereich einführen, wo sie auch eine abschwellende Wirkung haben. Konservativ kann man auch einen Analdehner probieren. Dadurch wird der Schließmuskel entkrampft und die gestauten Venen "ausgedrückt".

LG

reX

DFash Etwxas


Zwischenstand

Hallo,

so, nach dem Zuspruch und den guten Informationen hier habe ich mich überwunden, und bin noch am Donnerstag in unser Klinikum gefahren und habe mich dort erkundigt.

Ein sehr netter Arzt hat mir gleich für anderntags einen Termin gegeben und so hatte ich am Freitag die Defäkographie und eine (versuchte) Mastdarmspiegelung.

Zunächst sollte die Spiegelung durchgeführt werden. Das allein ließ mich schon schaudern, aber nunja, das ganze kostete mich ja eh schon genug Überwindung, da kam's darauf auch nicht mehr an.

Dummerweise verursachte das Einführen des Instruments bei mir einen derartigen Stuhldrang, dass ich erstmal total dringend aufs Klo musste - und schon taten sich wieder die bekannten Hürden auf. Es kam fast nichts heraus, dafür merkte ich, wie innen schon wieder alles "zu ging".

Wieder im Untersuchungsraum versuchte der Arzt erneut "sein Glück", allerdings ohne Erfolg. Er kam nur relativ wenig hinein und stieß dann auf Widerstand - besagte Wachsungen. Diese hatten sich durch das Drücken auf dem Klo wieder so stark ausgedehnt, dass sie sich komplett vor den Analkanal gelegt hatten und natürlich keinen Stuhl mehr rausgelassen haben, aber auch kein Rectoskop hinein. Der Arzt zeigte mir das auf seinem Monitor.

Er versuchte mehrmals ein "Schlupfloch" zu finden um doch noch weiter hinein zu kommen - es war nichts zu machen, der Darm war wie zugewachsen. Selbst mit der Zuführung von Luft (das Rectoskop besitzt eine Art Luftschlauch um den Darm etwas ausdehnen zu können) war nichts zu wollen. Die Wachsungen hatten sich in den Darm gelegt wie ein Korken.

Als mir der Arzt diese Wachsungen auf dem Monitor zeigte hat's mich fast von den Socken gehauen. Offenbar ist durch das falsche, starke aber erfolglose herauspressen des Stuhls - früher als Kind - (siehe oben) das Darmgewebe so verformt worden, dass sich das, sobald der Stuhl von oben draufdrückt, sofort in den Kanal schiebt und diesen ziemlich schnell verschließt. Es geht dann tatsächlich NICHTS mehr, der Darm ist dann für einige Minuten wirklich komplett ZU.

Das kann ich in der Tat auch so bestätigen. Sobald ich auf der Toilette sitze und merke dass nichts (mehr) kommt, kann ich auch drücken und machen so viel ich will, da kommt NICHTS mehr heraus obwohl ich merke, dass noch was drin ist.

Ich muss dann ca. 30 Min. warten bevor sich diese Wachsungen wieder einigermaßen zurückgebildet haben und dann geht das Spielchen nochmal von vorn los.

Nach dieser erfolglosen Darmspiegelung sollte dann der Röntgeneinlauf (Defäkographie) gemacht werden. Nachdem wir ein bisschen abgewartet hatten (damit die Wachsungen wieder zurückgehen können) wurde mir das Zeug verabreicht - baah es war fürchterlich.

Ziemlich schnell musste ich ja dann auch aufs Klo - und da begann das gleiche wieder. Bis auf ein bisschen von der Kontrastflüssigkeit kam NICHTS heraus, stattdessen merkte ich, wie sich innen wieder was in den Weg stellte und aus war's. Es kam NICHTS heraus.

Das Röntgenbild war ernüchternd und bestätigte genau das. Schon kurz nach dem Hinsetzen hatten diese Wachsungen sich wieder angefangen auszudehnen und verschlossen ziemlich schnell den Darm. Ab dem Moment war Feierabend. Man konnte auf den Bilder erkennen, wie ich leicht zu drücken versuchte, was aber nichts mehr brachte.

Zwischendrin bat mich der Arzt dann einmal ausnahmsweise ganz fest zu pressen um festzustellen wie viel Widerstand die Wachsungen leisten. Das Ergebnis war, dass ich selbst mit meiner ganzen Kraft nicht dagegen ankam, es kam nichts durch.

Zu allem Übel hat sich, dadurch dass ich mich als Kind eben ganz auf den Boden gesetzt und dann den Stuhl rauszupressen versucht habe, durch die ungünstige Sitzhaltung und das erfolglose herauspressen ein weiterer Bogen im Darm gebildet. Der Darm geht also nicht in einem Bogen in den Enddarm bzw. den Analkanal über, sondern macht nochmal einen weiteren Bogen um annähernd 180°. Dadurch muss der Stuhl nochmal um eine Kurve und dann an den Wachsungen vorbei, die schon ohne sich weiter auszudehnen den Enddarm ziemlich verengen. Sobald ich drücke, machen diese Wachsungen komplett dicht, dann füllt sich dieser zusätzliche Darmbogen und der Stuhl bleibt hinter der "Sperre", bis sich die Wachsungen eben zurückgebildet haben.

Das ganze kommt eben durch das auf den Boden setzten und pressen. Der Arzt hat mir das relativ genau erklärt.

Durch diese Art des Stuhlgangs (bzw. des Versuchs) musste der Stuhl ja irgendwohin. Raus konnte er nicht, da ich ja mit der Afteröffnung auf dem Boden saß. Da ich aber gepresst habe und der Darm ja auch voll war, haben die Muskeln den Stuhl im Darm eben wirklich gestopft, so gestopft, dass sich der Darm irgendwohin ausdehnen musste. Diese Ausdehnung ist heute in Form dieses zusätzlichen Bogens da.

Durch das pressen ist außerdem das drumherumliegende an der Übergangsstelle zwischen Mast- und Enddarm (also vor dem zusätzlichen Darmbogen) so stark gepresst worden, dass das Gewebe regelrecht nach innen (also in den Darmkanal hinein) gedrückt wurde und wird.

Durch den zusätzlichen Darmbogen, der größer ist als der Analkanal (vom Durchmesser her) drückt der Stuhl auf dieses Gewebe. Der Stuhl drückt sich sozusagen, je weiter er richtung After will, sich selbst den Weg zu. Dies lässt sich in dem fortgeschrittenen Stadium nicht mehr verhindern, auch nicht durch ruhiges auf dem Klo sitzen ohne pressen oder sonstwas.

Der Arzt sagte "sie brauchen gar nicht mehr drücken damit das Gewebe den Kanal zudrückt, das macht der Stuhl schon allein, das können Sie schon gar nicht mehr beeinflussen" - und das stimmt ja auch.

Als Therapie kommt nur noch eine Operation in Betracht. In dieser Operation würde dieser geschädigte Teil des Darms entfernt, sowohl dieser zusätzliche Darmbogen, als auch der Übergang zum Enddarm wo dieses zerdrückte Gewebe sitzt.

Die Operation würde nicht allzu einfach, davor hat mich der Arzt schon gewarnt. Allerdings hat er mir ans Herz gelegt, das nicht ewig vor mir her zu schieben. Wörtlich:

"Es kann sein, dass Sie irgendwann gar nicht mehr können, nämlich dann, wenn diese Wachsungen sich so früh vor den Darmausgang schieben, dass Sie auf dem Klo nichtmal mehr eine kleine Menge Stuhl lassen können bevor's da drin "zu geht". Und dann haben wir Sie hier in der Notaufnahme".

Na bravo! Ich hätte nie gedacht, dass das so viel Schaden anrichten kann, dieses falsche Haltung beim "groß machen" unterwegs. Damals hatte ich damit nie wirklich Probleme, ich saß halt da, es kam nichts raus aber der Druck war wenigstens weg, dann ging's halt später zuhause. Tja, nun hab ich den Salat.

Ich bin erstmal ohne OP-Termin nach Hause gegangen, das ganze musste ich erstmal verarbeiten.

Insgesamt saß ich Freitag dann noch 5 mal auf dem Klo, jeweils kam nur extrem wenig von diesem Sch*** Kontrastmittel samt ein Wenig Stuhl heraus, bevor wieder alles zu war.

Ich denke, ich werde die OP bald machen lassen müssen, es wird ja durch's Warten tatsächlich nicht besser. Aber mulmig wird mir bei dem Gedanken schon, vor allem, da der Arzt mir ganz ehrlich sagte, dass es sein kann, dass ich danach auch noch Probleme und/oder Schmerzen habe.

Einen 100%igen Erfolg kann er mir (logischerweise) nicht garantieren.

Soviel erstmal von mir.

Fortsetzung folgt... (leider)

h!openlesrs16


Na gut das du dich zum arzt getraut hast, schämen muss man sich ja auch wirklich nicht dafür. ich kann dir zwar nicht weiterhelfen aber ich wünsch dir alles gute für die OP und danach!:)^

-VKaSti


Klar kann dir der Arzt keinen 100%igen Erfolg garantieren. Das kann er stelbst bei einer Routine-Op nicht. Es kann immer was schiefgehen, selbst wenn es "nur" eine Blindarm-OP wäre, die die Ärzte ja echt fast im Schlaf absolvieren.

Aber schlimmer als jetzt kann es nach der OP kaum werden, oder? Ich denke du hast eine reelle Chance, nach dieser Op wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können. Ich denke diese Wachsungen schränken dich sicherlich stark ein, oder?

Ich würde dir auch raten, die OP schnellstens machen zu lassen. Je länger du jetzt wartest, desto größer ist das Risiko das du dich bald ganz davor drückst und dann tatsächlich in der Notaufnahme landest. Dann ist die Gefahr, dass etwas nicht ganz glatt läuft sicher ungleich größer, als wenn du die OP Jetzt vornehmen lässt.

Liebe Grüße und TOITOITOI

Kati

uZrorexx


@ das Etwas

Das Jahr fängt ja gut an...

naja, eigentlich ist es gut, wenn Du damit angefangen hast, was an diesem Zustand zu ändern.

Bleib dran - Augen zu und durch.

Bei einem Darmverschluss käm viel größeres auf die zu... und wahrscheinlich mehr als eine OP. Deswegen ist auch mein Rat, dies schnell anzugehen.

LG

reX

MFon^sti


@das Etwas

Hi, auch ich wünsche Dir für die hoffentlich bald stattfindende und hoffentlich komplikationslos verlaufende OP alles Gute! Es ist gut, dass Du jetzt etwas tust/tun lässt. Bitte berichte, wie es weitergeht bzw. ausgegangen ist!

Liebe Grüße und für die Zukunft stuhlgangtechnisch viiiiiiel bessere Zeiten!

Angie

HmolYger61


@ das etwas

Hallo, ich kann dich sehr gut verstehen, da mich seit Jahren dieselben Probleme plagen. In dieser Zeit habe ich schon diverse Untersuchungen bei verschiedenen Ärzten über mich ergehen lassen; leider bisher ohne den gewünschten Erfolg.

Bei mir tritt aber komischerweise der Effekt ein, daß wenn ich einen Hexenschuss habe und mir beim Arzt Spritzen dagegen abhole bzw. ibuprof 600 nehme, die Probleme wie weggeblasen sind. Durch das Antirheumatikum scheint die Verkrampfung im Darm bzw. am Darmausgang beseitigt zu werden. Ich kann wunderbar zur Toilette, als ob nie etwas gewesen ist. Mittlerweile frage ich mich, ob es nicht weniger ein Darmproblem, sondern eher ein Kopfproblem ist. Ich will es jetzt mal bei einer Heilpraktikerin versuchen, die sich in traditioneller chinesischer Medizin auskennt; meine Nachbarin schwört darauf.

trotzdem alles Gute :-)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Magen und Darm oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Ernährung · Übergewicht · Unter­gewicht · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH