» »

Kann nicht auf's Klo

R1ed LyLdia hat die Diskussion gestartet


Liebe LeidensgenossInnen,

ich habe seit vielen Jahren chronische Verstopfung. Oft kann ich eine Woche oder länger nicht auf's Klo, und sehr oft muss ich ein Abführmittel in starker Dosierung oder ein Klistier zu Hilfe nehmen, damit überhaupt etwas geht. Das ist dann natürlich mit höllischen Qualen verbunden, bis ich den harten Stuhl überhaupt raus kriege.

Organisch ist bei mir alles in Ordnung, sagen die Ärzte. Aber trotzdem kann ich nicht.

Ich würde mich freuen, wenn ich mit jemand, der ähnliche Probleme hat, in Erfahrungsaustausch treten könnte. Vielleicht gibt es auch jemanden, der das Problem schon gelöst hat?

Ich freu mich auf Eure Zuschriften.

Liebe Grüsse, vor allem an die, die das selbe Problem haben

Lydia

Antworten
Fhlorti$anBl&n2x5


Also eigentlich gibt es da eine Menge natürlicher Hilfen. ich zähle mal eineiges auf:

- Michzucker hiflt auch gut

- getrocknete Pflaumen (so 3 Stück) abends in ein Glas Wasser legen und morgens vor dem Frühstück essen + das Wasser trinken

- Leinsamen

- allgemein viel trinken und Ballaststoffreiche Kost zu sich nehmen (Vollkornbrot, Müsli, Obst, Gemüse, kein Weißbrot o.ä.)

-Flohsamen

Vielleicht hast du davon schon was ausprobiert, aber ich finde, das hilft ganz gut. Und wenn man alles in Kombination nehmen würde, dann sicher erst recht. ;-)

Rred Lydia


... Ergänzung

Florian,

danke für Deinen Beitrag.

Ich hätte vielleicht noch hinzufügen sollen, dass ich eigentlich schon ziemlich viel ausprobiert habe. Sowohl natürliche Mittel, wie Ballaststoffe, Lein- oder Flohsamen, Dörrpflaumen, Joghurt, Sennestee, wie auch Medikamente, die eine Zeitlang geholfen haben, aber dann in der Wirkung nachgelassen haben und jetzt einfach gar nichts mehr bringen...

Du kannst dir vielleicht vorstellen, dass man, wenn man schon Jahre lang nicht mehr gescheit auf's Klo kann, wirklich alles versucht, um das Problem irgendwie in den Griff zu bekommen.

Was mir im Moment hilft, sind Klistiere oder "Hard Core" Medikamente wie Dulcolax.

Aber das ist natürlich keine Dauerlösung.

Ich hoff, daß es irgend eine Lösung für mein Problem gibt. Nur: ich weiss sie halt noch nicht.

LG

Lydia

D4er Eims-Bxär


Hallo Lydia

den "Leidensgenossen" hast du gefunden...

mir geht es ähnlich wie dir, ohne starke Hilfsmittel geht bei mir auch nichts, eine Woche "ohne" ist normal...

Leider hast du nicht den gefunden, der dir helfen kann. Wenn ich die Lösung des Problems hätte, würde es mir selbst auch besser gehen.

Aber vielleicht tut es dir gut, einfach zu hören, dass es anderen genau so geht :-)

Liebe Grüsse

Eisbär

M(onxsti


Hallo Lydia,

dieses Problem hatte ich bis vor zwei Jahren auch - und zwar von Geburt an. Mit zunehmendem Alter wurde es immer schlimmer. Auch bei mir hieß es jahrzehntelang, ich sei gesund, und wurde mit den üblichen Tipps zur Darmregulierung abgespeist, die nichts außer Frust brachten. Das ganze Leben drehte sich um das leidige Verdauungsproblem ...

Als ich Mitte 40 war bequemte man sich endlich dazu, mich mal zu einer Darmspiegelung zu schicken. Ergebnis: Man musste die Untersuchung abbrechen, weil man nicht durch kam. Anscheinend hatte mein Hausarzt den Untersuchungsbericht nicht gelesen, denn es wurde schon damals eine Irrigoskopie empfohlen. Davon wusste ich aber nichts.

Zunehmend bekam ich durch die vergebliche Presserei auch mächtige Hämorrhoiden und ständig wiederkehrende Perianalthrombosen, die regelmäßig weggeschnitten wurden *aua*. Bei einer Rektoskopie vor 2,5 Jahren stellte man drei größere Polypen im Mastdarm fest und empfahl noch einmal eine Koloskopie. Auch diese musste wegen Undurchgängigkeit vorzeitig abgebrochen werden. Aber schon im Sigmabereich fanden sich weitere Polypen. Endlich wurde eine Irrigoskopie (Doppelkontraströntgen des Dickdarms) gemacht. Diagnose: Colon elongatum/Megacolon, etliche Polypen. Mein Dickdarm war sage und schreibe 260 cm lang!!! Daraufhin wurde eine Kolontransituntersuchung gemacht, bei der über 150 Stunden herauskamen (normal sind max. 70 Std.).

Da meine Verdauung längst so gut wie überhaupt nicht mehr funktionierte, kam ich Anfang 2004 mit dringendem Verdacht auf Morbus Hirschsprung zwecks subtotaler Dickdarmentfernung in die Uniklinik Innsbruck. Dort musste ich eine Woche lang mit täglich 3-4 l CleanPrep abführen. Zu essen bekam ich in dieser Zeit nur klare Brühen. Noch am Tag vor der OP war der Darm nicht leer, so dass man schon dachte, man müsse die OP verschieben.

Leider hatte ich bei der OP großes Pech, denn sie ging mächtig in die Hose, so dass wenige Tage später wegen Peritonitis/Sepsis eine Not-OP mit Entfernung des restlichen Dickdarms, eines Stücks des Dünndarms sowie des größten Teil des Mastdarms erfolgte. Seitdem habe ich einen künstlichen Dünndarmausgang am rechten Unterbauch.

Die pathologische Untersuchung des Dickdarms zeigte zwar keinen Morbus Hirschsprung, aber eine massive "Intestinale neuronale Dysplasie" (IND) - der Darm konnte unmöglich normal funktionieren.

Ich kann gut nachfühlen, wie es Dir geht, und bin heilfroh, wenigstens dieses Problem samt der unangenehmen Hämorrhoiden und ständigen Perianalthrombosen nicht mehr zu haben. Außerdem ist mir aufgefallen, dass seit der Kolektomie auch meine seit über 30 Jahren bestehende, chronische Nebenhöhlenvereiterung (x-mal punktiert, 2x operiert) komplett verschwunden ist - sie ist einfach weg! Auch bin ich seitdem kaum mehr anfällig für Infekte.

Liebe Grüße von

Angie

DEynVamiWkexr


Hallo, ich habe gehört, dass der Darm - wenn man auf "harte" Hilfsmittel angewiesen ist - quasi seine normale Tätigkeit "verlernt" und es dann eine ganze Menge an Geduld braucht, bis er wieder selbst richtig arbeiten kann.

Wie sieht es denn mit Eurer allgemeinen Ernährung aus - esst ihr genug von der Menge her. Ich hatte z.B. massive Verstopfung in der Zeit, wo ich Magersüchtig war, weil ich einfach viel zu wenig gegessen habe, zwar schon auch Gemüse, Obst und Salat und auch was getrunken, aber es war einfach auch nicht genug Stuhlmenge da, um den Darm zur Ausscheidung zu bewegen. Auch jetzt ist es noch so - wenn ich zu wenig esse oder nichts Warmes, sondern nur Brote und so Kleinigkeiten zwischendurch - dann habe ich einen sehr harten Stuhl und brauche auch länger, bis sich wieder genug angesammelt hat.

Am besten gehts mir, wenn ich morgens ein bis zwei Tassen heißes Wasser trinke, danach Schwarztee und dann ordentlich frühstücke und nach dem Frühstück auch genug Zeit habe, aufs Klo zu gehen. Und wenn ich mich nach meinem Atemtyp ernähre (ich bin Einatmer - die brauchen viel Kartoffeln, zwei warme Mahlzeiten am Tag, Butter, tierische Fette, wenig Eiweiß, kein Zucker.... viel Flüssigkeit, saure Früchte), dann habe ich keine Verdauungsprobleme. Wenn man Ausatmer ist, dann sollte man eher mehrere kleine Mahlzeiten am Tag essen, viele Kohlehydrate (z.B. Nudeln) und Eiweiß (Sojasachen, mageres Fleisch, Fisch) und nur pflanzliche Fette, süße Früchte....

Ich denke das Schwierige bei jahrelanger Verstopfung und auch Abhängigkeit von Hilfsmitteln ist wirklich, z.B. eine konsequente Nahrungsumstellung und Lebensgewohnheiten so umzustellen und so lange durchzuhalten, bis sich "etwas tut". Vielleicht könnte Euch ja eine Ernährung nach den Atemtypen (Terlusollogie) helfen - zusätzlich könnte man dann noch den Bauch mit Wärme- oder Kältebehandlungen anregen.

Auch unterstützende Fußreflexzonenmassagen könnten hilfreich sein. Ich hoffe, ich konnte Euch noch was Neues sagen und wünsche Euch, dass Ihr Euer Problem bald in den Griff bekommt und von den Hilfsmitteln wegkommt, die den Darm "lähmen". Gruß :)^

MVonstxi


@Dynamiker

Da kann ich Dir nur sagen, dass jemand mit extremer chronischer Obstipation diesbezüglich bereits alles hinter sich hat. Auch wenn Wald-und-Wiesen-Dottores behaupten, man sei gesund, muss dies noch lange nicht heißen, dass man es auch wirklich ist. Folglich sollten organische Ursachen zunächst ausgeschlossen werden - und zwar durch einen entsprechend erfahrenen Facharzt! Wenn es nämlich ein organisches Problem ist (Aganglionose und Dysganglionose), helfen lediglich hohe Einläufe und starke Abführmittel - oder eben eine OP.

Grüße von

Angie

D+ynanmiker


Ja, da hast du natürlich vollkommen Recht. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass jemand mit chronischer Verstopfung und so massiven Problemen auch alle möglichen fachärztlichen Untersuchungen schon hinter sich hat!!

Organisch ist bei mir alles in Ordnung, sagen die Ärzte. Aber trotzdem kann ich nicht.

Also ich möchte meinen Tipp nochmal klarstellen. Wenn wirklich alle fachärztlichen Untersuchungen gemacht wurden, die möglich sind und eine offensichtlich organische Ursache ausgeschlossen wurde - und auch sonst nichts geholfen hat, könnte die Atemtypenlehre helfen, den Zustand zu verbessern. Könnte doch sein, oder?

MMonstxi


Hallo Dynamiker,

klar, man(n)/frau versucht ja alles (ich bin übrigens Einatmer *gg*), vor allem dann, wenn einen die Ärzte nicht ernst nehmen. Ich hatte es natürlich auch mit etlichen Ernährungsexperimenten, Homöopathie, Akupunktur, Massagen, speziellen Yoga-Übungen und was weiß ich alles versucht. Viel Trinken und Sport waren für mich eh nie ein Thema, und ich war immer ein Bewegungsmensch, betrieb täglich mindestens 3 Stunden Sport (Großtrampolin, Leichtathletik, Tennis, Squash, Badminton, Karate, Bergsteigen ...). Trotzdem funktionierte nichts. Ich war immer klapperdürr, sprich deutlich untergewichtig, hatte aber fast immer einen ziemlich schmerzhaften Schwangerschaftsbauch Marke 5.-6. Monat.

Was meinst Du, was es für ein Kampf war, überhaupt erst mal eine Darmspiegelung zu kriegen? Sprach ich in all den Jahren mit den Docs über meine chronische Obstipation, kam regelmäßig der Spruch, dass das halt eine typische Zivilisationsgeschichte sei, unter der sehr viele Leute leiden, ich müsse meinen Darm halt "erziehen", mich außerdem viel bewegen, viel trinken und ballaststoffhaltige Nahrung zu mir nehmen, blabla. Diesen Mist hörte meine Mutter schon, als sie mich im Alter von 5 Wochen zum Arzt schleppte, weil ich seit meiner Geburt nur 1x Stuhlgang hatte.

Deshalb kann ich nur jedem mit extremer Verstopfung raten, so zeitig wie möglich alle Hebel in Bewegung zu setzen, eventuellen organischen Ursachen nachzugehen. Hätte ich mit der fälligen OP nicht bis zur Darmlähmung gewartet, wäre das anschließende Desaster (s.o.) wahrscheinlich nicht passiert.

Um organische Ursachen auszuschließen, muss folgendes erfolgen: Koloskopie (möglichst mit Biopsie) bzw. Irrigoskopie (falls die Koloskopie nicht geht) und Kolontransitzeituntersuchung (6 Tage lang Kapseln mit jeweils 10, für jeden Tag unterschiedlich geformten Röntgenmarkern schlucken, dann Abdomen-Röntgen und Zählung der noch im Dickdarm verbliebenen Marker). Bei auffälligen Befunden der Voruntersuchungen und einer Kolontransitzeit von über 140 Stunden ist man OP-Kandidat.

Du hast insofern Recht, als hier im Forum sehr, sehr viele schreiben, die halt seit 1-3 Wochen plötzlich Problemchen haben, sei es eine kleine Magen-Darm-Verstimmung, sei es Sodbrennen, sei es eine vorübergehende Verstopfung, plötzlicher Durchfall, Hämorrhoidenblut bzw. Würmchen im Stuhl oder ähnliches. Da mögen die Tipps von Dir angebracht und sinnvoll sein - naja, neben dem Gang zum Doc natürlich ... ;-)

Liebe Grüße von

Angie

(die sooooo viel eigentlich gar nicht schreiben wollte)

DWy-nam+iker


Hallo Monsti, schön, dass du trotzdem sooo viel geschrieben hast - vielen Dank für deinen sehr wertvollen und für alle Leidgenossen sehr informativen Beitrag! Ich finde es sehr bewundernswert, wie du mit deiner Krankheit umgehst und wie klar und offen du darüber berichtest. Hut ab! - liebe Grüße (ich bin übrigens auch Einatmer) :-D

R(ed Lxydia


Danke ...

... für eure Beiträge.

Einatmer/ Ausatmer? Kann ich da nähere Informationen kriegen. Es ist mir nicht klar, was damit gemeint ist.

Ansonsten glaube ich, dass ich mich ausgewogen ernähre, ausreichend trinke, und genügend Bewegung habe. Kann denn nur die Ernährung eine so hartnäckige, langjährige Verstopfung auslösen?

LG

Lydia

M)onsVti


Hallo Lydia,

nein, wie Du an meiner Geschichte siehst, gibt es auch andere Gründe für extreme Obstipation. Was ist denn bei Dir bisher alles abgeklärt worden?

Bei mir wurde es durch ballaststoffreiche Nahrung übrigens noch schlimmer. Danach konnte ich vor Schmerzen oft nicht aufrecht stehen.

Liebe Grüße von

Angie

b`irdxnerd


ich habe es zwar wahrscheinlich nicht in dem ausmaße wie du,aber ab und an tue ich mich auch schwer mal nen häufchen zu machen |-o

naja versuchs mal mit nem bier oder nem weizen das klappt bei mir immer....ne kippe tuts auch!!!*:)

D.ynanmikxer


@Red Lydia - wie Monsti schon richtig feststellt, solltest du auf jeden Fall von kompetenten Fachärzten die genannten Untersuchungen machen lassen. Und wenn organisch wirklich nichts zu finden ist, kannst du ja mal schauen, ob dir die Ernährung nach der Atemtypenlehre was bringt (Information unter [[http://www.terlusollogie.de]] - da die Startseite nicht besonders informativ ist, solltest du am besten gleich auf "Literatur/Links" klicken und dort auf "Leseprobe"). Da erfährst du einiges über die Atemtypen. Gruß

R=ed Lydxia


*heul

jetzt sind's bei mir 10 Tage "ohne"

ein Einlauf heute früh hat auch nichts gebracht.

Was kann ich denn tun? Jetzt, auf die Schnelle?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Magen und Darm oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Ernährung · Übergewicht · Unter­gewicht · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH