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Darmentfernung (slow transit): Keine Alternative?

T|ats


Liebe Angie,

danke für die Erklärung. Also ich bin medizinisch ja die absolute Niete, ist denn ein Polyp immer ein Tumor oder auch umgekehrt? Für mein Verständnis waren das immer 2 Paar Schuhe. Soll ich das jetzt echt so verstehen, dass ich einen gutartigen Tumor - sprich vage Möglichkeit zum Darmkrebs - im Gewebe sitzen habe und ein wenig auf einer Zeitbombe sitze? Und wie würde der entfernt, über Abknipsen an/in der Darmwand bei eine Spiegelung oder durch OP? Ich stelle mir diesen Befund irgendwie nicht so schlimm vor, weil ich das ja auch nur aus dem KH-Bericht entnommen habe, der Prof hat dazu nichts gesagt (wobei er es bei meiner Entlassung vielleicht auch noch nicht wusste).

Bei der Akupunktur gebe ich mir vielleicht noch 1-2 Monate, bisher zeigt sie keine Erfolge und ich habe ja auch nicht wirklich damit gerechnet - nur eben noch einmal gehofft in Verbindung mit den anderen Therapien. Tja, wenn ich jetzt wüsste, was genau die Ursache ist, hätte ich mir die auch direkt von Anfang an sparen können. Zeit, Nerven & Geld....

Aber ganz ehrlich, wenn ich Eure Berichte so lese kommen mir echt Zweifel wg. der OP. Klar, irgendwann wird der Leidensdruck bei mir auch wieder so schlimm sein wie vor ein paar Monaten und dann stellt sich die Frage wohl nicht mehr. Ihr sagt alle immer wieder, ihr habt es nicht bereut, ob nun freiwillige OP oder leider auch die plötzlichen Komplikationen und Notwendigkeiten. Aber bei jeder von Euch ist ja irgendetwas schiefgelaufen oder es gab Nach-OPs und hier noch was und da noch was (Bettina, danke für Deinen ausführlichen Bericht). Bei keiner von Euch war danach auch gut. Ich meine jetzt nicht im Sinne von Juhu, ich bin wieder kerngesund, das habe ich von Anfang an bei so einer OP nicht gedacht, auch nicht, bevor ich Euch kannte. Aber die Erfolgsquote ist doch sehr gering :-( Und Langzeiterfahrungen gibt es ja leider auch keine. Klar ist bei Euch, dass danach jetzt nichts mehr so ist wie vorher. Puuuh, so extrem hatte ich es mir dann doch nicht vorgestellt. Was mich nervt ist die Tatsache, dass ich für mich eine Entscheidung treffen muss, um wieder mein "persönliches Gleichgewicht" zu bekommen. Das würde ich am liebsten sofort tun. Ist aber gerade aufgrund der Lage der Dinge nicht möglich und geplant. Und letztendlich wäre die Entscheidung auch erst wirklich dann gefallen, wenn ich denn dann unter dem Messer liege. Denn ich kann mich ja auch nicht entscheiden, die OP nie zu machen, das ist ja fernab jeglicher Realität. Dieser Schwebezustand auf unbestimmte Zeit ist einfach grässlich. Bin ein Mensch, der eigentlich immer Nägel mit Köpfen macht und bin sehr ungeduldig; wenn ich etwas Unangenehmes vor der Nase hab, dann lieber gestern als heute erledigen und "abhaken". Aber nur, um das Thema durch zu haben, kann ich ja jetzt nicht ins kalte Wasser springen.

Ja, bin irgendwie gerade sehr nachdenklich, sorry.

Wir hätten uns hier über 1x ein bißchen Schnee zum Rodeln übrigens sehr gefreut.... ;-)

Guts Nächtle, Tanja

Moonqsti


Hallo Tanja,

ein Tumor ist zunächst einfach nur eine Geschwulst, d.h. eine örtliche Gewebevolumenzunahme. Auch eine Warze oder ein Eiterpickel sind Tumoren im weitestn Sinne. Der Begriff sagt also nichts über Gut- oder Bösartigkeit aus.

Darmpolypen werden während der Darmspiegelung entfernt und histologisch untersucht.

Dass man sich nicht leichtfertig einer Kolektomie unterzieht, ist ja logisch. Entscheidend ist letztlich der persönliche Leidensdruck samt der Einsicht: Es muss etwas geschehen, und zwar schnell.

Es ist richtig: Danach ist es nicht mehr wie vorher. Und was Ärzte z.T. sehr locker daherreden, sollte man sich sehr kritisch anhören. Mir sagte man beispielsweise vorher: "Anschließend werden Sie recht weichen Stuhlgang haben." Klingt doch eigentlich super, oder? Dass dieser "weiche Stuhlgang" in vielen Fällen wässrige Durchfälle 'zig Mal am Tag (und in der Nacht), verbunden mit einem wunden Anus durch das aggressive Dünndarmsekret bedeutet, sagen einem leider die wenigsten Ärzte.

Lies Dir mal spaßeshalber hier ---> [[http://www.stoma-forum.de/board.php?id=34&]]; einige Fäden der rückverlegten "Kängurus" durch. Dann weißt Du ungefähr, was zumindest im ersten Jahr nach einer subtotalen Kolektomie sehr wahrscheinlich auf Dich zukommt.

Die Entscheidung für oder gegen eine solche OP ist also tatsächlich nicht einfach. Ich kann Dir nur empfehlen, Dir mal eine persönliche Pro- und Contra-Liste zu erstellen. Ich nehme dafür ein Din-A4-Blatt, ziehe in der Mitte einen Längsstrich und schreibe jeweils Einzeiler in die entsprechende Spalte "Pro" bzw. "Contra". Einzeiler deshalb, weil man dann später auf einen Blick sieht, welche Tendenz überwiegt. Dieses Blatt trage ich tagelang mit mir rum und schreibe, sobald mir wieder etwas einfällt. Vor schwierigen Entscheidungen war für mich eine solche Liste immer sehr hilfreich. Versuch's mal!

Liebe Grüße

Angie

I2strienVfaxn


Ich würde dir den Rat geben die OP erst machen zu lassen, wenn du dir sehr sehr sicher bist. Nichts überstürzen, es wird der Zeitpunkt kommen, an dem du nicht mehr lange überlegen wirst, sondern auf einmal sagst, ja ich lasse es machen. Du wirst dann immer noch etwas zweifeln, ist klar, es ist ja auch Angst dabei, aber erst dann ist der richtige Zeitpunkt. Dann hast du innerlich mit der Entscheidung abgeschlossen und bist trotz kleiner Zweifel trotzdem sicher das du es willst. Vorher bitte wirklich nichts überstürzen. Denn dann hast du nachher vielleicht das Problem das du es bereust. Aber vorallem, die Zeit nach der OP ist absolut kein Spaziergang. Ich hatte große Schmerzen, ich war matt, müde. Ich kam mir vor wie eine 80Jährige. Ich dachte nach der OP ich werde nie mehr richtig fit. Erst nach 2 Wochen ging es wieder, dass ich mal 200 Meter spazieren ging, und dann bin ich jeden Tag ein Stück weitergegangen, aber es war voll anstrengend, vorallem weil ich dann 100 Meter vom Haus weg war und ich dringend auf die Toilette musste und ich Angst hatte ich komme nicht mehr zum Haus zurück, weil ich nicht laufen oder schnell gehen konnte, sondern nur Schritt für Schritt langsam wieder zurück. Das alles ist zwar jetzt vergessen und vorbei, ich bin keine Alte Frau mehr, ich mache wieder was mir Spaß macht. Aber es hat lange gedauert und ich hätte diese Zeit danach mit Sicherheit nicht so gut überstanden, wenn ich von der OP nicht 100% überzeugt gewesen wäre. So nach 3 bis 4 Tagen nach der OP, als ich den Schmerztropf nicht mehr wollte, weil ich wieder Herr meine Sinne sein wollte( denn das Schmerzmittel war so stark, dass ich irgendwie neben mir stand) hatte ich voll die Krise, ich dachte 1-2 Tage lang, Mensch was hast du dir angetan, warum hast du es machen lassen. Aber das war nur so eine Krise und weil ich trotzdem noch von der OP überzeugt war, gings schnell vorbei. Wie es ausgesehen hätte, wenn ich nicht zu 100% überzeugt in die OP gegangen wäre, dass weiß ich nicht.

Also wenn du es machen lässt, muß dir ganz klar sein, dass die Tage und auch Wochen nach der OP absolut kein Spaziergang werden. Du mußt dich auf deinen "neuen" Körper einstellen, vorallem mußt du rausfinden, was du essen kannst und was nicht. Aber lass bitte den Kopf nicht hängen. Ich finde es nur besser, man weiß vorher was auf einen zukommt, dann kann man es nachher besser verkraften.

LG

Bettina

M=onstxi


Stimmt, wann die OP ansteht, weiß man irgendwann genau. Deshalb schrieb ich oben: Es muss etwas geschehen, und zwar schnell Solange diese Gewissheit nicht da ist, ist man auch nicht reif für diesen, ja doch riesigen Eingriff.

Die Schmerzen nach der OP sind bei mir eigentlich (trotz heftigster Komplikationen) recht schnell in Vergessenheit geraten. Nerviger fand ich es, dass ich viele Monate brauchte, um wenigstens wieder ein wenig leistungsfähig zu sein. Drei Monate nach den beiden OPs wollte ich mal schnell über die Straße. Rechts und links kamen Autos angefahren, aber in alter Gewohnheit war es für mich selbstverständlich, dass ich die kleine Lücke ausnützen kann, nur einen kurzen Sprint einlegen muss, und ich bin auf der anderen Seite. Pustekuchen. Ich brach bereits nach dem zweiten Schritt zusammen und lag auf der Straße. Lautstarke Vollbremsungen auf beiden Seiten. Es war damals zum Glück nichts passiert, aber ich fand es schon arg herb, so überdeutlich mit meinen körperlichen Grenzen konfrontiert zu werden.

Da ich 2004 insgesamt 3 große Darm-OPs hatte, bin ich vielleicht nicht der Maßstab. Um zur alten Kraft zurückzufinden, brauchte ich fast zwei Jahre. Allerdings bin ich auch schon 52 Jahre alt, was sicher auch eine Rolle spielt. Ich bin sicher, dass ich das alles vor 10 oder gar 20 Jahren sehr viel leichter bewältigt hätte.

Grüßle von

Angie

I5strinenfxan


Hallo, nur mal kurz für die die es evtl interessiert.

Ich habe heute meinen neuen GdB Bescheid bekommen. Er hat sich erhöht, da die Bandscheibe dazugekommen ist. Und jetzt wurde die Meniere Krankheit anerkannt, was beim letzten Bescheid noch nicht war.

Ich habe jetzt folgende anerkannte Gesundheitsstörungen

1. Verlust des Dickdarms Einzel GdB 30

2. Meniere-Krankheit Einzel GdB 20

3. Funktionsbehinderung der Wirbelsäule, degenerative Veränderungen, Bandscheibenschäden Einzel Gdb 20

4. Seelische störung Einzel-Gdb 20

5. Migräne EinzelGdB 20

Diese Gesundheitsstörungen bedingen einen Gesamt-GdB von 50. Die ERmittlung des Gesamt-GdB erfolgt nicht durch ein Zusammenzählen der Einzelgrade, es wird vielmehr eine Gesamtwürdigung aller Gesundheitsstörungen unter Berücksichtigung ihrer Auswirkungen aufeinander vorgenommen.

Ich kann mir in 5 Tagen meinen Schwerbehindertenausweis auf der Gemeinde abholen.

Was ich sehr toll fand, ist die Anlage des Versorgungsamtes, welche Vorteile man jetzt hat.

LG

Bettina

T0ats


Da bin ich wieder. Hat etwas länger gedauert, aber ich habe ganz intensiv "geforscht" und glaube endlich mal exakter zu verstehen, was medizinisch bei Euch und vielen anderen hier im Forum so alles los ist. Ich habe mich nämlich auch durch alle irgendwie zu unserem Thema passenden Diskussionen gewühlt.

Eure letzten Berichte haben mich wieder etwas auf die Beine gebracht und Dein Vorschlag Angie mit der Liste ist echt klasse. Bei anderen Entscheidungsfindungen habe ich das auch schon gemacht, dass ich gerade hierbei nicht selber drauf gekommen bin... So blöd sich das vielleicht anhört, aber ihr habt mich wieder etwas ruhiger gemacht. Einfach mal wieder klar denken. Ihr habt sicher recht, der Zeitpunkt wird kommen, wo nicht ich entscheiden muss, sondern mein Darm mir sagt, wo's langgeht. Warum setze ich mich also so unter Druck? Ich muss mich jetzt nur ein bißchen darauf besinnen, etwas gelassener zu sein und mich über die gerade mal ganz gute Zeit zu freuen. Gleichzeitig kann ich mich langsam an den Gedanken gewöhnen, dass die OP mit ziemlicher Sicherheit auf mich zukommt. Komisch, ich habe in all den Jahren mit dieser Krankheit meinen Darm nie positiv betrachtet, aber zur Zeit bekommt er für mich echt einen anderen Stellenwert. Das ist mir durch Deinen Satz, Bettina, mit dem "neuen" Körper klargeworden. Ich glaube ich arrangiere mich zum 1.x bewusst mit meinem "alten", den ich bisher nur bemängelt habe. Ein Friedensangebot an ihn und meinen Darm sozusagen, bevor es zu spät ist ;-) Irgendwie hatte ich immer im Hinterkopf, dass mit der OP auch meine Figurprobleme beendet sind - durch die Entfernung des Darms bzw. dann später durch die ständige Verdauung. Mit 80 kg bei 1,74 bin ich zwar nicht "fett", aber wohlfühlen ist anders, zumal ich zu Leistungssportzeiten 25 kg weniger auf der Waage hatte. Und das Gewicht steigt stetig und beständig, ohne dass ich es stoppen kann, das belastet mich schon ziemlich. Nun weiss ich aber, dass der Gewichtsverlust durch die OP in der Regel nicht von Dauer ist und mein permanenter 5-7-Monatsbauch wahrscheinlich auch in ähnlicher Weise erhalten bleibt :-(, Also höchste Zeit, mal umzudenken! Das ist schonmal ein Punkt, wo ich sehr dankbar bin bereits jetzt zu wissen, dass eine bessere Figur eine Illusion ist.

Überhaupt bin ich froh, auch über die möglichen üblen Konsequenzen Bescheid zu wissen; seltsamerweise gibt mir das ein wenig mehr Sicherheit, als dass es mich abschreckt. Auch wenn einem dann vielleicht ein Spurt - wie bei Dir Angie - im eigentlichen wie auch übertragenen Sinne erstmal oder auch länger nicht gelingt, es trifft einen nicht aus heiterem Himmel und ich hoffe, es wird trotz allem leichter sein, die Dinge zu akzeptieren, wie sie dann sind.

Das "locker daherreden" wie: da freuen Sie sich ja, wenn Sie ständig Durchfall haben.., klingt zwar toll, aber es hilft einem leider überhaupt nicht weiter, sich über die wahren Konsequenzen bewusst zu werden.

Angie, Deinen Link habe ich mir angesehen, der war sehr aufschlussreich. Dazu habe ich direkt eine Frage: wäre die Irrigation auch etwas für uns STler oder besser, was unterscheidet sie von einem Einlauf?

Wie ich schon am Anfang mal vermutet habe, haben sich durch meine "Recherche" einige Fragen ergeben. Ich werde beim nächsten Mal anfangen, die an Euch loszuwerden.... Das wird mir heute zu spät.....

Am Wochenende nehme ich eine Alltags-Auszeit und bin mit meiner Tochter und der "Krabbelgruppe" (die nun seit 7 Jahren besteht!) 3 Tage auf dem Bauernhof. Da freue ich mich riesig drauf. Solltet ihr vorher nichts mehr von mir hören, melde ich mich spätestens nächste Woche wieder.

Denken werde ich sicherlich oft an Euch... DANKE für Eure Unterstützung.

Gute Nacht und liebe Grüße

Tanja

MCoznsxti


Hallo Tanja,

die rektale Irrigation ist im Grunde nichts anderes als ein Einlauf.

Liebe Grüße

Angie

Idstr5ideenfan


Hallo Tats,

ich möchte zu deinem letzten Beitrag noch etwas schreiben. Ich dachte anfangs auch, ich werde nach der OP leichter sein. Ich bin zwar auch ganz normal gebaut, habe und hatte auch immer diesen 7 Monats Bauch.

Ich meinte immer, der geht nach der OP weg, aber dem ist nicht so. Das Gewicht ging in den letzten Monaten sogar stetig in die Höhe.

Gleich nach der OP hatte ich 6kg mehr. Lag aber am Wasser das sich durch die OP angesetzt hat. Das war relativ schnell wieder weg. Dann gingen 2 Kilo runter, aber genauso schnell wieder rauf. Und über den Winter ging jetzt wieder ein paar Kilo rauf. Es ist ein Irrglaube das man mit dauernden Durchfällen abnimmt, das ist so, wenn man z.B. eine Gastroenteritis hat, also einen Durchfall durch Bakterien oder eine Entzündung im Darm. Dann ist der Körper ja krank und man isst ja weniger, weil man krank ist und nimmt dadurch ab.

Wenn der Dickdarm rauskommt, kann der Stuhl nicht mehr eingedickt werden und deshalb haben wir Durchfälle, der Körper ist im eigentlichen Sinn nicht krank, also kämpft nicht gegen Viren oder Bakterien an und vorallem wir haben Hunger und Essen ganz normal, ich habe das Gefühl ich esse seit der OP sogar noch mehr und deshalb nehme ich zu und muß jetzt mal auf die "Essbremse" treten. Man muß also nach der OP genauso auf sein Gewicht achten und kann nicht endlos in sich hineinschieben nur weil man Durchfall hat. Leider finde ich es jetzt schwieriger als vorher, früher musste ich vormittags nie was essen, jetzt muß ich vormittags 2-3 x zur Toilette und dann bekomme ich immer wahnsinnigen Heißhunger und muß was essen, sonst wird mir schlecht.

Und der Blähbauch hat sich bei mir nach der OP auch nicht gebessert, sonder eher verschlechtert. Vorallem riechen die Winde jetzt sehr sehr unangenehm, was vorher auch nicht so war.

LG

Bettina

M,oNnstxi


Ich kann dazu nur schreiben, dass ich schon immer Mühe hatte, nicht allzusehr ins Untergewicht zu rutschen. Das war auch schon so, als ich meinen nicht funktonierenden Dickdarm noch hatte. Nach den OPs hatte ich mal schnell 10 kg weniger, d.h. statt 48 kg (167 cm Körpergröße) nur noch 38 kg.

Heute früh hatte ich mich nach vielen Monaten mal wieder gewogen, weil ich das Gefühl hatte, nicht mehr gar so knochig zu sein. Leider zeigte die Waage nur 49,5 kg an.

Bei komplett fehlendem Dickdarm ist die Nahrungspassage deutlich beschleunigt. Was ich esse, landet meist schon 1-1,5 Stunden später wieder im Stomabeutel, sowas wie geräucherter Aal braucht gerade mal 3 Stunden. Ich muss stets auf hochkalorische Ernährung achten, sonst nehme ich sofort ab.

Als ich den Dickdarm noch hatte, sah ich fast ständig aus, als wäre ich mindestens im 6. Monat schwanger (trotz des Minimalgewichts). Das ist seit der Kolektomie vorbei. Nun wölbt sich ein Minibäuchle, was daran liegt, dass mein Dünndarm ziemlich verknotet mit der Bauchdecke verwachsen ist. Im Vergleich zu früher ist das aber wirklich lächerlich.

Liebe Grüße

Angie

TTats


Hallo ihr,

ich habe es doch noch mal vor meinem Wochenende geschafft, ins Forum zu kommen….

Ja, Bettina, genauso hatte ich das auch mit dem Ab- und Zunehmen rausgehört aus den Berichten, *seufz*. Es ist und bleibt dann wohl ein ewiger Kampf. Für jeden auf seine Weise. Die einen, Angie, müssen aufpassen, nicht noch mehr Gewicht zu verlieren (was sicherlich genauso wenig toll ist) und die anderen eben andersherum. Scheint ja dann wohl doch auch ein wenig an der so häufig zitierten "Veranlagung" zu liegen. Ich frag mich nur, mit welchen Maßnahmen ich endlich mal wieder wenigstens ein paar Kilos reduzieren kann. Ich erreiche mit meinem vielen Sport zwar, die kläglichen Reste meiner "Figur" zu erhalten, gewichtsmäßig macht das aber leider gar nichts aus – außer, wenn ich pausiere, dann schnellt es sofort hoch…Aber gut, das ist nun mal leider so und es ist nicht das eigentliche Problem.

Bettina, Du hattest von Deiner Anastomositis geschrieben 2007. Hast Du die damals allein mit den Antibiotika wieder in den Griff bekommen und seither Ruhe?

Ich habe auch bei Dir von einem Behandlungsplan für Ärzte gelesen. Im Internet fand ich unter dem Suchbegriff Bücher. Ist darin verzeichnet, wie ST behandelt werden soll? Oder gibt es da noch etwas Spezielles für Ärzte, wo man so nicht drankommt? Würde mich einfach mal interessieren, was da drinsteht - als Empfehlung für meinen Hausarzt!;-)

Cordu, Du schriebst, dass Dein verdrehter Dünndarm kein ungewöhnliches Problem sei. Meinst Du das auf Deinen persönlichen Fall in Verbindung mit dem schlechten Bindegewebe bezogen oder ist das grundsätzlich bei einer subtotalen K. eine häufiger vorkommende Begleiterscheinung?

Nun aber mal zu meinen schon angekündigten gaanz vielen Fragen an alle:

Welche Operationsmethode ist denn heute eher üblich bzw. möglich bei einer subtotalen K., der große Bauchschnitt oder die Laparoskopie? Bei Bettina hat es ja wohl lap. geklappt, bei Angie nicht, und bei Dir, Cordu? Habt ihr schon mal gehört, ob bei der lap. OP mittlerweile auch gaslos gearbeitet wird? Geht das dabei überhaupt?

Habe ich das richtig verstanden, dass man IND durch eine Biopsie nachweisen kann? Oder gibt es noch andere Möglichkeiten? Wie erhält man die Gewebeprobe dafür, nur über Bauchspiegelung oder geht das auch bei einer Darmspiegelung (weil ich mich ja fragte, warum das – wenn möglich - bei mir nicht direkt mit untersucht wurde)?

Die IND ist ja eine nervliche Krankheitsursache, gibt es überhaupt eine organische Krankheit, die Teil-/Grund oder Auslöser für ST sein könnte? Colon elongatum z.B., Bindegewebsschwäche…?

Merkt man in irgendeiner Weise, dass man Entleerungsstörungen im Magen/Dünndarm hat? Werden diese nur durch den Atemtest nachgewiesen oder würde man da auch bei der Magen- bzw. Darmspiegelung Hinweise darauf erkennen? Nicht, dass ich meine, ich hätte die, aber es interessiert mich einfach.

Obwohl man nach der OP fast nur Durchfall hat, bleiben ja manchmal doch Stuhlbröckchen irgendwo hängen oder es treten doch mal wieder Verstopfungen auf. Würde dabei – trotz ansonsten ständiger Verdauung – dennoch ein kleiner Einlauf helfen? Habt ihr (Bettina + Cordu) das schon einmal probiert? Oder kann man die Lösung in dem kurzen Darmstück nicht halten?

Kann man davon ausgehen, dass – selbst wenn alles toll läuft und es bei der 1 OP bleibt – man doch etliche Verwachsungen zurückbehält? Oder könnte es theoretisch auch so traumhaft sein wie z.B. bei einer Blinddarmnarbe, die man später äußerlich kaum noch sieht und wo unter der Haut auch nichts zu spüren ist? Es ist mir natürlich schon klar, dass das wirklich kein passender Vergleich ist und es natürlich auch einen Riesenunterschied macht, auf welche Art operiert wird….aber so grundsätzlich.

Um nochmal auf die augenblickliche Situation, also vor einer OP, zu kommen: ich habe öfter etwas von einem Darmrohr gelesen. Kann man das überhaupt setzen, wenn der Darm so voll ist ??? ? Und bringt das tatsächlich mehr als ein Einlauf, den man so lange wie möglich einwirken lässt?

Wie sind Eure Erfahrungen mit Magnesium als Hilfsmaßnahme für die "Verdauung"?

Und eine etwas unangenehme Frage, aber was solls….jedesmal, wenn ich einen Einlauf mache oder durch andere Maßnahmen abführe, bekomme ich Blutungen. Die treten auf, wenn ich auf der Toilette sitze und versuche, aus dem Darm etwas herauszubringen. Kommt das durch das Pressen dabei? Kann es sein, dass dann jedes Mal Äderchen platzen? Wobei das Blut manchmal auch regelrecht klumpig ist. Habt ihr das auch schon mal gehabt?

So, das waren jetzt meine "gesammelten Werke"…

Sorry, wenn ich Euch so bombardiere. Das war jetzt glaube ich echt viel auf einmal …Ich würde diese Fragen ja auch gern einem Arzt stellen, es ist ja nur so, dass ihr aufgrund Eurer ganzen persönlichen Erfahrungen die größeren Fachleute seid und ich von Euch aussagekräftigere Infos bekommen kann. Und manches kann ein Arzt sicherlich auch gar nicht beantworten.

Also nochmal "Tschuldigung"; reagiert nur soviel, wie ihr mögt und wann ihr mögt, ich freu mich über jeden Satz von Euch! (Und versprochen: so geballt kommt es in nächster Zeit sicherlich nicht mehr....)

Herzliche Grüße und jetzt schonmal ein schönes Wochenende für Euch alle!

Tanja

Mlonsxti


Hallo Tanja,

mir hatte man damals gesagt, ein laparoskopischer Eingriff sei zwar möglich, doch fragwürdig, da sich die OP-Dauer sehr, nämlich um mehr als die doppelte Zeit ausdehnen würde und somit für mich wesentlich belastender wäre als ein Bauchschnitt. Meines Wissens ist bei einer subtotalen/totalen Kolektomie die offene OP auch üblich. In unserem Stomaforum sind ja sehr viele, die wegen CU oder MC eine Kolektomie hinter sich haben. Darunter kenne ich niemanden, bei dem laparoskopisch operiert worden wäre.

Interessant wäre vielleicht noch die Fast-Track-Methode, die mittlerweile in einigen Unikliniken praktiziert wird.

Liebe Grüße und auch Dir ein schönes Wochenende

Angie

INstrhienfvan


Hallo,

also jetzt schaue ich mal so viele Fragen wie möglich zu beantworten. Bei mir wurde alles in Laporoskopischem Eingriff gemacht. Ich habe 5 kleinere Narben und eine ca 10cm lange über dem Schambein über die der Dickdarm raus kam. Bei mir wurde von Anfang an auf Laporoskopisch tendiert, ob das dann aber durchführbar ist, kann erst während der OP entschieden werden. Auch wenn vorher so geplant kann dann ein Bauchschnitt daraus werden ,wenn nicht alles nach Plan läuft. Bei schlanken Mensch ist eine Lap. leichter. Bei beleibten Menschen wird sie fast nicht gemacht.

Die Anastomatitis ist mit dem Antibiotika ausgeheilt, obwohl ich vor kurzem mal das Gefühl hatte, sie könnte evtl wieder kommen, da ich die gleichen Symptome wieder hatte, ging aber nach 2 Wochen dann alleine wieder weg.

Ob du Verwachsungen bekommst oder nicht, ist auch viel Veranlagung. Natürlich ist die "Angriffsfläche" für Verwachsungen bei einem Bauchschnitt größer, aber auch bei Lapor. nie ganz auszuschließen.

Einen Einlauf habe ich noch nicht gemacht, ich sehe für mich auch absolut keinen Grund dafür. Es bleiben zwar manchmal ein paar Stücke im Darm länger "hängen" die dann fester werden, sie kommen aber trotzdem mit dem Durchfall irgendwann raus. Ich muß ja eh täglich bis zu 10x auf Toilette warum dann ein Einlauf? Die Stückchen stören ja nicht.

Ich muß ja manuell den Enddarm öffnen auch wenn ich Durchfall habe. Ich glaube mein Schließmuskel hat sich schon so verkrampt weil ich schon ein paar mal Stuhl in der Unterhose hatte, seitdem kneife ich immer sehr zusammen. Ich habe mal eine Rectogesic Salbe verschrieben bekommen, die den Enddarm weicher macht, aber ich habe starke Kopfschmerzen auf die Salbe bekommen, dass klingt zwar jetzt komisch, aber gerade wenn man Fisuren am After hat und die Salbe dann in die Blutbahn kommt, kommt sie ja in den ganzen Körper.

Wegen dem Gewicht glaube ich, das viel schon auch von der Veranlagung kommt und um so älter das man wird, wird normalerweise auch der Grundumsatz des Körpers weniger und wenn man dann gleich weiter ist, kommt eben wie bei sehr vielen Menschen eine Gewichtssteigerung. Fast keine 50 Jährige hat mehr die Figur einer schlanken 20 Jährigen, wäre ja irgenwie auch nicht schön.

Ich glaube gerade bei dieser OP kann man nie sagen was nachher raus kommt. Bei einem wirds so, bei einem so. Bei mir hieß es immer die OP sei normal und gut verlaufen, obwohl ich so oft Stuhlgang habe. Vor der OP hieß es, wenn die OP gut verläuft haben sie nachher 1 bis4x Stuhlgang pro Tag.

Das ist halt keine Blinddarm OP bei der nachher fast bei jedem das gleiche Ergebnis rauskommt, Blinddarm weg, Schmerzen weg und normalerweise ist jetzt gut.

Diese OP hat ihre Eigenheiten und jeder Körper reagiert anders darauf.

Bei mir ist die OP soweit normal verlaufen als das ich keinen künstlichen Ausgang brauchte. Von daher lässt sich vielleicht nicht alles mit Angie vergleichen. Angie hatte wirklich viel Pech. Aber an ihr sieht man, dass auch nicht so toller OP nachher das Leben lebenswerter sein kann als vorher.

LG

Bettina

TEats


Hallo Angie und Bettina,

ich danke Euch für Eure Antworten, langsam fühle ich mich "aufgeklärt" über die Risiken und auch über die Möglichkeiten der OP und sehe das ganze Thema nicht mehr mit so viel Panik. Auch die 1 Woche Abstand vom PC hat mir mal ganz gutgetan, um meine Gedanken zu sortieren. Daraufhin war ich diese Woche zu einem Gespräch bei meinem Arzt und habe beschlossen, die Aku aufzuhören, weil sie - wie ich auch befürchtet hatte - nichts gebracht hat. Auch die Spritzen habe ich wieder abgesetzt. Das bringt mir eine erhebliche Zeit- und Stress-Ersparnis und da bin ich ganz glücklich drüber. Ich werde in der nächsten Zeit mal versuchen herauszubekommen, welche OP-Methoden die anderen Krankenhäuser (neben dem, wo ich jetzt bin) hier in der Gegend in der Regel bevorzugen.

Hey Cordu,

lange nichts von Dir gehört. Hast Du meine PN vor 2 Wochen nicht bekommen? Ich hoffe, Dir geht es gut....

Euch allen noch ein sonniges Wochenende und liebe Grüße

Tanja

T|atxs


Hallo Cordu,

habe Dir eine PN geschickt...

LG Tanja

c[ord~u2


Hallo Tanja,

sorry, habe dir jetzt erst geantwortet. Ich habe in diesem Forum schon so viel Blödes erlebt und gelesen (was in keinster Weise auf dich oder Bettina oder Angie oder diese lieben Menschen bezogen war! Bitte nicht falsch verstehen!!!), dass ich für mich beschlossen habe, nicht mehr so oft hier rein zu schauen, und bei meiner derzeitigen Stresslage ist es mir auch oft nicht möglich.

Ich habe dir gerade ausführlich per PN geantwortet, was aber noch fehlt war:

1. ich wurde bei der Dickdarmkürzung laparoskopisch operiert, die subt. Kol. wurde per großem Schnitt ( bin aber überhaupt nicht übergewichtig! ;-) )gemacht und die Not-Op natürlich auch.

2. Die Entleerungsstörung im Magen ließ sich per MRT nachweisen und ich merke sie daran, dass ich immer mal wieder mein Essen nach ein paar extremen Schmerzstunden wieder nach oben abgebe und es ist dann komplett unverdaut, wie gerade erst geschluckt und war aber manchmal schon 24 Stunden in mir.

Ich glaube, dass sind erstmal die wichtigsten Sachen, die ich mitteilen kann.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

Viele Grüße!

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