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Slow Transit Obstipation

d-anaal>be<rtinxe hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich heisse Andrea und bin 21 Jahre alt. Seit 7 Jahren habe ich sehr starke Probleme mit der Verdauung und immer hiess es , das wäre alles psychisch bedingt und so habe ich diese Jahre in Psychosomatiken und Psychatrien verbracht. Jetzt ist rausgekommen, dass ich Magen-,Dünndarm- und Dickdarmentleerungsstörungen habe aufgrund von einem gestörten Nervensystem. Das alles habe ich mir zugezogen durch eine Esstörung, die ich mit 12 hatte. Ausserdem haben sie jetzt rausgefunden, dass mein Darm viel zu lang ist(colon elongatum). Nun will mich ein Arzt hier operieren, aber er will den Darm kürzen, und ich habe gehört, dass es besse ist, ihn komplett zu entfernen. Was sagt Ihr?

Ausserdem wüsste ich gerne einen richtig guten Arzt, der sich wirklich mit deisem Thema auskennt, denn so einen habe ich hier noch nicht gefunden, und alle denken immer, ich hätte noch immer diese Esstörung, weil ich so stark abgenommen habe durch die Schmerzen. Zur Zeit habe ich sogar eine Jejunalsonde, die mich ernährt, weil mein Magen sich halt nicht entleert und die Sonde direkt in den Dünndarm geht. Ich würde mich echt über jede Antwort freuen.

Vielen Dank,

ANdrea

Antworten
IIstrie/nfan


Hallo nochmal

Hallo haben uns zwar vorhin schon per PN geschrieben, aber ich melde mich so nochmal. Also was du hast ist wahrscheinlich keine Slow Transit Obstipation, sondern eine Darmnervensache. Wir, die unter Slow Tranist Obstipation leiden, sind besser daran, wenn der Dickdarm komplett rauskommt. Wenn es an den Darmnerven liegt, muß es evtl. nicht unbedingt gleich der ganze sein. Man muß wirklich unterscheiden, woher die Verstopfung kommt, also welche Diagnose dahintersteckt und dann kann man die richtige Lösung finden.

Liebe Grüße

Bettina

M*otnxsti


Hallo Andrea (und Bettina),

zunächst speziell für Bettina: Gestörte Darmnerven sind die Hauptursache für die Slow-Transit-Obstipation und auch für den Dolicho-/Megacolon. Meiner Slow-Transit-Obstipation lag eine angeborene Dysplasie der Ganglienzellen zugrunde. Diese ist nicht korrigierbar.

Liebe Andrea, eine subtotale Dickdarmresektion (= das ist KEINE komplette Dickdarmentfernung, das ist ein himmelweiter Unterschied) ist bei Kolontransitzeiten von 150 Std. und mehr tatsächlich als Maßnahme der Wahl angezeigt. Für eine halbwegs normale Verdauung reichen 15-25 cm Dickdarm völlig aus. Dies ist bei den subtotalen Kolektomien eigentlich auch Standard. Es dauert 4-20 Monate, bis sich die Verdauung auf die neue Situation eingestellt hat. Niemals wird bei einer Slow-Transit-Opstipation der gesamte Dickdarm entfernt, außer es kommt - wie leider bei mir - zu lebensdrohlichen Komplikationen. Dann hat man aber (wie ich) einen künstlichen Darmausgang.

Liebe Grüße von

Angie

d1aCnoaalbHertixne


Für Monsti

Hallo,

danke für Deinen Beitrag. Ich werde das mit den 15-20cm noch mal meinem Arzt sagen. Trotzdem brauche ich noch einen guten Hausarzt, denn bis jetzt hat wiegesagt jeder versucht, es auf die Psyche zu schieben. Sag mal, weisst Du, ob der Dünndarm und der Magen nach der Op eventuell auch besser arbeiten? Mehrere Ärzte meinten zu mir, daß wenn es sich nicht mehr im Dickdarm stauen kann, es auch von oben "besser rutscht". Kann die Slow-transit-obstipation eigentlich auch begleitet werden von Entleerungsstörungen des Rektums? Mir ist das ziemlich peinlich, aber die Ärzte mussten schon öfters das ganze mechanisch entfernen, weil es einfach nicht rausging! Mir wurde sogar empfohlen, das auch alleine zu hause zu machen. Das ist schon ziemlich eklig.

Also vieles Liebe,

Andrea

M6onsxti


Hallo Andrea,

ja, die gesamte Passage ist danach deutlich beschleunigt. Entleerungsstörungen hatte ich früher ebenfalls. Ich hab' immer mit Druck gegen den Damm nachgeholfen. Ich denke, da gibt's Zusammenhänge, schließlich hat das Rektum ja ebenfalls Nerven. Selbst Durchfall ging bei mir nicht ohne manuelle Nachhilfe raus.

Liebe Grüße von

Angie

IZsVtrienxfan


Hallo

Hallo,

also die Entleerungsstörung im Rektum hat auch eine eigene Diagnose. Das ist das sogenannte Outlet-Syndrom, also auf Deutsch, das Auslasssyndrom. Der Enddarm kann den Stuhl nicht auslassen. Ob es eine Slow Transit oder ein Outlet Obstipation ist, wird eben bei den einzelnen Untersuchungen getestet, die Manometrie ist z.B. ein Ausschluß oder Beweiß für das Outlet Syndrom. Wobei es allerdings auch sehr oft vorkommt, dass die beiden Krankheiten gleichzeitig auftreten. Das hat dann aber nichts miteinander zu tun, sondern tritt dann sozusagen zufällig gleichzeitig auf. So hat mir das mein Arzt erklärt, wobei er schon erwähnt hat, dass es viele Patientin mit beiden Diagnosen gibt. Es ist aber oft auch so, dass der Stuhl durch die Slow Transit Obstipation so hart wird, dass der Enddarm ihn nicht rausbekommt, dann ist der Enddarm zwar praktisch gesund, hat aber mit den Folgen der Slow Transit auch zu kämpfen, oder ein weiteres, man hat durch den harten Stuhlgang schon Angst vor der Stuhlentleerung und erwirbt sich somit eine Auslaßobstipation. Bei mir war es zuletzt auch sehr häufig, dass ich den Stuhl nur auf Druck auf den Damm entleeren konnte, aber nur aus dem Grund da der Stuhl zu hart wurde und nicht weil der Enddarm auch krank ist, sonst hätten sie bei der OP auch den Enddarm mitoperieren müssen (laut meinem Arzt). Da aber durch die Untersuchungen (es gibt auch einen Reflex bzw. Nerventest im Enddarm der häufig bei Obstipation untersucht wird) rauskam, das der Enddarm völlig gesund ist, mußte dort nichts operiert werden. Und seit der Dickdarm bis auf 10-20cm raus ist, klappt auch unten das raus lassen, vorallem ist der Stuhl bei mir ja sehr weich und kann daher leicht rausrutschen und da der Stuhl nicht mehr so hart ist, gehe ich viel entspannter zu Toilette. Das das Nervensystem zusammenhängt, ist klar, aber das bedeutet nicht, dass wenn die Dickdarmnerven nicht mehr funktionieren automatisch auch die Enddarmnerven nicht mehr gehen. Wie gesagt, es kommt vor, muß aber nicht sein. Ich dachte auch ein paar mal, die behandeln mich falsch, ich habe ja Probleme den Stuhl unten raus zu bekommen, dass sein mein Hauptproblem, also auf den ersten Anschein hin ein Outletsyndrom, aber die Reflex und Enddarmuntersuchungen zeigten gleich das mein Enddarm funktioniert und auch durch die Röntenmarkeruntersuchung konnte dies gleich belegt werden, denn die Marker sammelten sich im Dickdarm und nicht vor dem Enddarm. Und schwups, kaum ist der Dickdarm "repariert" funktioniert auch der Enddarm und das wäre nicht der Fall, wenn er auch eigenständig erkrankt wäre.

Liebe Grüße

Bettina

dKanaalb_erti1ne


Danke für Eure Hilfe

Ich wollte mich nur noch mal bei Euch für Eure Hilfe bedanken. Es ist echt gut, wenn man auch mal mit Leuten reden kann, die einen verstehen und nicht für verrückt halten!

Also machts gut!

Andrea

M`o/nxsti


Hallo Andrea,

da kannst Du von Glück sagen, dass es das Internet gibt. Soooo häufig ist die Slow-Transit-Obstipation nämlich nicht. Ich wäre früher froh gewesen, mal auf andere LeidensgenossInnen zu stoßen. Aber ohne Internet fühlte ich mich im wahrsten Sinne des Wortes gottverlassen ... Mein Hausarzt sagte kürzlich zu mir, während seiner 26jährigen Praxiszeit sei ich die erste und einzige mit diesem Problem gewesen (Ich bin seit 7 Jahren bei ihm). Kein Wunder, dass die meisten Ärzte keine Ahnung davon haben.

Liebe Grüße von

Angie

dDan0aalbelrtiZne


Frage an Monsti

Hallo Monsti,

ich wollte Dich nur auch noch mal fragen, ob es Deiner Meinung nach Sinn macht, nur die 15-20cm des Darmes da zu lassen, weil der Chirurg hier wiegesagt meinte, er würde ihn so auf die Hälfte kürzen, dass da ungefähr noch 70 cm übrig sind. Du hast doch soviel Erfahrung, was glaubst Du?

Vielen Dank,

Andrea

M|onUsti


Hallo Andrea,

frag mal Cordu, wie es ihr geht! Ihr wurde meiner Ansicht nach zuwenig Dickdarm entfernt.

Ich kann nur wiedergeben, was mir ein sehr fähiger Chirurg im November 2003 sagte (sinngemäß): Viele Chirurgen scheuen sich, bei einer Slow-Transit-Obstipation eine subtotale Kolektomie vorzunehmen. Wir alten Hasen wissen aber, dass diese die einzige Möglichkeit ist, der chronischen Verstopfung ein Ende zu bereiten. Den Darm nur einzukürzen bringt i.d.R. gar nichts. Danach leiden die Patienten meistens genauso weiter wie vorher. Leider ist die subtotale Kolektomie ein recht großer Eingriff, aber unsere Erfahrungen geben uns Recht.

Ich kann dies nur bestätigen. Istrienfan (Bettina) hat diesen Eingriff erfolgreich hinter sich gebracht und nicht bereut. Ich kann da leider nicht so richtig mitreden, weil es bei mir katastrophale Komplikationen mit weitreichenden Folgen gab. Trotzdem würde ich mich immer wieder für eine subtotale Kolektomie entscheiden. Mein Leben davor war einfach unerträglich geworden (Stichwort "Leidensdruck"). Heute ärgere ich mich nur, dass ich zu lange (nämlich bis zur 98%igen Darmlähmung) gewartet hatte. Vermutlich hätte ich mit einem früheren Eingriff die lebensgefährlichen Folgen vermeiden können ...

Eine gute Entscheidung wünscht Dir mit ganz lieben Grüßen

die Angie

c'ordHu2


Da hat sie recht

Angie hat schon recht. Hätte ich letztes Jahr eine subtotale Kolektomie machen lassen, würde es mir wahrscheinlich gerade sehr gut gehen, ganz ohne Abführmittel. Jetzt hab ich das Problem, dass eben jeder neue Eingriff auch neue bzw. mehr Verwachsungen bringt und ich deshalb abwägen muss, ob mein jetziger Zustand soweit ok ist, dass ich nicht neue Verwachsungen riskieren muss oder ob meine Lebensqualität weiterhin durch die Obstipation so eingeschränkt ist, dass es einen neuerlichen großen Eingriff mit allen erdenklichen Risiken und Belastungen wert ist. Im Moment tendiere ich zur Op, da ich einfach dieses Thema abhaken möchte. Ich bin auch noch nicht soooo alt (32) und will nicht für immer diese ganzen Medis und die dauernden Bauchschmerzen ertragen. Jetzt muss nur noch der Doc mitspielen, da er jetzt etwas gehemmt erscheint :-/ und mich lieber erstmal wieder durch die Strapazen der Diagnostik jagen möchte. :(v

Dennoch, überleg es dir wirklich gut. Ich find es ok, dass ich es erstmal so probiert hab, ich hatte einfach echt große Angst vor Dauerdurchfällen etc. und dachte, das Kürzen um 70 cm (immerhin!!) könnte eine Chance sein. Ich hoffe, du hast jemandem, mit dem du das alles in Ruhe bequatschen kannst, damit du nicht allein mit diesen weitreichenden Entscheidungen allein dastehst. Ganz viele liebe und teilnehmende Grüße,

c{ida-lia


andrea

bevor du dir einen teil deines dickdarmes oder den ganzen dickdarm entfernen läßt, würde ich mir aufjedenfall weitere meinungen, als die meinung von 1 chirugen

(hole dir meinungen ein von noch 2 oder 3 chirugen, und von mehreren internisten die im krankenhaus arbeiten, erst dann entscheide)

desweiteren: hast du schon osteopathie und akupunktur betreff deiner magen- und darmnerven versucht?

deine cidalia

cUidalxia


andrea: vergiß bitte dein alter nicht, 21 !, wenn ein organ erstmal raus ist ,ist es für immer raus, und eine operation kannst du nicht mehr rückgängig machen, ich würde mir vor einer op zumindest noch mehrere meinungen aus dem chirugischen und internistischen bereich holen(von verschiedenen krankenhäusern)

und ob deine probleme nur von einer essstörung kommen die du mit 12 hattest, sei mal dahingestellt, ich hatte mit 13 jahren magersucht(36 kilo) und mit mir mehrere meiner ballettgenossinnen und die haben jetzt nicht diese beschwerden, und auch ich hab chronische speiseröhrenentzündung seit 9 jahren, aber meine darmnerven sind ok

c~idaxlia


andrea

wie oft im monat hast du eigentlich stuhlgang andrea? das hast du noch garnicht gesagt

und was will dein chirug machen gegen deinen magen der sich nicht richtig entlehrt? auch entfernen?

also ich würde mich wirklich nochmal mit ANDEREN meinungen nochmal beschäftigen(chirugen,internisten,magen- und darmspezialisten, qualifizierte Osteopathen(die müßen minimum 5 jahre diese ausbildung nach ihrer krankengymnastikausbildung durchlaufen haben, und einem fähigen arzt für traditionelle chinesische medizin der u. a. akupunktur durchführt)in welcher stadt wohnst du denn?

c/idaxlia


andrea

sorry habe eben alles nochmal gelesen, und gesehen was für starke verstopfungsprobleme hast, eine op wäre vielleicht doch eine überlegung, aber würde trotztem erst mit mehreren chirugen und internistische magen und darmspezialisten mich darüber unterhalten und nicht nur mit 1 chirug

und würde zumindest die osteopathische und chinesische akupunktur erstmal versuchen, wenn du 7 jahre gewartet hast, kannst du vielleicht noch einige monate auf eine op warten,ich weiß es ist einfacher als gesagt, aber durch einen versuch kannst du nichts verlieren, dagegen die op oder operationen kannst du nicht mehr rückgängig machen, operieren kannst du dich noch in ein paar monaten immer noch

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