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Nexium und Nebenwirkungen?

h"er biexfox hat die Diskussion gestartet


Ich bin 52 und leide seit ca. 15 Jahren an Refluxstörungen. Am Anfang war mir nur wochenlang übel. Diagnostiziert wurde die Krankheit vor ca. 6 Jahren, nachdem Säure bis in den Rachen

aufgestiegen und in die Lunge gelangt war, was zu einem ständigen Husten führte. Seitdem werde ich mit Pantozol bzw. seit ca. 4 Jahren mit Nexium behandelt. Anfangs waren nur Schübe vorhanden mit ständigen Entzündungen der Magenschleimheit und leichten Läsuren der Speiseröhre, die sich unter den Medikamenten relativ rasch zurückbildeten. Seit ca. 4 Jahren haben sich die Sympthome verschlimmert. Während es mir früher ab und zu schlecht ging, geht es mir heute ab und zu gut. Ich hatte auch in diesem Jahr im Anschluß an eine Langzeit-PH-Messung, vor der

ich die Tabletten absetzen musste, einen Zeitraum von ca. 3 Monaten, in denen ich ohne Medikamente vollkommen beschwerdefrei war. Ansonsten das ganze Jahr über Schmerzen, die sich vor allem als Druckschmerzen im Mageneingang äußeren. Im letzten Urlaub hatte ich in Verzweiflung die Dosis an einem Tag auf 120 mg hochgefahren, am nächsten Tag ging es mir besser, am übernächsten wesentlich besser und nach einer Woche waren alle Sympthome verschwunden mit der Minimaldosis von 20 mg für etwa 2 Monaten, dann ging alles wieder von vorne los. Ich bin ziemlich

verzweifelt, schon oft über Suizid nachgedacht. Die nächtliche Schlafdauer liegt mit Unterbrechungen bei ca. 4 - 5 Stunden.

Die Ärzte wissen auch nicht weiter, das klinische Bild würde nicht zu den Beschwerden passen.

Ich bin inzwischen der Auffassung, dass der Druckschmerz durch Nexium hervorgerufen wird. Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht, bringt eine Medikamentenwechsel Besserung?

Bin wirklich dankbar für jeden Tipp.

Antworten
MHonixM


Das Problem bei allen Protonenpumpenhemmern ist, dass der Körper nach langjährigem Gebrauch gegensteuert, dh er fährt trotz Blockade die Säureproduktion nach oben. Ein Präparatewechsel zB von einem Omeprazo, bzw Esomeprazol haltigen Präparat auf ein Pantoprazol würde aus zwei Gründen nichts bringen: 1. Ist dieser Effekt bei allen PPH gleich, 2. Nexium ist mit Abstand der bestwirksamste PPH mit dem geringsten Nebenwirkungspotential. Wurde bei dir der Test auf Helicobacter pylori schon gemacht? Wie schwer bist du, wie ernährst du dich, sind zwar banale Fragen aber vielleicht kann man hieraus irgendetwas erkennen? Auf keinen Fall darfst du die Dosis eigenmächtig hochschrauben, 120mg liegt jenseits von Gut und Böse, das Nebenwirkungspotential steigt dadurch rasch an!

Wie sieht dein Tagesablauf aus?

M{oniM


Ich weiß natürlich nicht, was du schon probiert hast. Schläfst du möglichst aufrecht? Fast sitzend? Das hilft vielen mit nächtlichem Reflux.

seofiaP3434


herbiefox

ja, ich hab ähnliche erfahrungen gemacht, bei mir null besserung mit ppis, dann folgte op (fundoplicatio), null besserung , nur verschlimmerung, dann hab ich vor ca. 3 monaten mit nexium angefangen, überaschenderweise ca. 50 %/60 % besserung zum ersten mal im meinem leben, ca. 6 wochen,20 mg dosis, jetzt seit ca. 1 monat oder 6 wochen nur 30 % besserung :-|

hab die entzündungen seit 9 jahren :-|

nachts hab ich keine probleme dadurch , aber den ganzen tag bis ca. mitternacht (ca. 12 stunden am tag schmerzen)

ph metrie zeigte bei mir im jahre 2003 normalwerte

jetzt hab ich mir backpulver gekauft, wie mir ein lieber forumsfreund empfohlen hat, werde es heute abend oder so mal versuchen, hab es schon hier um dem tisch

kopf hoch @:) *:)

AHu,s8siex74


Hallo

Sorry Moni ich weiss nicht woher du dein Wissen hast aber Protonenpumpenhemmer ist nicht Protonenpumpenhemmer.

Da ich selber schon länger an Reflux leide weiß ich dies aus Erfahrung.

Bei jedem wirken die PPI´s anders. Bei einem hilft Nexium wo Pantozol, Esomeprazol etc. nicht helfen würde. Also bitte nicht alle Protonenpumpenhemmer zusammen in einen Topf schmeißen.

Meine Erfahrung sowie die vieler anderer Refluxer auch (siehe Refluxfaden) ist das man individuell herausfinden muss welcher Protonenpumpenhemmer am besten zu einem passt. Und ja, man muss auch schonmal wechseln.

Ich habe damals mal mit Omeprazol angefangen (ca. 2 Jahre) , dann Nexium (1 Jahr) und bin jetzt seit ca. einem Jahr bei Pantozol.

Der Wechsel war auch bedingt durch Unverträglichkeiten etc.

Die üblichen Nebenwirkungen bei PPI´s können unter anderem Zungenbrennen und Kloßgefühl sein. Von Nexium habe ich auch schon gehört das sie Depressionen etc. auslösen können (war zum Glück bei mir nie der Fall)

120mg pro Tag ist übrigens auch keine Seltenheit. Es gibt einige Refluxer die diese Dosis zu sich nehmen. Dies ist aber auch schon die absolute Höchstdosis die man zu sich nehmen sollte denn mehr bringt sowieso nix. Erhöhungen der Dosierungen sollten vorher auch immer mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

Gruß

Aussie

MnonixM


Ich habe mein Wissen über Protonenpumpenhemmer aus meinem Studium, Pharmakologie im 5.-8. Semester, und Pharmazeutische Chemie 5.-8. Semester, Examen WS 2005. Chemisch gesehen unterscheiden sie sich nur marginal, Pantozol zeigt die geringsten Wechselwirkungen mit CYP-450 Isoenzymen, wird deswegen gerne gegeben. Der potenteste Blocker an den Belegzellen ist das Omeprazol, die einzigen Komponenten die eine Änderung der Wirksamkeit nach sich ziehen könnten, ist die Darreichungsform bzw eine andere Rezeptur der Tablette und die damit einhergehende Änderung der Freisetzung im Körper. Hier kann es tatsächlich zu Unterschieden in der Wirksamkeit kommen, diese ergeben sich aber nicht aus dem Wirkstoff sondern der Formulierung der Tablette (Arzneiformenlehre, 2. Semester -8.Semester, nur um Fragen vorzubeugen). Natürlich hast du da Recht, er könnte es ja mal mit Pantozol versuchen. Oder er versucht es mit einem anderen Omeprazol Präparat. Ob das die Probleme dauerhaft löst ist aber zu bezweifeln, dass deshalb meine negative Antwort. Der Kompensationsmechanismus des Körpers ist bei ihm schon im Gange, und wird auch bei einem anderen PPI schnell wieder die Säurebildung hochregulieren. Also muss man sich mal die Alternativen ansehen. Mal abgesehen davon, ist eine Steigerung der Dosis bei Nexium nicht wirklich so unbedenklich, da es im Körper langsamer metabolisiert wird, als alle anderen PPI's. Dadurch kann man schneller in Wirkstoffspiegel kommen, welche die Nebenwirkungswahrscheinlichkeit erhöhen.

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