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Psychosomatische Magenbeschwerden und Anti-Depressiva?

ncigh>t_wxish hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich habe seit 2 Jahren immer mal wieder Probleme mit dem Reizmagen- und Darm. Wer hat Erfahrungen mit Anti-Depressiva gegen diese Beschwerden gemacht und wie hat es euch geholfen?? Was für Medikamente nehmt ihr? Ich habe eine Zeitlang mianserin genommen, mußte es aber leider aufgrund von Nebenwirkungen absetzen. Geholfen hat es schon.Über jeden Beitrag würde ich mich freuen. Danke euch im voraus.

LG

Antworten
Dyomienik P198x5


hallo night-wish

wieso in aller welt willst du soetwas schwergradiges wie psychopharmaka einnehmen? bist du dir ganz sicher, dass du die wirklich brauchst?

sei auf jeden fall gewarnt: wenn du jetzt mit diesen dingern anfängst, dann wirst du sie wohl dein ganzes leben lang nehmen müssen. psychopharmaka machen sehr schnell abhängig und verändern viele hormongebundene prozesse und den stoffwechsel im körper. zudem haben sie viele nebenwirkungen und jeder reagiert anders darauf.

wieso meinst du, dass du die dinger brauchst? du hast seit 2 jahren beschwerden mit dem reizdarmsyndrom. na und?

ich habe diesen ganzen mist seit 4 jahren und bevor ich mir psychopharmaka verpassen lassen würde, müsste man mich bewusstlos schlagen. freiwillig würde ich so einen mist niemals anfassen.

was genau sind deine psychischen probleme? kannst mir auch gerne ein PN schreiben, wenn du das nicht öffentlich preisgeben willst. welche ängste hast du und wie sehr hängen deine beschwerden mit deiner psyche zusammen?

psychopharmaka sollten wirklich immer die allerletzte instanz sein und man sollte wissen, dass man sie sehr schlecht wieder absetzen kann. mein vater hat 25 jahre lang welche genommen und ist nur sehr schwer aus dem teufelskreis heraus gekommen. das war nahezu ein wunder. ebenso bleibt es bei so einer medikation meist nicht aus, dass man irgendwann in stationäre behandlung in einer psychiatrie gehen muss. überleg dir bitte sehr genau, ob du das wirklich willst! und äußere diesen wunsch nicht zu schnell in gegenwart eines mediziners. das geht sehr schnell und dann bist du abgestempelt!

versuch es doch mal mit johanniskraut. nehme ich ab und zu für einige monate. hilft meinen nerven sehr gut und hat null nebenwirkungen!

mfg aus paderborn,

dominik

G*radsI-Hxalm


Dominik - nichts für ungut, aber Psychopharmaka machen keinesweges alle abhängig. Kommt halt drauf an, was man nimmt. Er redet hier von Antidepressiva, und die machen nicht abhängig. Man kann sie absetzen und normal ohne leben.

Verteufeln muss man sie auch nicht gerade...

@ Topic:

Habe Reizmagen und nehme aus anderen Gründen Antidepressiva - hilft mir gar nicht. :-|

nfight_hwisxh


Hallo zusammen,

danke für eure Beiträge. Also dominik, da muß ich Dir leider jetzt auch wiedersprechen. Antidepressiva machen keineswegs abhängig, sondern Sedativa...Valium etc. Ich habe wie gesagt 2 Jahre mianserin genommen und habe leider von dem Medikament Hals und Rachenentzündungen bekommen. Jetzt hätte ich halt gerne Tips von Leuten bekommen, die damit auch Erfahrungen gemacht haben und halt auch mit der Wirkung bezügl. Reizmagen. Ich hätte meine Beschwerden ohne diese Mittel nicht in den Griff bekommen und natürlich ohne eine vernünftige Therapie. Deswegen Gott segne diese Mittelchen. Ich denke, wenn Du noch nie eins der Medis genommen hast, hast Du auch absolut keine Ahnung über ihre Wirkungsweise.

Ich habe jetzt mein Medikament seit 5 Monaten abgesetzt und bin dadurch in keinster Weise abhängig geworden, im Gegenteil, daß Medikament hat mich gerettet. Und wenn jemand 2 Jahre Antidepressiva eingenommen hat, der lacht über Johanniskraut, glaub mir. Ich denke, da haben wir völlig verschiedene Meinungen, ich akzeptiere natürlich Deine Meinung. Aber leider haben diese Medikamente immer noch einen zu schlechten Ruf, da die alten Antidepressiva wirklich Hämmer waren. Übrigens, ich bin eine Sie...

grins.

LG

MUonsxti


Hallo Dominik,

auch ich möchte Dir da vehement widersprechen. Wer z.B. Valium konsumiert, kann in der Tat abhängig werden. Aber dies ist ein Medikament, dass i.d.R. nur zur Krisenintervention (oder Narkoseeinleitung) gegeben wird.

Ich nehme schon seit dem Frühjahr 1999 wegen chronifizierter posttraumatischer Belastungsstörung einen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (Seroxat, Wirkstoff Paroxetin) und sehe keinerlei Abhängigkeit, zumal ich in guten Phasen auch mal stark reduzieren kann. Bitte rede in diesem Zusammenhang nicht von "Mist". Dank dieses Medikaments kann ich ein völlig normales Leben führen. Es erzeugt bei mir keinerlei Nebenwirkungen, auch werde ich nicht müde, lethargisch oder sonstwie "deppert" davon. Unter dem vermeintlich verträglichen Johanniskraut hingegen ging es mir nur grausig, mal davon abgesehen, dass es Null-komma-nix wirkte. Vermutlich hatte Dein Vater Psychopharmaka der älteren Generation geschluckt (Insidon & Co.). Bitte schließlich nicht von früher auf heute. Auch in der Psychiatrie hat sich inzwischen einiges getan.

@ night_wish:

Wenn Deine Magen-Darm-Probleme tatsächlich primär psychisch verursacht sind, ist es durchaus möglich, dass sie mit dem passenden Antidepressivum aufhören. Eine Garantie gibt's natürlich nicht. Ich kann Dir nur raten, nicht nur auf ein Mittel zu setzen. Ich hatte ungefähr 8-10 Mittel durchprobiert, bis es endlich passte.

Liebe Grüße von

Angie

Mqon$sti


Nachtrag für Dominik

Sorry, el vertippo: Statt: "Bitte schließlich nicht von früher auf heute." heißt es natürlich "Bitte schließe nicht von früher auf heute." :-/ Sollte ich doch etwas deppert sein? ;-D

LG Angie

eylizaX82


also, ich muss dominik hier recht geben.

ich denke sehr wohl, dass viele von den teilen abhängig machen. ich habe leider sehr viele freundinnen, die psychisch krank sind und die dinger schlucken. sie haben mehrmals versucht, sie abzusetzen, aber sind jedesmal rückfällig geworden und meinten, dass es ihnen nach absetzen so schlecht ging, dass sie danach sofort wieder anfangen mussten. teilweise auch die doppelte dosis. es ist schon krass, manche , die ich kenne, machen noch nicht mal eine therapie nebenbei, sondern schlucken nur das zeug. und die nebenwirkungen sind auch nicht übel. ständige müdigkeit, so dass eine freundin bis zu 16 h am tag schläft, schwindel usw.

v.a. gehen sie so leichtfüßig damit um und emphehlen anderen freunden von mir, wenn die mal´ne stimmungsschwankung oder depressive phase haben, gleich den gang zum psychater, um sich das zeug verschreiben zu lassen.

ok, wenn man wirklich schwer krank ist und selbstmordgefährdet ist und wie eine meiner freundinen manisch depressiv, dann denke ich, ist es ok. aber es muss immer in kombination mit einer therapie erfolgen.

ich rege mich nur deshalb so drüber auf, weil eine meiner besten freundinnen mir ständig anbietet, für mich anti-depressivum zu besorgen, nur weil ich übwer meinen blähbauch so unglücklich bin.

*:) @:)

eliza

DEomi(nik 1x985


nabend zusammen!

@ all:

sorry, dass ich hier meine meinung zu diesen präparaten so deutlich untermauert habe. das sollte selbstverständlich kein angriff auf diejenigen von euch sein, die selbst solche medikamente einnehmen!

wahrscheinlich hat diese geschichte mit meinem vater so stark auf mich abgefärbt, dass ich äußerst misstrauisch gegenüber solcher präparate bin und vielleicht fehlt mir auch das gewisse know-how an dieser stelle.

klar, ein antidepressiva ist etwas anderes, als psychopharmaka im allgemeinen. ich dachte in meiner kritik vorwiegend an solche präparate, die einen menschen so dermaßen verbiegen, dass man ihn selbst nicht wieder erkennt. sowas hat mein vater jahrelang bekommen und ich habe ihn zuletzt verabscheut, weil ich ihn nicht mehr ertragen konnte unter einfluss gewisser präparate.

@ monsti:

du nanntest insidon. das kenne ich sehr gut. mein vater hatte es lange zeit eingenommen und das war eins von den besagten mitteln, die die leute so verändern.

die härte war anfang diesen jahres. ich bin abends mit übelsten schwindelattacken zur notfall-ambulanz gefahren und der dortige "arzt" wollte mir insidon verschreiben. daraufhin brach ein wahnsinns streit zwischen uns beiden aus, der darin endete, dass ich dem onkel doktor ein blaues auge verpasst habe.

ich weiß nicht, aber an diesem abend hat mich jemand an meiner schlimmsten stelle getroffen und daraufhin kam auch der reflex von mir. das ende vom lied: 600€ schmerzensgeld. naja, dummheit, aber das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen.

@ eliza:

lass dir bitte niemals etwas aufschwatzen. ich kenne von der arbeit her auch einen sehr schwer gestörten menschen, der seit 40 jahren in psychiatrischer behandlung ist. der versucht auch immer, anderen leuten seine medikamente aufzuschwatzen, da in seiner welt jeder psychisch krank ist. ich kenne diese "angebote". ich weiß, dass du davon auch nichts hältst, aber bitte lass dir niemals was andrehen!

mfg aus paderborn,

dominik

Muontsti


Hallo eliza,

man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Das wäre mein allererster Kommentar dazu. Es interessiert mich überhaupt nicht, was Dir irgendwelche Freundinnen erzählen. Es sollte auch Dich nicht interessieren.

Das erste, was ich tat, als ich nach meiner 5. gescheiterten Schwangerschaft und mitten in einer grausamen Ehekrise seelisch wie körperlich auf dem Zahnfleisch gekrochen war: Ich bat um eine Psychotherapie, die ich zum Glück auch alsbald bekam, weil mein Fall für den Doc eindeutig war. Es handelte sich damals also nicht um eine banale depressive Verstimmung, die vermutlich jeder Mensch mal erlebt (und weswegen man weder eine Therapie macht, noch Medikamente schluckt), es war wesentlich mehr.

Natürlich sollte dieser Versuch an erster Stelle stehen. Eine Psychotherapie mit dem passenden Therapeuten bringt auch sehr viel, keine Frage, weiß ich aus eigener Erfahrung. Nichtsdestotrotz gibt es psychische Erkrankungen, die man ohne Psychopharmaka nicht in den Griff bekommt. Bei mir war es jedenfalls so.

Die neueren Antidepressiva machen definitiv nicht abhängig. Wer sowas behauptet, spinnt einfach (sorry).

So, und zum Abschluss möchte ich feststellen, dass dieses Thema längst nicht mehr in dieses Forum passt, sondern ins Forum "Psychologie" gehört.

Liebe Grüße von

Angie

RYaplaxdy


Also ich habe gegen psychomatische Beschwerden Mirtazapin bekommen, und es halt NULL geholfen. Ich bin grad dabei es wieder abzusetzen, es macht sehr müde und helfen tuts nix. Glaub viele Magen-Darm Beschwerden kann man mit Medikamenten nicht behandeln, da muss viel mehr behandelt werden, als nur einem ein Rezept in die Hand zu drücken und hoffen, dass es besser wird.

MmonixM


@ Dominik1985:

Deine Meinung über Psychopharmaka sei mal dahingestellt, mit der Materie muss man sich schon etwas tiefer befassen, um sich darüber dann eine differenzierte Meinung bilden zu können, denn hier gibt es viele verschiedene Medikamente.

Deine Meinung über Johanniskraut ist, was die Nebenwirkungen angeht, leider falsch! Es ist ein gutes Mittel bei leichten Depressionen, dass ist richtig. Leider interagieren die Wirkstoffe des Johanniskrauts mit einem Enzym, das für den Arzneimittelabbau zuständig ist, dem sog Cytochom P450 3D6. Fast 50% aller Arzneistoffe werden durch dieses Enzym abgebaut. Johanniskraut beschleunigt diesen Abbau um ein Vielfaches, besonders zu erwähnen ist hier der Wirkverlust der Pille (für dich wenig relevant ich sehe es ein!). Auch Immunsuppresiva werden schneller abgebaut, dh diese NW kann bei Transplantierten potentiell lebensbedrohlich sein, va wenn man diese Präparate ohne jegliche Beratung in der Drogerie kauft. Denn obwohl die Präparate hier häufig unterdosiert sind, reicht die Dosis für die Enzyminduktion meist aus.

Gleichzeitig erhöht Johanniskraut die Photosensibilität der Haut, dh die Sonnenbrand Gefahr wird stark erhöht. Auch das ist bei jetzigem Wetter wenig relevant. Wollte aber nur darauf hinweisen, dass die Nebenwirkungen des Johanniskrauts keineswegs harmlos sind.

M.onixM


Desweiteren sei darauf hingewiesen, dass Johanniskraut hier wenig bringt. Die Psychopharmaka, die bei Reizdarm angewendet werden haben meist eine Wirkung auf die Dopaminrezeptoren, welche eine Relaxation der Darmmuskeln nach sich zieht. Dies auch schon in weit geringeren Dosen als für eine antidepressive Wirkung notwendig wäre.

MvoniM


@ eliza82:

Du hast das Problem genau erkannt: Deine Freundinnen machen keine Therapie dazu! Diese ist aber zwingend notwendig, um mit sich und seiner seelischen Lage auch ohne Psychopharmaka wieder zurechtzukommen! Wird diese Therapie nicht gemacht, kehren die Leute immer wieder zu den Tabletten zurück, weil es ihnen mit den Tabletten natürlich besser geht. Ein Hochdruckpatient würde seine beta-Blocker ja auch nicht absetzen, weil es ihm danach wieder schlecht gehen würde. Leider vertreten aber viele, in meinen Augen unqualifizierte, Ärzte die Meinung, eine Therapie sei nicht notwendig und geben das auch so an ihre Patienten weiter. Ich habe selber so einen Fall in der Familie. Es ist immer einfacher Tabletten zu nehmen, als sich einzugestehen, dass man Hilfe benötigt, und gerade bei Psychopharmaka läßt sich dann natürlich immer schnell von Abhängigkeit reden!

Dpomin$ik 19x85


guten morgen zusammen!

@ moniM:

vielen danke für deine ausführliche auskunft über johanniskraut. siehste mal: sowas erzählt einem kein mensch und jeder faselt nur was von harmlosen pflanzenmittelchen. gut, immunsupressiva nehme ich zum glück keine. sollte in absehbarer zeit auch nicht der fall sein. des weiteren würde ich mir solche sachen niemals in der drogerie oder im aldi holen. sowas gehört meiner meinung nach in die apotheke und es sollte auch apothekenpflichtig werden, da es ja immerhin schon die psyche beeinflusst. sonnenempfindlich ist meine haut überhaupt nicht mehr. bin von natur aus typ 3 und gehe einmal in der woche ins solarium, bin also sowieso das ganze jahr braun^^. aber soll jetzt auch keine widerlegung deines wissens sein. interessant, mal eine andere seite von solche vermeintlich "harmlosen" mitteln zu hören. aber ich habs ja immer gesagt: homöopathie schadet der gesundheit ;-) .

zu der generellen problematik was den einsatz von psychopharmaka bei reizdarmpatienten angeht, so finde ich es keineswegs gut, dass die ärzte da wirklich solche mittel verabreichen und dabei egal, ob antidepressiva oder tranquilizer oder sonst was. gut, reizdarm spielt sich viel kopf ab, aber deswegen gleich mit solchen präparaten therapieren, weil jemand mal depressiv verstimmt ist? naja.... depressionen habe ich selber ab und zu, vor allen dingen dann, wenn ich einen starken schmerzschub habe, der ein paar tage lang anhält. dann könnte ich den ganzen tag schreien, usw, ihr kennt das ja. aber ich würde niemals solche medis anfassen. ganz sicher nicht. gut, einige von euch haben vielleicht gute erfahrungen gemacht, aber ich halte mich da lieber distanziert. bevor ich sowas nehmen würde, würde ich glaub ich eher wieder anfangen, zu trinken. das kenne ich ja schon :-/.

mfg aus paderborn,

dominik

D0omin2ik 1d985


@raplady

du hast vollkommen recht. ich halte auch überhaupt nichts von diesen dingen. du kommst zu einem psychologen/psychiater (wo ist eigentlich der unterschied ???), der dir angeblich helfen soll. aber was macht der? der hat überhaupt keinen bock, sich mit dir zu unterhalten. der redet vielleicht 5 minuten mit dir und danach kriegste gleich ein paar pillen und dann sagt er dir, du sollst wiederkommen, wenn die tabletten leer sind. tolle therapie! einfach klasse! >:(

mfg aus paderborn,

dominik

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