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Wie läuft eine Darmspiegelung ab

d7irOk99G9 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

da ich immer wieder Threads lese, wo User Angst vor einer Darmspiegelung haben, bzw. wissen möchten, wie so eine Spiegelung ganz genau abläuft, möchte ich denjenigen meine Erfahrung von einer Darmspiegelung berichten. Da ich gerade von einer solchen komme, und mich gerade hier auf meinem Sofa ausruhe, habe ich dafür etwas Zeit, und die Gedanken sind noch frisch :-)

Also, nachdem mir meine Hausärztin eine Darmspiegelung verordnet hatte, konnte ich diese entweder bei ihr in der Praxis machen, was mich aber 80,- Euro gekostet hätte, oder mich ins Krankenhaus überweisen lassen. Ich hatte mich für das Krankenhaus entschieden.

Zuerst musste ich mir im Krankenhaus einen Termin für die Voruntersuchung geben lassen. An diesem Tag wird Blut abgenommen, und man muss eine Menge an Schreibkram erledigen, also welche Krankheiten man hat, welche Medikamente man einnimmt, und natürlich der Aufklärungsbogen für die Untersuchung. Nachdem man alles ausgefüllt hat, geht es erst mal zur Schwester. Die nimmt die ganzen Sachen entgegen, gibt einen sein Medikament für das Abführen, einen Termin für die Untersuchung, und erklärt einem noch dies und das. Außerdem weist sie darauf hin, das man sich am Untersuchungstag unbedingt abholen lassen muss. Man darf weder zu Fuß, noch mit dem Bus oder Bahn oder mit dem eigenen Auto fahren. Dafür musste ich auch unterschreiben.

Nach ein paar Minuten Wartezeit geht es dann zum behandelnden Arzt, der die Untersuchung nochmals genau erklärt, und man kann noch seine Fragen dazu stellen stellen.

Dann heißt es Warten, bis zum Untersuchungstag. Meist sind das ca. 7-14 Tage.

Nun kommt der berüchtigte Tag der "Abführung". Ich habe zum Glück als abführendes Medikament "Prepacol" bekommen. Die Schachtel beinhaltet eine 30ml Flasche mit einer etwas salzigen Lösung und 4 kleine Tabletten.

Zwei Tage vor der Untersuchung darf man nur noch flüssige Kost zu sich nehmen, also Suppe, Tee oder Brühe. Ich habe zwischendurch auch mal einen Jogurt gegessen. Am nächsten Tag darf man früh eine Suppe essen. Um ca. 10 Uhr nimmt man die Lösung mit etwas Wasser oder Tee ein. Ich habe das Ganze in ein Glas Erdbeertee gegeben. Das Zeug schmeckt ungefähr wie salzige Erdbeeren, also es ist zum aushalten. Dann dauert es ein wenig. Man merkt dann langsam, wie es im Bauch rumort. Nach ca. 1 Stunde sollte man eine Toilette aufsuchen. Das ganze dauert dann so ca. 2-3 Stunden. In dieser Zeit musste ich ca. 5-6 mal auf die Toilette. Um ca. 14 Uhr sind dann die 4 kleinen Tabletten dran. Die muss man alle mit einem Glas Wasser oder Tee zu sich nehmen. Danach viel trinken, mindestens 3 Liter. Ich bin bei meinem Erdbeertee oder Kräutertee geblieben.

Das ist ganz wichtig mit dem Trinken, da sonst der Kreislauf schlapp machen kann ! Durch das Abführen verliert man nämlich viel Flüssigkeit.

Komischer weise passierte dann erstmal gar nichts. Ich schaute ins Internet, um mehr von dem Wirkstoff "Bisacodyl" zu erfahren. Da stand etwas, das die Wirkung erst nach 6-10 Stunden eintritt. Also warten ... Um ca. 20 Uhr machte sich dann doch wieder etwas bemerkbar. Also schnell wieder aufs Klo gerannt. Und dann geht es schon mächtig zur Sache. Einzelheiten möchte ich hier nicht weiter erwähnen. :-) Jetzt muss man schon öfters aufs Klo rennen. Bei mir waren es bestimmt 6-7 mal. Gegen 22 Uhr wurde es aber besser. Trotzdem musste ich gegen Morgen um 4, 5 und 6 Uhr nochmal aufstehen. An Schlaf war also in dieser Nacht nicht zu denken. Wenn, dann war es nur mal eine halbe oder ganze Stunde. Außerdem ist man einfach viel zu aufgeregt. Zusätzlich macht einem der Hunger zu schaffen, was man am nächsten Morgen merkt.

Also früh um 7 Uhr aufstehen. Da man ja fast 2 Tage nichts gegessen hat, ist man schon ziemlich fertig und kaputt. So, Essen gibt es ja keins. Nur ein Glas Tee habe ich mir gegönnt. Und dann ab ins Krankenhaus.

Dort angekommen, wurde ich schon von der Schwester erwartet. Als erstes wollte Sie eine Unterschrift haben, das ich nicht selbst mit dem Auto fahre, und das ich zu Mittag von jemanden abgeholt werde. Nun gut. Jetzt musste ich mich ausziehen. Aber zum Glück nicht komplett. Schuhe, Strümpfe, Hose und Unterhose mussten runter. Als Gegenzug bekam ich eine schöne grüne, kurze Hose, wo hinten ein Schlitz vorhanden ist. Modisch zwar nicht der letzte Schrei, aber was soll's. Dann musste ich mich auf den Behandlungstisch legen. Die Schwester legte mir am Arm einen Zugang, wo dann die Medikamente gespritzt werden. Der Zugang ist deswegen erforderlich, damit bei unabsehbaren Dingen, z.B. bei Kreislaufschwäche oder Ähnlichen gleich die Medikamente gegeben werden können. Dann sagte Sie mir, das es noch ein wenig dauert, da der Arzt erst zu einer Besprechung ist. Sie gab mir wenigstens eine Decke, da es doch ziemlich frisch im Raum war. Nun lag ich da, und wartete und wartete. Die 2 Schwester begnügten sich zwischenzeitlich mit der Tageszeitung und hielten einen Plausch. Erst nach ca. einer halben Stunden ging es endlich los. Ich bekam eine Spritze und sollte mich dann auf die Seite legen. Von der Spritze hatte ich aber mehr erwartet. Ich war trotzdem noch wach, und die Untersuchung hat auch etwas weh getan. Vielleicht war ich zu aufgeregt, und die Spritze hat nicht richtig angeschlagen. Keine Ahnung. Jedenfalls konnte man die Untersuchung live am Monitor miterleben. Es wurde 1 Polyp und auch Gewebeproben entnommen, was aber nicht schmerzhaft ist, da der Darm nicht mit Nerven durchzogen ist. Da mein Darm aber ziemlich verkrampft war, konnte leider nicht der ganze Darm untersucht werden.

Nach ca. 20 Minuten war die Untersuchung vorüber. Ich rutschte vom Behandlungstisch in ein Bett, und wurde in ein Ruheraum gebracht. Dort muss man sich dann ca. 2 Stunden erholen. Nach den 2 Stunden kommt noch mal der Arzt vorbei, und bespricht das Ergebnis der Untersuchung. Die Befunde der Gewebeproben bekommt man aber erst nach ca. 1 Woche.

Dann heißt es aufstehen, anziehen, und ab nach Hause.

Also, wie Ihr seht, eine Darmspiegelung ist halb so schlimm.

Ich hatte es mir am Anfang auch schlimmer vorgestellt.

Ich wünsche jeden, der noch eine vor sich hat, alles Gute und keine Angst ! Alles wird gut !

Ich möchte hier aber noch erwähnen, das dies meine Erfahrungen sind. Wie es in den Praxen bzw. andern Krankenhäusern abläuft, das kann ich nicht sagen. Dort kann es auch ganz anders ausschauen.

Gruß

Dirk

Antworten
LtaiIl'a39


@ dirk,

woher kommst du aus berlin?

Ich habe auch eine Darmspiegelung und habe gemischte Gefühle.

Einerseits Angst andererseits endlich die Gewissheit woher meine Blähungen kommen oder nicht also ob ich was habe oder nicht.

Du sagtest es hat weh getan, was war das für ein Gefühl?

Ein ziepen und wie lang war dieses Gefühl?

Ich dachte man bekommt ein Medikament zur Beruhigung und aber auch zur Dösung also dass man fast wie bei einer Vollnarkose kaum etwas mitbekommt von der Untersuchung?

Was ist denn wennn es wehtut, gibt einem der Arzt noch mal ne Spritze?

Viele Grüße Laila, p.s. haben sie bei dir was gefunden oder warum warst du da?

d~irk9e9x9


Hallo,

@ Laila39 Ich komme nicht aus Berlin,

sondern aus der Nähe von Zwickau. Also das mit den Schmerzen ist auszuhalten. Du mußt dir das so vorstellen, als ob du Bauchschmerzen hast. Das war bei mir aber so, weil mein Darm zu sehr verkrampft war. Ich habe zwar versucht, mich zu entspannen, aber es ging nicht. Deswegen konnte das Endoskop auch nur etwa die Hälfte des Dickdarms untersuchen. Die Schmerzen traten dann auf, wenn der Arzt das Edoskop durch einen Bereich des Darmes führt, der sehr verkrampft ist. Du mußt dir das so vorstellen, das an dieser Stelle der Darm fast vollständig geschlossen ist. Jedenfalls sah es so auf dem Monitor aus. Und wenn nun der Arzt versucht, das Endoskop durch so einen Bereich zu führen, dann gibt es halt diese Schmerzen. Die Schwester, die mit dabei ist, versucht auch, durch massieren des Bauches die Verkrampfung zu lösen. Aber die Schmerzen sind auszuhalten. Da sind Zahnschmerzen viel viel schlimmer !

Also die Schwester hat mir keine Spritze weiter gegeben. Ich habe ehrlich gesagt, auch nicht danach verlangt. Bei der Untersuchung ist es so, das du am Anfang auf der linken Seite mit angewinkelten Beinen liegst. Wenn der Arzt dann ein Stück im Darm vorangekommen ist, mußt du dich auf den Rücken legen. Wenn du jetzt von der Spritze völlig weggetreten bist, dann geht das natürlich schlecht.

Bei mir wurde nur eine leichte Entzündung festgestellt, 1 Polyp entfernt und an mehreren Stellen Gewebeproben entnommen.

Ansonsten muß ich jetzt erst mal abwarten, was die Gewebeproben ergeben. Das weis ich aber erst in ca. 1 Woche.

Mein Problem war, das ich fast täglich immer morgens mehrmals auf die Toilette mußte, und dabei krampfartige Schmerzen im linken Unterbauch hatte. Nach dem Stuhlgang wurde es dann besser und für den restlichen Tag hatte ich dann gar keine Beschwerden mehr. Außerdem hatte ich vor ein paar Wochen etwas Blut und Schleim im Stuhl. Früher hatte ich auch noch den Candida Pilz, der aber glücklicherweise zur Zeit weg ist. Hinzu kamen auch hin und wieder starke Blähungen. Aus diesem Grund wollte meine Hausärztin, die glücklicherweise auch Internistin ist, eine Darmspiegelung durchführen, um die ganze Sache abzuklären. Ich fand das auch völlig richtig.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.

Und keine Angst vor der Spiegelung, alles halb so wild.

Gruß

Dirk

M~onstxi


Hallo Laila,

auch ich war bei allen Darmspiegelungen trotz Dormicum (s.u.) wach. Aber es war mir alles ziemlich wurscht - außer der Blick auf den Monitor. Das ist nämlich echt spannend! Die Schmerzen sind bei der Untersuchung etwa wie bei starken Blähungen/Koliken, aber das kennst Du ja eh schon. ;-) Sie entstehen aber nur, wenn das Koloskop gerade stärkere Darmwindungen (vor allem die linke Flexur) überwinden muss. Bei mir konnte keine einzige Koloskopie zu Ende geführt werden, weil wegen extremer Verschlingungen meistens im Bereich der linken Flexur und zweimal im ebenfalls stark verknoteten C. transversum kein Weiterkommen mehr möglich war. Klar, es zwickte momentan ordentlich, aber wirklich schlimm fand ich's nicht. Wenn es zu sehr kneift, gehen die Untersucher mit dem Koloskop auch nicht weiter. Schließlich will man Dir ja nicht den Darm perforieren ...

Vor der Untersuchung bekommt man über einen Venenzugang Dormicum und ein Schmerzmittel verabreicht. Viele meinen, unter Dormicum fest geschlafen zu haben, was aber meistens nicht der Fall ist. Man kann sich hinterher nur an nichts mehr erinnern. Man gibt dieses Mittel deshalb, weil es während der Untersuchung durchaus nicht unwichtig ist, dass der Patient ansprechbar ist - eben wegen der Gefahr der Perforation.

Liebe Grüße von

Angie

L`ailxa39


Ooooh vielen Dank.

Naja es haben ja schon viele Menschen überstanden, hoffentlich auch ich, hihii.

Ich will das unbedingt machen, denn sonst weiß ich nimmer mehr weiter.

Denn Blähungen zu haben und das tagtäglich ist auch nicht angenehm... %-|

EyngeAlche,n-REx-


Hallo,

ich habe schon zwei Darmspiegelungen hinter mir. Beide Male hat das Beruhigungsmittel bei mir voll angeschlagen und ich habe überhaupt nichts mitbekommen. Ich habe nach den Untersuchungen wohl mit dem Arzt gesprochen und Fragen zum Ergebnis gestellt, kann mich aber selber daran auch nicht mehr erinnern. Ich war froh, dass ich meine Begleitperson dabei hatte, die dann zumindest das Gespräch vom Arzt wiedergeben konnte und mich gut nach Hause brachte. Nach ein paar Stunden Schlaf war wieder alles im Lot. Schmerzen hatte ich danach nicht, nur ein bissel Druck hintenrum und Bauchgrummeln/Blähungen als der Darm sich später wieder füllte.

;-)

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