» »

Blähungen, schaumiger Stuhl, Schwierigkeiten beim Stuhlgang,

Myonxsti


Hallo Bettina,

ob ich Dir/Euch aus Österreich weiterhelfen kann, weiß ich nicht. Ich bekam nach der Kolektomie mit endständiger Ileostoma-Anlage sofort einen GdB von 70, allerdings befristet auf zwei Jahre. Damals reichte der Entlassungsbericht der Klinik Innsbruck. Im Frühjahr letzten Jahres setzte ich mich mit unserem zuständigen Amt (bei uns: Bundessozialamt) in Verbindung, um eine Verlängerung des Behindertenpasses zu beantragen. Man schrieb mir zurück, eine Verlängerung sei nicht möglich, ich müsse einen Neuantrag stellen. Tat ich auch und wurde wenig später zwecks Begutachtung zum Amtsarzt geschickt. Der hatte mich eine knappe Stunde in der Mangel. Danach erhielt ich einen unbefristeten Behindertenpass mit einem GdB von 90 plus zwei Vermerken (kostenlose Autobahnvignette für Ösiland und Sonderpreise bei der Bahn).

Ausschlaggebend für die Festlegung eines bestimmten GdB sind nicht die Diagnosen, sondern die konkreten Einschränkungen, die man im Alltag hat. Diesbezüglich unterscheiden sich die Verhältnisse in Österreich und Deutschland nicht.

Schau doch mal hier, vielleicht hilft's Dir weiter ---> [[http://anhaltspunkte.vsbinfo.de/]] Das jetzt ist eine Zusammenstellung aus dem Jahr 2004, es gibt auch neuere Listen, die sich aber kaum von dem unterscheiden, was in dem von mir gegebenen Link geschrieben ist. Ich hoffe, der Link funzt. Falls nicht, muddu protestieren! ;-D

Übrigens geht's mir genauso wie Dir: Es geht mir deutlich besser als vor all den OPs, aber so richtig gesund bin ich nicht. Demnächst steht mir eine Rektumamputation bevor, die leider nur wieder per großem Bauchschnitt möglich ist. Ich versuche, eine Baustelle nach der anderen zu beseitigen, wobei mir das Ileostoma für immer bleiben wird.

Alles Gute für Dich und liebe Grüße!

Angie

MAonsxti


Bei mir funktioniert der Link. Hab gerade gesehen, dass er die Aktualisierungen von 2006 mitberücksichtigt, er ist also brandneu.

Nochmals Grüßle von

Angie

IKstr:ie nfan


Hallo

danke für den tollen Link, ich werde jetzt diesen Antrag stellen. Kann mir noch jemand Tips geben, wie ich mich richtig ausdrücken soll und was unbedingt in so einen Antrag gehört. Ich kann ja nicht z.B. schreiben, durch meine den ganzen Tag anhaltenden stark übelriechenden Blähungen traue ich mich fast nicht mehr unter die Menschen, ich komme mir schon vor wie ein Stinktier und schäme mich sehr dafür. Ich glaube die Betroffenen wissen wovon ich schreibe und wie belastend vieles im Alltag ist, aber wie schreibt man das in so einen Antrag, damit ein Gesunder sich das vorstellen kann. Ich habe auch Migräne und Z.n. Pansinusitis, seit der OP auch noch dauernde Magenschmerzen und dieses Restless Legs Syndrom und starke Nahrungsmittelallergien. Gehört das alles auch in so einen Antrag?

Wäre toll wenn mir jemand helfen könnte

Gruß

Bettina

d7ana_albVerDtine


Liebe Bettina,

bei mir hat meine Mutter das mit dem Antrag gemacht, deshalb weiss ich darüber nicht so genau Bescheid, aber auf jeden Fall musste sie SÄMTLICHE Arztbefunde und -schreiben sammeln und dem Amt zu schicken. Das war echt anstrengend. Und dann haben wir mehrere Seiten zugeschickt bekommen, die wir ausfüllen mussten; es wurde nach Klinikaufenthalten, Diagosen, Therapien etc. gefragt.

Ich werde heute abend noch mal meine Mutter genauer dazu fragen!

Wir werden übrigens auch einen neuen ANtrag einreichen, denn in dem jetzigen steht nichts wegen der SOnde, die ich ja zur Ernährung brauche, und die ist ja schon eine ganz schöne Behinderung im alltäglichen Leben...immer mit Schlauch in der Nase in der Gegend rumlaufen ist nämlich auch nicht angenehm!

LG,

Andrea

dvanaalxberxtine


Liebe Bettina,

vielleicht weisst Du ja jetzt schon genau, was Du machen musst, aber ich habe trotzdem nochmal meine Mutter gefragt: Sie meinte, sie hätte beim Amt für Gesundheit& Soziales ( so heisst das in Berlin) nach dem ANtrag für den Ausweis erkundgt. Dieser wurde ihr dann zugeschickt und den haben wir dann ausgefüllt. Also alles eigentlich ganz einfach. Nur wiegesagt, beim Ausfüllen muss man alles genauestens dokumentieren, jegliche Befunde und Atteste und Berichte von Klinikaufenthalten dazufügen. Das dauert manchmal etwas...und beim Amt dauert es natürlich noch mal, bis die sich das angeguckt haben.

Ich weiss leider nicht, welches das zuständige Amt für Dich ist, da ich nicht weiss, wo Du wohnst. Hier in Berlin gibt´s nur das eine Amt. Aber es dürfte ja nicht allzu schwer sein, das rauszufinden, oder?

LG,

Andrea

I/strSienfxan


Liebe Andrea

Hallo Andrea, ich habe heute mit meinem Hausarzt gesprochen, dieser hat dann beim Zuständigen Amt für Familie und Versorgung Landshut angerufen. Aufgrund meiner Erkrankung und vorallem die Einschränkungen nach der OP (Dauerdurchfälle usw.) sollte es auf alle Fälle mal probiert werden, sagte der dortige Ansprechpartner. Er könne jetzt nichts 100% versprechen, aber probieren kostet ja nichts und eine Grunderkrankung bzw. die OP mit den Folgen daraus sind nicht von der Hand zu weisen und bedeuten durchaus eine Einschränkung der Lebensqualität und auf das soll es ankommen.

Ich bin also gleich darauf auf unsere Gemeinde und habe mir den Antrag abgeholt, ich werde ihn jetzt sorgfältig übers Wochenende ausfüllen und am Montag abschicken. Wenn noch jemand Tips oder Ratschläge hat, wäre toll.

Liebe Grüße

Bettina

M\o`nstxi


Hi Bettina,

den einzigen Rat, den ich Dir geben kann: Notiere alle Einschränkungen, die Dir einfallen. Wie gesagt sind nicht bestimmte Diagnosen (außer bei eindeutigen Sachen wie z.B. Blindheit oder Querschnittslähmung) entscheidend, sondern konkrete Einschränkungen, die Du im täglichen Leben hast. Ich bekam eine Erhöhung von 70 auf 90 allein wegen meines Verwachsungsbauchs. Der Amtsarzt hörte sich meine Einschränkungen an, hörte anschließend meinen Bauch ab und nickte. Damals hatte ich keine Ahnung, was sein Nicken konkret bedeutete.

Viel Erfolg und liebe Grüße!

Angie

IXs(trieanfan


Danke Monsti

Hallo Angie,

danke für deinen Hinweis. Ich habe nur Probleme meine Einschränkungen in die richtigen Worte zu fassen. Ich habe manchmal das Pech das beim Wind ablassen auch ein bisschen Stuhl mit geht. Wie soll ich das schreiben? Vorallem hatte ich noch nie den Mut, dass öffentlich zu sagen, dass weiß auch mein Hausarzt nicht, da es mir peinlich ist. Oder das meine Winde extrem stark stinken, dass weiß mein Hausarzt auch nicht, da es mir peinlich ist, aber es ist mir so peinlich, dass ich fast nicht außer Haus gehen mag. Früher bin ich viel Joggen gegangen, jetzt wenn ich 1 Kilometer laufe, tut mir der Bauch sehr weh. Es gibt so vieles, vondem ich nicht weiß wie ich es in Worte fassen soll und vorallem, dass mir sehr peinlich ist, meinem Hausarzt zu sagen und ich bin im normalfall nicht der Mensch der jammert deshalb fällt es mir auch schwer meinem Arzt alle meine Leiden zu sagen. Ich mag nicht mehr essen gehen oder wenn wir bei der Arbeit mal zum Essen gehen, gehe ich nicht mehr mit, da sitzen alle noch gemütlich nach dem Essen beisammen, aber nach dem Essen geht es mir immer so richtig schlecht, ich bin voll satt, mein Bauch schwillt auf, die Hose kneift voll unangehnem und die richtig stinkenden Blähungen gehen ab, da bin ich froh, wenn ich alleine bin, aber wie kann man das formulieren, damit ein Außenstehender sich vorstellen kann, wie furchtbar das ist oder wie es an die Psyche geht, wenn es z.B. bei einem Konzert oder in der Kirche die lauten Dünndarmgeräusche anfangen und dann starke Blähungen kommen, die man qualvoll versucht zurückzuhalten. Oder wie erniedrigend das ist, wenn man mit seinem Mann nicht mehr schlafen möchte, nur weil man das Gefühl hat, dass durch die anddauernden Durchfälle der After im verschmutzt ist, da ja wirklich manchmal bei Blähungen eine Kleinigkeit mit ab geht, dass weiß mein Hausarzt natürlich auch nicht, da es mir wirklich peinlich ist, darüber zu sprechen. Ich habe die OP nicht bereut, aber diese Dinge gehen halt wirklich an die Psyche und sind im Alltag furchtbar peinlich.

Liebe Grüße

Bettina

M+onsxti


Liebe Bettina,

was Du aufgezählt hast, sind Einschränkungen, unter denen jeder betroffene Mensch mächtig leiden würde. Es sollte Dir bitte nicht peinlich sein, mit einem Arzt Deines Vertrauens darüber zu sprechen. Vergiss sog. "Tabu-Themen", diese gibt's nämlich nicht wirklich. Allein eine dauerhafte, d.h. seit über 6 Monaten bestehende Stuhlinkontinenz (die Du ja offensichtlich hast) rechtfertigt einen GdB. Eine Einschränkung bedeutet z.B. auch, wenn Du mehrfach in der Nacht das WC aufsuchen musst und Dich am Morgen unausgeschlafen fühlst. Ebenfalls ist ein chronisches Schmerzsyndrom eine Einschränkung.

Mach' Dir doch mal für Dich eine Liste und notiere alles, was Dir zu Nervigem und Einschränkendem einfällt.

Liebe Grüße von

Angie

I|s.tSrienxfan


Danke Angie

Danke für die lieben Worte. Das Problem ist einfach nur, dass ich zwar den besten Hausarzt der Welt habe, aber ist zugleich auch mein Chef und daher ist es mir doch sehr peinlich ihm manches ins Detail zu erklären. Ich werde diese Einschränkungen halt einfach mal probieren in Worte zu fassen und zumindest in den Antrag zu schreiben. Aber vielleicht fasse ich noch den Mut, meinen Chef und zugleich Hausarzt etwas vorsichtig meine Beschwerden zu schildern.

Gruß

Bettina

M~on5stxi


Liebe Bettina,

gerade deshalb solltest Du eigentlich offen mit ihm reden können. Gib Dir mal einen Schups, ich bin ganz sicher, er wird Dich ernst nehmen.

Wenn ich von Deinen Problemen lese, meine ich, dass bei Dir ein ileoanaler Pouch mit Anlage eines zeitweiligen Ileostomas (ca. 4 Monate) die bessere Lösung gewesen wäre. Du hast ja mal geschrieben, dass außer Deinem 18-20 cm langen Mastdarms nichts vom Dickdarm übrig geblieben ist. Eine einfache ileoanale Anastomose ist meiner Ansicht nach DER Wahnsinn. Aber das ist eine andere Baustelle ...

Liebe Grüße von

Angie

Idstriwenfaxn


Hallo Angie,

was wäre dann besser gewesen? Bzw. was wäre der Unterschied gewesen? Aber jetzt ist es eh schon zu spät.

Mein Chef und Hausarzt nimmt mich mit allen Problemen sehr sehr ernst, aber es ist halt trotzdem eine Hemschwelle da, es ihm so ausführlich zu erzählen. Ernst nehmen würde er es mit hoher Sicherheit.

Gruß

Bettina

MNonstxi


Hallo Bettina,

bei einer ileoanalen Anostomose wird der Dünndarm einfach nur mit dem Rektum verbunden. Bei einem Pouch wird aus einem Stück Dünndarm ein J-förmiges Reservoire konstruiert, das ähnliche Aufgabe übernimmt wie normalerweise das Sigma. Hier findest Du eine Beschreibung plus einer Skizze: [[http://www.stoma-welt.de/lebenmitstoma/alternativen.php]]

Liebe Grüße

Angie

ATlfes-ixa


Hallo Bettina und Iris,

ich habe gerade gelesen, dass Ihr beide im Forum postet, und ich freue mich, dass Ihr nach der Kolektomie so positiv eingestimmt seid und es Euch gut geht.

Die kleinen Wehwehchen hat man wohl leider nach jeder OP.

Bezüglich der Prozente weiß ich von einer Leidensgenossin, dass sie auch alles über das Versorgungsamt eingereicht hat und dann bewilligt wurde. Sie hat schon sehr viele Operationen aufgrund von Verwachsungsproblemen und ist dadurch leider auch nicht mehr arbeitsfähig. Aber auch wenn man weiterhin arbeiten kann, gibt es wohl Prozente für die Einschränkungen aufgrund von Krankheit und vorangegangene Operationen.

Ich habe zwar keine Dickdarmentfernung, aber schon immer einen recht unregelmäßigen Stuhlgang aufgrund meiner Verwachsungen und Aussackung im Darm. Bei meiner portionsweisen Entleerung habe ich auch das Problem, dass der Stuhl, wenn er zu dünn ist, teilweise nicht richtig durchkommt. Bedingt durch meine Vernarbungen am After und auch noch vorhandene Mariksken, bleibt dann oft der Rest kleben. Mir ist es auch am liebsten, wenn der Stuhl etwas härter ist. Vor allen Dingen darf ich nicht großartig nachdrücken, denn dann wird er eher breiig und klebrig.

Da ich auch immer viel Luft im Bauch, vor allen Dingen links habe, habe ich immer Kautabletten im Gebrauch. Ich nehme aber nicht die teuren, wie Lefax etc. Das war nur am Anfang nach meiner OP.

Mein Tipp: Simethicon von Rathiopharm; Packung mit 100 Stück

habe ich gerade wieder über die Internet-Apotheke bestellt:

8,05 Euro. Bei mir in der Apotheke kosten die mind. mal 11,00 Euro. Ist trotzdem noch günstig. Denn Lefax ist ja wesentlich teurer und geht auf Dauer ganz schön ins Geld.

Ich habe gerade noch gesehen: In der Luitpold-Apotheke kosten sie nur 7.05 Euro (ab 10,00 Euro versandkostenfrei).

[[http://shop.medikamente-per-klick.de/produkte/suchagent/index.html]]

Die Marisken wurden bei mir nicht mit entfernt, da die Gefahr von Vernarbungen zu groß ist. Also muss ich damit leben.

Weiterhin alles Gute.

Gisela

Avles%ia


Hallo Bettina,

was mir noch zum Stuhldrang einfällt: Bei mir ist das auch so, dass ich keinen Stuhldruck habe. Meist äußert äußert sich das durch bestimme Schmerzen, die ich inzwischen sehr gut zuordnen kann.

Trotz allem kann es dann sein, dass nur sehr wenig an Stuhl herauskommt oder irgendwo im Darm hängenbleibt. Das führt dann zu der von mir erwähnten Schmierproblematik, vor allen Dingen wenn ich es mal etwas "eilig" habe und presse.

Als Hilfsmittel nehme ich homöopath. Globulis Opium D6 nach Bedarf. Dadurch wird von oben Druck erzeugt, der den Stuhl im Darm vorwärtsbewegt. Meist werden mehr Ballaststoffe empfohlen, aber das vertrage ich nicht so gut, bekomme dadurch nur noch mehr Schmerzen nund Blähungen.

Gisela

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Magen und Darm oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Ernährung · Übergewicht · Unter­gewicht · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH