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Verwachsungen (Adhäsionen) lösen (Adhäsiolyse)

P0atr:ick9=9999x9 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen !

Im Forum wird ja immer wieder berichtet, dass das Lösen von Verwachsungen nichts, ausser neuen Verwachsungen bringt. Nun habe ich im Internet darüber einwenig recherchiert und habe 2 Studien darüber gefunden, in denen Beschrieben wird, dass das Lösen von Verwachsungen durchaus eine Besserung brachte. Mich interessiert nun eure Meinung über die Studie und die Verwachsungen allgemein.

Hier ein Zitat einer Studie von [[http://age.saxxon.de/modules/Patienteninformationen/print.php?id=5]] :

"Trotz der Zweifel an der ursächliche Verbindung zwischen Verwachsungen und Schmerz zeigten verschiedene Studien, daß die Beseitigung von Verwachsungen (Adhäsiolyse) eine deutliche Linderung bringen konnte. In einer Studie aus Deutschland (Frey et al., 1994) unterzogen sich 58 Patienten (40 Frauen, 18 Männer), wegen chronischer Unterbauchschmerzen einer Bauchspiegelung. Außer Verwachsungen fanden sich keine weiteren krankhaften Veränderungen. Die Verwachsungen wurden dann beseitigt und die Schmerzen bis zu 30 Monaten später beurteilt. Bei 45 % fand sich ein komplettes Verschwinden der Schmerzen und 35 % berichteten über eine dauerhafte Verbesserung ihres Leidens."

Laut dieser Studie soll ein Beseitigen der Verwachsungen ja wirklich etwas bringen! Was die Studie "verfälschen" könnte, so denke ich, ist es der Placeboeffekt bei den Patienten.

Dann habe ich noch eine weitere Studie gefunden, mit ähnlichem Resultat:

[[http://www.evimed.ch/AGORA/HTZ000/downloads/adhaesiolyselaparoskopie.pdf]]

Hier wurden die Schmerzen und die Lebensqualität Vor/Nach Operation verglichen. Nach der Laparoskopie waren die Schmerzen weniger und die Lebensqualität höher.

Meiner Meinung nach, wenn ich ja die Studien lesen, kann ein Lösen von Verwachsungen schon etwas bringen, aber ist sicherlich auch wieder mit Risiken verbunden, wenn der Operateur dabei z.B. den Darm verletzt. Als ich im Spital war und die Ärzte fragte, ob ich Beschwerden haben werde mit Verwachsungen, sagte man mir, nein, selbst ohne Blinddarm würde ich nie Beschwerden haben. Zuerst wollte man mir ja den kompletten Blinddarm entfernen, da man dachte, ich hätte ein Loch im Blinddarm, aber während der offenen Operation stelle man fest, dass dies nicht der Fall war, man entfernte demnach nur die Appendix. Demzufolge war das ganze ja eigentlich nur halb so schlimm wie erwartet. Dennoch, wie sich schon seit der OP herausstellt (vor 5 Monaten), arbeitet mein Darm nicht mehr so gut wie früher. Er rumort, die Verdauung ist schlechter und ab und zu fühle ich wie eine Art Stein in der rechten Bauchhälfte (die rechte Bauchhälfte fühlt sich einfach verkrampfter an als die linke). Ist noch komisch zu beschreiben das Gefühl in der rechten Bauchhälfte. So glaube ich behaupten zu können, dass nach 5 Monaten seit der OP, die Beschwerden eher schlimmer wurden!

Weiter ist erstaunlich, auf [[http://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/zblgyn/doi/10.1055/s-2004-828849]] wird beschrieben, dass eine offene Operation nicht unbedingt mehr Verwachsungen bringt als die Lapaskopie. Und weiter wird dort beschrieben, dass eine Flüssigkeit (4% Incodextrin) eine deutliche Vorbeugung von neuen Verwachsungen bringen soll (besser als Ringer Lactat Spülung, mit der meine Bauchhöhle gespült wurde). Was all diese "Verwachsungen-Blockaden" betrifft, list man ja sehr viel und man weiss nicht so recht, welches Produkt gut ist und was sie überhaupt bringen sollen. Weiter Berichtet der Hersteller dieses Produktes: [[http://stapleline.com/Stpl_webcont.pdf]] Verwachsungen entscheideng durch transparente Folien zu vermeiden. Das mit den Flüssigkeiten und Folien, ect. ist echt verwirrend, gut wäre ein zuverlässige Studie darüber!

Es nimmt mich nun wunder, was ihr über diese Studien denkt? Die Meinung der meisten hier kenne ich ja bereits (es kommt zu neuen Verwachsungen und noch mehr Verwachsungen), aber diese Studien sagen ja gerade das Gegenteil. Oder kennt jemand noch weitere Studien? Was denkt oder wisst ihr über all diese "Verwachsungs-Blockaden (diverse Flüssigkeiten)"? Gibt es keine Chirurgen, die sich Intensiv mit solchen Mitteln auseinandersetzen und befassen?

LG

Patrick

Antworten
P_atric;k9!9999x9


ich nochmals..

Habe noch eine dritte Studie (56 Patienten) gefunden von 1994 - 1998:

[[http://www.billroth3.net/paper/lyse.doc]]

Wichtige Punkte dieser Studie:

In diesem Bericht wird geschrieben, dass das laparoskopische Vorgehen deutlich favorisiert werden sollte.

Komplikationen während dem Lösen der Verwachsungen:

-78.6% keine Komplikationen

-8.9% Komplikationen ohne Nachteil für Patient

-1.8% Komplikationen mit Nachteil für Patient (1 Wundhämatom)

-10.8 Komplikationn mit Nachteil für Patienten (4 Darmwandläsionen, 3 Verfahrenswechsel (Laparotomie), 1 Relaparotomie)

-0% Legalität

63% der Patienten gaben nach der Laparosokischen Entfernung der Verwachsungen an (Durchschnittlich 31.5 Monate nach OP), keine Beschwerden mehr zu haben, 26.4% hatten eine Verbesserung, 4.4% gleiche Beschwerden wie vorher und 6.2% mussten sogar wieder neu Operiert werden.

Weiter wird beschrieben, dass gar ein Patient mit Verwachsungen in allen Quadraten auf laparoskopischem Weg therapiert werden konnte (205 Minuten OP).

Zusammendfassend kann man auch bei dieser Studie sagen, dass eine Entfernung der Verwachsungen eine Besserung brachte!

So, jetzt bin ich gespannt auf eure Antworten :-)

LG Patrick

M2uffeAlchenx1


Hallo Patrick999999

Zu den Verwachsungen......... also ich glaube das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Mir wurde 2002 mein Blinddarm (der Rest) in einer sechs Stündigen Not-OP enfernt. Perforierter Appendix, Abszeß und alles was dazugehört. Ich lief 16 Tage mit akutem Blinddarm rum. Schon eine Woche nach der ersten OP hatten sich die ersten Verwachsungen gebildet die einen Darmverschluss zur Folge hatten 2. OP. Ich bekam ein Milznetz das wiederum nach einer Woche entfernt wurde 3.OP.

Ich war dann 4 Jahre fast beschwerdefrei bis ich im Dezember 2006 meine Gebärmutter und beide Eierstöcke durch schwerste Verwachsungen verloren habe 4. OP. Mein Chirurg hatte so etwas noch nie gesehen. Ich hatte immer im Unterbauch schmerzen bis hin zu richtigen Krämpfen. Konnte auch nicht mehr richtig Wasser lassen (nur noch in Etappen) und mein Darm funktionierte auch nicht mehr richtig. Na ja bei der 4. OP wurde auch der Darm verletzt. Das ist jetzt über ein Jahr her und ich merke das ich schon wieder Beschwerden bekomme. Es zwickt und ich kann schon wieder nicht mehr normal auf die Toilette gehen. Studien hin oder her was willst du machen wenn du dauernd Angst haben mußt das dir wieder eine Verwachsung den Darm abdrückt. Man sieht sie weder beim Röntgen noch mit Ulrtaschall. Mir wurde auch gesagt das Verwachsungen bei jedem Menschen unterschiedlich stark wachsen. Ich gehöre zu denen die stark betroffen sind. Ich lasse sie auf alle Fälle entfernen, es hebt nach der OP die Lebenqualität. Die Frage ist halt nur wie lange.

M?oJnsti


Hallo Patrick,

ob eine Adhäsiolyse Erfolg verspricht, hängt u.a. sehr von der Operationsmethode ab. Laparoskopische Adhäsiolysen sind in vielen Fällen leider nicht (mehr) durchführbar, z.B. bei mehrfach voroperierten Bäuchen oder nach 4-Quadranten-Peritonitis. Beides ist bei mir der Fall, so dass eine Adhäsiolyse nur wieder per großem Bauchschnitt möglich wäre. Eine solche habe ich bereits hinter mir (8-Stunden-OP mit 30 cm langem Bauchschnitt vom Brust- bis zum Schambein). Sie musste damals gemacht werden, da es aufgrund der Briden zu schweren Organbeeinträchtigungen gekommen war.

Nach 5 Monaten kehrten die Beschwerden zurück - allerdings sind sie nicht mehr ganz so heftig wie vor jener Adhäsiolyse. Inzwischen gilt mein Bauch als nur noch im lebensbedrohlichen Notfall operierbar, so dass ich die Sache mittels Akupunktur und Osteopathie therapieren lasse - mit relativ gutem Erfolg.

Bei den von Dir o.g. Adhäsiolysen handelt es sich überwiegend um kleinere Verwachsungsareale. Diese bei nicht allzusehr vormanipulierten Bäuchen laparaskopisch zu lösen, ist in der Tat kein großes Problem.

Mit "Legalität" meintest Du doch sicherlich Letalität, oder? ???

Liebe Grüße von

Angie

Pwatritck99S99x99


Hallo Muffelchen und Angie *:)

@Muffelchen:

Ich lief "nur" 8 Tagen mit einer akuten "Blinddarmentzündung" herum. Warum hast du denn 16 Tage lang gewartet? Hattest du keine so starken Schmerzen? Bei mir wars eben gar nicht so schlimm, hatte einfach Fieber und einbisschen Bauchschmerzen, dachte ich hätte eine Grippe (wobei mir kam es damals schon etwas suspekt vor, da ich keinen Husten, Schnupfen, ect. hatte..). Bei dir trifft diese Studie mit dem Lösen demfall nicht zu, deine Beschwerden sind wieder wie früher.

@Angie:

Das freut mich, dass die Verwachsungensbeschwerden wenigstens besser sind, passt ja eigentlich auch mit der Studie zusammen. Ich denke auch, bei mir sind es kleinere Verwachsungsstränge. Beim Niessen merke ich sogar einen Strang. Mit der Legalität meinte ich die Sterberate, habe ich von dieser Studie eigentlich übernommen. Na gut, wäre ja auch ungewöhnlich, wenn jemand beim Lösen der Verwachsungen gestorben wäre.. Hast du mit den Mittel die Verwachsungen vermeiden sollen (Flüssigkeiten, Folien) keine Erfahrungen?

LG Patrick

Mhons*txi


Sowas ist bei offenen Bauch-OPs vollkommen unsinnig. Selbst bei laparaskopischen Adhäsiolysen sind Folien und spezielle Flüssigkeiten sehr umstritten. Siehe u.a. hier: [[http://www.charite.de/ch/chir/chir/leist/verwant.htm]]

M?uffeXlchexn1


Hallo Patrick999999

Ich bin nach drei Tagen zum Arzt gegangen, hab von Donnerstag auf Freitag Schmerzen bekommen bin dann am Montag zum Arzt. Ich sagte ihm auch das ich meinen Blinddarm noch habe worauf er dann nur meinte wenn es akkut wäre dann wäre ich schon im Krankenhaus. Na ja was willst du machen. Er nahm mir dann Blut ab und meint ich hätte eine Magen-Darm Grippe, Leuko 11.800. Ich bin dann noch zweimal dort gewesen Leuko 12.300, Schmerzen waren erträglich und Fieber hatte ich auch nicht. Hab dann Montag drauf den Arzt gewechselt (dem anderen traute ich irgendwie nicht mehr) der andere Arzt meinte das es nach dieser Zeit nicht mehr der Blinddarm sein kann. Mittwoch dann nochmal Heulend hin, mittlerweile war es dann doch heftig, na ja dann Donnerstag ab in die Klinik und den Rest kennst Du ja.

LG Katrin

:(v :(v :(v :(v :(v

SGtiefe(lchexn


Ich leide selber seit Jahren an Verwachsungen und die drücken mir nach einer Darm-OP im letzten Jahr jetzt den Darm zu. Ich war vor kurzem noch im KH und es hat sich Gott sei Dank wieder alles ohne OP normalisiert. Aber es kann mir jederzeit wieder passieren und davor habe ich natürlich Angst. Nur eine erneute OP bringt wieder neue Verwachsungen, mein Arzt sagt sogar: eine Verwachsung zu lösen bringt zehn neue. Ich glaube diesen Studien nicht wirklich, aber es kann ja tatsächlich sein, daß sich bei dem ein oder anderen Menschen eine Besserung einstellt. Vor Jahren - nach der Gebärmutterentfernung - habe ich mir im KH Verwachsungen lösen lassen, weil ich vor lauter Schmerzen keine 100m mehr gehen konnte. Diese Lösen hat mir jedenfalls viel gebracht,aber es blieb einfach immer ein gewisser Schmerz zurück, aber der ist nicht schlimm, der gehört einfach zu mir. Aber jetzt nach der neuen OP ist es natürlich wieder schlimmer geworden und man hat mir schon vor der DarmOP versichert, daß ich evtl. nach der OP mehr Schwierigkeiten mit den Verwachsungen als mit meinem Darmproblem habe, aber es kann keinen Ausweg, der Darm war geplatzt und das Stück mußte entfernt werden. Naja jetzt weiß ich auch nicht wirklich, wie ich damit umgehen kann und was ich machen soll

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