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Erfahrungen mit Magengeschwüren und Behandlung

C5hrisxPL hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe zwar noch meine Magenspieglung morgen vor mir, aber mittlerweile erhärtet sich ein Fall, nämlich das es ein Magengeschwür ist zumindest zu über 50 Prozent.

Ich bin seit ein paar Tagen krank geschrieben weil ich extreme Schmerzen habe, beide Seiten in Höhe der Bauchmuskulatur, besonders links unten neberm Bauchnabel. Zudem wurde ein Stuhltest gemacht in dem Blut gefunden wurde. Ich habe jetzte schon mal vorsorglich auch für die Schmerzen ein PPI bekommen um die Säure zu blockieren, was mir auch geholfen hat.

Der Arzt meinte das Blut im Stuhl auf Magengeschwür schliessen lässt, er allerdings ohne Spieglung nichts sagen kann, nur vermuten.

Meine Fragen: Führt das PPI nicht dazu irgendwas zu übersehen bei der Spieglung. Ich weiss zwar das Antibotika zur Behandlung gegeben wird und es nur so abheilt und das das PPI nur dafür ist die Magensäure fern zu halten für eine saubere Abheilung, aber fragen tut man sich das ja immer.

Hat den schon jemand Erfahrung damit, besonders wurde mich interessieren ob man gleich nach der Spieglung sagen kann ob es ein Geschwür ist und ob gleich eine Antibotika Behandlung eingeführt wird, oder ob man erst auf Testergebnisse wartet? Ich habe auch gelesen das das PPI noch ein Jahr genommen werden muss zur Vorbeugung eines wiederkehrenden Geschwüres, stimmt das?

Zuletzt vielleicht noch, ich habe nach dem Essen keine Probleme, allerdings plage ich mich seit einem halben Jahr schon mit weniger Apettit herum, täglicher Übelkeit, Magenschmerzen, Sodbrennen, schlechtem verdauen in Bezug auf Ausscheidung.

Ich bin für jegliche Anregung dankbar.

Antworten
jxn


> Meine Fragen: Führt das PPI nicht dazu irgendwas zu

> übersehen bei der Spieglung.

Nein. Das Geschwür verschwindet nicht so schnell, wenn man die Magensäure hemmt.

> Ich weiss zwar das Antibotika zur Behandlung gegeben wird

> und es nur so abheilt und das das PPI nur dafür ist die

> Magensäure fern zu halten für eine saubere Abheilung,

> aber fragen tut man sich das ja immer.

Das ist ein kleiner Irrtum. Eine echte Heilung ist durch PPI und Antibiotika nicht möglich. Die Antibiotika werden zwar zu einem Abheilen des lokalen Geschwürs führen und die PPI sorgen dafür, daß keine Reizungen mehr auftreten, aber die Ursache des Geschwürs bleibt ja weiter bestehen. Sobald du die PPI absetzt, wird das Geschwür daher zwangsläufig wieder zurückkommen. Und die dauerhafte Einnahme der PPI zerstört irreversibel die PP - das sollte man auch bedenken.

> Hat den schon jemand Erfahrung damit, besonders wurde

> mich interessieren ob man gleich nach der Spieglung sagen

> kann ob es ein Geschwür ist

Ja, die sind optisch sehr auffällig. Schau dir mal Bilder davon im Netz an...

> Ich habe auch gelesen das das PPI noch ein Jahr genommen

> werden muss zur Vorbeugung eines wiederkehrenden

> Geschwüres, stimmt das?

Das kann sein, aber das ist keine echte Vorbeugung. Die PPI verhindern ja nur das Auftreten eines Krankheitssymptoms mit dem Preis einer schlechteren Verdauung. Die Magensäure wird ja nicht ohne Grund produziert und sie zu hemmen bedeutet u.a. eine eingeschränkte Eiweißverdauung.

> allerdings plage ich mich seit einem halben Jahr schon mit

> weniger Apettit herum, täglicher Übelkeit, Magenschmerzen,

> Sodbrennen, schlechtem verdauen in Bezug auf Ausscheidung.

> Ich bin für jegliche Anregung dankbar.

Die Ursachen des Magengeschwürs liegen in der Regel in drei Bereichen:

1. Rauchen

2. Ernährungsfehler

3. Belastende Lebenssituationen

Das sind die Bereiche, in denen du aktiv werden mußt, wenn du die Krankheit ursächlich behandeln und wirklich heilen willst. Alles andere - Antibiotika und PPI - sind lediglich symptomatische Linderungsbehandlungen.

CVhri8sfPL


Hallo,

erstmal danke für die schnelle Antwort.

Naja, Punkt 1 deiner Liste kann ich verneinen, zu Punkt 2 kann ich nur sagen, wer, gerade wenn er voll im Berufsleben steht kann sich schon zu 100% richtig ernähren. Da sind bestimmt einige Fehler. Das gleiche gilt mit Punkt 3, Stress aufgrund vieler Arbeit liegt an, nur sowas lässt sich schwer vermeiden.

jFn


> Naja, Punkt 1 deiner Liste kann ich verneinen,

Prima! :-)

> zu Punkt 2 kann ich nur sagen, wer, gerade wenn er voll im

> Berufsleben steht kann sich schon zu 100% richtig ernähren.

Zu 100% kann das wohl niemand, aber man kann schon sehr viel erreichen, indem man bspw. die schlimmsten Ernährungsfehler abstellt. Ich hatte bspw. früher auch mehrmals in der Woche heftiges Sodbrennen. Nach einer Ernährungsumstellung vor knapp 10 Jahren trat das kein einziges mal mehr auf. Die wichtigsten Punkte dabei wären:

- Kein Fabrikzucker

- frische Vollkornmehle statt Auszugsmehle

- Naturbelassene Öle und Fette statt Fabrikfette und -Öle.

- Ein möglichst hoher Frischkostanteil

- Keine Säfte oder gekochtes Obst

- Täglich ein Frischkorngericht

Du kannst ja mal deine Ernährung dagegen spiegeln.

> Das gleiche gilt mit Punkt 3, Stress aufgrund vieler Arbeit

> liegt an, nur sowas lässt sich schwer vermeiden.

Es läßt sich immer vermeiden, wir denken nur häufig, daß wir keine Wahl haben. Wenn daraus wirklich Krankheiten entstehen, muß man sich entscheiden, ob man mit der Krankheit leben will, oder ob man nicht doch besser Konsequenzen zieht. Und die können dann auch mal sein, einen anderen Job zu suchen oder etwas grundsätzlich am Leben zu verändern. Es ist alles eine Frage der Prioritäten und ich denke, kein Job ist es wert, daß man seine Gesundheit dafür ruiniert. Wobei der Beruf ja nur ein Aspekt ist, andere Aspekte wären Familie, Freunde, Nachbarn, das eigene Weltbild, Ängste, Bedrohungen, usw.

L6itt@leAZngelx-86


Jn, ich bin zwar Vollwertfreund, aber alles ist leider nicht auf Ernährungsfehler zurückzuführen und ein Magengeschwür gehört definitiv dazu!!!

Das sage ich aus eigener Erfahrung ;-). Meistens sind psychosomatische Gründe die Ursache.

jen


> aber alles ist leider nicht auf Ernährungsfehler zurückzuführen

> und ein Magengeschwür gehört definitiv dazu!!!

Ich zählte drei Punkte auf, die relevant sind und einer davon ist die Ernährung. Das hängt mit zwei Mechanismen zusammen: Zum einen mit den raffinierten Kohlenhydraten, die große Mengen Säure locken, sie aber mangels Eiweiß nicht binden können und zum anderen mit einer durch Mangel an Vitalstoffen verursachten funktionellen Störung der Zellen, die für die Ausbildung der Magenschleimhaut verantwortlich sind. Die Schutzschicht, die die Magenwand gegen Selbstverdauung schützt, bekommt dann 'Löcher' und die Magensäure kann das Gewebe angreifen und zerstören. Es kommt so zu Nekrosen und Geschwüren.

> Das sage ich aus eigener Erfahrung . Meistens sind

> psychosomatische Gründe die Ursache.

Das schrieb ich ja ebenfalls (belastende Lebenssituationen). Da sich diese bei intakter Magenschleimhaut aber nur in sehr geringem Umfang auswirken können, macht es Sinn, bei der Ernährung anzusetzen. Auch weil man die Ernährung im Gegensatz zu belastenden Lebenssituationen sehr schnell ändern kann.

bIienche=nh262


Also, ein Magengeschwür sieht der Arzt sofort bei der Spiegelung. Wen du jetzt ein paar Tage PPH nimmst, dann geht das Geschwür davon nicht sofort weg.

Der biologische Grund für ein Geschwür ist, dass zuviel Magensäure produziert wird. Die Säure zerfrisst dann zuerst die Schleimhaut. Wenn die Schleimhaut weggefressen ist, dann ist die Magenwand dran und das ist dann das Geschwür!

Für Geschwüre gibt es nur einen einzigen Grund, nämlich das Zuviel an Magensäure ... für das Zuviel an Magensäure DAFÜR gibt es aber viele Gründe ;-)

Zuletzt vielleicht noch, ich habe nach dem Essen keine Probleme, allerdings plage ich mich seit einem halben Jahr schon mit weniger Apettit herum, täglicher Übelkeit, Magenschmerzen, Sodbrennen, schlechtem verdauen in Bezug auf Ausscheidung.

Hier musste ich schmunzeln. Übelkeit, Schmerzen und Ausscheidungsprobleme sind Dauerprobleme bei einer Gastritis. Nach dem Essen kommt etwa nach 1-2 Stunden das Sodbrennen. Natürlich kommen deine Beschwerden vom Essen und nach dem Essen. Wovon sonst ???

AAnonxyma1


Wie man mittlerweile weiß, ist ein häufiger Grund für Magengeschwüre auch eine Helicobacter Pylori-Infektion. Und nicht nur Stress oder falsche Ernährung. Und Antibiotika nützt auch nur gegen dieses Bakterium, nicht gegen das Magengeschwür ansich.

Eine weitere häufige Ursache können auch verschiedene Medikamente sein, allen voran zahlreiche Schmerz- und Rheumamittel u.ä. (wie Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac.....).

Erst wenn das beides nicht zutrifft, würde ich die Ursache bei Stress oder Ernährung suchen..... Wobei natürlich unabhängig davon eine gesunde Ernährung und Verzicht auf Lebensmittel, die den Magen zusätzlich reizen (wie scharfe Gewürze, schweres fettes Essen, Kaffee etc.) grundsätzlich sinnvoll ist.

b;ienjche1n262


*zustimm*

ausserdem können Sachen wie Koffein in jeglicher Form (Kaffee, Cola, Schwarztee, Grüntee), Nikotin und Alkohol die Säureproduktion stark anregen.

jxn


> Wie man mittlerweile weiß, ist ein häufiger Grund für

> Magengeschwüre auch eine Helicobacter Pylori-Infektion.

Das weiß man nicht, das vermutet man, weil man bei Magengeschwüren gerne mal HP findet. Da aber HP ubiquitär ist, also bei fast jedem vorkommt und nur ein Teil der Menschen ein Magengeschwür bekommt, umgekehrt aber nicht bei allen Geschwürspatienten HP nachweisbar ist, kann er nicht die Ursache sein. Eher muß man davon ausgehen, daß hier eine Verwechslung von Ursache und Wirkung vorliegt und HP schlicht die Folge der Geschwürserkrankung ist.

A]nGon#ymax1


jn

Da aber HP ubiquitär ist, also bei fast jedem vorkommt und nur ein Teil der Menschen ein Magengeschwür bekommt, umgekehrt aber nicht bei allen Geschwürspatienten HP nachweisbar ist, kann er nicht die Ursache sein.

Genau das Gleiche gilt aber auch für Ernährung, Stress und Rauchen.

Ein Großteil der Menschen ernäht sich ungesund (insbesondere, wenn man - wie Du ;-) - als einzige gesunde Ernährung eine strenge Vollwertkost gelten lässt), aber nur ein geringer Teil bekommt ein Magengeschwür. Umgekehrt ist auch eine gesunde Ernährung kein 100%-iger Schutz davor.

Und viele Menschen haben Stress, familiäre Probleme, psychische Probleme etc., und bekommen trotzdem kein Magengeschwür. Umgekehrt gibt es Menschen, die mit ihrem Leben vollkommen glücklich sind, und trotzdem eines bekommen....

Genauswenig bekommt jeder Raucher ein Magengeschwür. Umgekehrt gibt es auch Nichtraucher, die ein Magengeschwür bekommen....

Es müssen also wohl doch eine ganze Reihe an Faktoren plus eine gewisse Veranlagung zusammenkommen.

bmienche6n26x2


Eher muß man davon ausgehen, daß hier eine Verwechslung von Ursache und Wirkung vorliegt und HP schlicht die Folge der Geschwürserkrankung ist.

Also meine Oma hatte kein Magengeschwür, aber Heliobacter Pylori....

Aber wenn du das so sagst, werde ich ihr wohl mal sagen, dass sie ein Geschwür hat ;-)

C-hrxisPL


Also ich teile jn Anmerkung auch nicht vollkommen. Zwar sind die Punkte sicherlich richtig so, aber ich vermute eher das es bei so einen "Infekt" alles auf einmal kommt und somit ein Fehler im eigenen System entsteht der dann dazu führt das diese Reaktion entsteht. Natürlich wird diese dann durch weiteren Stress und hier mal schlecht essen sicher verstärkt wenn er mal da ist, aber als Auslöser weiss ich nicht.

Ich hatte kurz bevor es aufgetreten ist (ca. 3-4 Wochen vorher) mit einem Weißheitszahn zu kämpfen der Eiter mit sich brachte. Dadurch musste ich gezwungen Ibutropfen nehmen z.B. . Es ist ja bekannt das diese Tabletten schlecht verträglich sind. Was ich damit sagen will, vielleicht kam alles auf einen Punkt und dann kam es eben dazu und wurde jetzte durch Stress verstärkt.

Was machen denn Leistungssportler, die müssten dann normal regelmäßig Geschwüre haben, denn die Sportler ernähren sich nicht der Norm nach, alleine die Anzahl von Koffeinmixturen, die Aufnahme von Kohlenhydraten, egal in welcher Form, oder auch das extreme konzentrieren von Vitaminen, isotonische Getränke die sehr viel Säure enthalten. Ich war früher selber Leistungssportler, habe in Leistungszentren trainiert, mit Profis Kontakt gehabt, deswegen bin ich da schon etwas skeptisch.

Allerdings stimmt es im Grundsatz schon, sich bewusster zu ernähren und Stress in Zukunft eher durch einmal tief Luft holen besser zu verarbeiten als es direkt auf den Magen schlagen zu lassen.

Noch eine Frage: Die verletzte Schleimhaut, bildet die sich wieder zurück?

L!ittVleA<ng(elx-86


Da sich diese bei intakter Magenschleimhaut aber nur in sehr geringem Umfang auswirken können, macht es Sinn, bei der Ernährung anzusetzen.

Nein, das stimmt nicht. Die Magenschleimhaut wird ja durch die vermehrte Säure die zB wegen Stress produziert wird, geschädigt.

Vollwertkost oder andere Formen von gesunder Ernährung schließen leider nicht aus, dass man Krankheiten bekommt. Das wäre ja zu einfach...

ANnonxyma1


Noch eine Frage: Die verletzte Schleimhaut, bildet die sich wieder zurück?

Ja, innerhalb von ein paar Wochen heilt ein Magengeschwür bei entsprechender Behandlung (wie Blockierung der Magensäurebildung durch PPI) in der Regel ab.

Nur wäre ich, wenn Du weißt, dass Du zu Magengeschwüren und/oder Gastritis neigst, in Zukunft mit der Einnahme von NSAIDs (also solchen Schmerzmitteln wie Ibuprofen, Diclofenac etc.) sehr vorsichtig. Magengeschwür in der Vergangenheit ist nämlich eine der Gegenanzeigen. Würde da bei Bedarf lieber auf Alternativen, wie Paracetamol, greifen (was den Magen nicht angreift).

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