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Pantozol Dauerbehandlung wegen Reflux

g#uenDte?r7x2 hat die Diskussion gestartet


Hallo in die Runde !

Ich bin 35 Jahre alt und leide schon seit meiner Kindheit zum Teil unter heftigem Reflux. Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich einen Namen für meine Beschwerden gefunden hatte. Und auch als ich wußte daß es sich um Reflux handelt bin ich noch lange nicht zum Arzt gegangen, weil mir nicht bewußt war, welche weitreichenden Folgen Reflux haben kann.

Zur Ausgangssituation muß ich sagen, daß ich mich bis zum 26. Lebensjahr immer im Bereich des Normalgewichtes bewegt habe. Nach einer beruflichen Veränderung hatte ich wesentlich weniger Bewegung, später habe ich auch das Rauchen aufgegeben. In den folgenden vier Jahre habe ich dann bei 182 cm Körpergröße von 75 kg auf 110 kg zugelegt. Ich trank und trinke auch gerne mal ein bis drei Bier. Nicht täglich, ab zwei bis drei mal die Woche erscheint mir realistisch.

Mit 30 Jahren kam dann die erste Magenspiegelung. Diagnose: Zwerchfellruch, Speiseröhre entzündet (Grad 1), und am Magenausgang Richtung Speiseröhre war schon irgendwas komisches gewachsen (ich erinnere mich nicht mehr an die genaue Bezeichnung). Jedenfalls bekam ich damals Pantozol 40 mg verschrieben. Nach einigen Wochen täglicher Einnahme war die Speiseröhre wieder in Ordnung und der Arzt sagte mir, ich solle das Medikament künftig "bei Bedarf" einnehmen. Der "Bedarf" war bei spürbar nachlassender Wirkung etwa alle zweieinhalb Tage vorhanden. In der Anfangszeit ging es mir sehr gut damit, denn das furchtbare Sodbrennen war endlich beseitigt. Jedoch hat sich nach einiger Zeit eine Art "innere Unruhe" eingestellt, die ich aber nicht dem Medikament zuordnen konnte. Ich war oft nervös und innerlich sehr angespannt, was ich bis dahin von mir nicht kannte.

Nach rund eineinhalb Jahren Einnahme habe ich für zwei oder drei Monate kaum Fett zu mir genommen und auch komplett auf mein "Bierchen" verzichtet. In dieser Zeit habe ich ordentlich abgenommen und Pantozol kaum benötigt. Aber wie das so ist mit der Selbstdisziplin bin ich später doch in meine gewohnten Ernährungsgewohnheiten zurückgefallen.

Zwischenzeitlich: Umzug, neue Ärzte, neue Diagnosen. Seit etwa zwei Jahren habe ich Schmerzen in den Beinen und im Brustkorbbereich. Leider habe ich in dieser Zeit auch wieder angefangen zu Rauchen, was man ja immer als erste Ursache vermutet. Die Diagnosen bestätigten dies bisher aber nicht. Auch der Zwerchfellbruch wurde vom neuen Internisten nicht bestätigt. Festgestellt wurde nur, daß mein Magenverschluß nicht richtig funktioniert und die Magensäure in die Speiseröhre zurück fließt. Das ist ja eigentlich erstmal gut, aber was hilft es wenn jeder Arzt etwas anderes erzählt und die Beschwerden trotzdem vorhanden sind ?

Die Schmerzen im Brustkorbbereich haben seither kontinuierlich zugenommen und beunruhigen mich etwas. Mit Lunge und Herz ist aber alles in Ordnung. Vor einigen Monaten kamen noch anhaltende Bauchmerzen und eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse hinzu. Die darauffolgenden Untersuchungen brachten ebenfalls keinen greifbaren Befund.

Mittlerweile habe ich temporär sogar leichte bis mittlere Schmerzen beim Atmen. Das einzige Medikament, welches ich dauerhaft einnehme, ist Pantozol.

Mehrere Versuche in der Vergangenheit Pantozol wieder abzusetzen schlugen fehl, weil zu dem bereits bekannten Sodbrennen auch noch heftige Magenschmerzen hinzu kamen. Nach drei bis vier Tagen habe ich deshalb oftmals "gerne" eine neue Tablette eingeworfen.

Nach einer refluxbedingten Kehlkopfentzündung in diesem Jahr habe ich auf Verordnung meines Arztes über mehrere Wochen sogar zweimal täglich (morgens und abends) Pantozol 40 mg eingenommen.

Da alle bisherigen Untersuchungen kein Ergebnis brachten glaube ich, daß die beschriebenen Symptome Nebenwirkungen von der Langzeitbehandlung mit Pantozol sind. Die Erfahrungen anderer Teilnehmer des Forums erhärten diesen Verdacht.

Mein Fazit lautet deshalb: Pantozol ist für die intensive Behandlung von säurebedingten Problemen sicherlich hilfreich und sinnvoll. Von Langzeitbehandlungen sollte man aber absehen.

Ich werde deshalb versuchen mit dauerhafter Ernährungsumstellung mein Gewicht zu reduzieren, nur noch minimale Mengen an Alkohol zu mir zu nehmen, und gegen das Sodbrennen mit naturheilkundlichen Mitteln vorzugehen. Ob das funktioniert weiß ich noch nicht, aber ich weiß zumindest, daß eine Dauerbehandlung mit Protonenpumpenhemmern keine Lösung ist. Beunruhigend finde ich dabei, daß man solche Medikamente von allen Ärzten problemlos zur Dauerbehandlung verschrieben bekommt. Notfalls würde ich sogar eher über eine OP nachdenken, als noch länger Protonenpumpenhemmer einzunehmen.

Über Erfahrungsberichte anderer Betroffener würde ich mich freuen !

Antworten
F)ranxie


Hallo Günter. ich sehe mich da wieder. Ich habe seit meinem 18ten Lebensjahr mit dem Magen zu tun. Bin jetzt 36 und habe 3 Magenspiegelungen hinter mir. Mein Magen produziert zuviel Magensäure sagen die Ärzte. Habe jetzt seit 2 Wochen 80mg Omep nehmen müssen um das lästige Sodbrennen los zu bekommen und meinen entzündeteten Mageneingang wieder etwas zu normalisieren. Nehme jetzt seit 4 Tagen keine Omep mehr. Habe nur am Donnerstag noch Sodbrennen gehabt. Gut ist dein Versuch abzunehmen und mehr Sport zu machen. AUch ich habe in den letzten 3 jahren 8 KG zugenommen. Habe früher viel Sport getrieben. Ich kann dir nur empfehlen Heilwasser zu trinken. Muss du selber ausprobieren. Aber bei mir scheint es jetzt langsam nach 2 Kisten zu wirken. Gut ist Fachinger z.B.

Das reguliert den Säure Basen Haushalt. Zusätzlich nehme ich Heilerde, da ich von dem ganzen Chemiekram weg will. 2x täglich einen Löffel in Wasser aufgelöst. Und toi toi toi. Seit 3 Tagen geht es aufwärts. Habe gestern sogar in halbes Glas Glühwein getrunken, was ich eigentlich garnicht mag aber ich wollte es austesten. Gegen deine ein bis 3 Bier ist glaube ich nichts einzuwenden, jeder sollte für sich das beste rausfinden.

gQuent&erx72


Hallo Franie !

Danke für Deine Antwort. Ich hoffe Deine Therapie mit Heilwasser und Heilerde ist erfolgreich. Ich werde das auch versuchen. Die Heilerde hat mir meine Frau schon besorgt, und nach dem Wasser werde ich mich in den nächsten Tagen umsehen. Einen Versuch ist es allemal Wert und ich glaube das bringt auch etwas. Ich wünsche Dir alles Gute ! Gruß Günter.

RTal f-xi


Hallo Günter72 und Farnie

Ich habe seit Juni 07 wieder mal Reflux. Das letzte mal vor 3 Jahren. Damals habe ich Omep 20mg über 3 Monate genommen und dann war es von heute auf Morgen verschwunden. Habe in den Zeitraum bis letzten Jahres Dezember 12 kg zugenommen. Habe zwar kaum Alkohol getrunken, aber dafür wieder im Febr. diesen Jahres angefangen zu Rauchen. Bin 32 Jahre alt. Im Juni dann nach einer Magenspiegelung wurde wieder Reflux festgestellt. Hatte aber zu diesem Zeitpunkt 15 kg seit Dez. 07 abgenommen. Nehme seit dem täglich PPI´s ein, die besten für mich sind Omep von Hexal. Pantozol hat auch geholfen, Omep wie gesagt besser bei mir. Seit gut 3 Wochen kommen aber Symtome wie brennen im Hals, teilweise taubes Gefühl auf Zunge und im Rachenraum dazu. Esse nur mageres Fleisch, sehr wenig, kein Alkohol, kein Nikotin, keine Tomaten oder Gurken. Nur Vollkornprodukte, wenig Milchprodukte, kein Kaffee, nur Volvic Wasser und Tee. Und trotzdem wird es immer schlimmer. Ich weiss echt nicht mehr was ich noch machen soll. Bekomm jetzt im Januar nochmal ne Magenspiegelung.

Melde mich auf jedenfall wieder.

Viele Grüße

Ralf

Azussike74


@ Ralf

Hallo Ralf,

das mit den 12kg ist natürlich so eine Sache. Umso höher das Gewicht umso mehr Druck auf den Mageneingang.

Ich würde dir wirklich empfehlen die kilos wieder loszuwerden & regelmäßig Sport zu treiben.

Da ich selber betroffen war kann ich da von Erfahrung sprechen.

Bei mir hat es jedenfalls sehr gut geholfen. Lebe jetzt wieder Beschwerdefrei ohne PPI´s etc.

Gruß

Aussie

gOuemntoer^72


Hallo Franie, Ralf-i und Aussie 74 !

Danke erstmal für Euere Antworten. Einen wirklich brauchbaren Rat zu geben erscheint mir ziemlich schwierig. Den verschiedenen Beiträgen aus diesem Forum entnehme ich zumindest schon mal, daß es keine allgemeingültige "Universallösung" gibt. Jeder Betroffene hat unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ich denke die allgemeinen Regeln sind jedem Refluxer mehr oder weniger bekannt. Aber die Spezifika sind halt bei jedem anders.

Zum Thema Gewichtsabnahme muß ich sagen, daß ich auch zu Zeiten des Idealgewichtes Probleme mit Sodbrennen hatte. Es hat seit meiner Kindheit eigentlich nie richtig aufgehört. Ohne Zweifel spielt das Körpergewicht eine Rolle, aber sicherlich ist es nicht der alleinig verantwortliche Faktor.

Ich habe wegen Franie´s Empfehlung gestern mit meinem Hausarzt gesprochen, in den ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre großes Vertrauen habe. Von Heilwasser und Heilerde hält er nicht so viel, ich werde es aber trotzdem versuchen. Einen Versuch ist es allemal Wert.

Ich habe erst in den letzten Wochen erkannt, daß meine Beschwerden Nebenwirkungen von Pantozol sein könnten. Ich nehme Pantozol seit rund fünf Jahren. Seit rund vier Jahren habe ich dauerhaft geschwollene Ohrenschmalzdrüsen (wie auch immer die Dinger offiziell heißen), leide unter ständiger Nervosität, und in den letzten zweieinhalb Jahren kamen noch Brustkorbschmerzen hinzu. Zeitweilige Depressionen könnten ebenfalls auf Pantozol zurückzuführen sein. Mein Hausarzt hält all diese Symptome als Nebenwirkung von Pantozol für möglich. Wir haben uns deswegen auf folgenden Versuch verständigt:

Ich nehme ab sofort kein Pantozol mehr, und versuche die Magensäureattacken mit einem neutralisierenden Medikament in Schach zu halten. Die Nebenwirkungen sollten dann innerhalb zwei bis drei Wochen abklingen. Dann wüßte ich zumindest, ob die Beschwerden wirklich Nebenwirkungen von Pantozol sind, oder möglicherweise eine andere Ursache haben.

Mal sehen was raus kommt. Meine bisherigen Versuch Pantozol abzusetzen sind immer nach wenigen Tagen kläglich gescheitert. Bei einer Röntgenuntersuchung der Speiseröhre im August hat sich gezeigt, daß der "Magenpförtner" definitiv nicht richtig schließt und Magensäure in die Speiseröhre zurück fließt. Ich greife aber trotzdem nach jedem Strohhalm, wenn meine Beschweren nur besser werden. Von einem Freund habe ich übrigens gehört, daß Rauchen eine der Hauptursachen für das Versagen des "Magenpförtners" sein soll.

Ich habe auch über eine Operation nachgedacht. Bisher haben mir jedoch alle besuchten Ärzte davon abgeraten, solange sich das Problem mit Medikamenten kontrollieren läßt. An Ralf-i: laß Dich nicht runterkriegen und versuche weiterhin herauszufinden was Dir gut tut.

Wenn Ihr wollt, halte ich Euch gerne über meine weiteren Erfahrungen auch dem Laufenden. Viele Grüße aus Rheinland-Pfalz sendet Euch

Günter

jZoge


ichleide auch seit längerem an ähnlichen beschwerden.

habe auch einen zwerchfellbruch, zuviel magensäure und reflux.

nehme seit ca. 1 1/2 jahren täglich morgens ein nexium 20mg.

vorher habe ich es nur bei bedarf genommen, hatte aber viel beschwerden.

am besten ist es wenn ich morgens und abends ein nexium 20g nehme.

aber ich möchte so wenig chemie wie möglich zu mir nehmen, darum nehme ich "nur" eine morgens.

so lässt es sich relativ aushalten. gut ist was anderes.

hatte vorher schon 3 magenspiegelungen. immer eine leichte gastritis und

eben der zwerchfellbruch. zudem sag der arzt, funktionelle dyspepsie.....

ich versuche mich so gut es geht damit zu arangieren, ist aber teilweise sehr mühsam.

vorallem wenn ich essen gehen "muss" :-/

gGueXnte!r72


Nochmal Hallo in die Runde !

Ich habe Pantozol jetzt nach fünf Jahren Dauerbehandlung abgesetzt (letzte Tablette vor vier Tagen) und habe seit zwei Tagen anhaltende Bauchschmerzen. Weiß jemand ob das normal ist ? Brauchen Magen und Darm eventuell Zeit sich wieder umzustellen ?

Gruß Günter

Rtalxf-i


Hallo Günter72

Habe auch 2 Wochen lang Pantozol genommen, aber nur weil ich eine Speiseröhrenentzündung hatte und mein Arzt meinte, dass es damit schneller heilen würde als mit den Omeprazol. Hatte aber keine Bauchschmerzen davon. Bauchschmerzen hatte ich nur nach 14 Tagen ZakPak also Antibiotika. Hatte nämlich davon eine Gastritis bekommen. Frage aber am besten deinen Gastroendologen. Wünsche dir gute Besserung.

Viele Grüße Ralf

L!ad`yMxed


Interessanterweise habe ich noch in keinem Beitrag gelesen, dass jemand es mal mit Ulcogant versucht hat. Ich habe nämlich Ulcogant genommen, zwischen den Phasen, wo ich geglaubt habe, dass Reflux schon weg ist. Hat auch geholfen.

Nimmt denn jeder nur PPIs?? ???

Ich nehme es derzeit, seit 5 Wochen und muss gestehen, dass ich in den letzten Tagen so seltsam nervös bin. Nehme nur 20 mg. Weiss aber nicht genau, ob es an dem Medikament liegt oder nicht :-/

G?rignsPeKaxter


@ Ralf-i:

ZakPak ist n ziemlicher Magenkiller. Ich hab schon von mehreren Leuten gehört, die danach langanhaltende Magenprobleme bekommen haben. Meine Mutter z.B. hat jetzt seit fast 3 Jahren dauernd Magenschmerzen, seit sie einmal ZakPak verschrieben bekommen hat (wegen Heliobacter Pylori). Und statt den Magen wieder ins gleichgewicht zu bringen, haben die Pillen ihr denselben so ziemlich geschrottet.

zum Thema:

kein Alkohol, kein Bohnenkaffee, keine Süßigkeiten, kein Weißmehl, Gebratenes vermeiden, keine Kohlensäure in Getränken, Kopfteil vom Bett hochstellen (am besten ab Hüfte aufwärts): das sind meine "Geheim"tips. Ich hab auch seit Jahren Reflux aufgrund eines nichtschließenden Magens, aber wenn ich mich an diese Regeln halte, habe ich deutlich weniger Probleme damit, wenns auch leider nicht komplett ohne Natron/Talcit/Omeprazol geht (weil manchmal will man halt

doch

auch mal sündigen ;-)).

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