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Gefährliche Blutarmut trotz Blutkonserven, Ursache unklar

P0aulOine1x1


Hallo shannon62,

ich verfolge auch täglich deinen Thread - tut mir wirklich leid für euch beide, und ich hoffe, dass ihr noch eine gute Zeit zusammen habt.

Palliativ bedeutet ja "nur noch Linderung der Beschwerden", ob Chemo, Bestrahlung (um weiteres Ausbreiten zu verhindern oder Beschwerden durch Metastasen zu lindern) oder Schmerztherapie.

Klar würde ich auch versuchen, meinen Mann möglichst zu Hause zu haben.

Aber du solltest dir trotzdem mal schon ein Hospiz ansehen und mit den Leuten reden.

Ich habe nur Erfahrung mitmeiner besten Freundin,die vor ein paar Jahren an Krebs starb. Sie lebte noch ca. 18 Monate, nachdem der Krebs (durch die schon vorhandenen Metastasen) entdeckt wurde. Ihr Mann hat es bis heute nicht verkraftet, m.E. vor allem die Erlebnisse der letzten Monate. Da konnte sie nur noch ab und zu eine Weile am Tisch sitzen, sonst gar nichts mehr alleine. Machte sich auch Illusionen über ihren Zustandhatte am Ende noch nicht mal Rentenantrag gestellt, keine Bankvollmacht usw. Durch die Hirnmetastasen auch ziemlich aggressiv. Jedenfalls brachteer sie ein paar Tage vor ihrem Tod gegen ihren Willen ins KH, weil die Schmerzen trotz opiaten nicht mehr erträglich waren. Wäre sie die letzten paar monate in einem Hospiz mit geschulten Leuten gewesen, wäre es sicher für beide sehr viel besser gewesen.

Deswegen meinte ich: für alle Fälle mal angucken, wenns dann nicht nötig ist, umso besser!

RWemux-la


Danke für die Erklärungen!

Shannon, ich fühle mit dir. Das muss ja alles so furchtbar schwer sein. Du bist sehr stark!

Ganz viele Glückssternchen für euch :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

s\hannlon6x2


War von 15-19:30 Uhr im KH.

Heute hat er ein paar Löffel von meiner selbstgemachten Hühnersuppe gegessen. Ich hoffe er behält sie drin. Er hat wieder Wasser in der Lunge, aber sie geben ihm Torasemid um das Wasser auszuschwemmen. Die Beine sind auch schon dünner geworden. Der Hoden ist immer noch geschwollen, wohl auch Wasser, aber es wird langsam weniger. Heute hatte er eine Schmerzmittelpumpe angeschlossen, die er selbst dosieren kann. Es beinhaltet Piritramid (Dipidolor) so dass er wieder kurzzeitig einschlief. Schmerzen hat er etwas am Bauch (ganz leicht) und beim Wasser lassen. Er kann auch schon die Beine etwas anheben.

Dann war der Chef der Palliativstation da, sehr nett. Er hat zuerst gefragt was wir denn wissen über den Zustand meines Mannes. Ich glaube, ich habe einen filmreifen Vortrag gehalten und wohl alles richtig wiedergegeben. Wir haben auch gesagt (resp. ich, mein Mann zeigte immer auf mich, wenn der Doktor Fragen hatte) das er nach Hause will.

Und sich vielleicht zu Hause halbwegs bewegen können soll, so wie vor der OP.

D.h. vielleicht alleine aufs Klo, mal einen Tee machen und ein Brot, fernsehen oder am PC sitzen. Unsere Wohnung ist klein und die Wege kurz. Der Arzt sagte natürlich, dass er das nicht versprechen kann und wir damit rechnen müssen, das es schwierig werden wird und das sich der Zustand dann auch rapide verschlechtern kann.

Mir ist klar, dass da schon eine große Lawine auf mich zukommen könnte.

Aber ehrlich, solange ich das hier hinkriege will ich ihn zu Hause haben und auch nur dann, wenn er es will.

Ich hätte auch die Möglichkeit tageweise von zu Hause zu arbeiten, das gibt es bei uns in der Firma.

Jedenfalls soll mein Mann wohl morgen auf die Palliativstation des KH verlegt werden.

Der Arzt beschrieb das so, das das ein vorübergehender Aufenthalt ist auf dem Weg nach Hause.

Ich hoffe auch, dass es ihm besser gehen wird, wenn das Wasser aus dem Körper ist und die opiathaltigen Schmerzmittel ersetzt wurden.

Ich glaube, mein Mann hat den Willen dazu, wieder nach Hause zu kommen.

Bloß nicht Hospiz, meinte er, obwohl er da wohl noch eine altertümliche Vorstellung hat von wegen, da werden die Patienten ins hinterste Zimmer zum sterben geschoben. Ich weiß, dass das heute nicht mehr so ist.

Ich habe meinem Mann nachher gesagt, ich werde mal sehen wie wir umbauen können, wenn er ein Spezialbett brauchen sollte und Halterungen für die Toilette etc.

Er will davon nichts wissen, er will mit mir in unserem Bett schlafen, maximal vielleicht mit einer medizinischen Matratze.

"Ich muss wieder soweit auf die Beine kommen." sagte er.

Das stimmt mich etwas froh, er hat noch den Willen dazu.

R4emu-lxa


Ja, das ist sehr ermutigend dass er Lebenswille zeigt. :)^ Auf der Palliativstation wird er sich sicher auch gleich besser fühlen, ich würde mal annehmen dass dort alles sehr liebevoll gestaltet ist. Ich drücke fest die Daumen dass er sich bald besser fühlt und nach Hause kann!

Soll denn nun keine Chemo oder Bestrahlung gemacht werden?

sLhanHnon62


Ob Chemo oder Bestrahlung wissen wir noch nicht. Erstmal wollen sie ihn auf der Palliativstation von den ganzen Schläuchen nach und nach befreien. Herausfinden wieviel Schmerzmittel er braucht, mit Wunschkost ernähren usw.

Eben hat er mir eine SMS geschickt, er sitzt wieder tapfer im Sessel.

Man freut sich schon über solch kleine Fortschritte.

R$emu{-lxa


Eben hat er mir eine SMS geschickt, er sitzt wieder tapfer im Sessel.

:)^ :-)

Kann er denn laufen (zum Sessel) oder wird er dorthin getragen?

Und die Hühnersuppe gestern blieb drin? :)^

sZhan#non6x2


Nein, er wird vom Bett in den Sessel gehoben. Ich hoffe die Suppe blieb drin - er hat jedenfalls nichts dazu geschrieben in der SMS.

s0hanxnon62


Mein Mann ist jetzt auf der Palliativstation, sehr komfortabel, sehr angenehm und das Personal sehr freundlich. Er liegt in einem 2-Bett-Zimmer mit einem jüngeren Patienten.

Ich hatte ein langes Gespräch mit der Ärztin. Habe etwas von der Historie erzählt und den Pannen die passiert sind. Heute bei der Verlegung kam noch eine Panne dazu, ein Pfleger ist beim Umbetten über den Katheterschlauch gestolpert und hat in rausgerissen. :|N

Die Ärztin sagte, das sie mich versteht und wir wollen doch nun nach vorne gucken und sehen was man weiter tun kann. Da hat sie ganz recht, denke ich.

Mein Mann hat die Suppe von gestern drinbehalten und heute morgen ein halbes Brötchen mit Marmelade gegessen und nachmittag einen Milchkaffee und ein Stück Käsekuchen. Ich bin so glücklich darüber.

Er hat mir eben eine SMS geschickt. Er freut sich so, dass er den Mond sieht. :°( :°( :°(

Die Ärztin hat nichts dazu gesagt, ob sie optimistisch ist, dass er noch mal nach Hause kann. Sie muss sich erst ein Bild verschaffen.

Sie hat jedenfalls die Medikation umgestellt, wohl kein Dipidolor (Schmerz) mehr, sondern Novalgin und mehr Torasemid, damit endlich die Wassereinlagerungen zurückgehen.

Der Hoden ist immer noch geschwollen, ich habe gebeten doch vielleicht mal einen Urologen zu befragen. Der Rücken tut auch weh vom liegen, als ich ging kam aber die medizinische Matratze von der anderen Station. Ich hoffe, er hat sie schon im Bett.

HLlodyxn


Es scheint ja aufwärts zu gehen mit ihm! Das mit dem Katheterschlauch ist natürlich sehr ärgerlich und auch schmerzhaft, ich hoffe er hat dadurch nicht all zu große Schmerzen?

R2emu;-xla


Hallo shannon, ich finde auch das hört sich ganz gut an! Vor allem dass er das Esssen drin behalten hat freut mich und ist sicher ein gutes Zeichen :)z Und mit den anderen Meds wird's ihm sicher besser gehen als mit dem Dipidolor.

Kann er sich denn auf die Seite drehen damit der Rücken mal entlastet wird?

Hier ganz viele Sternchen für deinen Schatz :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

s*handnon62


Hallo und danke für die Unterstützung!

Gestern haben sie bei meinem Mann die Lunge punktiert, es ist sehr viel Wasser abgeflossen. Dadurch fällt ihm jetzt das Atmen leichter. Auch die Wasser ausschwemmenden Mittel wirken ansonsten auf den ganzen Körper gut, der Hoden ist auch schon kleiner geworden. Ein Urologe war auch da und hat gesagt das so etwas sehr selten vorkommt. Er hat von Kühlung abgeraten, damit es nicht eine Blasenentzündung gibt und gemeint es ist Wasser im Hoden, da kann man nur abwarten bis die o.g. Mittel wirken.

Mein Mann hat viel geschlafen den Tag über und deshalb wenig gegessen. Am nachmittag einen Milchkaffee und ein paar Kekse und abends etwas Apfelmus den ich ihm geholt habe. Ich habe auch etwas Obst besorgt, Weintrauben und Kiwis. Vielleicht ißt er heute etwas davon. Die Atmosphäre dort ist schon toll. Sie kümmern sich sehr gut, sowohl die Ärzte als auch die Schwestern und !!!! die Ärzte erklären was gemacht wurde und was noch gemacht wird.

Mein Mann meint rückblickend das er auf der Intensivstation das Gefühl hatte, an ihm wird rumexperimentiert. Er macht sich auch Sorgen um seine ehemalige Mitpatientin dort, das die aus seiner Sicht mit aller Gewalt am Leben gehalten wird. Er hat sich oft über sie beklagt, weil sie soviel Unruhe verbreitet hat und er wegen ihr das Tageslicht nicht sehen konnte. Und jetzt macht er sich Sorgen, ist schon komisch.

Ich habe ihm gesagt, dass er nun auf der Palliativ in den besten Händen ist.

Die Ärztin auf der Palliativ meinte ich soll ihm etwas zu lesen und Musik mitbringen, aber er sagt er hat im Moment keine Lust dazu.

Gestern war ich bei einem Psychotherapeuten. In dieser 1. Sitzung habe ich mir erstmal meine ganzen Ängste von der Seele geredet. Der Psychotherapeut meinte auch, dass der Aufenthalt auf der Palliativ der Zwischenschritt auf dem Weg nach Hause ist, obwohl er ja den Fall nur aus meiner Erzählung kennt. Nächste Woche habe ich wieder einen Termin.

Er hatte mir angeboten, mir pflanzliche Mittel zum Schlafen zu geben, ich meinte, eigentlich will ich nichts nehmen, auch nicht zum schlafen (wobei der Schlaf im Moment eher schlecht und wenig erholsam ist). Ich habe einen Heidenrespekt vor solchen Mitteln, denn ich will meine Sinne beisammen haben.

Mal sehen, wie es meinem Mann heute geht.

svhann]onx62


Hallo, mit meinem Mann geht es in kleinen Schritten vorwärts. Sehr kleine Schritte. Heute will er mal versuchen aufzustehen. Es wechselt so von Tag zu Tag, einen Tag schlecht einen Tag besser. Er hat noch immer den Willen auf die Beine zu kommen. Er will heute vielleicht mal etwas essen, eine Scheibe Malzmehrkornbrot soll ich ihm mitbringen. Gestern hat er Vitamalz getrunken, hatte er mal Appetit drauf.

Als ob das nicht schon reicht, erhielt ich gestern die Nachricht, dass mein Vater mit 87 Jahren auf der Intensivstation eines anderen KH liegt. Oberschenkelhalsbruch. Sie haben ihn operiert und er saß heute schon am Bettrand. Leider hat mich seine Frau, die NICHT meine Mutter ist, erst gestern informiert. Mein Vater liegt schon 6 Tage im KH.

So werde ich jetzt wohl von KH zu KH pendeln.

Heute habe ich frei genommen, aber ob ich ab morgen wieder abeiten gehe, weiß ich noch nicht. Ich glaube, mir fehlt dazu jetzt die Kraft.

sRhe$ixla7


Hallo shannon @:)

ich habe den Faden auch etwas mitverfolgt und muss sagen, dass ich Deine Haltung sehr bewundere :)z :)^

Du bist sehr stark.

Das tut mir total leid dass jetzt auch noch Dein Vater im Krankenhaus ist. :°_

Möchte Deinem Mann und Deinem Vater von Herzen gute Besserung wünschen und Dir ganz ganz viel Kraft :)* :)* :)* :)*

R:emu?-la


und muss sagen, dass ich Deine Haltung sehr bewundere :)z :)^

Du bist sehr stark.

Das kann ich nur unterschreiben! :)z

Tut mir auch total leid dass dein Vater nun auch im KH ist. Gute Besserung auch für ihn! @:)

Manno, es kommt alles auf einmal, was? :-( :°_

sRhannson62


Nun ist die schlimme Gewißheit da. Die Ärztin auf der Palliativstation sagte heute, sie bezweifelt das mein Mann Weihnachten noch erlebt. Ihr Ziel war es, ihn zum Stehen zu bringen und ihn dann nach Hause zu entlassen. Da er in der vergangenen Woche keine Fortschritte machte, sondern eher immer schwächer wird, will sie ihn bald nach Hause entlassen, so wie er jetzt ist. Sie fragte mich auch, ob ich mir das alles zutraue. Ich sagte, dass einzige was ich nicht schaffen würde, wäre wenn er Schmerzen hat und ich ihm nicht helfen kann. Sie meinte ehrlich, große Schmerzen wird er wohl nicht haben, sondern einfach immer schwächer werden und dann einschlafen.

Mein Mann selbst, scheint wohl teilweise die ganze Situation nicht zu realisieren. Wie denn auch? Er fragte mich heute, warum denn eigentlich nicht mehr von Chemo die Rede ist und das er nicht versteht warum er ein Spezialbett brauchen sollte. Mit dem Gedanken kann er sich einfach nicht anfreunden das hier alles umgeräumt werden muss.

Er liegt jetzt in einem Einzelzimmer, damit sowohl wir als auch sein Mitpatient Ruhe haben.

Ich könnte auch dort schlafen, habe heute aber erstmal gesagt, ich fahre nach Hause. Ich brauche nur 10 min bis zum KH, sie würden sofort anrufen, wenn was ist.

Ich habe morgen einiges zu erledigen. Die Patientenverfügung befindet sich nicht in der Akte, die auf der Palliativ ist. Ich hoffe auch dass mein HA mich wieder krankschreibt.

Wenn nicht, ich habe noch Urlaub, den würde ich dann nehmen.

Ich habe meinem Mann vorhin gesagt: "Du wirst sehen, wenn Du erstmal zu Hause bist, wird es dir besser gehen." Er glaubt eigentlich auch fest daran.

Ich weiß im Moment nicht was ich glauben soll, ich funktioniere einfach, so gut es geht.

Mein Vater hat die OP gut überstanden, wird aber auch so 3-4 Wochen im KH bleiben.

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