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Schlimmes Afterjucken, nahe der Verzweifelung

kQleikst


Hallo, ich kenne dieses sehr unangenehme Problem (Akzeme im Perianal-Bereich und über dem Knöchel).

Bei mir kam es vor drei Jahren, und zwar "einfach so", von der einen auf die andere Woche, ohne dass sich an meinen Lebensumständen zu dieser Zeit etwas geändert hatte. Nach unzähligen Nächten und Tagen stechenden Juckens, Kratzens und stillen Leidens (wer erzählt schon gerne seinen Arbeitskollegen und Freunden von so einem Problem - man fühlt sich ja auch selbst "schuldig" und "schmutzig", wenn das Problem den Intimbereich betrifft) entschloss ich mich dazu, zu verschiedenen Ärzten zu gehen.

Es ist beachtlich, mit welch geringem Interesse sich die meisten Ärzte dem Problem des Patienten widmen. Mich hat diese unprofessionelle Einstellung verschiedener Ärzte zwei lang eine kleine Hölle erleben lassen, die sich nur derjenige vorstellen kann, der unter Afterjucken leidet.

- Der erste Arzt verschrieb mir sofort Mebendazol (gegen Würmer), falls ich welche haben sollte. Hatte ich aber nicht und deshalb half es auch nicht.

- Danach verschrieb er mir eine Hämorroidalsalbe, die auch nicht halb (weil ich keine Hämorrhoiden habe), sondern das Jucken viele Monate lang nur verschlimmerte.

- Danach sagte seine Vertretung, ich sollte nur Baumwollunterwäsche tragen (trage ich sowieso immer nur).

- Danach bezahlte ich einen privaten Hautarzt, der mir sagte, das sei "gar nichts", und der mir eine Salbe verschrieb, auf deren Beipackzettel stand, dass sie nicht im Anal- oder Perianalbereich verwendet werden darf.

- Danach wurde ich einer Anuskopie unterzogen mit dem Befund, dass ich tatsächlich keine Hämorrhoiden habe.

- Danach wechselte ich den Hausarzt und der sagte, "wir leiden alle unter gelegentlichem Jucken" (wodurch klar war, dass er nicht verstand, was Analjucken in Wahrheit bedeutet).

- Da ich darauf bestand, das Problem nochmals von einem Hautarzt prüfen zu lassen, verwies mich dieser Allgemeinarzt mit dem läppischen Kommentar "das bringt Ihnen sowieso nichts, aber wenn sie unbedingt wollen..." glücklicherweise an einen Spezialisten (Dermatologen) des Krankenhauses (in dem Land, in dem ich lebe, ist das so üblich).

- Erst dort wurde mir geholfen. Ein simpler Blick der Dermatologin auf die betroffenen Stellen klärte, dass ich Ekzeme habe, die mein Jucken verursachen. Mir wurden zwei Salben verschrieben, von der ich die erste nur eine Woche lang nehmen sollte (Kortison) und die zweite drei bis vier Monate lang. Das Ergebnis war - jedenfalls für mich - geradezu überwältigend, weil mich die zweite Salbe (mit dem Namen Elidel - dazu unten noch ein Hinweis) wieder in mein früheres Leben zurückgeholt hat. Die Ekzeme gingen praktisch zurück, wenn auch nicht völlig, und das Jucken ist heute praktisch kein Thema mehr für mich.

Ich will hier eine Art Zusammenfassung erstellen, die euch weiterhelfen kann:

1. Das Jucken kann die verschiedensten Ursachen haben, und jeder sollte beim Arzt darauf drängen, dass er sich die juckende Stelle doch bitte wenigstens einmal ansehen soll, bevor er ein Medikament / Salbe verschreibt.

2. Der Arzt sollte systematisch vorgehen, also nacheinander verschiedene Ursachen abklären: Darm? Hämorrhoiden? Würmer? Hautkrankheit? Sonstige Erkrankung (Blutbild untersuchen lassen!)? Allergie (Lebensmittel, Textil etc)? Schuppenflechte (Psoriasis)? Analfissur (Riss)? - Stress/veränderte Lebensumstände/besondere Belastungen in Familie oder Beruf? - Es gibt wohl noch viele weitere mögliche Ursachen.

3. Nur der Arzt selbst und die Vernunft des Patienten können hier dazu beitragen, mit der wahrscheinlichsten Variante zu beginnen, um das Leiden des Patienten nicht unnötig hinauszuzögern. Es können mehrere Untersuchungen an den verschiedensten Stationen erfolgen, aber wenn sie letztlich zum Erfolg führen, lohnt es sich, sie alle zu durchschreiten (bei dieser Gelegenheit erfährt nämlich der Patient ja auch, was alles an seinem Körper gesund ist).

4. Man sollte den Gang zum Arzt nicht lange hinauszögern. Wenn man den Eindruck hat, dass den Arzt das Problem nicht interessiert oder er damit nichts anfangen kann (die wenigsten Hausärzte können das), sollte man den Arzt wechseln.

5. Man sollte darauf achten, ob die Ernährung das Problem irgendwie positiv oder negativ beeinflusst. Es kann sein, dass Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, Tomaten, Trockenfrüchte (Mandeln usw) dazu führen, dass der Juckreiz verstärkt wird. Die Dermatologin hat mir dazu geraten, den Konsum solcher Lebensmittel ggfs zu reduzieren.

6. Hygiene im Analbereich: Nicht zu viel, nicht zu wenig. Bei machenn mag feuchtes Toilettenpapier gut sein, bei anderen mag trockenes Toilettenpapier das Problem verschärfen. Da ist jeder anders. Von feuchten Tüchern würde ich nach meiner Erfahrung (und dem Rat meiner Dermatologin) abraten. Was aber sehr gut ist: Nach dem Stuhlgang, der ja das Jucken verstärken kann durch Fäkalrückstände an den betroffenen Hautstellen, sollte man den Analbereich mit klarem, kühlem Wasser und einer ph-neutralen Seife (ein kleines Tröpfchen Lotion genügt völlig) reinigen. Man sollte aber nicht zuviel "waschen". Heute hilft mir das gelegentliche Reinigen nach dem Stuhlgang insoweit, dass ich kaum noch zur Salbe greifen muss.

7. Zur Salbe: Wenn ein Ekzem-Befund vorliegt, kann es sein, dass der Arzt eine Salbe verschreibt, die Elidel heisst (so in meinem Fall) oder eine andere. Zu Elidel erfuhr ich später, nachdem es mir schon wieder viel besser ging, dass im Jahr 2005 eine amerikanische oder britische Behörde vor dem Gebrauch gewarnt hat, weil sie ggfs auf das Immunsystem einwirken und sogar Hautkrebs verursachen kann. Ich bin deshalb etwas verunsichert und will niemandem zum Gebrauch der Salbe anraten, kann aber auch nicht davon abraten, weil sie bei mir eben so gut geholfen und meine Lebensqualität (ich hoffe langfristig) verbessert hat. Ich habe neuere Studien im Internet gefunden, die solche Gefahren nicht bestätigt haben, die jedoch dazu anraten, Elide oder vergleichbare Produkte nicht langfristig anzuwenden. Oder wenn doch langfristig, sollte die Salbe ab un zu über 6 Wochen ausgesetzt und erst dann wieder benutzt werden, wenn das Problem zurückkommt. Ich habe auch eine Studie der WHO gefunden, wonach eine nicht steroide Salbe (Eletone Creme) mit Elidel verglichen und herausgefunden wurde, dass beide gleich wirksam sein sollen. Ich habe keine Erfahrungen mit Eletone, aber wer mit einem Arzt spricht sollte ihm beide Salben nennen und ggfs. erst die wohl völlig harmlose Eletone anwenden, bevor er zu Elidel greift. Elidel wende ich heute nur noch einmal etwa alle 10 bis 14 Tage an, und nur in sehr geringer Menge. Ich glaube also, dass ich die Anwendung der Salbe nicht übertreibe. Mein Wunsch ist aber, die Salbe demnächst gegen eine andere, in jeder Hinsicht unbedenkliche, "einzutauschen".

8. Nur Mut: Redet mit verschiedenen Ärzten und lasst euch nicht von solchen beeindrucken, die das Problem vom Tisch haben wollen. Vielleicht hilft euch ein Allgemeinarzt, vielleicht ein Homöopat, aber vertraut eurem eigenen Verstand mehr als dem anderer Leute.

9. Macht keine Selbstversuche mit irgendwelchen Salben oder Aloe Vera o.ä. Vertraut Beiträgen in Foren nicht weiter, als euer Verstand reicht. Bei mir hat das Auftragen natürlicher Aloe Vera und von Aloe Vera-Salben überhaupt nicht geholfen, sondern das Problem verschärft.

10. Versteht meinen Beitrag als Beitrag eines medizinischen Laien, mit dessen Hilfe ihr euren Arzt auf verschiedene mögliche Ursachen aufmerksam machen könnt, auf die er vielleicht selbst gar nicht kommt (durch fehlende Kompetenz, fehlende Spezialisierung, fehldene Lust oder fehlende Zeit). Ich glaube, wenn ihr mit dem Arzt zusammenarbeitet und ihm klipp und klar und ohne zu jammern schildert, was Sache ist, wird er euch helfen können.

11. Wenn euch der Arzt sagt, dass ihr nicht "kratzen" sollt, hat er natürlich recht. Aber sagt ihm auch, dass bei stechendem Analjucken, das manchmal in alle Nervenbahnen des Körpers ausstrahlt, nichts anderes als Kratzen (keine gute Lösung) oder eine adäquate medizinische Behandlung helfen. Der "Nicht-Kratzen"-Ratschlag ist gut gemeint und auch richtig, lässt sich aber in der Praxis nur schwer umsetzen. Bei mir hat erst die (hoffentlich) richtige Salbe geholfen - ich bin seit einem Jahr zwar nicht immer frei von Juckreiz, bin aber vollkommen "kratzfrei".

Ich hoffe, dass ich euch weiterhelfen konnte. Viel Glück und gute Gesundheit!

AYhsornblxatt


Man kaufe sich einen Bidetaufsatz fürs Klo. Nach dem Stuhlgang mit Handschuh oder ohne, wer sich traut, den Anus auswaschen, mit kaltem Wasser, in den Darm reintasten und auspülen. Trocken tupfen.

Dann Ballistol Hausmittel einreiben, ein Tropfen reicht. Brennt für eine Minute – und dann ist in der Regel Ruhe im Karton.

Sollte das nicht so sein, hilft das Einreiben mit Regenaplex Hautfluid G zusätzlich.

cLl!em!ensP100


Hallo an alle Gequälten,

erst mal erstaunt es mich, wie viele Menschen es gibt, die anscheinend dieses Problem haben - und wie wenig darüber gesprochen wird. Na ja, kann ich verstehen, ich binde das auch nicht gleich jedem auf die Nase....

Ich habe dieses Problem auch seit Jahren. Alles durch, Arztbesuche, Heilpraktiker, Salben,.... nichts hat bisher geholfen.

Was ich aber auf jeden Fall allen Gepeinigten empfehlen kann, ist, zum Waschen nach dem Stuhlgang eine Lösung aus Kaisernatron und Wasser zu verwenden. Ich nehme auf eine 0,5 Literflasche einen viertel Teelöffel Natron. Dieses Wasser gebe ich auf ein Feuchttuch. Wer durch den ständigen Juckreiz das Brennen am After kennt, wird erstaunt sein, wie erlösend das Waschen mit diesem Wasser ist.

Das einzige, was bei mir tatsächlich nach ein paar Tagen anfängt zu wirken, ist der völlige Verzicht auf Industriezucker, Vollrohrzucker etc. Nach zwei Wochen Abstinenz sind die Beschwerden verschwunden und der Bereich um den Anus beginnt abzuheilen. Wenn man diesen Verzicht einmal versucht, wird man erstaunt sein, in wie vielen Nahrungsmitteln Zucker enthalten ist...

Was wirklich unglaublich erscheint ist die Tatsache, dass ich die Zuckerfreiheit nicht durchhalte. Ich kann sonst sehr konsequent sein, aber es fühlt sich an, als wenn ein "Alien" in mir lebt, der sich durch Zucker ernährt und mich spätestens nach 3 Wochen zur Tafel Schokolade greifen lässt – mit den bekannten Folgen.

Jemand hat hier etwas von dem Candida-Pilz geschrieben. Das scheint gut zu dem Zucker-Sypmtom zu passen und ich werde das jetzt angehen.

Alles Gute!

wQali?tza


Mir hat geholfen: nach jedem Stuhlgang gut mit Wasser säubern und anschließend Aloe Vera Gel 98% aus dem Reformhaus verwenden.

CYor inaD


Ich litt mehr als 25 Jahren unter diesem quälenden und unangenehmen Juckreiz - der ganze Anal- und Perianalbereich war davon betroffen. Jede Nacht war eine Qual für mich. Ich muss, denke ich, hier nicht näher darauf eingehen, wie schlimm so etwas ist und wie eingeschränkt die Lebensqualität.

Vor einigen Jahren ließ ich auf Empfehlung eines Arztes Tests auf Laktose- und Fruktoseintoleranz machen. Es stellte sich heraus, dass Laktose stark und Fruktose leicht erhöht sei. Ich stieg auf laktosefreie Produkte um, übersah aber, dass Laktose auch in "normalen" Lebensmitteln versteckt ist. Gleichzeitig bekam ich auch eine Salbe "Lotricomb", die wirklich gut half. Aber nicht dauerhaft und die letzten 8 Jahren war ich ununterbrochen am "schmieren", um in der Nacht Ruhe zu haben (was aber nicht immer der Fall war).

Ich muss dazu sagen, dass ich die ganzen Jahre nicht ganz sicher wusste, ob die Laktose- oder die Fruktoseintoleranz Schuld am Juckreiz war, oder beide zusammen oder die Ursache ganz woanders zu suchen ist.

Vor einigen Wochen begann ich eine Ernährungsumstellung, wo ich auf alle Kohlehydraten, auf Zucker und auf Alkohol verzichte - und stattdessen nur mageres Protein zu mir nehmen darf. Da die laktosefreien Milchsachen alle nur bis 1,5 % Fett gehen (und nicht weniger), stieg ich auf normale Milchprodukte mit wenig Fettgehalt um - und die Beschwerden verstärkten sich in einem Maße, das nicht mehr auszuhalten war.

Ich griff - zum ersten Mal - auf Laktasetabletten zurück: und die Beschwerden waren von einem Tag auf den anderen weg.

Seit einer Woche nicht einmal Juckreiz, ich schlafe die Nächte durch... das erste Mal in 25 Jahren, dass ich mich völlig entspannt in der Nacht zurück lehnen kann ohne Bedenken.

Ich bin noch am taxieren, ob der richtigen Dosis bzw. wieviele Tabletten vor jeder Mahlzeit einzunehmen sind, und ich weiß noch nicht, wie mein Körper reagiert, wenn ich wieder Fruktose zu mir nehmen werde - aber meine Geschichte soll ein Beweis dafür sein, dass dieser Juckreiz durchaus als Reaktion auf Lebensmittelunverträglichkeiten zu sehen ist. Welche, das muss ein Artz rausfinden.

Ich bedauere, dass ich die Hälfte meines Lebens darunter gelitten habe und nicht früher drauf gekommen bin, woran es liegen kann. Hätte mir viele Leidensjahre erspart.

glrisReld~is72


Hallo manuel19mj,

ich würde die Finger lassen von Kortison Salbe und ähnlichem. Kann Dir nur raten gehe zu einem guten Proktologen. Ich habe damit meine Erfahrungen und habe schnell Hilfe erhalten.

cGand{ida i,m Grwifxf


Hallo all ihr Geplagten von schmerzhaften und teils blutenden Analfissuren,

ich bedanke mich bei einem der Schreiberlinge und Vorredner hier, der nach mehreren Wochen Behandlung mit der Salbe "Candio Hermal Creme" super Erfolge erzielt hat.

Genau diese Creme/Salbe habe ich ebenfalls benutzt, ganze 2 Wochen lang, 2x täglich (früh /abend) reichlich auf die juckenden schmerzenden Fissuren am After bzw. unmittelbar neben dem After aufgetragen, und ganz wichtig auch innerhalb des Afters aufgetragen. Man muss dabei ca 3 cm bis 4 cm in den After hinein cremen. Macht sich definitiv mit dem Zeigefinger am besten. Was sein muss, muss sein !!

Leute, was soll ich euch sagen, ich bin nach 2,5 Jahren juckenden immer wieder kehrenden schmerzenden blutenden Analfissuren nun endlich schmerzfrei und habe jetzt mindestens 2 Monate schon keinerlei Beschwerden mehr am After. Ich bin sehr sehr glücklich darüber, dass auch mir die Creme geholfen hat.

Anfangs verschrieb mir die Hautärztin "Lotricomb" , die vorübergehend die Schmerzen linderte. Allerdings ist die "Candio Hermal Creme" wirklich nicht zu toppen und zudem noch cortisonfrei und frei verkäuflich in der Apotheke zu haben. Ich hatte sie aber im Internet bestellt.

Last but not least.... ich bin absolut geflasht und happy, dass ich nun endlich wieder beschwerdefrei auf Toilette gehen kann, und mich nachts und tags nicht mehr jucken oder kratzen muss.

Alles ist wieder ganz normal !!!

Kann sogar wieder normales und sogar raues Toilettenpapier problemlos benutzen, was ja vorher überhaupt nicht möglich war !!

Ich wünsch euch viel Glück :)^

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