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Ständiger Stuhldrang nach Sigmaresektion

J)ürhg]exn04 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe med1 Nutzer,

ich habe mich heute angemeldet, da ich mir hier Lösungsansätze oder Tips für meine sich immer weiter verschlimmernden postoperativen Beschwerden nach einer Sigmaresektion erhoffe.

Zu meiner Person: Ich bin 49 Jahre alt, 183 cm groß, schlank, hatte vor 2 Monaten noch 80 kg und bin jetzt bei 73 kg. Ich arbeite streng genommen im Büro, bin aber aufgrund meiner Aufgaben im Betrieb oft, wenn auch nicht körperlich anstrengend in Bewegung. Ich hatte bis zu meinem 47. Geburtstag nie Magen- oder Darmprobleme.

Anfang 2008, bezeichnenderweise 2 Monate nachdem meine damalige Frau nach 15 Jahren Ehe glaubte, sich wegen eines jüngeren Mannes von mir trennen zu müssen, begann das Drama mit einer heftigen, stark fieberhaften und hochentzündlichen Divertikulitis im Sigma. Nach acht Tagen Krankenhaus, hatte man die Entzündung mit Ciprofloxacin wieder in den Griff bekommen. Zwei Wochen nach der Entlassung wurde bei einer Coloskopie eine doch relativ starke Stenose im Sigma festgestellt. So weit so gut. Die Beschwerden waren weg, die Antibiotika auch - im Frühjahr 2008 war dann erstmal vorbei und vergessen angesagt. Zwischenzeitlich hatte ich seit dem immer mal wieder leichte Bauchschmerzen oder auch auffälligen Stuhl, aber nicht dramatisches.

Ende Oktober diesen Jahres, wars dann vorbei mit der Herrlichkeit. Starke Bauchschmerzen und die mir bekannten Symptome, wie schleimiger Stuhl und dann auch Blut im Stuhl, deuteten auf eine erneute Divertikulitis hin. So war es auch. Der gleiche Bereich war wieder schwer entzündet. Wieder ab ins Krankenhaus. Diesmal schlug Ciprofloxacin nicht gut an. Mit Clont (Metronidazol) bekam man die Entzündung aber in den Griff.

Bei der erneut durchgeführten Coloskopie stellte man eine bedrohlich starke Stenose fest. Der Durchgang war zwar nur über ein kurzes Stück verengt, dort jedoch nur noch fingerdick. Man empfahl mir eine rasche laparoskopische Sigmaresektion. Ich erkundigte mich genau über den Eingriff und willigte schließlich ein.

Die OP am 10.11.09 verlief nicht ganz so, wie vom Chirurgen geplant. "Sie haben meinen Terminplan durcheinandergebracht" meine er hinterher scherzhaft. Wegen Verwachsungen und Lage des Darms, dauerte es 3 Stunden. Geplant hatte er nur eine Stunde. Neben vier kleinen Schnitten habe ich noch eine etwa 10 cm lange Narbe am linken Unterbauch, durch diese Öffnung wurde der Darm geborgen. Ganz nebenbei hat man mir freundlicherweise noch den Blinddarm entfernt, nach dem Motto: Wenn der schon grade mal auf dem Tisch liegt, kann der auch weg.

Nach der OP war ich sehr schnell wieder fit. Nach 10 Tagen eigentlich nur noch leichte Zipperlein. Am nervigsten im wahrsten Sinne des Wortes waren die nervlichen Beschwerden an den Narben. Alles fühlte sich brennend und Wund an. Ich konnte lange keine Hose zuknöpfen, was jetzt aber wieder geht. Auch sind alle schmerzhaften Beschwerden im Laufe der letzten Tage so gut wie verschwunden. Die OP ist heute 4,5 Wochen her und neben dem eigentlichen Problem welche ich gleich schildere fallen mir nur noch Knubbel unter den Narben auf, die teilweise druckempfindlich sind. Das ist aber eigentlich nicht der Rede wert.

Nun das eigentliche Problem, welches sich kontinuierlich verschlimmert: Nach der OP war mein Stuhlgang natürlich hier und da noch auffällig. Mal so mal so, mal ok mal zu dünn, aber noch einem solchen Eingriff nichts besonderes. "Das reguliert sich noch" sagte man mir. Es war auch nicht schlimm, hin und wieder mal nur Schleim auf der Toilette zu lassen, solange kein Blut dabei war.

Vor zwei Wochen jedoch begann es nervig zu werden, da die Abstände mit Stuhldrang sich immer weiter verkürzten und in 9 von 10 Fällen der Stuhlgang nur aus klarem Schleim bestand. Ich suchte meine Hausärztin auf, die mir riet, mich noch einmal ambulant bei meinem Arzt im Krankenhaus vorzustellen. Dort wollte man sich aufgrund der Symptomatik noch einmal absichern, ob innen alles in Ordnung ist. Vergangenen Montag wurde der Darm nochmal mit Kontrastmittel geröntgt. Ergebnis: die Narbe am Darm ist dicht und Divertikel habe ich so gut wie keine mehr. Die befanden sich alle in dem entfernten Bereich. Am Nachmittag dann nochmal eine Rektroskopie. Auch hier kein Befund. Die Blutuntersuchung ergab wörtlich "Bilderbuchergebnisse". Ich müsse mich in Geduld übern ,dass reguliert sich von allein. Ich bekam noch ein paar Ernährungstips mit auf den Weg und Mucofalk (Flohsamenschalen) wurde mir zu Stuhlregulierung verschrieben.

Die Beschwerden jedoch verschlechtern sich täglich. War es anfangs noch erträglich, haben sie nun ein unerträgliches Niveau erreicht. Früh morgens werde ich wach. Sobald ich mich bewege habe ich Stuhldrang. Auf der Toilette kommt nur klarer, machmal mit etwas Kot versetzter Schleim oder auch nur eine Blähung. Ich habe mich kaum gesäubert, dann kann ich mich schon wieder setzen und das gleiche beginnt. Der Stuhldrang ist nicht nur häufig, er ist seit gestern phasenweise durchgehend permanent. Ich sitze zum Teil mit meinem Laptop auf dem Klo. Zwischendurch habe ich dann wohlgeformten normalen Stuhlgang. Dannach ist es für ein zwei Stunden besser und das ganz geht von vorne los. Gestern war ich mindestens 30 mal auf der Toilette. Heute morgen habe ich nach dem Aufwachen auch erstmal ein bis zwei Stunden mit laufenden Toilettenbesuchen verbracht, bevor es etwas ruhiger wurde, aber Stuhldrang habe ich immer noch, den ich permanent zu unterdrücken versuche. Das Gefühl ist so, wie wenn man mit Durchfall aufs Klo muss und versucht zusammenzukneifen, damit nichts passiert. Das ist sowas von unglaublich anstrengend und beeinträchtigend! Ich laufe hier oft mit verzerrten Gesicht durch die Räume. Apropos Laufen. Wenn ich mich bewege oder stehe scheint es schlimmer zu werden als wenn ich sitze.

Jetzt habe ich eine Menge geschrieben. Danke allen, die sich das komplett durchgelesen haben. War zwischenzeitlich 5 mal zur Toilette. Ich bin ziemlich verzweifelt, weil es nicht besser sondern immer schlimmer wird und ich gar nicht mehr vor die Tür gehen kann. Ich wäre froh, hier einen Rat zu finden. Rückfragen beantworte ich gern, wenn ich vergessen habe etwas zu schildern. Ich geh dann mal zur Toilette...

Einen schönen Tag.

Antworten
w<olfxD


hallo jürgen

mein beileid

versuch es mal mit backhefe

(das ist sonst perenterol,aber "bißchen"billiger)

es dauert paar tage dan kann es klappen

habe die nach meiner pankreatitis so gemacht

mit erfolg

täglich 3x backhefe frisch ,verdünnen mit wasser,

vielleicht zucker dazu

du wirst sehen,das wird werden

viel erfolg

pqep#s


Hallo Jürgen,

ich dachte schon nur mir ging es so nach meiner OP am 15.10.08,

Deinen Text hätte ich fast 1:1 übernehmen können ;-). Schau mal [[http://www.med1.de/Forum/Magen.Darm/432269/ da]] und [[http://www.med1.de/Forum/Magen.Darm/463124/ da]].

Ich bin damals schon richtig verzweifelt, weil es garnicht besser wurde und eine wirkliche Besserung habe ich auch erst seit Ende August 09.

Ich habe dann nach der Entzündung vom Mai 09 meine Darmflora saniert mit Perenterol, Symbiolact und Mykundex Tabletten.

Wenn du noch Fragen hast kannst du dich gerne melden.

dee Sälchvsixn


Hallo Jürgen,

ich denke, 4 1/2 Wochen sind auch wirklich noch keine so lange Zeit, da musst du sicherlich noch etwas Geduld haben - auch, wenn es nervig ist. Der Darm muss sich ja auch erstmal an die veränderte Situation gewöhnen...

Bei mir war es gerade andersrum: Die ersten 10 Tage nach der Sigmaresektion ging's mir ganz gut (war allerdings auch 12 Tage im KH) und 1 Tag vor Entlassung ging es mir auf einmal immer schlechter. Ich hatte totale Bauchkrämpfe u. konnte nur ganz, ganz schwer auf die Toilette. Verstopfung kannte ich bis zur OP so gut wie gar nicht. Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Verstopfung nach der OP oder Durchfall - Beides ist recht blöd. Gerade nach der OP soll man ja auch noch nicht so dolle pressen. Zudem ging's mir ziemlich lange vom Bauch her dreckig: Immer wieder sehr starke Bauchkrämpfe. 5 1/2 Wochen nach der OP meinte mein HA, die innere Naht wäre noch total verhärtet, das wäre nicht normal - die Ärzte im KH hingegen fanden alles völlig normal, auch, dass ich nur so ganz schlecht auf die Toi konnte u. meine Bauchschmerzen... %-| Tja, bei mir ist's so geblieben, dass ich nun eher dazu tendiere, schlechter zu können, dafür letzte Zeit aber wieder öfter (in Intervallen, was ich vor der OP auch schon kannte). Bzw. schwankt es im Moment - ich scheine einige Dinge nicht mehr besonders gut zu vertragen. Bekomme letzte Zeit sehr oft starke Bauchkrämpfe u. dann auch öfter mal Durchfall. Das Komische ist, dass die Bauchkrämpfe mit Vorliebe nachts kommen u. ich sogar dann oft nachts auf die Toi muss... - meine OP ist aber schon 2 Jahre her... :-/ Und das, obwohl ich seit der OP durchweg Duspatal nehme, da mein Darm seit der Entzündung ziemlich empfindlich geworden ist. Zudem kommt bei mir nun auch immer wieder eine unterschwellige Angst hoch, dass sich schon wieder was entzündet haben könnte. Denn ich habe im Colon ascendens noch mehr Divertikel, als ich im Sigma je hatte... %-| :(v

Ich drücke dir ganz dolle die Daumen, dass es sich bald normalisiert! :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* Würde an deiner Stelle auch noch etwas vorsichtig mit dem Essen sein: Vollkornprodukte würde ich jetzt erstmal so ziemlich meiden. Sie sind zwar sonst ganz gut für den Darm, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nach der OP nicht so gut ist... Du solltest evt. auch mal ein Ernährungstagebuch schreiben, was du alles so den Tag über verteilt isst. Vll. kannst du anhand dessen schon feststellen, bei welchen Lebensmitteln der Durchfall verstärkt auftritt. Denn es kann sein, dass du einige Dinge auch nicht mehr so verträgst, wie vorher. So ist es bei mir.

LG und alles Gute!@:)

Britta

die Säcxhsin


PS.: Mir wurde übrigens damals im KH gesagt, dass es 10 - 12 Wochen dauert, ehe sich der Darm an die Umstellung gewöhnt hat. Bei mir hat es allerdings noch länger gedauert, ehe halbwegs Normalität eintrat...

p+epxs


Bei mir hat es allerdings noch länger gedauert, ehe halbwegs Normalität eintrat...

Da kann ich Britta nur zustimmen. :)z

JHürgzen0x4


Danke für Eure Antworten. Euch allen zunächst mal an dieser Stelle auch weiterhin gute Besserung.

Was vielleicht nicht so deutlich geworden ist. Mich quält dieser permanente Stuhldrang, aber es kommt immer nur hauptsächlich Schleim. Durchfall ist das nicht und ich habe auch keineswegs das Gefühl, dass in meine Körper nichts

Ich werde morgen nochmal meine Hausärztin aufsuchen und vor allem mal nach den hier mehrfach erwähnten darmregulierenden Mitteln fragen, denn bei allem was ich so sehe, was da aus mir rauskommt, scheint es zumindest bei laienhafter Betrachtung alles andere als von einer guten Darmflora bearbeitet zu sein.

Apropos Ernährungstagebuch. Ich achte grade selbst schon sehr genau drauf und habe Milch in schwerem Verdacht, mir im Moment gar nicht gut zu tun.

Ich halte Euch auf dem laufenden, wie sich das weiter entwickelt.

J-ürgetn0x4


P.S.: "nichts verarbeitet wird" soll es da oben noch heissen. Wurd irgendwie verschluckt.

p8epJs


Was vielleicht nicht so deutlich geworden ist. Mich quält dieser permanente Stuhldrang, aber es kommt immer nur hauptsächlich Schleim.

Was meinst du wie das bei mir war? Ich rannte x-mal am Tag zur Toilette, und ich konnte nie einschätzen ob ich jetzt wirklich muß oder nicht. Ich stand teilweise von der Toilette auf und konnte mich gleich wieder setzen. :°( Dabei kam nicht immer etwas und machmal nur ganz wenig. Und danach hatte ich das Gefühl, dass ich nicht komplett leer war.

JoünrGgexn04


Genauso ist das, peps. Einfach schrecklich und auch total belastend. Und das allerschlimmste für die Nerven: Es wird immer schlimmer statt besser.

SjabiQne Sochwart5z:ko)pfxf


Hallo Jürgen,

hast du es mal mit Quantalan oder Colestyramin versucht? Mir fehlt ein großer Teil vom Darm und seit ich 3x am Tag einen Beutel Colestyramin nehme geht es mir deutlich besser. Der Stuhldrang ist zurück gegangen, selten Schleim oder Durchfall.

d!e oSäch;sin


Diesen ständigen Stuhldrang hatte ich auch, aber bei mir kam eben fast nie was u. wenn, dann nur ganz harte Brocken! Das war besonders schlimm, denn die bekam ich nicht raus u. hatte dazu noch starke Schmerzen. Übrigens war die Toi dadurch auch lange Zeit mein "Lieblingsort"... Ständig auf's Klo rasen... :|N :(v

M.ayatnxa


Ich hatte nach der Sigmaresektion auch solche Probleme. Ich habe das in den Griff bekommen mit homöopatischen Mitteln: Alumina D12 und Aloe D12 (DHU). Globuli.

Anfangs habe ich stündlich 3 Globuli genommen, später 3 - 5 x täglich 5 Globuli.

p;epxs


Hi Jügen, du siehst du bist mit deinem Problem nicht alleine. :°_

Ich habe damals schon am Erfolg der OP gezweifelt, weil es mir lange Zeit auch nicht besser als vorher ging und mich die dauernden Toilettengänge ganz fertig machten.

Einfach schrecklich und auch total belastend. Und das allerschlimmste für die Nerven: Es wird immer schlimmer statt besser.

Der Darm geagiert ziemlich empfindlich auf Stress (und den hast du ja gerade ;-)). Vielleicht solltest du mit der ganzen Situation gelassener umgehen, denn das wird schon noch eine Weile dauern bis sich der Darm an die neue Situation gewöhnt ...... ich weis das ist leichter gesagt als getan.

dpe |Säcihsin


Ganz nebenbei hat man mir freundlicherweise noch den Blinddarm entfernt, nach dem Motto: Wenn der schon grade mal auf dem Tisch liegt, kann der auch weg.

Hier musste ich schmunzeln: Der Blinddarm wird in der Regel bei so einer OP gleich mit prophylaktisch rausgenommen, da man nach einer Darm-OP leider zu Verwachsungen neigt u. wenn dann mal was mit dem Blinddarm wäre, käme man dadurch schlechter ran. Mir wurde das gleich schon vor der OP gesagt, dass sie den Blinddarm mit rausnehmen, aus oben genannten Gründen... ;-) Aber bei mir war es auch ganz gut so: Er war schon chronisch. Außerdem braucht man den ja sowieso nicht - also ist es doch ganz gut, wenn er mit rausist, ehe er einen mal quält... ;-)

Vielleicht solltest du mit der ganzen Situation gelassener umgehen, denn das wird schon noch eine Weile dauern bis sich der Darm an die neue Situation gewöhnt

Das schrieb ich ja auch schon. Viiiiel Geduld ist angesagt und das fällt natürlich nicht immer leicht. (ich weiß ja, wovon ich rede - war zu der Zeit ja auch ganz schön genervt, dass es ewig nicht besser wurde, aber es nützt ja nichts... ;-))

LG!@:)

Britta

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