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Magenprobleme - Psyche oder Erkrankung?

SoquBal8l\5 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

da ich erneut durch Magenprobleme nicht zu meinen Vorlesungen kann und mich das seelisch wie körperlich langsam mitnimmt, wollte ich hier mal offen über meine Probleme sprechen. Vielleicht hat ja jemand sogar einige Tipps.

Ich habe seit etwa 6 Jahren Magenprobleme in Form von zuviel Luft im Bauch. Das äußert sich durch häufiges Aufstoßen, ständiges lautes Magengrummeln und den Drang, Winde ablassen zu müssen.

Aufstoßen: Das Aufstoßen ist nicht sauer, sondern hat immer den Geschmack der letzten Speise, die ich zu mir genommen habe, auch wenn das schon Stunden her ist. Es wird auch nicht durchs Trinken beeinflusst (so ist mein Eindruck), sondern passiert auch so ständig.

Magengrummeln: Ich habe sehr häufig (eigentlich täglich) lautes Magengrummeln (sehr laut, daher auch sehr peinlich ..). Um das zu vermeiden, trinke ich dann schnell etwas, weil das wenigstens kurzzeitig das Magengrummeln verhindert (aber wirklich nur kurz und es hilft auch nicht immer..). Essen gibt auch Abhilfe, aber das verursacht dann andere Probleme in Form von Winden.

Winde: Früher musste ich sehr viel häufiger Winde ablassen als heutzutage. Ich habe gemerkt, dass ich nach 18/19 Uhr nichts mehr essen darf, weil sonst morgens die Probleme viel stärker sind (generell darf ich vor dem Schlafen nie etwas essen, auch nach dem Mittagessen, wenn ich mal einschlafe, habe ich danach Magenprobleme). Auch esse ich morgens nichts oder nur eine Schüssel Cornflakes, weil andere Dinge das Magengrummeln oder Winde lassen sehr verstärken. Natürlich kann ich ja auch nicht einfach überall Winde ablassen und daher gibt mein Magen weitere komische Geräusche ab und es kommt auch zu Magenschmerzen. Meist muss ich nach einer Weile auch Stuhl ablassen, was allerdings die Probleme auch nicht sehr verbessert. Der Stuhl ist dann meist weich bis sehr weich.

Andere Dinge: Ich habe häufiger mal Blähungen, also muss ständig unangenehmriechende Winde ablassen. Allerdings weiß ich nicht, ob das mit den anderen Problemen im Zusammenhang steht. Des Weiteren fühle ich mich eigentlich jeden Morgen sehr unwohl in der Magengegend. Auch finde ich, dass mein Magen eigentlich immer aufgebläht ist und ich oft auch ein Magendrücken verspüre.

Essgewohnheiten: Meine Essgewohnheiten sind eigentlich relativ normal und haben sich mein ganzes Leben eigentlich noch nicht sehr verändert. Ich habe halt durch die Probleme angefangen, meine Essgewohnheiten ein wenig umzustellen, wodurch ich EIN WENIG Linderung der Probleme erreicht habe, allerdings schränken sie mich dennoch sehr in meinem Leben ein.

Morgens esse ich häufig eine Schüssel Müsli oder Cornflakes. Mittags gibt es meist etwas warmes (frisch zubereitet, keine Tiefkühlprodukte oder Ähnliches ..) und Abends Brot (es ist auch wirklich nicht so, dass ich wenig esse. Ich könnte auch viel mehr essen, aber dann verschlimmern sich auch meine Probleme).

Am Wochenende esse ich gerne mal Brötchen oder Toast, wodurch sich dann oftmals ein Druck im Bauch aufbaut (Blähungen?) und ich häufig Winde lassen muss.

Alkohol habe ich früher gar nicht zu mir genommen und heute auch nur selten. Daher können die Probleme damit nicht zusammenhängen (wenn auch Alkohol bei mir oft sehr dünnen Stuhl & Blähungen zur Folge hat).

Auch Kaffee habe ich früher gar nicht zu mir genommen und heutzutage sehr selten. Allerdings ist Kaffee bei mir (meist) wie ein Abführmittel und bringt Blähungen bzw. Durchfall mit sich.

Bis heute habe ich es irgendwie geschafft, mit diesen Problemen zu leben, auch wenn sie wirklich überall auftauchen und ich nicht mal Freunde übers Wochenende besuchen kann, weil da die Probleme von Tag zu Tag schlimmer werden und bleiben. Zuhause kann ich natürlich entspannter damit umgehen, weil mich selbst das Magengrummeln nicht so stört und ich auch ungestört Winde lassen kann.

Früher hatte ich das Gefühl, dass ich Zuhause weniger Probleme habe, aber heute glaube ich, dass ich darauf allgemein nicht so sehr achte, weil ich da ja meine Privatsphäre habe und niemanden damit störe.

Allerdings konnte ich mich mit diesen Problemen in der Schule nie konzentrieren und jetzt im Studium schon gar nicht. Ich glaube auch nicht, dass die Probleme irgendetwas mit Stress zu tun haben, weil sie wirklich plötzlich in der 9. Klasse anfingen und ich recht locker mit meinem Leben umging und bis heute umgehe. In der Zwischenzeit bin ich auch Zuhause ausgezogen, koche für mich selbst (anderes Essen ..) und stehe auf eigenen Beinen. Das hat die Probleme auch nicht verändert. Daher hoffe ich wirklich, dass meine Psyche nicht Schuld an den Problemen selbst ist, wenn ich auch ein sehr nachdenklicher Mensch bin und nicht gerade ein supertolles Selbstbewusstsein habe. Aber die Psyche spielt wahrscheinlich heute schon eine Rolle, weil wenn ich mit lauten Magengeräuschen abends im Bett liege und ich genau weiß, dass die am nächsten Morgen noch da sein werden, dann muss mich das ja schon irgendwie beeinflussen. Vorallem in Vorlesungen verkrampfe ich ja recht schnell, wenn ich merke, dass mein Magen gleich Geräusche abgibt oder wenn ich das Windelassen unterdrücken muss. Dadurch stehe ich dann schon unter Stress und bin auch angespannt. Allerdings geht die Vorlesung dann komplett an mir vorbei ..

Das Problem ist ja auch immer, dass ich genau weiß, dass ich zuviel Luft im Magen habe, aber dass diese da einfach ständig auch festhängt und einfach nicht entweichen will (nicht immer, aber meistens). Ich trinke auch magenfreundliche Tees, die aber meistens gar keine Wirkung haben. Oftmals kann ich auch beim Aufstoßen nicht die ganze Luft rauslassen. Ich merke dann richtig, wie ein Teil davon durch die Lunge (oder sonst wie) wieder runtergepresst wird in den Magen. Auch beim normalen Schluckvorgang vom Speichel denke ich oft, dass ich Luft mitschlucke, weil dadurch immer so ein Druckgefühl im Hals ist und häufig auch so ein leises Geräusch nach dem Schlucken im Hals ist, als wenn sich da irgendwie Luft verschieben würde.

Für mich ist jetzt ein Punkt erreicht, wo ich einfach nicht mehr kann. Ich würde gerne ein normaleres Leben führen, aber unter den Umständen ist es mir unmöglich. Ich habe wahrscheinlich auch die Hälfte vergessen zu schreiben, aber größtenteils sollte es das sein.

Für mich stellt sich nun die Frage, was ich tun sollte. Persönlich glaube ich, dass viele Ärzte über das Thema viel zu wenig wissen und einen oftmals ignorieren oder alles auf die Psyche schieben. Eine Magenspiegelung habe ich hinter mir, die aber keine Erkenntnis brachte.

Ich selbst würde nun sehr gerne von euch hören, dass meine Psyche nicht Schuld ist und es sehr wohl einfach eine medizinische Ursache hat. Dann fällt es mir wohl auch leichter, einen Arzt aufzusuchen.

Mich persönlich stört es halt, dass diese Probleme so plötzlich auftauchten und nach 6 Jahren immer noch da sind. Kann das überhaupt an irgendeiner Erkrankung liegen? Kann so plötzlich z.B. eine Lebensmittelalergie auftauchen (das wäre ja meine erste Idee, aber die Probleme tauchen halt bei sehr vielen Lebensmitteln auf ..) ?

Zu was für einem Arzt sollte ich gehen oder sogar eher zu einem Heilpraktiker?

Ich möchte wirklich keine Wundertipps von euch. Ich weiß auch, dass ihr keine Ärzte seid. Ich hätte gerne einfach nur Ratschläge bzw. einige "Zuhörer", weil mir das schon sehr hilft :)

Danke für alle, die das hier lesen und mir antworten.

Gruß

Antworten
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Hallo Sqaull5,

ersteinmal solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen (in diesem Falle am besten einen Gastroenterologen, einem Facharzt für Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes). Wenn du Angst davor hast, dass der Arzt all die Symptome auf deine Psyche schiebt, solltest du ihn direkt zu Beginn des Gesprächs auf diese Angst aufmerksam machen. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass bei dieser Fülle von Symptomen eine rein psychische Ursache vorliegt. Es gibt durchaus Krankheiten die auch über Jahre hin Symptome hervorrufen.

Des Weiteren solltest du dir überlegen, ob du deinen Hausarzt wechseln solltest, wenn er lediglich eine Magenspiegelung verordnet hat (wenn ich dich falsch verstanden habe, verbesser mich bitte).

Wenn du einen entsprechenden Facharzt aufgesucht hast und er dir nicht helfen konnte gib nicht auf, sondern geh zu einem anderen, wenn möglich auch zu einem, der im Krankenhaus tätig ist und dich dort in seiner Sprechstunde behandelt. Frag auch Freunde und Bekannte, ob sie vielleicht gute Spezialisten in deiner Nähe kennen.

Eine genaue Diagnose wird dir hier keiner geben können aber du solltest dir immer klarmachen, dass es eine Diagnose für dein Problem gibt, auch wenn deine bisherigen Ärzte diese bis jetzt noch nicht gefunden haben.

Von einem Heilpraktiker würde ich dir zunächst abraten. Wie schon gesagt: Geh zu Spezialisten, zu fachlich anerkannten Ärzten! Einen Heilpraktiker kannst du wenn du möchtest immer noch konsultieren, aber in erster Linie solltest du dich und dein Problem in die Hände von fachlichen Profis geben.

Ich hoffe, ich konnte dir einigermaßen hilfreich sein.

VG

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