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Seit 16 Jahren schmerzhaftes blutiges Erbrechen, Bauchkrämpfe

c(0mpl<exxx hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

habe schon länger hier herumgestöbert, nur leider nichts gefunden, was meinem Krankheitsbild entspricht.

Ich hoffe, Ihr seit nicht durch den langen Text abgeschreckt, aber in den 16 Jahren ist viel passiert.

Ich plage mich nun schon seit über 16 Jahren mit dem Problem (bin 33, männlich). Anfangs war es morgendliche Übelkeit und kurzes einmaliges Erbrechen, dann ging es schon wieder und ich konnte meinen Tag beginnen.

Leider wurde es immer schlimmer, bis ich irgendwann ca. 1 Jahr nach Auftreten der ersten Beschwerden nachts erbrechen musste und es hörte nicht mehr auf. Die Schmerzen und Krämpfe dabei machten mich fast wahnsinnig, das Ganze ging ca. 12 Stunden lang. Natürlich begab ich mich ins Krankenhaus mit dem Notarzt Wagen, jedoch wurde nichts gefunden. Von diesem Zeitpunkt an erlitt ich dieses Erbrechen so ca alle 3-4 Monate, zwischendurch hatte ich gar keine Beschwerden bis auf Sodbrennen. Jedesmal ging ich ins Krankenhaus, jedoch wurde nie was gefunden. Bei den vielen Besuchen im Krankenhaus wurden natürlich alle Untersuchungen gemacht, ich habe mittlerweile in meinem Leben knapp 20 Magenspiegelungen gehabt und einige Darmspiegelungen, 24h PH-Wert Messung etc.

Nach ca. 4 Jahren Beschwerden wurde ich nach einem akuten Erbrechen in die Uniklinik überwiesen, wo am Stück eine Woche lang nur Untersuchungen gemacht wurden, um zum Schluß zu kommen, es müsste wohl psychologische Ursachen haben.

Natürlich wollte ich keinen Rat ausschlagen und begab mich in eine Therapie, die nach 2,5 Jahren endete, da keine Verbesserungen zu sehen waren.

Nun wurden die Krankenhausbesuche auch teilweise häufiger, bis zu 2mal im Monat. Die einzigen Medikamente, die bei den Schmerzen halfen (und damit auch das Erbrechen zum Erliegen brachten), waren morphinhalte Mittel.

Diese ganze Medikation schränkte mich leider sehr stark ein und zusätzlich war ich mittlerweile auch nicht mehr von der Kompetenz der Ärzte überzeugt, sodass ich aufhörte, mich in stationäre Behandlung zu begeben, wenn ich wieder erbrechen musste.

So blieb ich dann jahrelang bei jedem Erbrechen zuhause, stand die 12-14 Stunden Schmerzen und Erbrechen (teilweise blutig) durch und kurierte mich selber aus. Seltsamerweise endete es immer sehr abrupt nach o.g. Zeitdauer und einem heftigen Erbrechen zum "Abschluß".

Folgen dieses exzessiven Erbrechens war ein Zwerchfellbruch. Dieser wurde dann operiert und ich hatte große Hoffnung, mein Leiden endlich los zu sein, jedoch kam es wieder. Dies führte dann auch zum 2. Zwerchfellbruch, der dann auch operiert wurde.

Im Laufe der Jahre versuchte ich natürlich vieles: Ernährungsumstellung, Lebensgewohnheiten, Akupunktur etc.

Leider führte nichts davon zum Erfolg. Irgendwann vor ein paar Jahren wurden dann noch Divertikel diagnostiziert.

Im Laufe der ganzen Jahre nahm ich Omeprazol als Medikation gegen das Sodbrennen, welches mich seit Anfang an begleitete.

Mittlerweile habe ich jeden Morgen Schmerzen, beginnend ca. um 4 Uhr. Ich winde mich dann auf dem Sofa, was evtl hilft sind heisse Tee´s und heisse Duschen/ Bäder. Oder es entkrampft sich von alleine und ich kann meinen Tag beginnen. Daß das alles sehr niederschmetternd und belastend ist, muss ich sicher nicht erklären. Immerhin gehen bis zu 3 Stunden am Anfang des Tages dafür drauf, daß ich mich wieder gut fühle und arbeiten gehen kann.

Aktuell habe ich einen Arzt gefunden, der einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat. Ich habe eine Stuhluntersuchung gemacht (kostenpflichtig, da die Krankenkassen nur einen Basis-Test bezahlen) und dabei stellte sich heraus, daß ich Fäulnisbaktieren im Darm habe und davon auch nicht gerade wenig.

Ich begann auf sein Anraten hin danach mit einer Darmkur in 3 Phasen, beginnend mit MYRRHINIL-INTEST für 4 Wochen, danach Colon-Clean für 4 Wochen (befinden mich aktuell in dieser Phase) und danach eine Baktieren-Neubesiedlung.

Phase 1 war sehr problematisch, meine Bauchschmerzen haben sich sehr verstärkt in der Zeit.

Phase 2 ging wieder viel besser, jedoch immer noch einige Schmerz- und Krampfmomente.

Momentan bin ich aber auf einer Dienstreise, wo ich auf dem ersten Flug schon Erbrechen bekam (evtl wegen dem Luftdruck) und meinen Anschlußflug verpasst habe, da ich wieder 13 Stunden ausser Gefecht war. Seit Sonntag quäle ich mich mit immer wiederkehrenden Schmerzen und Übelkeit, kann kaum was essen oder trinken. Ich muss dazu sagen, auf Dienstreisen hat es mich schon oft erwischt und das an den unmöglichsten Orten.

Ich verliere aktuell die Kraft, mein Leben so zu leben. Ich weiss nicht mehr weiter....

Hat einer evtl Tipps oder Erfahrungswerte, die mich wieder ein wenig aufbauen?

Evtl Erfahrungen mit einer Darmsanierung und wie lange sowas dauert?

Vielen Dank für Eure Antworten :-)

c0mplexx

Antworten
k%leineryeli


Wenn du dich ständig erbrechen musst, verstehe ich nicht, wie bei den Magenspiegelungen "nichts" heraus kommen konnte. Wenn du Magenbluten hast, dann hätte man das doch gesehen und dann schickt einen kein normaler Arzt heim.

USlSceNr)a


Bauchspeicheldrüse mal untersucht worden?

cK0mplfe-xx


@ kleinereli

Was halt bei den Magenspiegelungen gesehen wurde, daß mein Magen sehr gereizt und entzündete war am oberen Mageneingang. Aber woher das kam, wusste keiner. Und das blutige Erbrechen hört ja dann auch schlagartig auf nach 12-14 Stunden, so hatten die Ärzte mich dann auch entlassen. Es konnte sich halt keiner erklären.

@ Ulcera

Im Rahmen von Blutuntersuchungen sowie Sichtprüfung bei Magenspiegelung. Dabei war nichts auffällig.

teatuxa


Ich verliere aktuell die Kraft, mein Leben so zu leben. Ich weiss nicht mehr weiter....

Leider habe ich überhaupt keine Tipp, woran sowetwas liegen kann oder wie man behandlungsmäßig weiter kommen kann, aber ich wollte dir sagen, dass ich verstehen kannst, dass du verweifelt bist :°_

Das klingt schlimm, was du da durchgemacht hast. :°( Das tut mir leid für dich – 16 Jahre lang unter so etwas zu leiden und keine Ursache wird gefunden :-o

Ich würde alles, was an Diagnostik noch nicht gemacht ist, anleiern ...evtl auch alternative Medizin in Betracht ziehen und ich hoffe, dass du etwas findest, was dir hilft!

LG, Tatua

U-lc`er4a


Was halt bei den Magenspiegelungen gesehen wurde, daß mein Magen sehr gereizt und entzündete war am oberen Mageneingang.

Also ich kann dir von mir sagen, dass ich auch gut 15 Jahre Magenkrank bin. Meine Magenklappe schliesst nicht perfekt und ich habe eine Refluxerkrankung, je nach Menge im Magen, vorallem bei zu viel Flüssigkeit, kommt durch den Reflux bedingt auch schon mal der Mageninhalt auf den Tisch. Und aus meinem Nick zu schliessen habe ich ganz gerne mal Geschwüre. Ok, mich schränkt das jetzt nicht soooo massiv ein, mir ist auch nicht schlecht und Blut habe ich auch noch nie erbrochen. Einzig die Schmerzen in der Speiseröhre, die natürlich durch den Reflux angegriffen ist, sind teilweise sehr unangenehm. Eine Erklärung habe ich dafür aber auch nicht, muss dazu sagen, hab ich auch nie nach gefragt. Vielleicht frage ich nächste Woche mal den Gastrologen, wenn ich zur Magenspiegelung muss.

Dir soweit alles Gute. Leider habe ich keinen anderen Tip für dich.

U=lce^rxa


Helicobactor poleri ist wohl doch schon ausgeschlossen?

G]rni|ttrli


Wow ich bin wirklich schockiert über deine Geschichte, was für eine Quälerrei.

Nun ich fange jetzt mal ganz klein mit den Fragen an.

1. Erkennst du irgendein Schema wann es passiert? D.h. kannst du es zeitlich so einordnen das du ungefähr weißt wann es wieder passieren könnte?

2. Sind dir Lebensmittel aufgefallen bei denen du stärker reagierst mit Krämpfen oder ähnlichen?

3. Eine etwas eklige Frage aber wie oft erbrichst du und in welchem zeitlichen Abstand?

4. Was genau heißt es wenn du sagst das es plötzlich endet? Heißt das, dass du nicht mehr erbrechen musst, die Übelkeit sowie die Schmerzen vorbei sind und du wieder normal essen kannst?

5. Wie bist du beruflich eingebunden? Hast du viel Stress, oder gibt es zeiten wo viel stress war und die Beschwerden häufiger auftraten?

So das war es denn erstmal :)

V@odkxa


Hatte letztens ungefähr das gleiche Problem aber bei mir was das Magenschleimhautentzündung.

V*odka


war*

Cvhris,toph


@ c0mplexx

Im Laufe der Jahre versuchte ich natürlich vieles: Ernährungsumstellung, Lebensgewohnheiten, Akupunktur etc

Wie sieht deine Ernährung genau aus? Gibt es Lebensmitte, bei denen Du stärker Erbrechen must und gibt es Lebensmittel, die Du besser verträgst?

M[aylkfasteMn


Ist dein Gehirn schonmal untersucht worden? – Diese Frage klingt böse, aber meine Vermutung rührt aus folgendem Gedankengang:

Morphinhaltige Mittel haben gewirkt. Morphin fördert eine gewisse Schläfrigkeit, es hemmt die Affekte, es fördert auch Depressionen, was bedeutet, dass es sich auch auf die Verarbeitung des Serotonins und Dopamins auswirkt. Serotonin und Dopamin sind die wesentlichsten Stoffe, die das Brechzentrums des Hirns reizen und genau den Brechreiz anregen. Vielleicht befindet sich in genau dem System ein Fehler!?

Nur eine Idee.

MLaltkastxen


Allerdings... wenn in deiner Stuhlprobe Bakterien gefunden wurden, die nicht in die normale Verdauung gehören, dann könnten auch die dem Brechzentrum des Gehirns permanent signalisieren, dass es sich zu übergeben habe. Vielleicht hast du einen seltenen Pilz oder deine körpereigenen Stoffe werden falsch produziert oder sind in ihrer Zusammensetzung destruktiv...

Wieso gibt es keine Ärzte, die viel Zeit haben, viel Geld verdienen und die an sowas "Spaß" haben und solche Rätsel gerne lösen... Eine Utopie.

c^0mEplexxx


Vielen Dank für Euren zahlreichen Antworten und auch den guten Zusprüchen :-)

@ Ulcera

Helicobacter pylori wurde einmal diagnostiziert (ganz zu Beginn, vor ca 14 Jahren) und es wurde mehrfach eine Eradikation durchgeführt. Die erste auf die Diagnose hin, die anderen prophylaktisch in den Folgejahren. Zwischendurch wurde auch darauf getestet, jedoch nie wieder positiv.

Vielen Dank auch für die Nachfrage bei Deinem Arzt :)

@ Grittli

zu 1.

Ein zeitliches Schema konnte ich leider nicht feststellen. Manchmal habe ich 6 Monate kein Erbrechen (aber trotzdem die Schmerzen morgens), zeitweise hatte ich es alle 2 Wochen. Mir ist evtl ein leichter Zusammenhang sichtbar bei starken körperlichen Anstrengungen, so konnte ich mir zumindest die Beschwerden, die ich letztes Jahr beim Wohnungsumzug hatte, erklären. Hingegen waren bei anderen Erbrechens-Anfällen keine körperliche Anstrengung vorangegangen, sodaß man es nicht unbedingt darauf münzen kann.

zu 2.

In dieser Richtung nichts auffälliges...höchstens Alkohol, den ich aber seit vielen Jahren nicht mehr trinke (auch nie viel getrunken habe)

zu 3.

wenn die Beschwerden beginnen und das erste Erbrechen einsetzt, dann erbreche ich ca. alle 45 min. Im weiteren Verlauf (nach ca. 5-6 Stunden) ist das dann auf dem Höhepunkt angekommen bei Erbrechen alle 10-15 min. Das geht dann so weiter bis zum Ende nach ca. 12-14 Stunden.

Natürlich hat das häufige Erbrechen auch Begleiterscheinungen wie starke Schweissausbrüche über Stunden hinweg, Schwindel und Kreislaufprobleme sowie generelle Verwirrtheit/ Koordinationsprobleme.

Die Schmerzen passen sich an die Atmung an, d.h. bei jedem Mal Aus-/Einatmen krampft sich der Magen und Darm zusammen.

zu 4.

Ja auf einmal ist alles wie weggeblasen nach dem letzten Erbrechen (was zum Ende hin auch einen hohen Anteil an geronnenem Blut aufweist). Direkt essen kann ich zwar nicht, aber die Atmung ist normal, die Krämpfe weg und es geht auch vom allgemeinen geistigen Zustand viel besser. Natürlich habe ich an dem Punkt sehr starkes Sodbrennen, jedoch bekomme ich das dann mit den üblichen Mitteln in den Griff und am nächsten Tag gehts wieder einigermassen (bis auf die Abgeschlagenheit und starkes Kopfweh).

zu 5.

ich arbeite im High-End IT Bereich in der Problemlösung, die an zeitliche Vorgaben geknüpft ist. Desweiteren bin ich wegen Seminaren häufiger unterwegs, auch im Ausland. Zusätzlich muss ich regelmässig IT-Zertifikate erwerben, die an Prüfungen gekoppelt sind.

Das hört sich zwar erstmal stressig an (u.a. wegen Zeitvorgaben und den Reisen), aber ich bin gut in meinem Job und er macht mir sehr viel Spaß. Deswegen empfinde ich das nicht als Stress allgemein. Natürlich ärgert man sich, wenn man grad zu unpassenden Momenten (wie momentan mit einer schwangeren Frau zuhaus) ins Ausland muss, aber als Stress würde ich es nicht empfinden.

Viele Ärzte haben mich schon nach dem Stressfaktor gefragt und haben öfter meinen Job als Krankheitsursache gedeutet. Deswegen auch die durchgeführte psychologische Therapie, die empfohlen wurde.

Aber wie gesagt, Stress ist mir eigentlich keiner bewusst.

@ vodka

So war auch öfter die Diagnose bei meinen Krankenhausaufenthalten, aber die Ursache konnte nie gefunden werden.

@ Christoph

bisher ist mir nichts aufgefallen. Egal ob scharf, Milchprodukte, Gluten, ballaststoffreich...alles wurde mal mehr oder weniger gut vertragen. Ich bin mir durch diese wechselhaften Ergebnisse auch nicht unbedingt sicher, daß es von der Ernährung kommt.

Mittlerweile ernähre ich mich sehr gesund (kein Fastfood, viel Gemüse, wenig fette Saucen, keine Fertiggerichte etc.), meine Frau unterstüzt mich super dabei. Einzig Alkohol, den ich aber seit vielen Jahren nicht trinke, würde ich nicht so ganz trauen.

c70mpl9exxx


@ Malkasten

nein, am Gehirn wurde bisher nie was untersucht. Soweit ich Dopamin bzw Serotonin kenne, sind das Glücksbotenstoffe. Ich müsste zumindest ein verändertes Empfinden aufweisen, wenn dort etwas gestört wäre. So zumindest meine Deutung. Aber ich werde mal einen Arzt hierzu befragen, habe schon öfter die Erfahrung gemacht, dass man die Docs manchmal auf eine Sache deuten muss, bevor sie reagieren.

Das wäre eine Traumvorstellung, so einen Arzt zu finden, wie Du ihn beschreibst. Wobei ich sicherlich positiv überrascht war, als der letzte Arzt das mit der Stuhluntersuchung angegangen ist und dabei auch wirklich was gefunden wurde. Dieser Arzt hat sich zumindest Gedanken gemacht.

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