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Mein Leben in der Omeprazol-/ Pantoprazol-Hölle

AUufDer6ArTbeixt hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

fangen wir mal grob an... Mai 2010 eine Magenspiegelung wegen Verdacht auf Helio Bactor (starker Mundgeruch). Der Verdacht hat sich nicht bestätigt, dafür wurde aber eine leichte Speiseröhrenentzündung festgestellt.

Die Frage ob ich Sodbrennen habe, hat mir niemand gestellt... ich bekam sofort Pantoprazol 40mg täglich verschrieben.

Eine Woche später... ich bemerke immer öfter ein Brennen im Darm. Hausarzt interessiert das nicht.

3 Monate später: Die Durchfälle werden immer schneller... diese Woche war ganz furchtbar, starker Durchfall und Bauchschmerzen. Stuhl wird untersucht, aber es wird kein Grund gefunden. Vielleicht das Pantoprazol? Ich setze es auf ärztliche Anweisung von heute auf morgen ab. Ich bekomme ziemliches Sodbrennen, soll aber bald wieder weggehen sagt der Arzt.

3 Tage später: Gegen mittag bekomme ich starke Brustschmerzen, Kreislaufprobleme... Notarzt -> Krankenhaus. Es wird nicht viel gefunden... ich werde wieder entlassen. Hausarzt vermutet das es eine Magendarmgrippe vorher war und ich einfach noch ausgelaugt war.

Eine Woche zuhause... es wird nicht besser und nicht schlechter... langsam bekomme ich von den ganzen Kreislaufprobleme Angst.

Ich breche wieder zusammen -> wieder Krankenhaus. Diesmal wird eine Magenspiegelung gemacht und siehe da: mein ganzer Magen ist entzündet. Ich bekomme wieder Pantorazol. Wegen der Beschwerden werden Gallensteine vermutet und per Ultraschall auch bestätigt. Gallenkolliken habe ich aber keine.

Wieder entlassen, es wird immer schlimmer... bekomme Betablocker gegen die Angst und den erhöhten Puls. Schlussendlich wird entschieden das es von der Galle kommt, also wird die Gallenblase entfernt. OP verläuft gut, Magenentzündung immer noch da... bekomme weiter Pantoprazol. Beschwerden bleiben unverändert.

Nach mehreren Ärzten (2te, 3te... Meinung) die mir alle was anderes sagen versuche ich vom Pantoprazol weg zu kommen... ausschleichen... was mir Anfang Dezember auch gelingt... es geht mir jeden Tag deutlich besser. Dann bekomme ich leider ein Vorhofflimmern (das hatte ich 2004 schon einmal) was im Krankenhaus behandelt wird. Ich soll Aspirin zur Blutverdünnung nehmen und "oh wunder" Omeprazol... 40mg am Tag damit das Aspirin nix anstellt. Ich nehme es brav, ist ja ein ganz harmloses Medikament....

Und alles wird wieder schlechter... ich bekomme wieder Angst / Panikattaken, leide unter massiver Müdigkeit. Aber nach meinem Hausarzt kann das ja niemals am Omeprazol liegen. Und dann versuche ich das Omeprazol auszuschleichen nachdem ich kein Aspirin mehr brauche... tierrisches Sodbrennen ist die Folge. Versuche mit Bulrich-Salz gegenzusteuern, hab aber wohl zu lange gewartet. Versuche mit Heilerde gegenzusteuern... aber ist wohl schon zu spät, mein Magen ist wieder gründlich entzündet. Also nehme ich wieder Omeprazol 40mg... und wieder wird es schlimmer.

Mein Plan: Omeprazol noch eine Woche voll nehmen, damit der Magen ausheilt und dann langsam runterfahren, unterstützend mit Heilerde und anderen Sodbrenn-Stoppern. Ich habe inzwischen meinen alten Hausarzt (wo ich 10 Jahre war, bevor ich lezttes Jahr umgezogen bin) wieder aufgesucht und er unterstützt mich... glaubt mir aber auch nicht so richtig das Omeprazol so viel Schaden anrichten kann.

Ich frage mich: auch wenn die massiven (körperlichen und psychischen) Nebenwirkungen selten sind, so stehen sie doch in den Beipackzettel. Was muss man eigentlich machen damit Ärzte das auch mal zur Kenntnis nehmen das es bei mir vielleicht wirklich so sein könnte?

Wenn man nach Omeprazol sucht, findet man Informationen darüber, das es Osteoporose auslösen kann. Prima. Trotzdem verschreiben es die Ärzte als wären es Gummibärchen. Man kanns aber auch Rezeptfrei kaufen, von daher ist die Welt sicher in Ordnung.

Was ich auch gefunden habe: Eine Veröffentlichung einer Studie im Ärtzeblatt 2009, in der man festgestellt hat, das 44% der Versuchsteilnehmer nach nur 4-wöchiger Einnahme von Omeprazol eine körperliche Abhängigkeit in Form von verstärkter Magensäurenproduktion entstanden ist... ich hab das Zeug nun 8 Monate genommen. Ich weiss nicht ob ich jemals wieder ohne leben kann...

Und das beste vom allen... warum hatte ich im Mai 2010 die Speiseröhren-Entzündung? Nun, ich hatte sehr viel Fanta getrunken, davon bekomm ich immer Sodbrennen. Ich habe mir nichts dabei gedacht, kannte auch die schlimmen Folgen wie Speiseröhrenkrebs nicht. Wenn damals der Gastroenteologe oder der Hausarzt mal mit mir über die Folgen und Ernährung gesprochen hätte... ich hätte die Fanta wieder weggelassen, alles wäre von alleine ausgeheilt und alles wäre gut. Ich war kern gesund, hatte noch nie sorgen mit meinem Magen und nie Sodbrennen, welches ich nicht deuten konnte...

Jetzt ist mein Leben im Eimer. Ich bin kaum arbeitsfähig, schleppe mich von Tag zu Tag und hoffe nur das ich irgendwann wieder land sehe. Bin in therapeutischer Behandlung.

Es leben die Wunderpillen.

Antworten
P,aul0amaPrzie


Hallo AufDerArbeit

Schau mal ins Forum "Refluxerkrankung". Da wirst Du viele Leidensgenossen finden!

Es ist sehr, sehr schwer, von den PPIs wieder wegzukommen. Ich habe genau die gleichen Probleme!

Ein Versuch: ausschleichen mit Ranitidin in immer geringeren Dosen. Dann Talcid, dann Heilerde. Bulrichsalz würde ich nicht nehmen. Zusätzlich das pflanzliche Mittel Iberogast. Außerdem wirklich auf die Ernährung achten. Also kein Fanta mehr! Keine großen Portionen, fett- und kohlehydratarme Kost. Kein Alkohol, kein Koffein, nichts Süßes, keine Obstsäfte. Also nichts mehr, was Spaß macht. Vielleicht auch mal einige Tage Zwieback und Tee. Haferschleim soll auch gut sein. Vielleicht kriegst Du es ja so hin und kannst dann irgendwann wieder normal leben! Auch noch wichtig: auf die Verdauung achten!

Gute Besserung!

PDaul&amarxie


Noch was, es dauert mindestens 1/2 Jahr bis man es geschafft hat von den PPIs wegzukommen. Also viel Geduld ist angesagt! Ich habe die Protonenpumenhemmer 8 lange Jahre genommen und ich habe jetzt – nach 1 Jahr Pause – immer noch Speiseröhrenentzündungen, die ich vorher in dem Maße nie gehabt hatte.

aCnett6iL36


bin auch betroffene *:)

ne gute bekannte hat sogar davon mehrfach einen allergieschock mit anschwellen im gesicht und luftnot bekommen. sie nahm es unregelmäßig und eh man das rausbekam. es mußte sogar der rettungshubschrauber kommen.

ich hatte mal das medi ohne zuzahlung, davon hatte ich ein viertel jahr durchfall. die anderen gehen bei mir. das hilft dir zwar alles jetzt nicht weiter, aber ich wünsche dir von ganzem herzen, dass du ohne große nebenwirkungen davon weg kommst. viel schlimmer kann es ja nicht werden.

verstehe die ärzte auch teilweise nicht, oftmals bringt man ja als patient die diagnose schon mit und wird erstmal belächelt :=o

Lgill8yxB


Ich vertrage auch kein Omeprazol. Ich bekomme Bauchschmerzen u. allgemeines Unwohlsein davon. Die Ärzte hören das aber merkwürdigerweise nicht gerne. Vielleicht weil die meisten Menschen es gut vertragen.

Ich nehme nun Ranitidin und muß das auch weiternehmen weil ich einen Zwerchfellbruch habe. Es ist aber für mich viel besser verträglich.

Ich sage den Ärzten auch das ich kein Omep vertrage. Punkt aus. Ich lasse mich da auch nicht überreden.

Frag doch einfach mal ob man Dir nicht Ranitidin verordnen kann, einen Versuch ist es doch wohl wert. Denn Dein Magen u. Deine Speiseröhre muß ja schließlich auch wieder heilen.

Pxaula&maJrixe


LillyB

wie lange nimmst Du Ranitidin schon und in welcher Dosierung. Ich habe auch einen Zwerchfellbruch und sollte eigentlich dauerhaft Protonenpumpenhemmer einnehmen, was ich auch nicht mache. Kommst Du mit Ranitidin klar?

A_ufDewrArbdelixt


Ranitidin hat mir mein alter Hausarzt auch schon verschrieben. Ich hatte auch versucht, allerdings ist die Wirkung doch deutlich schwächer als die vom Omeprazol und die Magenentzündung war doch deutlich fortgeschritten. Da meine Magenentzündung allerdings (fast) weg ist wollte ich eh bald anfangen die Omeprazol zu reduzieren... vielleicht steige ich dann direkt auf Rantidin um, in der Hoffnung das Rantidin dann einfacher ausschleichen zu können.

A$ufkDer=Arbeixt


So... inzwischen Tag 19 ohne Omeprazol. Hab es noch ein bischen herausgezögert, da ich zwischenzeitlich auch nochmal ne schöne Grippe hatte.

Es geht mir soweit ganz gut. Ich nehme abends um 18:00 Uhr das Ranitidin und das hält dann meistens bis 12:00 Uhr am nächsten Tag. Dann habe ich die ersten zwei Wochen immer Sodbrennen bekommen, was ich mit Heilerde und/oder Maloxan bekämpfe. Inzwischen hab ich auch Talcid, darauf werde ich im Bedarfsfall umschwenken. Wenn ich früh genug reagieren kann, nehm ich lieber Heilerde, aber Maloxan und Talcid sind halt richtige Feuerlöscher (z.b. wenn ich unterwegs bin). Ansonsten vorsicht ernähren und viel Kamillentee trinken.

Hatte aber auch jetzt die ersten 3 Tage ohne Sodbrennen. Es wird also (langsam) besser. Mein Magen ist allerdings immer noch super empfindlich... ein halbes Glas Cola-Light hat mit am Samstag 3 Stunden Spaß bescherrt...das dauert also noch...

Ansonsten habe ich das Gefühl das ich noch müder bin als mit dem Omeprazol... zum Glück ist das Ranitidin aber nur eine Übergangslösung... ich soll es ja gut und komplikationslos ausschleichen können. Ohne das Ranitidin hätte ich vermutlich längst wieder Omeprazol nehmen müssen.

Der Kampf geht weiter *g*

E>n}tlxe


Hallo,

wo bekommt man Heilerde? Ist das dasselbe wie Basenpulver? Ich hab Basenpulver von einer Heilpraktikerin gekriegt, bringt aber nicht viel

Ich hab genau das gleiche Problem, 2 Jahre Omeprazol (Nebenwirkungen vor allem Muskelschwäche und Belastungsintoleranz) und versuche schon seit einem halben jahr erfolglos wegzukommen, einen Tag geht noch, dann ist das Brennen die Hölle

Magenspiegelung vor 2 Jahren zeigte eine axiale Hernie, Magenspiegelung vor einem Jahr: keine Hernie feststellbar ??? ??? ???

Also was jetzt?

Werde in 3 Wochen nochmal eine machen lassen und hoffe dann auf Ranitidin umsteigen zu können.

Grüßle

Entle

A*uf^DeroArbSeixt


Ich hab mir die Heilerde aus einem Drogeriemarkt besorgt... gibts dort als Kapseln (praktisch, schmeckt nicht so schlimm) und als Pulver. In der Apotheke hatte ich vorher keinen Erfolg (vermutlich wäre es eh teurer geworden).

Ich muss halt nur aufpassen weil ich noch andere Medikamente nehme, das ich den 2-Stunden-Einnahme-Abstand von Heilerde zu Medikamenten einhalte.

Die ersten Tage war trotz Ranitidin im Magen die Hölle los... aber inzwischen gehts wieder... sobald sich das noch weiter eingespielt hat und ich wieder ohne Sodbrennen lebe, fang ich auch an das Ranitidin zu reduzieren... aber ich denke frühstens in 4 Wochen.

A!bbyliWcioxus


wow ich habe noch nie gehört, dass jemand solche Probleme davon bekommt ":/ ich nehme Omeprazol total gerne, weils mir nach 3 Tabletten meist wieder total super geht, habe oft die Schleimhaut im Magen entzündet. Sorry wenn ich das jetzt frage, aber ist es nicht ohnehin generell eher...ungesund solche Medikamente 3 Monate und länger zu nehmen? :-o ich hatte auch mal eine sehr schlimme Entzündung mit angehendem Geschwür und mehr als 2 Wochen durfte ich die Tabletten auf keinen Fall nehmen

Ich wünsche dir auf jeden Fall gute Besserung :)*

AKufDerACrbe}ixt


Sorry wenn ich das jetzt frage, aber ist es nicht ohnehin generell eher...ungesund solche Medikamente 3 Monate und länger zu nehmen? :-o

Sehe ich heute zumindest so. Damals hat mein Hausarzt kein Problem damit gehabt mir die in recht hoher Dosis für längere Zeit zu verschreiben. Ich denke für einige Tage ist das Medikament durchaus ok... bei mir finden die Probleme auch erst nach ein paar Wochen an. Der Gastroenteologe hat mich später auch sofort umgestellt auf Bedarfsmedikation... und die im Krankenhaus haben mich später wegen Aspirin auf Dauermedikamention umgestellt... und jetzt habe ich den Salat.

Schlimm ist nur, das die meisten Ärzte gar nicht mehr die Zeit haben ihren Patienten zuzuhören. Und gehört man dann zu den "Seltenen" Nebenwirkungsopfern, wird einem schnell nicht geglaubt. Bei mir schwanken die Ärzte eh immer hin zu psychischen Ursachen. Das mir die Tabletten vielleicht in einer Belastungssituation den Rest gegeben haben, also auch ursächlich am Zusammenbruch beteiligt (nicht Schuld) sind... das will man nicht eingestehen. Dann müßte man den Fehler bei der Behandlung ja auch eingestehen, und welcher Arzt tut das schon gerne?

EKntle


....dem kann ich nur zustimmen.

Ich frage mich mittlerweile auch schon die ganze Zeit, ob es damals vor 2 Jahren, als ich das erste mal die Entzündung hatte, nicht gereicht hätte, 3 Wochen lang die PPi zu nehmen und dann wieder abzusetzen und erst dann wieder einzusetzen, wenn es wieder akut ist.

Aber da war mein Gastro gleich fertig: 40 mg Omeprazol ein Leben lang (wobei ich die eingemächtig nach einem halben Jahr auf 20 mg gesenkt hab, aber weniger geht halt leider nicht), kein Wort von wegen Ernährungsumstellung usw.; es kamen dann noch so Sprüche: "und wenn´s halt mal nach einer durchzechten Nacht trotz der 40 mg schlimmer ist, dann nehmen Sie halt noch eine zweite :(v

Was ich nur nicht verstehe: angeblich verursacht ja eine Gleithernie oft gar keine Beschwerden siehe:

[[http://www.onmeda.de/krankheiten/hiatushernie-symptome-3135-5.html]]

Warum heisst es dann, dass man dann trotzdem, wenn es dadurch zu einer Entzündung gekommen ist, lebenslang PPI nehmen (oder operieren) muss? Zumindest, wenn die Hernie nicht so gross ist, müsste man doch meinen, dass nach Abklingen der Entzündung erst dann wieder eine Medikation notwendig ist, wenn es irgendwann wieder einmal zu einer Entzündung gekommen ist?

Oder wird da schon die Abhängigkeit vonden PPI eingeplant ??? ??? ???

Praula<marixe


Entle

Auch mir wurde gesagt, daß eine Gleithernie oft gar keine Probleme macht. Ist eben verschieden. Ein befreundeter Arzt hat mich übrigens auch vor den PPIs gewarnt (O-Ton: durchzechte Nacht und dann einfach MS-Blocker einwerfen. Kein Verständnis).

Übrigens, noch vor 5 Jahren haben die Gastroenterologen gesagt: Langzeiteinnahme PPIs. Jetzt heißt es: nur noch auf "on demand"-Basis, aber, daß man nicht mehr wegkommt, sagen sie nur auf Nachfrage. Halt also weiter durch, und laß regelmäßig eine Magenspiegelung machen, daß nicht wirklich Schlimmeres nachkommt.

E^ntle


Paulamarie und alle anderen Abhängigen...

ja, wenn´s sie es nur zugeben würden! Bisher haben fast alle mit Unverständnis reagiert, wenn ich gemeint hab, dass ich nicht davon wegkomme. Hab schon angefangen, an mir selbst zu zweifeln ob ich nicht überempflindlich bin. Daher bin ich sehr froh, durch dieses Forum zu erfahren, dass es nicht nur mir so geht!!!!!!

Entle

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