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Erfahrungsbericht Darmspiegelung (Koloskopie)

V6ikolett#a333 hat die Diskussion gestartet


...oder: Mein persönlicher "Rektalkarneval" an Schwerdonnerstag. ]:D

Ich hatte gestern meine erste Darmspiegelung (unter Propofol Kurznarkose) und nachdem ich selbst riesige Angst davor hatte, möchte ich einen kleinen Erfahrungsbericht veröffentlichen, um anderen Angsthasen Mut zu machen. Denn es ist wirklich nicht dramatisch.

Zum Abführen habe ich das Pulver Klean-Prep mit Vanillearoma bekommen, das ich in 4 Liter Wasser auflösen musste. Ich hatte darüber anfangs schon ziemlich viele Horrorgeschichten gelesen; unter anderem, dass man es wegen des furchtbaren Geschmacks angeblich kaum runterschlucken könne. Ich bin grundsätzlich nicht unempfindlich, was so etwas betrifft und befürchtete das Schlimmste. Aber dem war nicht so. Da ich meine Spiegelung um 16 Uhr nachmittags hatte, musste ich erst am gleichen Tag mit dem Abführen beginnen. Das empfand ich als angenehm, da ich so den Rahmen von einem einzigen Tag hatte, den ich quasi danach für mich persönlich einfach aus dem Kalender streichen kann. ;-D Die gesamten 4 Liter Klean-Prep habe ich also um 7.30 Uhr angemischt, in Flaschen gefüllt und in den Kühlschrank gestellt – diesen Tipp hatte ich aus dem Internet und er war Gold wert, da es sich in gekühltem Zustand viel besser trinken lässt. Dazu habe ich mir eine Kanne starken Früchtetee gekocht und hatte davon immer ein Tässchen griffbereit. Um 8 Uhr habe ich dann damit begonnen, die Lösung zu trinken und dabei immer probiert, möglichst ein 0,3 Liter-Glas ohne Abzusetzen leer zu trinken. Danach nahm ich immer sofort einen guten Schluck Tee und ließ erst dann die Nase wieder los. So war es gut auszuhalten, auch wenn etwas von dem salzigen Grundgeschmack beim Trinken natürlich durchkam. Im Endeffekt ist es alles eine Frage der Selbstdisziplin und ich habe mir einfach selbst einen kleinen Wettkampf auferlegt, mit dem ich es in 3 Stunden und 20 Minuten geschafft habe, die 4 Liter Klean-Prep und 1,5 Liter Tee zu trinken. An meine Grenzen stieß ich daher weniger wegen des Geschmacks, sondern eher wegen der großen Menge an Flüssigkeit, auf deren Aufnahme der Magen irgendwann einfach keine Lust mehr hat.

Ca. 30 Minuten nach Beginn des Trinkens trieb es mich schon zur Toilette, die für die nächsten Stunden meine Heimat sein sollte. Kleiner Vorbereitungstipp hierfür: Weiches UND feuchtes Toilettenpapier bereithalten und vielleicht eine Dose beruhigende Fettcreme. Euer Po wird es euch danken. ;-) Und bleibt einfach sitzen, irgendwann lohnt aufstehen gar nicht mehr. Nehmt euch interessante Lektüre oder ein Smartphone/einen Laptop mit, vielleicht noch ein Radio im Bad, dann ist es auch ein wenig unterhaltsam.

Ca. eine halbe Stunde nach dem letzten Glas war dann das Gröbste gelaufen, danach musste ich nur noch wenige Male zur Toilette. Essen durfte ich natürlich nichts, was irgendwann zu einem nicht gerade kleinen Hungergefühl geführt hat. Aber da muss man eben durch...

Um 16 Uhr war ich dann, in Begleitung meines Freundes, der während der gesamten Prozedur nicht von meiner Seite gewichen ist, in der Praxis und musste noch eine ganze Stunde warten, bis ich endlich dran war. Die Arzthelferin schickte mich in eine kleine Umkleidekabine und gab mir ein hübsches Höschen mit "Klappe am Po", das ich anziehen durfte. Zu diesem Zeitpunkt war ich komplett fertig mit den Nerven und auf jegliches Horrorszenario eingestellt, als internetaffiner Mensch hatte mich Doktor Google natürlich vorher schon über die Maßen verunsichert... Und so begann ich auf der Behandlungsliege zu Weinen wie ein Schlosshund. Der Arzt brachte mir eine Decke und sagte, ich solle mich schön einmummeln und auch die Helferin erklärte mir ganz genau, was jetzt passiere und dass ich keine Angst haben müsse. Von meiner Reaktion scheinbar etwas irritiert erklärte mir der Arzt auch noch, dass er die Behandlung nur mache, wenn ich das wirklich wolle und dass wir hier auch noch abbrechen könnten. Aber ich versuchte tapfer zu sein, da ich ja auch gerne das Ergebnis wissen wollte. Er setzte mir dann einen Verweilzugang in den Arm und die Helferin schloss mich an das automatische Blutdruckmessgerät sowie an den Fingerclip zur Überwachung von Puls und Blutsauerstoff an. Vollkommen überfordert rief ich noch nach meinem Freund, während mir der Arzt beherzt das Propofol injizierte :[] , sah noch, dass er aufstand und zu mir kam, aber seine Ankunft habe ich schon nicht mehr mitbekommen. Ich schmeckte kurz etwas Seltsames im Mund und war auch schon weg. zzz Das war übrigens mein erster Komplettabschuss, auch wenn es noch keine richtige Vollnarkose war. Da diese aber auch häufig mit Propofol eingeleitet werden, sollte es vom Empfinden her wohl ähnlich sein.

Rund 45 Minuten später wachte ich im Ruheraum auf, mein Freund saß neben mir. Ich war absolut euphorisch, dass die Veranstaltung schon gelaufen war und ich tatsächlich NICHTS davon mitbekommen hatte. Also brabbelte ich munter drauf los und fragte meinen Freund gleich alles mögliche (manches auch doppelt und dreifach) und war nicht besonders erfreut, als die Arzthelferin mir die warme Decke wegzog... ich hatte schließlich so gemütlich geschlafen. %:| Dann kam auch schon der Arzt, entfernte meinen Zugang und erklärte mir meinen Befund (nämlich keinen). Er sagte noch schmunzelnd, ich hätte "einen Darm wie aus dem Lehrbuch" und dass meine Biopsieergebnisse Anfang nächster Woche da wären.

Auf dem Heimweg durfte ich dann erleben, welch kulinarischen Hochgenuss eine Banane darstellen kann. :)z :)^

Heute, einen Tag danach, zwickt der Bauch noch hier und da und es scheint sich ein kleiner Muskelkater zu entwickeln. Laut den Schilderungen meines Freundes haben sie während der Untersuchung aber auch nicht wenig auf meinem Bauch herumgedrückt, um das Koloskop zu führen und schließlich war es ja auch eine hohe Darmspiegelung, bei der sie sich sogar ein Stück des Dünndarms angesehen haben.

Ich kann also nur allen Angsthasen nur sagen, bei einem erfahrenen Arzt und mit einer Kurznarkose ist so eine Darmspiegelung ein Klacks. Und schließlich weiß man danach auch endlich, woran man ist! Man ist ja in der Regel nicht ohne Grund dort... Das ist alleine für das Kopfkino schon sehr viel wert, selbst wenn die Untersuchung ohne Befund ist.

Antworten
L?arirfari8x6


Vielen Dank für deinen langen ausführlichen Beitrag! Das ist wirklich sehr beruhigend, denn ich habe jetzt schon Angst vor einer eventuellen Darmspiegelung. Darf ich fragen, warum du eine machen musstest?

Nur das stundenlange Klositzen stell ich mir nicht so prickelnd vor, mir sind letzte Woche (hatte bisschen Durchfall) nach ner halben Stunde schon die Beine eingeschlafen %:|

VAiole2tta3x33


Ich habe die Koloskopie machen lassen, weil ich über Monate hinweg unerklärliche Bauchbeschwerden im rechten Unterbauch hatte. Die sind zwar inzwischen besser, seit ich mich laktosefrei ernähre und eine Symbioflor-Kur mache, aber noch nicht ganz weg. Immerhin hat die Darmspiegelung ergeben, dass es zumindest nichts chronisch-entzündliches ist und dass ich auch keine Engstellen im Dickdarm habe. Das beruhigt definitiv die Nerven und seitdem kann ich auch viel gelassener damit umgehen. Mein Hausarzt vermutet halt jetzt, nachdem alles andere soweit ausgeschlossen wurde, eine somatoforme Störung...

Ich drücke dir ganz fest die Daumen für deine Koloskopie, wenn du sie denn machen musst. Ist wirklich halb so wild und auch die Zeit auf der Toilette geht vorbei... :)z

zLwetschxge 1


Genau die selbe erfahrung habe ich gemacht! Vergiss alle horrorgeschichten, es ist nichts, gar nichts, wenn man das ganze unter kurznarkkose machen lässt! Ich habe null mitbekommen! Danach fühlt man sich sehr aufgebläht, weil der darm mit luft während der spiegelung gefüllt wird! Da hat Lefax tabletten mich super geholfen! 2 tabletten so schnell wie möglich gut zerkauen, und weg sind die blähungen ;-)

Das abführen ist auch nicht schlimm, gut meins schmeckte wie die nordsee mit citrone, aber es lässt sich trinken! Eiskalt und mit ein strohhalm geht es am besten, da verteiligt sich den geschmack nicht im mund, wenn man schnell runter schluckt ;-) dazwischen Apfelsaft oder früchtetee.

Schnell nach jedes Glas ein Bon-bon lutschen, das darf man, aber nicht kauen ;-)

Kann jeden wirklich abraten alle horrorgeschichten zu glauben! Gut, die menschen die meinen das die es ohne narkose schaffen, haben dann selber ein bisschen schuld, wenn es nicht gerade wie kindergeburtstag ist ;-)

Mit narkose ist es weniger schlimm als ein Zahnarztbesuch ;-)

Sochnecehexae


Ich glaube jeder, der eine Darmspiegelung zum ersten mal machen lassen muss hat Angst davor, weil man nicht weiß was genau auf einen zu kommt ging mir auch so.. Deshalb ist dein ausführlicher Erfahrungsbericht sicher gut. :)=

fLun\krocHkg[oxd


Kann ich nur zustimmen. Die Spiegelung ist heutzutage trotz Kurznarkose immer noch recht "unangenehm", aber mehr eben auch nicht. Das Abführen ist nervig, und danach kann man etwas Bauchschmerzen haben, aber im Endeffekt sollte man manche Horrorgeschichten aus dem Internet nicht zu ernst nehmen.

lyischxens


kann mich nur anschließen...bin vor jeder spiegelung etwas sehr zappelig und hatte schon einige (morbus chron). morgen gastro und am mo coloskopie. hab was neues zum abführen bekommen...picoprep..kennt das jemand?

T'raumza?ubergbxaum


HAllo lischens! Mein Freund hatte picoprep auch! Das ist wohl sehr angenehm zu trinken! Zwei Gläser , sonst nur Wasser! Und es schmeckt wohl ! Alles gute

lAiscXhenxs


hallo traumzauberbaum,

hab endlich meinen untersuchungs marathon vorbei. muss sagen picoprep hat es um einiges erleichtert. kann es nur jedem empfehlen und der darm war super sauber!!! so jz wird noch auf den befund gewartet und dann wird hoffentlich alles gut :-) schönen tag allerseits!

PHBTKO550x0


:)^ Ich hole mal den Beitrag nach oben für alle die sowas auch noch vor sich haben.

Diesmal habe ich bewusst nicht Google gefragt. Mir war irgendwie klar das ich den Tag vergessen kann und es nicht gerade schön werden wird. So war jedenfalls mein denken. Die Wahrheit sah ganz anders aus.

Das schlimmste war eigentlich die 4Liter Lösung in 4 Stunden zu trinken. Ich war auch noch so doof und habe mir das "lauwarm" frisch angemischt. Hätte ich das mal eher gemacht und kalt gestellt, plus Strohhalm zum trinken, wäre es angenehmer gewesen.

Wenn man morgens aufsteht hat man ja schon ziemlich durst. Da waren die ersten 2 Liter kein Problem, der 3 Liter war schwierig, der 4 Liter ein Kampf... den ich verloren habe. Beim letzten Glas wurde ich zu übermütig, also ex weg gekippt und relativ schnell gemerkt- das lässt du dir besser noch einmal durch den Kopf geben.

Abführen war auch nicht so schlimm. Ich musste nicht "rennen". Je nach Lösung hat man wohl mal mehr, mal weniger Zeit zum "reagieren". Feuchtes Toilettenpapier und Fettcreme WÄREN eine schöne Idee gewesen. Ganz ehrlich, macht es... kauft es... legt es bereit. Ihr werdet es Euch danken.

Ich konnte auch ziemlich entspannt zur Praxis fahren. Hatte da bedenken wegen dem Abführen. Naja, ich will es nicht spannender machen als es ist, eigentlich war es genauso wie bei Violetta. Nur ohne Slip, sondern mit Handtüchern. Also untenraum frei machen, mit Handtuch auf die Liege... auf den Doc warten und dann gab es eine schöne Lösung Propofol in den Arm.

Ich schmeckte auch was komisches, dauerte keine 5 Sekunden, dann drehte sich alles und gefühlte 10 Sekunden später wachte ich wieder auf. Ich fragte dann die Ärztin ob sie noch mal was spritzen müsste. Dabei war die ganze Sache schon gelaufen. Irgendwie machte mich das, der angenehme Schlaf und die nachwehen vom Propofol ziemlich happy. Von der ganzen Untersuchung habe ich rein gar nix gemerkt, hatte danach auch keinerlei Schmerzen. Ich könnte fast meinen: die haben mich da 30min schlummern lassen.

Im Aufwachraum konnte ich dann ohne Propofol nicht weiterschlafen. Musste also nur warten bis die kleine benommenheit abgeflaut war. Kein Wunder das Michael Jackson danach süchtig war... das zeug ist schon relativ nice. Ich durfte dann nach meinem negativen Befund auch direkt nach Hause gehen. Die Benommenheit war dann auch nach etwa 2 Stunden komplett weg (leider auch die Euphorie) und alles war wieder normal.

Bin ganz normal Kasse versichert und musste nix dazu zahlen. Jeden der also zur Darmspiegelung gehen muss wegen akuter Probleme oder zur Vorsorge, muss wegen der Untersuchung keine Angst haben. Ihr werden die schönsten 30min schlaf die man haben kann.

Also nehmt Euch einen Tag frei, legt den Termin auf Mittag/Nachmittag und ihr habt gewissheit ob alles schick ist im Darm.

T+azzi


:-) Ich könnte es nicht besser schreiben!

Besonders lachen musste ich das Ihr alle schreibt das man so schön schläft! Ich bin aufgewacht und habe gesagt: Spritzt mir was nach, der Traum war so schön und noch nicht zu ende :-)

Die Schwester meinte dann das das viele sagen würden, sie wären aber gleich fertig!

Was heissen soll, ich hatte noch ein bisschen Schlauch im Darm! Und ich muss sagen das ist überhaupt nicht schlimm! Es tat wirklich nicht weh!

Ich habe in 2 Wochen nochmal eine Darmspiegelung und werde ganz locker dorthin gehen! Ich habe wirklich keine Angst davor! Eher freue ich mich darauf das es endlich losgeht und ich hoffentlich danach Gewissheit habe das alles gut ist!

Danke für den Tip mit dem kaltstellen! Das werde ich auf jeden Fall machen!

Tdazxzi


Trinke grad das Zeug... Das ist echt das schlimmste an einer Darmspiegelung! :-X

LAeinövl


Propofol Kurznarkose

Ist das nicht ein wenig überzogen, das ist ja ein Narkosemittel? Ich dachte, Dormicum würde es auch schon tun.

Mit Propofol kam Michael Jackson ums Leben (wahrscheinlich hätte er es bei seinem Lebensstil aber auch mit Dormicum geschafft)

TFaz^zxi


Michael Jackson hatte aber auch ne Überdosis!

M\auseozaahn02x09


Wird man bei so einer Kurznarkose intubiert? Oder schläft man einfach so?

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