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Morbus Crohn

T&ammTi18x8 hat die Diskussion gestartet


Vor 20 Jahren, bei meiner ersten Entbindung, erlitt ich einen Dammriß IV. Grades mit 6 cm Darmriß (Zangengeburt). Nach 6 Wochen (Fistel, Nahtrevision Schließmuskeldurchtrennung, Abführmittel, Darmrohre, Astronautenkost) verließ ich auf Anraten der Schwesternschaft das Krankenhaus. Seitdem bin ich inkontinent, habe ich Morbus Crohn. 6 Jahre später hat man mir in einer Uniklinik den Schließmuskel wieder zusammengenäht. Aber die Inkontinenz blieb, wegen des ständigen Durchfalls.

Vor 5 Jahren kam ich zufällig drauf, daß Tramal mir meine ganzen Beschwerden nimmt. Meine Verdauung ist normal, kein Durchfall mehr, keine Inkontinenz.

Jetzt habe ich meine Arbeitsstelle verloren, weil dort die Betriebsärztin der Meinung ist, daß ich süchtig bin. Das kann schon sein, aber mir ist dies lieber, als Morbus Crohn mit Inkontinenz. Ich weiß mir keinen Rat. Was kann ich machen? Ich hab einfach keine Lust mehr, irgendwelche Medikamente auszuprobieren wie z.B. Azathrioprin oder so ähnlich, auf die man Herzrhythmusstörungen kriegt.

Antworten
_NBl6umex_


Hallo Tammi,

die erste Frage, die sich mir stellt: Wie wurde denn der Morbus Crohn diagnostiziert? Es liest sich so als wenn die Entbindung den Crohn hat entstehen lassen. So entsteht nämlich kein Crohn. Oder meinst du, dass der Riss schon die Folge des Crohns war?

Welche Medikamente hast du schon ausprobiert? Ich habe selber einen Morbus Crohn, nehme seit 13 Jahren Azathioprin und kenne viele andere Betroffene. Von Herzrythmusstörungen wegen Aza habe ich noch nichts gehört. Natürlich kann es aber schlimme Nebenwirkungen haben...

Zu der Kündigung wegen der Tramal-Sucht weiß ich leider nichts über die Rechtslage. Kennst du die DCCV? Du kannst dort ja mal nachfragen, die sind fit, wenns um Arbeitsrecht bei CED geht.

VG

Blume

_=BluWmxe_


Irgendwie ist es schade, wenn man helfen will und dann keine Antwort mehr bekommt...

Tvammix188


Hallo Blume,

entschuldigung, daß ich nicht eher geschrieben habe, aber mein Leben ist momentan einfach durcheinander geraten.

Wenn du den Crohn hast, dann erzähl mir doch mal bitte, wann des angefangen hat und wie sich des äußert. Mein "Crohn" hat angefangen, als ich im Krankenhaus war. Ich bekam eine Nahtrevision – also nochmal neu, dann unglaublich viele Penicillininfusionen – auf die fing mein Durchfall an, dann gab man mir noch zusätzlich Abführmittel und Astronautenkost, um den Stuhl "weich zu machen", (obwohl er es schon war). Dann bekam ich noch eine Infektion mit Fieber dazu – man hatte mich operiert, obwohl schon ständig so alle 20 Minuten Stuhl kam. Das wurde mir dann noch vorgeworfen.

Es war einfach echt der Horror. Zum Schluß war es so schlimm. daß, wenn ich nur ein bißchen was aß oder trank, es sofort reizte, daß mein Darm wieder "spuckte". entleeren kann ich nicht sagen, weil ich wirklich schon Wochen nichts mehr bei mir behalten hatte. Ich bekam dann zwar Medis. die das Dilemma stoppen sollten, aber dann kotzte ich es raus.

Ja, seitdem habe ich das und meine Meinung ist, daß da der Darm vom ewigen Durchfall und Penicillin einfach Schaden genommen hat. Ich weiß noch undeutlich, daß ein paar Male viel Blut dabei gewesen war und ich dann echt Angst bekam.

Aber zugeben tut das bestimmt kein Arzt.

_=Byluxme_


Hallo Tammi,

wurde denn wenigstens mal eine Darmspiegelung gemacht? Welche Medikamente bekommst du? Und bei welchem Arzt bist du in Behandlung? Lese ich das richtig, dass der Durchfall nach den Penicillininfusionen anfing?

Natürlich nimmt der Darm "Schaden", wenn er dauerhaft entzündet ist. Das Gewebe vernarbt auch, der Darm wird unelastischer und es kann dadurch wieder zu Komplikationen kommen. Blut ist nichts ungewöhnliches, man sollte es aber natürlich behandeln. Entsteht die Inkontinenz durch die Schließmuskelverletzung oder durch eine Entzündung im Enddarm? Hast du schon mal Einläufe gegen die Entzündung bekommen?

Bei mir fing es ganz typisch mit Gewichtsverlust, Durchfall, schlimmen Bauchschmerzen, Leistungsabfall, Schluckbeschwerden.... an. Das steigerte sich so sehr, dass ich in die Kinderklinik kam, in der meiner Mutter erst mal vorgeworfen wurde ich hätte Bulimie, das sieht man doch auf den ersten Blick. Nachdem die dann gesehen haben, dass nur noch Blut aus meinem Darm kam, hatte ich flott meine erste Darmspiegelung, bei der der Crohn diagnostiziert wurde. Ich wurde auf Medikamente eingestellt und nehme diese auch heute noch.

l enachVjen


Hab leider grad nicht so viel Zeit, will aber trotzdem kurz was sagen. Ich hab auch seit 4 Jahren die (leider feststehende) Diagnose MC und alles durch, was die Schulmedizin bietet. Aza und Co alles nix geholfen, zu stark. Jahrelang Höchstdosen an Cortison, ohne Erfolg. Seit einem halben Jahr als letzter Ausweg in homöopathischer Behandlung, extrem strenger Ernährungsplan, dafür null Medikamente & ein ganz neues Lebensgefühl! Wenn du magst, erzähl ich mal mehr. Bis dahin @:)

l/enachxjen


Missverständlich ausgedrückt: Nicht Aza und Co waren zu hart, sondern die Krankheit zu stark!

Tpam3mmi1x88


Also erst einmal: Danke Blume, daß Du mir wieder geschrieben hast.

Ja, ich hatte schon etliche Darmspiegelungen, die letzte vor 2 Jahren und da wurde wieder eine Entzündung festgestellt und der Internist sagte Morbus Crohn. 1997 War ich in Regensburg, da wurde mir der Schließmuskel wieder zusammengenäht. Bei einer Dünndarmuntersuchung sagte man mir, daß der 5x so schnell wie normal arbeitete. Warum, weiß man nicht.

Es fing wirklich an im KH wegen dem Penicillin, das man mir literweise einflößte wegen Wundheilungsstörung und der Infektion, die ich mir eingefangen hatte.

Meine Inkontinenz (ich hasse dieses Thema) passiert durch beides. Mein Schließmuskel ist natürlich vernarbt und wahrscheinlich auch nicht mehr so kräftig. Aber das ginge ja noch. Schlimm ist – das ist es. was mich verzweifeln läßt – dieser blitzartige, flüssige Stuhlabgang. Es ist nicht viel aber reicht, daß, wenn ich nicht gleich zur Toilette komme, mein A... blutet und wenn ich dann dusche – anders geht es nicht -fühlt es sich an, als würde man überall Nadeln reinstechen- Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon geheult habe deswegen.

Ich hatte noch keine Einläufe und seit 5 Jahren nehme ich nur Tramal, das wunderbar wirkt.

Hiermit ist es einfach WEG.

Vor 2 Jahren probierte ich Aza – ging nicht weg Nebenw. und ich möchte mir nicht mein Immunsystem runterfahren lassen.

Vor 2 Jahren hatte ich die Tramaleinnahme 4 Monate unterbrochen – da passierts 1x, manchmal dann stundenlang in halbstündigen Abständen, immer wieder, ich muß immer darauf gefaßt sein, dann packs ich einfach nicht mehr und ich frage mich, wieso ich das dauernd mitmache, wenn ich es doch absolut mit Tramal wegkriege – dann nehme ich sie wieder. Wieso nicht?

Ich finde das Süchtigsein darauf weitaus weniger schlimm als diese ständige K.....Ich hasse es so.

So. Jetzt habe ich wirklich genug von meinem Zipperlein geschrieben. Ich würde noch gerne wissen, wie die Medis heißen, die Du einnimmst und wie sie helfen.

Ich habe dieses Thema so satt, kann sich kein Mensch vorstellen und ich hasse mich, wenn dies dauernd passiert, Ich fühle mich, als hätte man mir einen großen Teil meines Lebens gestohlen...

T\am[mi218x8


Hallo Lenachjen, freut mich, daß Du mir auch deine Erfahrungen berichten willst. Vor 2 Jahren – ohne Tramal, war ich auch bei einer Homöopathin. Irgendwie hilft das schon, aber ich fühle mich da immer so "leer" dabei. Aber ich glaube schon, daß das der richtige Weg sein könnte. Warte jetzt, daß Du mir mehr schreibst

Bis bald

lre<nac$hjen


Hallo Tammi,

entschuldigung für die späte Antwort. Also, was willst du denn wissen? :-) Ich hatte eine sehr hohe Dosis Cortison und hab alles direkt abgesetzt, null Probleme! Ich ernähre mich jetzt streng ayurvedisch! Die ersten 3 Monate ganz ganz streng Diät, jetzt schon gelockert.

lvenach=jen


Mit Inkontinenz und/oder Problemen mit dem Stuhlgang hatte ich allerdings noch nie Probleme, das vielleicht als Zusatz. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das nicht auch in den Griff zu bekommen ist :)_ Meine Form der Krankheit ist wirklich ziemlich "schwer", und trotzdem hat es geklappt, auch wenn mich die Schulmedizin schon so gesehen aufgegeben hat und nur noch die OP übrig blieb in deren Augen...

TLammDi188


Hallo Lenachjen,

kannst Du vielleicht näher beschreiben, wie sich das dann geäußert hat?! Gewichtsabnahme, Schmerzen, Durchfälle, wie oft am Tag?

Bei mir is es so, daß immer niur ein bißchen kommt. Manchmal denke ich, daß es rauskommt, wie oft ich gegessen hab. Was bei mir noch ist, daß da so gut wie nie meine Blase voll ist, also daß die Flüssigkeit anderweitig kommt. Und: wenn ich z.B. eine Flache Wasser ziemlich ":/ schnell trinke, zu schnell, krieg ich auch Durchfall – seltsam, nicht? Dann natürlich noch auf bestimmte Sachen wie Schokolade z.B. Na ja, kann man drauf verzichten.

Also Cortison ist übel und hilft gar nix. Es bezweckt bei mir nur, daß ich beginne zu "fressen", zunehme und noch öfter Durchfall habe

Aber ich suche ständig nach einem Grund, warum ich Tramal absetzen soll. Tätest Du es nicht auch einnehmen, wenn es Dich diesbezüglich absolut beschwerdefrei macht? Ich weiß, da ist der Faktor Sucht. Aber ist das in meinem Fall nicht zweitrangig? ":/

lienachnjexn


Hallo Tammi,

ich hatte/hab nur ganz selten Durchfälle, immer nur Schmerzen ohne Ende. Gewichtsabnahme eigentlich auch zunächst weniger, weil ich schon immer sehr dünn war (ja, vielleicht war das im Nachhinein gesehen mit ein Grund dafür).

Ich kann mir nicht vorstellen, und irgendwie doch, wie schlimm das für dich sein muss :)_ Darum kann ich natürlich verstehen, dass du das Tramal auf keinen Fall "aufgeben" willst... ich wüsste nicht, wie ich mit deiner (ja insbesondere dann auch psychischen)Belastung denken würde... ich wollte mich auf Dauer nicht den Medikamenten hingeben und hab ja auch jetzt einen zwar anstrengenden, aber natürlichen Weg gefunden. Allerdings war meins auch nichts, was mich psychisch so sehr belastet hat :-| Das ist superschwer, von außen zu sagen: "Ich würde es tun oder nicht tun"...

Und dir wurde jetzt schon gekündigt?

Tyaqmm(i1R8K8


Hallo lenachjen,

ja, mir ist im April gekündigt worden. Das hat weh getan und tuts noch. Man verlangt von mir, daß ich entgifte, meine Sucht behandeln lasse und daß ich zu einem Internisten gehe, der mir das wegmacht, sonst könnte ich ja wieder rückfällig werden. Wär ja schön, wenns so einfach wär, ich schleppe das jetzt 20 Jahre lang rum.

Hört sich ja einfach an, in die Klinik gehen und entgiften. Aber es ist halt so, daß man ja an bestimmte Sachen gebunden ist und halt nicht einfach so 4 Wochen weg sein kann.

Vielleicht pack ichs alleine an, es wird aber schon heftig werden, weil ich all die Jahre immer höher dosiert habe. Ich darf es gar nicht laut sagen, wieviel. Ich hab ja schon einmal kalt entgiftet, aber mittlerweile hab ich Angst davor, daß mein Herz überbelastet wird und- man hat ja nur eins.

Aber "danach" werde ichs wohl wieder mit pflanzlichen Sachen probieren. Danke für die Tips. Weihrauch hat schon mal meine Schwester angesprochen, die kennt sich da gut aus.

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