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Immer Ärger mit der Peg

Jbuliadnia hat die Diskussion gestartet


Ich habe seit etwas mehr als einem Jahr eine PEG (das ist eine schnuckelige Magensonde durch die Bauchdecke hindurch). In 5 Tagen, also am Donnerstag, 4.10. soll sie endlich entfernt werden.

Nun scheint sie die letzten paar Tage nochmal für eine Entzündung zu nutzen: leichte Schmerzen wenn der Schlauch etwas schief liegt oder wenn ich huste, stärkere Schmerzen wenn der Kater drauf tritt, vermehrter Austritt von diesem rotz-ähnlichen Zeugs, rosige Färbung und Hitze am Kanal.

Also habe ich nun nicht nur Sorgen, daß der Kanal nicht von alleine zugehen könnte und ich dann erstmal ein Loch im Bauch habe und damit herumlaufen soll – sondern auch, daß sie es diesmal bis zur Bauchfellentzündung bringen könnte. Wäre das nicht albern, wenn ihr das so kurz vor der Entfernung gelingen würde?

Tja... ich werde also wohl meine Temperatur beobachten, etwas Betaisodona an den Rand des Kanals applizieren und den Schlauch desinfizieren und dann damit ein wenig herumstochern (das hat früher schonmal geholfen, wenn eine Entzündung im Anmarsch war.) Und vielleicht doch mal wieder ein paar Pantoprazol einschmeißen; das half manchmal gegen die Schmerzen.

Unschön, das ganze. :)D

Antworten
DWukeNu(kem


Wie wäre es mit Antibiotika?

a&nydwher-e


Kompressen mit kolloidalem Silber helfen bei äußerlichen Entzündungen auch ganz gut.

JIuliaCnia


Betaisodona ist mein Allheilmittel für kleinere Entzündungen. Katerbiß? => Betaisodona reinkippen. Pickel? => Betaisodona draufschmieren. Bisher half Betaisodona auch bei Reizungen der PEG.

Das Problem scheint mir ein mehr oder minder stark ausgeprägter Dekubitus im Kanal zu sein, weil der Schlauch normalerweise ja mit dem Gewicht nach unten herumhängt. Bumper drückt gegen Magenwand, und Schlauch liegt schon irgendwie immer auf die gleiche Weise. Für diese Hypothese spricht auch, daß die Schmerzen normalerweise erträglicher werden, wenn ich den Schlauch mehr als zur Hälfte in den Magen schiebe statt ihn ganz draußen zu halten (weniger Gewicht auf der Außenseite.)

Ich habe ihn mir gerade mal in den BH geklemmt statt in die Unterhose und mit Leukosilk fixiert. Vielleicht hilft das ja schon.

Temperatur und Schmerzvolumen sind noch ok. Falls es schlimmer werden sollte, weiß ich ja, wo das Notfallzentrum ist (und die kennen mich sicherlich auch immer noch vom Abzeß im letzten Jahr :-) ), und die können mir dann gerne nochmal eine Runde Ciprofloxacin aufschreiben.

-

... würdest du kollodiales Silber trinken? Der Kanal führt ja direkt in den Magen hinein. Ein nicht unerheblicher Anteil von dem, was ich da so von außen hineinkippe, gelangt vermutlich durch die nicht mehr wirklich vorhandene Fettschicht in den Magen hinein.

J[ul`iania


So...

Die Schmerzen sind schwächer geworden, seit ich den notdürftigen Verband abmontiert hatte. Offenbar war das Gewicht der sterilen Kompresse und des Leukosilks zu viel für die Haut dort. ???

Inzwischen geht's wieder so halbwegs, außer beim Husten oder wenn ein Kater drauf trampelt. Wieso treten die eigentlich immer so zielgenau auf die PEG, wenn das gerade schmerzt?

Das rotze-ähnliche Zeugs ist weniger geworden, aber es ist immer noch rot und heiß.

Ich fühle durch die Bauchdecke durch eine Verhärtung, bin aber nicht sicher, ob das der Magen ist (wenn er das ist, dann ist er recht verspannt) oder eine Verkrampfung der spärlichen Bauchmuskulatur oder halt eine Kammer voller Flüssigkeit.

Am Donnerstag werde ich auf jeden Fall den Gastro bitten, das von beiden Seiten aus anzuschauen, wenn er eh schon den Endoskopschlauch drinnen hat.

Eventuell sage ich den Reha-Sport am Dienstag lieber ab, wenn das Schmerzvolumen so konstant bleiben sollte. Schade wäre das. :-/

Appetitmäßig war es heute lausig wie immer, aber Essen ging und blieb drinnen. Ich war allerdings versucht, doch nochmal einen Beutel Fresubin einlaufen zu lassen, weil ich keine Lust aufs Runterwürgen von Nahrungsmitteln hatte. Dem Impuls bin ich aber nicht gefolgt. :-)

DVuke{Nukem


Antibiotika!

Jgulianxia


Nö, dafür sehe ich nun keinen Bedarf mehr. Über Nacht hat sich die Rötung und Hitze und das Herumrotzen deutlich verbessert. Im momentanen Zustand komme ich locker bis Donnerstag, und wenn ich mehr Betaisodona draufkippe und den Schlauch nach oben fixiere statt ihn baumeln zu lassen, dann sollte es sich weiterhin verbessern.

Gastritis um den Dekubitus herum. Da helfen Antibiotika nicht die Bohne.

Auf die Idee mit "Schlauch nach oben kleben" hätte ich mal vorher kommen sollen. Ist das ein gutes Gefühl, sich mal nach dem Klogang nicht erst mit dem Schlauch im Hosenstall zu verheddern. :-)

J1ulQianixa


Dazu sollte ich noch anmerken, daß Herumrotzen im gewissen Rahmen absolut normal ist. Normalerweise pult oder schrubbt man sich ein- bis zweimal pro Tag eine Schnodderkruste vom Kanal weg. Ausflußmäßig schaut es nun wieder nach dieser normalen Menge aus; vielleicht ein bißchen mehr.

Puh. :-)

Und in genau 4x24h bin ich sie endlich los und sollte langsam wieder aus dem Dormicum(?)/Propofol-Rausch aufwachen. ;-D

:)D

J'uli{anixa


Boah nee ey. Die Entzündung ist weg, dafür der Dekubitus noch heftiger als vorher.

Man lege 14 Monate lang einen Schlauch auf eine Stelle und lasse die Schwerkraft ihr Werk tun. Das tägliche Rotieren von dem Ding wirkt sich zwar gegen das Einwachsen aus, aber nicht gegen das wundliegen.

... noch etwas mehr als 3x24h.

JfuliaUnia


Noch 48h, bzw schon etwas weniger. :-D

Inzwischen rote wunde Stellen quasi rings um, denn ich hatte sie nun nach oben, links und nun rechts weggeklebt. Wenn es auf der Innenseite genauso ausschaut, weil der Bumper ständig an der Magenwand rumscheuerte, dann reicht mir das vollkommen als Erklärung für die Bauchschmerzen.

"Lustig" finde ich, daß man im Netz wirklich nur Berichte von Pflegenden und/oder Angehörigen über die PEG lesen kann. Aber kaum mal etwas aus der Sicht eines Betroffenen.

Also mal ein Zwischenfazit von mir, nach 14 Monaten mit einer PEG:

- Entzündet sich oft und kann dabei recht abartig weh tun

- Ziemlich unheimliche Tendenz zur "PEG Abhängigkeit" – wenn man nicht essen muß, weil man ja auch stattdessen einfach einen Beutel Sondenkost einkippen lassen kann, dann wählte ich den Beutel.

- PEG Ernährung tötet Appetit und Hungergefühl sehr rasch und sehr komplett ab.

- Insgesamt halte ich diese Mechanismen (PEG-Abhängigkeit und kein Hungergefühl) für die Hauptverantwortlichen für meine "Gewichtskrise". Während ich an der PEG hing, ging das Gewicht langsam, aber stetig immer weiter nach unten. Bis meine persönliche Grenze erreicht war und ich im Hau-Ruck-Verfahren einen "PEG-Entzug" machte.

- Einige sehr unschöne Erlebnisse mit der PEG und "Ernährung durch andere" im Krankenhaus, inkl. eines Tavors, welches mir gegen meinen Willen über sie eingeflößt worden war.

-.-.-

Würde ich mir nochmal eine PEG legen lassen? Das setzt voraus, daß eine weitere OP oder Bestrahlung passieren müßte. Und bei denen bin ich mir schon nicht sicher, ob ich nochmal einwilligen würde. %:|

Für eine Pflegefallsituation lehne ich die PEG aber ganz eindeutig ab.

JluliwaInixa


Sooo... mein Termin ist morgen um 9:00, aber realistisch betrachtet komme ich wohl erst um 10:00 oder so ran.

Also: noch 11 Stunden. Ich hoffe, daß die "armen Ritter" von vor ~7h als eine "leichte Mahlzeit" durchgehen und durchrutschen. Ansonsten darf ich ja gerade mal nichts essen. :-)

Entzündung hat sich gelegt, die wunden Stellen sind wund. Ich jage gleich noch eine Blasenspritze voll Wasser durch den Schlauch, damit er nicht so ekelig ausschaut.

Zu dem Ratschlag "Antibiotika" hab ich noch ein Zitat von einem Chirurgen aus dem Notfallzentrum, vom November 2011: "Wenn Sie einen Pickel haben, dann nehmen Sie doch auch keine Antibiotika."

_:Nix)ex_


Ich drück alle Daumen!!

Hoffentlich ist für Dich alles erträglich! :)_

:)* :)* :)* :)*

Avbelm;anxn


– Einige sehr unschöne Erlebnisse mit der PEG und "Ernährung durch andere" im Krankenhaus, inkl. eines Tavors, welches mir gegen meinen Willen über sie eingeflößt worden war.

Was haste denn gegen Tavor ? Ist doch fein das Zeug.

S@unfDlo&wer_x73


Drücke Dir die Daumen!

Ansonsten finde ich Dein Fazit bzgl. PEG & Appetit sehr interessant. Ich kenne aus meinem beruflichen Bereich halt auch Patienten, die via Magensonde (i.d.R. aber klassisch durch die Nase) (zwangs)ernährt werden.

Da da Appetitlosigkeit etc. direkt mit der eigentlichen Erkrankung (Essstörung) zusammenhängen, sind die Aussagen bzgl. kein Appetit natürlich schwierig zu beurteilen. Und da die Sonde i.d.R. zwecks Gewichtszunahme eingesetzt wird (mit entsprechendem Schema), wundert es noch weniger, dass da niemand Appetit hat.

Finde es daher interessant, dass die Ernährungsart generell diesen Effekt haben kann. Bei Menschen ohne Essstörung. Danke dafür!

Jlu)l'i&anixa


Danke, Nixe! :-)

Ich hatte die letzten Tage ein Horrorhäuschen voller Sorgen ("Es bleibt ein Loch" / "Bei der Magenspiegelung geht was schief und ich wache in der IntStat auf"). Es gipfelte gestern erstmal in Erinnerungen an alle Leute mit PEG, die ich im letzten Jahr kennengelernt hatte und im konstruierten Bild "so schaut's aus wenn mein Magen durch das Loch ausläuft" – daraufhin konnte ich im Rehasport erstmal nur herumsitzen und daran arbeiten, mein trockenkotzen zu unterdrücken, statt Bauchmuskulatur zu kräftigen.

Und ich überlege, ob ich nicht auf die Sedierung verzichten möchte.

Gegen Sedierung spricht: Größerer Personalaufwand (ich reagierte offenbar "paradox" während der letzten Magenspiegelung, also werden sie zu 3 oder 4 sein wollen um sich auf mich zu schmeißen... das kenne ich schon); ich mag mich gerade überhaupt nicht irgendwelchen Ärzten im bewußtlosen Zustand ausliefern – am Ende bauen sie mir noch eine neue PEG ein oder so; nicht den ganzen Tag im Post-Dormicum Rauschzustand. :-/

Für Sedierung spricht vermutlich: Schlauch in den Mund gesteckt zu kriegen zählt irgendwie nicht zu den Dingen, die ich wirklich gerne erleben möchte; falls sie tackern müssen, können sie sich evtl die Lokalanästhesie sparen. :-/

Beides irgendwie Mist. Vermutlich lassen sie mir aber eh keine Wahl. :-(

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