» »

Bauchfellentzündung Peritonitis

f<amilxie1 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich schreibe Euch mit der Bitte an, ob Ihr mir bzw. uns aus Eurer Sicht der Erfahrung in Bezug auf eine Peritonitis etwas mitteilen könnt.

Unser Familienmitglied klagte über Schmerzen in der Bauchregion. Daraufhin fuhren wir ihn zum Hausarzt, der ihm ESOMEP (20 mg) gab. Es würde alles nach 3 Tagen vorrüber sein, war sein Aussage.

Am nächsten Tag verschlechterte sich seine Situation immer mehr... wir dachte im Hinterkopf, dass der Hausarzt ja geschaut hat und dass das alles bald wieder gut ist, aber dem war nicht so. In der Nacht übergab er sich und bekam schwer Luft. Der Notruf wurde gerufen und er wurde vorerst wegen eines "Flüssigkeitsdefizites" ins Krankenhaus gebracht. Wir sind natürlich direkt hinterher gefahren. Man sagte uns, dass man ihn vorerst behalten möchte, weil er erst einmal kaum Flüssigkeit im Körper hat und zum anderen beobachten möchte.

Am nächsten Tag wollten wir ihn abholen, aber er wurde bei unserem Eintreffen gerade fertig operiert. Die Diagnose hieß "Peritonitis". Der Blinddarm ist geplatzt und alles ist in sein Bauch reingelaufen leider.

Um es kurz zu machen! Es sind genau 3 Tage her, seit der OP.

Einige Eckdaten sind (heutiger Stand):

Fieber 37,9 Grad

Beatmung ist auf spontan geschaltet, sprich 39%.

Blutdruck ist ohne Unterstützung angemessen.

Puls ist beständig.

Es gibt kein Organversagen bislang und hoffe auch in den nächsten Tage nicht.

Man holt ihn heute aus dem künstlichen Koma langsam raus. Wir konnten mit ihm uns schon verständigen, obwohl er noch die Schläuche im Mund hat. Der Oberarzt meinte, dass sein Zustand sich äußerst verbessert hat und er seit 3 Tagen fast kontinuierlich sich verbessert. In Summe, er ist stabil!

Er ist 30 Jahre alt, 193 cm groß, wiegt 109 KG. Nicht raucher, daher Lungenwerte 100%, trinkt kein Alkohol.

Jetzt meinte ein Betreuer, dass die erste hohe Stufe genommen wurde. Er wird wach gemacht, wobei man ihn fast kaum schlafen bekommen hat, da er sehr stark und kräftig sei.

Die nächste Stufe sei, dass die Bakterien in seinem Bauch eliminiert werden müssten noch. Wenn er auch wach wird, bald was trinken und essen kann, wäre er noch nicht ganz über den Berg. Die Breitspektrum-Antibiotika würde momentan gut einschlagen.

Unsere Angst ist, dass er sich ins negative Entwickeln könnte, obwohl er sich in 3 Tagen nur verbessert hat. Wie sind eure Erfahrungen?

Er hat ja im Bauch noch genug Bakterien etc. Sein Blut ist ja auch entsprechend "vergiftet".

Der Arzt meinte, dass die ihn in den nächsten Tagen, den Schlauch aus dem Mund nehmen werden.

Wir sind voll verunsichert, weil wir dachten, dass wenn er wach wird und die oben genantent Eckdaten mitspielen, er auf dem guten Weg ist, aber dem wurde ein dämpfer verpasst, von einem Betreuuer vorerst.

Wir wollen auch diese Zeilen nutzen, um allen, die gesundheitliche Probleme haben, alles alles Gute zu wünschen, aber auch die, die gesund sind, mögen auch bitte gesund bleiben.

Wir wissen, dass er eine schwere Erkrankung hat, aber die Hoffnung stirbt zuletzt und bislang wurde es Tag für Tag besser.

GLG, eine betroffene Familie

Antworten
E]max


Hallo liebe familie1,

vor vielen Jahren habe ich das Gleiche durchlebt wie jetzt euer krankes Familienmitglied. Auch ich wurde damals zunächst falsch behandelt und erst ins Krankenhaus eingeliefert, als der Blinddarm schon durchgebrochen und das Bauchfell schwer entzündet war. Ich habe (knapp) überlebt, musste aber 5 Wochen im Krankenhaus bleiben. 4 Wochen lang hatte ich einen Schlauch in der Operationswunde damit das Eiter abfließen konnte.

Ich sehe gute Chancen, dass euer Familienmitglied wieder ganz gesund wird und wünsche ihm gute Genesung, wie sie mir zuteil geworden ist. Für alle Beteiligten ist nun allerdings Geduld und Ausdauer angesagt.

M;onsxti


Dem kann ich mich nur anschließen. Ich hatte auch schon eine eitrige 4-Quadranten-Peritonitis mit Sepsis, Nahtot und allem Mist, der da mitunter zusammenkommt. Ich war damals zwei Monate lang in der Klinik, danach noch monatelang in der ambulanten Pflege und lebe seitdem ohne Dickdarm und mit einem künstlichen Dünndarmausgang (Ileostoma) für immer.

Es dauerte lange, bis ich wieder hergestellt war, nämlich über zwei Jahre, aber ich war damals auch schon 47 Jahre alt. Heute (fast 9 Jahre später) geht es mir richtig gut. Das einzige Problem, das mich bis heute nervt, ist der heftige Verwachsungsbauch, der nach einer diffusen Bauchfellentzündung leider nicht ausbleibt.

Dem jungen Mann wünsche ich von Herzen gute Genesung.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Magen und Darm oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Ernährung · Übergewicht · Unter­gewicht · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH