» »

Ppi Abhängigkeit?

F6lorbenz2x00 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich hoffe sehr, dass mir hier weitergeholfen werden kann, da ich langsam schon verzweifle :-(

Vor drei Montaten wurde bei mir eine Speiseröhrenentzündung festgestellt, die ich aufgrund von einer einwöchigen Ibuprofen Einnahme bekommen habe. Daraufhin habe ich meine Ernährung extrem umgestellt (nur basische Lebensmittel, kein Zucker, Fett, Kaffee, Alkohohl usw) und mir wurde mir Omeprazol 40 verschrieben, welches mir anfangs etwas geholfen hat.

Nach zwei Monaten kamen die Beschwerden aber wieder zurück, sogar schlimmer als vor der Therapie. Ich habe Omeprazol 40 weitergenommen, aber es wird nicht mehr besser. Der Arzt hat mir geraten, die Omeprazol Einnahme zu reduzieren, da die Speiseröhre abgeheilt sein müsste. Ich habe daraufhin eine Reduktion versucht und schreckliches Sodbrennen bekommen. Kann es sein, dass man Körper sich schon zu sehr an das Omeprazol gewöhnt hat, sodass er jetzt zuviel Magensäure produziert. Kann man nach 3 monatiger Einnahme schon eine Abhängigkeit entwickeln? Weiß einfach nicht mehr weiter, nehme immer weiter ab wg der umgestellten Ernährung und habe ständig Schmerzen.

Vielen Dank fürs Durchlesen!

viele Grüße Florenz 200

Antworten
RKenessAanxce


Hallo Florenz!

Der dicke Haken bei den ansonsten wirklich hilfreichen PPI ist der sogenannte Rebound-Effekt. D. h. das Sodbrennen kehrt verstärkt und vermehrt zurück nach dem Absetzen; diese Wirkung bzw. Nachwirkung kennen viele.

Vielleicht kann Dir Ranitidin weiterhelfen. Es ist von einer anderen Medikamentengruppe und wäre quasi ein Umsteigen, aber frage einmal Deinen Arzt danach; vielen hilft es recht gut, und der Vorteil: Es ist nicht solch ein "Hammer" wie die PPI.

Auch von diesem Medikament kann eine gewisse Abhängigkeit eintreten, aber erstens sind die Nebenwirkungen meist milder und zweitens ist die Frage ja auch, was ist schlimmer: Speiseröhrenentzündungen mit Sodbrennen oder ein Medikament, was zwar alles andere als toll ist, aber wenigstens vor Schlimmerem bewahren kann?

Du teilst diesen Teufelskreis übrigens mit vielen Menschen: Es geht nicht ohne und soll auch nicht auf Dauer mit ...

Wünsche Dir alles Gute.

Renee

F/loruenz200


Hallo Renee,

vielen Dank für deine Antwort! Werde meinen Arzt nach Ranitidin fragen. Weißt du wie lange so ein Rebound Effekt anhält? Ist es möglich von den PPI dauerhaft loszukommen? Hab die Speiseröhrenentzündung ja nur durch Ibuprofen bekommen und vorher nie Probleme mit Sodbrennen ect gehabt. Hoffe wirklich, dass ich jetzt nicht auf Dauer Medikamente nehmen muss :-(

Hat hier vllt jemand erfolgreich die PPis absetzen können?

Viele Grüße,

Florenz

PLaulQa;marie


Empfohlen wird oft: PPIs langsam reduzieren, wenn das nicht genügt, auf Ranitidin umsteigen, evtl. kombiniert mit Talcid, dann nur noch Talcid, dann nur noch bei Bedarf. Dazu viel Kamillentee trinken, kleine Mahlzeiten, dafür öfter. Ich vertrage ganz gut Kartoffeln, Reis.

Da Du ja die PPIs nur kurze Zeit genommen hast, hast Du sehr gute Chancen, wegzukommen. Vielleicht genügt auch schon eine langsame Reduktion, oder nur das Umsteigen auf Talcid.

Manche schwören auf Haferschleim (ihh).

Ich habe 8 Jahre lang PPIs genommen, allerdings wegen chronischer Refluxösophagitis, bin dann auf Ranitidin umgestiegen und Talcid. Würde gern ohne auskommen, habe das auch jetzt 2 Monate erfolgreich gemacht, aber eine Erkältung hat mich wieder zurückgeworfen.

Also, ich bin sicher, daß Du mit langsamen Ausschleichen Erfolgt haben wirst.

PEa0ulamqarixe


Übrigens, ein leerer Magen ist auch nicht gut. 3-4 Mandeln kauen bindet Säure. Vielleicht auch zwischendurch bei Sodbrennen etwas trockenes Brot essen.

R8en"esxsance


Bei mir ist gerade Brot dann Gift. Mir helfen besser ein, zwei Zwiebäcke. Oder auch Haferbrei, tatsächlich. Aber kein "Schleim" – iiih! Kurz in 1 Tasse aufgekochtem Wasser eine Handvoll kernige Haferflocken aufquellen lassen, aber so, dass sie bissfest bleiben. Mit Süßstoff abgeschmeckt ist der feste Brei sehr genießbar, finde ich.

F}lorednz2>00


Danke für eure Antworten! Das macht mir ja Hoffnung, dass ich die PPIs bald absetzen kann. Hab meinen Arzt nach Ranitidin gefragt und der meinte das würde genauso stark wirken, wie Omeprazol. Fand ich sehr komisch, da ich auch immer gelesen habe, dass H2 Blocker nicht ganz so stark wirken und beim absetzen von PPIs hilfreich sein können.

In welcher Dosierung habt ihr denn Ranitidin genommen? Hab Omeprazol jetzt für 3 Wochen von 40mg auf 20mg reduziert und die Schmerzen sind langsam besser geworden. Würde jetzt gerne auf Ranitidin umsteigen.

Viele Grüße :-)

Florenz

SHusAanne6Schmmitz


Hallo

bin neu in diesem Forum und habe gerade von diesen Problemen gelesen. Das Problem ist nicht unbedingt eine Abhängigkeit, sondern dass der Organismus über Regulationsmechanismen verfügt, die genetisch angelegt sind. Wenn nun magensäurehemmende Mittel eingesetzt werden, egal wie die Dinger auch heißen mögen, dann registriert der Organismus dies und startet die Gegenregulation. Das bedeutet, dass er dann noch mehr Magensäure produziert, weil er überschießend reagiert. Das ist ein richtiger Teufelskreis, der nur durchbrochen werden kann, wenn man die PPi Hemmer ganz langsam ausschleicht und ganz regelmäßig kleine Portionen (histaminarm!) isst, damit die Schleimhaut ein wenig eingekleidet ist. Magensäure wird teilweise auch durch psychischen Stress produziert. Es gibt Stress, der ganz unbemerkt in uns Menschen abläuft und dann Stresshormone anlockt und dann auf den eh schon empfindlichen Magen schlägt. Am besten solltest Du auch Deine Hirnhaelften entspannen (konfigurieren) und ruhiger werden. Ach im Übrigen, Süßstoff fördert auch Magensäure und gaukelt der Bauchspeicheldrüse was vor! Süßstoff wird zur Schweinemast eingesetzt, das braucht doch kein Mensch oder was meint Ihr? Genau wie chemische Zusatzstoffe in der Nahrung, der wir schutzlos ausgeliefert sind. Je natürlicher wir essen, desto besser! Viel Erfolg Euch allen und Grüße von Susanne

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Magen und Darm oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Ernährung · Übergewicht · Unter­gewicht · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH