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Nächtlicher Reflux (starke Brustkrämpfe) ggf. durch Remergil?

sooxy hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben.

Ich habe schon einige Tage hier im Forum, vor allem im langen Refluxfred quergelesen. Es ist ja erschreckend, was für Ausmaße diese Krankheit bzw. Symptome annehmen können. Mein Mitgefühl für alle Betroffenen.

Kurz zu mir: (ähem, okay, aus kurz wurde lang)

Ich habe im Oktober erstmals wegen einer Depression/Überbelastung das Antidepressivum Remergil bekommen. Schon in den ersten Tagen bemerkte ich einen "Kloß" im Hals. Erst dachte ich, mir wäre die Tablette im Hals stecken geblieben. An Sodbrennen/Reflux o.a. dachte ich noch gar nicht, den ich habe nie, wirklich nie irgendwelche Magen-Darm-Beschwerden. Mein Bauch ist (war) so intakt, hatte nie Verstopfung, Schmerzen, Blähungen o.a.

Dieses Kloßgefühl kam immer wieder in den folgenden Wochen, dazu ein Räuspergefühl und einfach ein unstimmiges, ungewohntes druckartiges Gefühl im Hals und tiefer runter (Speiseröhre?). Man sagte mir auch, meine Stimme klänge rau. Diese Beschwerden waren aber erträglich, ich schob es auf "Nebenwirkungen" oder was weiss ich, nahm es einfach nicht so ernst und wichtig. Wird schon weggehen ...

Dann, eines Nachts, Mitte Dezember ... eine "Attacke". Sehr schmerzhaft. :°(

Brustkrämpfe und Schmerzen, Druckgefühl zwischen den Brüsten bis zum Hals hinauf. Dazu so schwallartig ein "Hochkommen"-Gefühl. Aber ich habe nichts Wirkliches im Mund/Hals gehabt, also ein richtiger (?) typischer Reflux ist es wohl nicht (weil da immer von "Nahrung hochkommen" was gesagt wird). Es ist nur dieses Gefühl, so "wellenartig", druckartig. Kann es kaum beschreiben. Im Laufe der Nacht hatte ich jedoch vermehrt Speichel im Mund, leicht sauer. Und nach Stunden der Quälerei wurde mir auch übel, 2-3 Mal rannte ich zum Klo. Aber kein Erbrechen. Dazu das übliche Kloßgefühl im Hals und tagsüber dann auch richtige Schluckbeschwerden (Trinken war schlimmer als Essen!). Es dauerte alles rund 20 Stunden.

Mein Bauch/Magen war okay. Im Laufe der Nacht, bis in die frühen Morgenstunden war an Schlaf nicht zu denken. Sobald ich lag, wurde der Schwall, das Hochkommengefühl, die Krämpfe in der Brust noch schlimmer, unerträglich. Man liegt/sitzt dann mit erhöhtem Oberkörper stundenlang im Bett oder auf der Couch, quält sich, hat Durst, traut sich aber nicht zu trinken (Schluckbeschwerden/Krämpfe!!), ist müde, übel, ... Sehr schlimm war diese 1. Attacke. Sie hielt 20 Stunden an. Ich war so durch.

Seit Mitte Dezember bekam ich noch 5 weitere. Ein Mal auch an Weihnachten. Und die letzte war gestern Nacht. Aber von Mal zu Mal wurde es "sanfter", nicht mehr so lange anhaltend, nicht mehr sooo schmerzhaft. Es ist unabhänig vom Essen, ich habe weiterhin keine Magen/Bauchbeschwerden, es kam immer unerwartet.

Symptome zusammengefasst: Hauptsächlich die "Brustschmerzen" (Krämpfe, Druck), dazu leichte Übelkeit, schwallartiges "Hochkommengefühl" im Hals, Kloß und Räuspern, Schluckbeschwerden. Kennt das jemand so in der Form?

Ich war natürlich beim Arzt. Direkt in der ersten Januarwoche. Leider ist der Arzt nicht so gut. Ich habe keinen festen Hausarzt, da ich sonst fast nie beim Arzt bin, allgemein würde ich mich als sehr gesund bezeichnen, selten erkältet, nie Verdauungs-/Magenprobleme, keine Kopfschmerzen usw.

Wo war ich? Ach so, der Arzt ... ja, irgendwie nahm er mich nicht ernst. Er meinte, ja, ist wohl ein Reflux. Verschrieb mir Pantoprazol 20mg. Da ich schon mal da war, wollte ich den Gesundheits-Check machen, den man ja ab 35 Jahren machen kann. EKG, Ultraschall, Blut usw. Soweit alles okay. Ggf. habe ich eine SU, muss noch auf das Ergebnis des TRH-Tests warten. Bin seitdem schon in der 3. Behandlungswoche bei ihm. Der Hausarzt verschreibt sehr gerne schnell Medikamente, habe ich den Eindruck. Aber hinterfragen, ernst nehmen, Fragen beantworten oder Anteil nehmen – nee! Habe letzte Woche auch noch mal deutlich gesagt, dass der "Reflux" nicht besser wurde. Trotz Panto. Vor einer Woche sagte er dann, ich solle 40mg nehmen. Okay ...

Nun, seit ich 40mg nehme, kamen die letzten beiden Attacken (letztes WE und gestern). Ich hatte davor seit Anfang Januar quasi 2 Wochen Ruhe, nur leichte Symptome (Kloßgefühl, Räuspern, leichter Druck auf der Brust).

Seit den letzten 2 Reflux-Attacken lese ich hier und woanders vermehrt. Nun mache ich mir Sorgen. Wegen des Pantoprazols, das ich schon seit dem 4.01. nehme. Ich habe heute nur 20mg genommen. Will es "ausschleichen", falls es überhaupt nach knapp 3 Wochen überhaupt nötig sein sollte. Erschreckend, was man von Abhängigkeit, Rebound, Mangelzuständen usw. lesen kann.

Ich will nicht in diesen Kreislauf, den ihr beschreibt, geraten. Habe so Angst. :-( ( Ich war immer gesund. Ein paar Schlafprobleme, Stress, ja ... aber mein Körper war gesund, bin schlank, ernähre mich gut, viel Vollwertkost, trinke viel stilles Wasser.

#

Meine Frage:

Ich frage mich halt, warum habe ich erstmals diese Reflux-/Sodbrennen-Attacken bekommen? Ich mag irgendwie nicht glauben, dass ich als ansonsten so gesunder Mensch einfach mal da was bekomme.

Seit Mitte Dezember hatte ich insgesamt 6 Mal diese schlimmen Attacken. 2 davon in den letzten Tagen, trotz Pantoprazol. Davor hatte ich längere Zeit Ruhe. (Zufall oder wegen des Pantoprazols?)

Alles fing erstmals mit der Einnahme von des AD Remergil im Oktober an. Erst nur Räuspern, Kloß im Hals. Ich habe viel gegoogelt, bis auf ein paar lose Beiträge, habe ich nichts gefunden. Kann das Antidepressivum sowas auslösen?

Oder vielmehr: Ich habe durch das Mittel 5 Kilo zugenommen. Fressattacken, meine bis dato gesunde Ernährung ist etwas gekippt, mehr Süßkram und Chips. Kann/konnte mich nicht beherrschen, schlimm. Könnte das der Auslöser sein?

Oder kann der Reflux auch durch enormen Stress (Belastung) entstehen? Wobei ich doch vor dem Remergil keine Symptome hatte. Und wie gesagt, hatte NIE Probleme mit dem Magen und den Stress schon länger. Ich habe das Remergil nun seit ca. 1 Woche abgesetzt.

Komisch ... wenn ich jetzt nachdenke, fällt alles zusammen. Kein Remergil, dafür Pantoprazol auf 40mg erhöht – > 2 Mal Refluxattacken.

Mein Arzt hilft mir leider nicht weiter, ich erspare hier weitere Ausführungen. Ich werde ihn wechseln, sobald der restliche Checkup abgeschlossen ist. Ich würde dann auch, wenn ich noch mal eine Attacke bekomme, eine Magenspiegelung beantragen.Habe aber sehr viel Angst davor. :-/

Ich habe so viel geschrieben ... aber wahrscheinlich auch noch die Hälfte vergessen.

Hoffentlich liest das überhaupt jemand? Es tat mir jedenfalls schon gut, alles mal aufzuschreiben. Mich belastet das alles sehr. Ich war immer gesund. Es ist für mich sehr schwer zu akzeptieren und auszuhalten. Die Attacken tun sehr weh, dauern Stunden, kein Schlaf, ich bin dann den ganzen Tag durch und down. Es klingt alles ja fast schon harmlos, aber es ist sehr schmerzhaft. :°(

Ich will einfach nur, dass es weggeht und ich wieder gesund bin. Als hätte man nicht genug andere Sorgen.

Wenn ich eure teils sehr schlimmen Symptome und Krankheiten lese, wird mir ganz anders und ich habe fürchterliche Angst, dass ich in ein paar Monaten auch noch viel Schlimmeres erleide. Ich wünsche den Betroffenen viel Kraft und gute Besserung! @:)

Würde mich freuen, wenn ich hier irgendwie einen Austausch bekomme.

Vielleicht reicht auch schon die Bestätigung, dass Antidepressiva sowas auslösen können. Dann habe ich einfach Hoffnung, dass alles wieder normal wird nach ein paar Wochen. (Mein Neurologe wie auch der Hausarzt sagten "Kann sein." Verfolgen den Gedanken aber nicht weiter und nehmen mich leider eh nicht ernst. Was ist schon ein bisschen Sodbrennen? Tssss ....)

LG

Antworten
smoy


Puh, ich hatte wirklich viel geschrieben. War wohl etwas zu viel und wirr?! o:)

Neuer Stand:

Ich war gestern bei einer Ösophagogastroduodenoskopie (Magenspiegelung).

Diagnose: Erosive Gastroduodenitis (Also wohl eine Entzündung der Magen- und Zwölffingerdarmschleimhaut mit bereits leichter Beschädigung der Schleimhaut)

Keine Anzeichen für Blutungen, Ulcus oder Malignom. Kein Hernie, Barrett usw. Ösophagus unauffällig (Speiseröhre)

Also:

Meine Speiseröhre ist also unauffällig. Ich habe mit allem gerechnet aufgrund meiner starken Beschwerden, wenn ich diese nächtlichen, stundenlangen Refux-"Attacken" bekomme. Ich dachte, man muss doch defintiv was finden an der Speiseröhre. Irgendeine Ursache für mein "Sodbrennen" (wobei ich wie gesagt nicht glaube, dass es bei mir klassisches Sodbrennen/Reflux ist, denn es "brennt" nichts).

Stattdessen habe ich was am Magen. Tsss ... ich habe und hatte jedoch nie Beschwerden am Bauch/Magen. Kann alles essen, habe nie Probleme mit irgendwas, auch keine Blähungen, Verstopfung usw. Nie!

Komisch ... ???

Die Gewebeproben werden noch untersucht, ggf. weiss ich Freitag schon näheres. Vielleicht wird der Helicobacter pylori gefunden, dieser soll ja in den meisten Fällen eine Magenschleimhautentzündung verursachen.

Aber dieses Bakterium hat doch nichts mit dem starken "Reflux" bzw. meinen Beschwerden zu tun?!

???

Ich bin ratlos ... der Arzt faselte nun schon was von "psychosomatisch". Na super.

Vielleicht liest es ja doch noch jemand oder es geht einem von euch ähnlich.

LG

P/aulgamar9ie


Soy, diese Krämpfe in der Speiseröhre kenne ich auch, ich habe aber eine Refluxösophagitis Grad 1 und Pantoprazol 20 hat mir geholfen. Ich kenne auch die anderen Symptome. Das Verschleimtsein und der Kloß im Hals ist wohl typisch. Das wird bei mir eher schlimmer bei der Einnahme von Protonenpumpenhemmern. Wurde mir so erklärt, daß die Säure unterdrückt wird, aber der Reflux trotzdem da ist.

Warte jetzt erstmal das Ergebnis der Gewebeproben ab, dann weißt Du mehr.

Mein Gastroenterologe hat auch einmal gemeint, die Krämpfe könnten von der Reizung des Vagusnerves kommen. Warum und wieso hat er mir auch nicht erklärt. Psychosomatisch ist das sicher nicht.

Sprich ihn mal auf den Vagusnerv an. Vielleicht weiß er ja was dazu. Typisches Sodbrennen habe ich übrigens auch nicht. Das kompliziert ja die ganze Sache und man weiß nie, ob man diese PPIs wirklich nehmen soll auch wenn der Arzt unbedingt dazu rät.

Aber immerhin hast Du ja jetzt die Diagnose einer Entzündung, die schon behandelt werden muß. Hast Du im Beipackzettel schon mal nachgeschaut, ob Remergil (kenne ich nicht) auf den Magen geht? Ist ja sehr gut möglich.

Bei mir wurden die letzten starken Krämpfe von Cortison (10 Tage lang) ausgelöst.

Wenn es eine NW des Medikaments war, sind Deine Beschwerden bei Absetzen und Beseitigung der Gastritis sicher wieder weg.

s5oy


Hallo Paulamarie.

Ich danke dir für deine Antwort! Ich war mittlerweile bei der MS (war harmlos, dank Propofol), die Ergebnisse habe ich auch, doch sie waren ganz anders als erwartet/erhofft und ich brauche noch eine Weile, um meine Gedanken zu sortieren. Es ist alles nicht einfach. Ich werde noch ausführlicher berichten.

Wollte dir aber schon mal Danke sagen. @:)

PVaulaimarixe


:)_ @:)

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