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Verpfuschte Hämorrhoiden OP

SPpanfearkl hat die Diskussion gestartet


Ich habe vergangene Woche den wohl schmerzhaftesten Fehler meines Lebens gemacht. Mich hatte die Panik ergriffen, als ich beim Stuhlgang massiv blutete, Schmerzen hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine, alles war ganz normal, keine Verstopfung oder Durchfall aber eben die ganze Schüssel voller hellrotem, frischem Blut.

Hämorrhoiden habe ich schon lange – Auslöser war die Geburt meines Kindes, immer mal wieder hatte ich Schmerzen, z. B. wenn ich zu schwer gehoben hatte oder im Garten zuviel gearbeitet. Die Hämies hatte ich mir schon 2x veröden lassen, unangenehm aber schmerzfrei, danach war spätestens am nächsten Tag wieder Ruhe. Leider war dieser Arzt eben nicht erreichbar, auch mein Hausarzt hatte Urlaub. Alle ergoogelten anderen Proktologen hatten keine Termine – teilweise Wartezeit bis Januar! Dann bin ich einfach zu dem, der am nächsten Tag einen Termin für mich hatte. 1.Fehler! OK der stellte also eine innenliegende Hämorrhoide fest, die offenbar geblutet hatte (inzwischen gabs beim Toilettengang kein Blutbad mehr )und die wohl auch jeder Zeit wieder aufplatzen könne. Man müsse die halt in einer kleinen Op vernähen. Zum Beispiel gleich am nächsten Tag.

Ich hätte ja jetzt beruhigt sein können, dass es nichts schlimmeres ist und gehn können. Aber irgendwie hatte ich mir das weitere Verfahren so problemlos wie das Veröden vor einpaar Jahren vorgestellt. Jedenfalls hab ich den Terminvorschlag des älteren Hinterhof-Proktologen (schon das ganze Ambiente hätte bei mir die Alarmglocken auslösen müssen)angenommen. Fehler!!!

Es war keine kleine OP – nach der Narkose, deren Vorbereitung darin bestand, daß ich 2 Zettel ausfüllen mußte (Haftungsausschluß)wachte ich mit wahnsinns Schmerzen auf. Ich hab mich gefühlt wie ein Spanferkel (also wenn es noch was fühlen würde am Spieß). Man gab mir noch weitere Schmerzmittel in die Vene, so im Halbschlaf gings dann nach Hause. Als Medikament bekam ich Ibu 600. Die helfen vielleicht bei Kopfschmerzen aber wohl nicht bei dieser Art von Schmerz (ich dachte, er hätte vielleicht das Skalpell in meinem Darm vergessen). Die kommende Nacht war Hölle! Jede kleinste Luftbewegung verursachte ein Gefühl, als ob besagtes Skalpell sich herumdrehen würde.

Aber das war noch garnix: irgendwann muß man dann auf Klo....da gingen mir dann einfach die Lichter aus und ich bin vor Schmerz ohnmächtig geworden.

Ich frage mich: sind solche Schmerzen nach einer Hämorrhoiden OP normal?

Natürlich habe ich mich telefonisch mit dem Arzt in Verbindung gesetzt, der meinte nur, mit ein paar Tagen Schmerzen muß man schon rechnen.. Und muß man die so hinnehmen? wir sind doch nicht mehr im Mittelalter – es gibt doch Medikamente! Vielleicht hat jemand hier im Netz ähnliche Tortur mitgemacht und hat einen Rat?

Mittlerweile war ich noch beim Notdienst (war ja Feiertag), der meinte die OP-Methode wäre ja nicht gerade die neueste.... Also bei der Methode handelt es sich um eine Ligatur – aber nicht mit Gummiringen sondern eben mit Nadel und Faden (könnte auch Stacheldraht gewesen sein). Hat jemand Erfahrung mit dieser (offensichtlich veralteten) Methode gemacht?

Das Blutgefäß wird ja abgebunden und soll dann von selbst abtrocknen – mittlerweile habe ich gehört, daß dies bei diesem Verfahren eben oft nicht klappt. Wer kann mir da weiterhelfen? Ich hoffe auf jemand, der mir widerspricht!

Die OP ist jetzt 6 Tage her, es blutet immernoch, ich kippe regelmäßig beinahe von der Schüssel und so wie es aussieht war die Hämorrhoiden-OP voll fürn A. und man muß das ganze mit einer neueren Methode wiederholen.

Hat jemand Rat?

Antworten
U)ltimMus


Hallo Spanferkl,

dein Notarzt hat recht, wenn er von ungewöhnlicher Methodik spricht. Aber auch diese sollte nicht so lange so schmerzhaft sein. Ich verstehe nicht, warum man dir keine stärker wirksamen Schmerzmittel verschreibt. Sprich den Operateur darauf direkt an! Warme (nicht heiße!) Sitzbäder (1 x tgl. 10 Min. in Kamillelösung) können durch Entspannung günstig wirken. Das würde ich versuchen.

Wenn keine Besserung eintritt, dürfte es besser sein, eine Zweitmeinung einzuholen. Vielleicht kannst du unter Schilderung deiner Situation eine renommierte proktologische Praxis dazu bringen, dich mal kurz als Notfall in ihren Tagesplan einzuschieben.

Gruß

Ultimus

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