» »

Fragen: Antibiotikum gegen Campylobacter bei Durchfall & Colitis

G[reta2x014 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich (Ende 20, 164cm, 45kg) habe vor 2 Wochen Huhn gegessen, das nicht ganz durchgegart war. Ich bekam erst starke Krämpfe und dann zusätzlich Fieber, Kreislaufprobleme und schlimme Durchfälle (bis zu 15/Tag). Nach einer Woche kam auch noch Blut dazu – und ich in die Notaufnahme. Im Krankenhaus erhielt ich nach einer Koloskopie die Diagnose Colitis ulcerosa (chronisch-entzündliche Darmerkrankung). Die Magenspiegelung resultierte in einem Normalbefund (im Bericht ist allerdings auch von "leichter Gastritis" die Rede). Die Symptome (Krämpfe, ständige Durchfälle, oft mit Blut) blieben bis zu meiner Entlassung am Montag, wurden aber durch das Medikament Salofalk (Wirkstoff Mesalazin) weniger.

Nachdem ich entlassen wurde, fand man in der Stuhlprobe vom Donnerstag einen hochansteckenden Keim: Campylobacter. Ich nehme nun seit gestern 10 Tage lang 2x täglich Ciprobeta 500mg (Antibiotikum) (zusätzlich zum Mesalazin gegen die Colitis, morgens und abends je 2x 1,86g)

Problem: Die Blutungen sind zwar nahezu weg, es treten aber immer noch Durchfälle auf, obgleich auch deutlich weniger (gestern zB insgesamt "nur" 5x, v.a. nach Nahrungsaufnahme)

Nun fürchte ich um die Wirksamkeit des Antibiotikums.

Fragen:

- Wie lange braucht das Antibiotikum vom Mund bis zum Darm?

- Wie lange dauert die Resorption?

- Wie nehme ich das Antibiotikum am besten ein, damit der Durchfall die Wirksamkeit nicht zu stark beeinträchtigt? (ich muss es morgens und abends nehmen. Zzt nehme ich es um 8:30 und esse erst um 11:30 (fürs Mesalazin), damit das Antibiotikum schon min. 3 Std Zeit hatte. Nach dem Essen bekomme ich leider sofort einen Durchfallschub bzw heute weichen Stuhl (ca 11:50).

- Wäre es besser das Antibiotikum direkt vor dem Essen zu nehmen, so dass dann der Durchfallschub, der ca 20 Minuten darauf folgt, es gar nicht beeinflusst, weil es noch nicht im Darm ist? Oder wird es dann komplett rausgeschwämmt?

- Oder soll ich einfach gar nicht frühstücken und das Mesalozin einfach auch so nehmen und hoffen, dass es kein DF auslöst?

Ich habe den Eindruck, dass der Stuhl schon etwas fester geworden ist (aber immer noch weich), nicht mehr ganz wässrig. Mein Hausarzt sagt, dass die 500mg recht viel sein und mir es vielleicht zu Gute käme. Sprich, dass evtl schon die Hälfte resorbiert ist, wenn ich den Rest ausscheide. Er hofft, es wirkt. Darauf will ich mich aber ungern verlassen.

Was kann ich tun? :-(

Antworten
L2ucyw89


Wieso wird bei einer kürzlichen Infektion mit Campylobacter denn eine CU diagnostiziert?

Ich verstehe dann wohl die Definition dieser Krankheit noch nicht ganz. Laut meinem Arzt kann sich sowas hinziehen, auf deine Fragen kann ich dir leider keine Antwort geben.

kQlein=er_dr=achensyterxn


Also ich hatte auch schon eine Campylobacter-Infektion zusammen mit Rotaviren auch als Folge von Geflügelfleisch. :(v .

Diese sehr schwere Infektion war wohl der Startschuss für den Ausbruch meiner CU.

Also unterscheiden kann man beide Krankheiten schon bei einer Kolo, da die CU eben Ulceras ausbildet, die bei einer Infektion nicht entstehen, da ist evtl. nur die Schleimhaut entzündet.

Deswegen nimmt man ja auch Biopsien.

Trotzdem würde ich schon noch mal eine Kolo machen, wenn die Infektion komplett weg ist.

Ich habe gegen meine Infektion keine Antibiose bekommen, mein Arzt stimmte völlig mit dem Wikipedia-Zitat überein:

"Die Campylobacter-Enteritis heilt in der Regel spontan aus. Da eine antibiotische Behandlung im Normalfall keine Verkürzung der Krankheitsdauer bewirkt, sollte eine Anwendung nur bei komplikationsgefährdeten Menschen (kleine Kinder, alte oder immunsupprimierte Patienten) in Erwägung gezogen werden."

Von daher würde ich auch wegen der CU die Antibiose generell noch mal bei meinem Arzt in Frage stellen, da Antibiotika und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sich meist nicht vertragen und daher nur im (!!!) Antibiotika gegeben werden sollen.

Ggret?a2A0s14


Danke für eure Antworten.

Bei mir scheint der Campylobacter auch die Ursache für den ersten CU-Schub zu sein.

Bei mir wurde sowohl eine Magen- als auch eine Darmspiegelung gemacht und sowohl die Dickdarmwände als auch die Biopsie haben die Diagnose Colitis ulcerosa bestätigt.

Warum soll ich noch mal eine Coloskopie machen?

Bzgl des Antibiotikums stimmten sowohl Oberarzt als auch mein Hausarzt darüber überein, mir Cipro zu geben. Ich denke, das liegt daran, dass ich schon mehrere Wochen unter Symptomen leide und der Campylobacter erst so spät erkannt wurde (das Gesundheitsamt rief heute an und sagte mir, die Probe sei erst Freitag im Labor eingegangen). Eventuell zähle ich auch als immunsupprimiert..?

Allerdings wundere ich mich auch, dass ich es nicht iv bekomme, weil allen klar ist, dass ich noch Diarrhö habe.. Heute war es morgens auch wieder so, jetzt am Abend hatte ich erstmals nach dem Essen und auch nachmittags keinen DF.

Trotzdem interessiert mich noch, wie lange die Aufnahme und Resorption dauert?

Ist es klüger, die Tablette 3 Stunden vor dem Frühstück zu nehmen, um definitiv mindestens 3 Stunden Zeit zu haben – oder nehme ich es direkt zum Frühstück, weil es bis zum ersten DF eh nicht "so weit" ist?

@ kleiner_drachenstern noch ein paar CU-Fragen: Wie lange hast du nun die CU? Kannst du Schübe anhand bestimmter Symptome vorhesehen und verhindern oder weißt, wie man generell Schüben vorbeugen kann? Kann ich ernährungstechnisch etwas tun oder muss ich nun mein Leben lang Mesalazin (und in schweren Schüben Cortison) nehmen?

Ich habe erst Ende des Monats mein Gespräch in der CU-Sprechstunde...

kolein#er_JdrachFen;sterxn


@ kleiner_drachenstern noch ein paar CU-Fragen: Wie lange hast du nun die CU? Kannst du Schübe anhand bestimmter Symptome vorhesehen und verhindern oder weißt, wie man generell Schüben vorbeugen kann? Kann ich ernährungstechnisch etwas tun oder muss ich nun mein Leben lang Mesalazin (und in schweren Schüben Cortison) nehmen?

Als erstes empfehle ich dir mal das Forum www.croehnchen-klub.de, da tummeln sich ganz viele CEDler und du bekommst garantiert viel mehr Antworten als hier, weil es eben auf die Erkrankung spezialisiert ist.

Ich habe CU wohl seit 2005, seit 2007 dann endgültig gesichert.

Bei CU ist es üblich als Krebsprohylaxe durchgehend Mesalazin zu nehmen.

Schüben kann man leider nicht wirklich vorbeugen, außer regelmässig seine verordneten Medikamente zu nehmen und alle Änderungswünsche, Unverträglichkeiten etc. mit dem Arzt zu besprechen. Daher ist es sehr wichtig, eine guten und CED-erfahrenen Gastroenterologen zu haben! Leider kann e setwas dauern einen zu finden.

Ich erkenne meine Schübe daran, dass ich sich immer mehr steigernden DF habe, mich krank fühle, meine Haut schuppt und ich schnell massiv an Gewicht verliere, das ist aber bei jedem anders.

Mesalazin und im Schub Cortison sind die erste Wahl, aber es gibt, je nach Verlauf, noch eine lange Kette anderer Behandlungsmethoden.

Grretah201x4


Oh, vielen Dank! Das Forum schaue ich mir gleich mal an.

Nimmst du auch durchgehend Mesalazin?

Und inwiefern fühlst du dich durch die CU beeinträchtigt? Wie oft muss ich nun mit Schüben rechnen (ist vermutlich individuell verschieden), bzw wie ist es bei dir?

Ich gehe demnächst in eine CED-Sprechstunde und hoffe, dass ich dort von einem erfahrenen Arzt betreut werden kann. Ich lese mir gerade erst alles an, finde aber auf viele Fragen keine Antworten. Vielleicht helfen mir Erfahrungsberichte in dem von dir empfohlenen Forum.

Bzgl der Arztsuche glaub ich dir gern, dass das dauern kann. Ich hatte zwischen 2005 und 2012 immer öfter und stärker auftretende Beschwerden (krasse Bauchkrämpfe, angeschwollener Bauch, Übelkeit, Herzstechen, Aufstoßen) und fand lange niemanden, der mir helfen konnte/mich ernst nahm. Die meiste Zeit hörte ich nur, es müsse psychisch sein, käme vom Stress. Deshalb habe ich mittlerweile nicht mehr viel Vertrauen in Gastroenterologen. 2012 wurden dann verschiedenste Nahrungsmittelunverträglichkeiten festgestellt. Durch eine krasse Karenz (eigentlich eher: einseitige Ernährung), hatte ich deutlich weniger Beschwerden, aber war immer sehr eingeschränkt was Restaurants, Supermärkte, Reisen und co anging. Außerdem bekam ich dann neue Probleme (vermutlich Mangelerscheinungen): brüchige Nägel, Schuppen, starker Gewichtsverlust, Kreislaufprobleme. Nun hoffe ich ein wenig, dass die ganzen Zuckerunverträglichkeiten vielleicht gar nicht mein Problem waren, sondern die CU, und ich dann vielleicht wieder normal essen kann.. Vielleicht kamen die Hautprobleme auch daher..

Mittlerweile frage ich mich eh, wieso nie eine Kolosopie gemacht wurde. Aber ich erinnere mich, dass die Ärzte (und ich war wirklich bei vielen) immer meinten, dass ich zu jung für Darmkrebs wäre und die Koloskopie eher ein Risiko. Na gut, Hauptsache ich weiß nun, was es ist.

Hattest du schon VOR der Diagnose DF? Ich so gut wie nie. Das überrascht mich, da ich angenommen hätte, dass sich das dadurch ankündigt..

Danke für deinen Rat :)

kVleine{r_drachuenstexrn


Ich nehme seit 2007 durchgehend Mesalazin und inzwischen in eher homöopathischer Dosis Cortison, da ich keine Immunsuppressiva vertrage, die CU aber sofort wieder aufflammt, wenn ich gar kein Corti nehme. Meine "normale" Dosis sind 2,5mg alle 2 Tage und ich habe Null Nebenwirkungen.

Ich kann realtiv viele Dinge nicht mehr essen und bin eh schon ndurch viele Allergien eingeschränkt, aber da gewöhnt man sich daran, man muss sich halt im Restaurant etwas "zickig" benehmen und viel umbestellen, aber dann geht auch Essen gehen.

Ich bin seit 2,5 Jahren in Remission und fühle mich überhaupt nicht eingeschränkt. Ich habe eine sehr stressigen Job mit sehr unterschiedlichen Arbeitszeiten und auch mal 10-Tage-Wochen und 16-Stunden-Tage (Eventmanagement) und ahb damit keinerlei Probleme.

Ich war aber auch schon über 5 Monate krank, über 7 Wochen im KH mit parenteraler Ernährung, eklatantem Untergewicht, Haarausfall etc., aber seitdem war es nie mehr so schlimm – zum Glück.

Ich hatte seit 2005 öfter mal DF nach dem Essen, lange voher aber schon immer Probleme mit Blähungen, Krämpfen etc. 2005 hatte ich dann das erste Mal Blut im Stuhl, aber eben auch die Infektion. 2007 hab ich dann geblutet wie blöd und dann ging es auch ganz schnell bergab.

G}repta20x14


Wow, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie seltsam das gerade ist, deinen Bericht zu lesen. Mir wird gerade bewusst, dass sich die CU wohl schon lange angekündigt hat: Ich habe seit 2005 immer schlimmer werdende Krämpfe gehabt, dazu oft ein Problem mit Aufstoßen oder einem aufgeblähten Bauch, bei dem die Luft auf den Herzbeutel gedrückt hat und Herzstechen verursachte. Oft konnte ich mich vor Schmerzen kaum noch bewegen, vor allem in den letzten vier Jahren. Dazu kamen dann diese diffusen Sachen, die sich trotz Dermatologe nicht beseitigen ließen (seit einem Jahr plötzlich Haarausfall, empfindliche Kopfhaut/teilweise kann ich nur kalt fönen, Schuppen, brüchige Nägel, Hitzeschübe/Schwitzen). Erst war ich richtig deprimiert und geschockt, nun hab ich Hoffnung, dass dadurch, dass ich nun weiß, was es ist, vielleicht alles besser wird. Im besten Fall auch die Intoleranzen (FI, LI, SI). Schade, dass das bei dir wohl nicht der Fall ist. Ich hoffe irgendwie noch, dass es Fehldiagnosen waren oder sie durch die CU verstärkt wurden, da ich immer noch oft das Gefühl habe, nichts mehr essen zu können.

Was bedeutet, du bist seit 2,5 Jahren in Remission? Dass du solange keine Symptome hattest (keinen Schub)?

Und wie verträgst du die Medikamente (Mesalazin und Cortison)?

Ich habe das Gefühl, dass ich immer nach dem Mesalazin DF bekomme.. kann aber auch daran liegen, dass ich immer kurz vorher gegessen habe.

Was mich verwundert: ich nehme nun täglich 4 Beutel Mesalazin 1000mg. Das sind 7,44g täglich. In der Packung steht bei akutem Schub deutlich weniger. Und ich wiege ja auch nur noch 44-45kg. Meinst du, ich muss da noch mal nachhaken? Oder kann ich auf den Termin in der CED-Sprechstunde warten?

Ich hab übrigens auch "geblutet wie blöd", eine Woche lang, sogar im Krankenhaus. Nun scheint das Mesalazin (gott sei dank) zu wirken. Ich habe nur noch 1-2x täglich DF/weichen Stuhl (v.a. morgens nach dem Aufstehen seltsamerweise und nach dem Frühstück) und ansonsten scheint alles gut. Habe auch nur noch kaum Bauchkrämpfe.

Und nun ein wenig Hoffnung, dass es mir wie dir gehen wird, und ich mich im Alltag gar nicht eingeschränkt fühle – sondern nur jetzt, mit der Infektion und beim akuten Schub.

Danke! Wirklich, vielen Dank!!!

khlejiyner_!drachTenstxern


Was bedeutet, du bist seit 2,5 Jahren in Remission? Dass du solange keine Symptome hattest (keinen Schub)?

Und wie verträgst du die Medikamente (Mesalazin und Cortison)?

Remission bedeutet, dass keine Entzündungszeichen im Darm auffindbar sind und weitestgehende Beschwerdefreiheit. Das heißt bei mir: mit geht es gut, außer ich esse was Falsches und habe im Großen und Ganzen sehr wenig bis keine Symptome (für mich, manch einer mag das anders sehen...)

Meine Medis vertrage ich gut und lasse auch brav alles regelmässig testen (Blut, Augen, Knochendichte...)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Magen und Darm oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Ernährung · Übergewicht · Unter­gewicht · Zahnmedizin


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH