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Abführmittelabhängigkeit – Darmflora zerstört?!

Ftlut/t1ersxhy hat die Diskussion gestartet


Hallo Forum @:)

Heute wende ich mich mal mit einem ganz anderen Problem an euch.

Vorweg: Ich bitte euch inständig, mir keine Moralpredigten zu halten. Selbstverständlich bin ich mir über meine Dummheit bewusst und weiß, welchen Strapazen und Risiken ich damit meinen Körper ausgesetzt habe. Meiner eigenen Schuld an den Folgen bin ich mir im Klaren und benötige deswegen keine weiteren Belehrungen. Danke

Angefangen hat alles im Jahr 2008. In diesem Jahr hatte ich in meinem Umfeld viel Stress zu verarbeiten (Trennung meiner Eltern, Leistungsdruck in der Schule... usw.). Wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinnere, dann hatte ich dort immer einen sehr regelmäßigen und "festen" Stuhlgang. Doch durch den ganzen negativen Input in diesem Jahr, litt auch mein Stoffwechsel extrem. Es kam manchmal zu Verstopfung und ich nahm erstmal "ausnahmsweise" Abführmittel (Rizinusöl-Tabletten).

Es wäre bei diesen Ausnahmen geblieben, hätte mein damaliger Freund nicht angefangen sich für mein "Hintertürchen" zu interessieren. Dies passierte leider immer ohne mein Einverständnis und ich fühlte mich danach eklig und dreckig. Da ich dieses Gefühl loswerden wollte und für zukünftige Übergriffe gewappnet sein wollte, habe ich wieder auf die Abführmittel zurückgegriffen. Unglücklicherweise blieb ich dann erstmal an ihnen hängen.

Innerhalb von 3 Monaten habe ich knapp 10 Kilo abgenommen. Mein damaliger Freund fing an mir Komplimente zu meinem Aussehen zu machen und lobte meinen Gewichtsverlust ("Du siehst jetzt richtig weiblich aus"), obwohl meine Ärzte sahen, dass ich ins Untergewicht abdriften würde und Alarm schlugen. Auch gaben mir die Tabletten das Gefühl von Kontrolle zurück. Das mag jetzt absurd klingen, aber ich hatte das Gefühl mein Leben nicht mehr selbst kontrollieren zu können, als würde es mir aus der Hand gleiten... durch die Tabletten konnte ich mir diese Kontrolle über mich und meinen Körper in gewisser Weise erhalten und ich floh mich in dieses teuflische Gefühl der Sicherheit.

Anfangs nahm ich die Tabletten jeden zweiten Tag. Nach und nach reduzierte ich die Einnahme auf ca. 1mal die Woche. Jedoch waren sie in Stresssituationen immer zur Hand und dienten gelegentlich sogar als Ausrede. Dies ging einige Jahre... rückblicken bin ich darüber erschrocken, dass es ganze 5 Jahre lang so ging :-(

Seit August letzten Jahres bin ich nun weg von den Tabletten. Ich hab eingesehen, dass es so nicht weitergehen kann und hab sie einfach strikt versucht wegzulassen. Es war nicht einfach für mich, nein überhaupt nicht, aber ich blieb stark. Und nun bin ich stolz sagen zu können, dass ich keinen Drang mehr verspüre, diese Tabletten nochmal zu nehmen!!

Doch mittlerweile spüre ich die Folgen meiner Abhängigkeit mehr als deutlich:

Ich habe nur noch breiigen Stuhl. Habe oft Bauchschmerzen oder auch Durchfall. Natürlich habe ich sofort Nahrungmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Fructoseintoleranz ins Auge gefasst... aber meine Beschwerden sind manchmal scheinbar total willkürlich. Einmal vertrage ich etwas, beim nächsten Mal nicht. Es frustriert mich unglaublich und es beeinträchtigt meinen Alltag immens.

Zum Arzt habe ich mich bislang noch nicht getraut... ersten aufgrund meiner ohnehin bestehenden Ärztephobie und zweitens hinsichtlich der Tatsache, dass mir diese Thematik mehr als peinlich ist.

Nun frage ich euch: Gibt es unter euch jemanden, der ähnliches erlebt hat? Was kann ich gegen meine Beschwerden tun? Was kann ich sonst tun, um Klarheit zu gewinnen (abgesehen von einem Besuch beim Arzt)?

Über Tipps und Anregungen wäre ich euch sehr dankbar

Antworten
F'lut9terxshy


Ach ja, kurzer Nachtrag:

Natürlich habe ich, aufgrund des Fortbestehens "negativen Inputs" der in vermehrtem psychischen Stress resultiert, an einen psychosomatischen Hintergrund meiner Beschwerden gedacht. Allerdings treten mir auch hier die akuten Beschwerden viel zu willkürlich auf ":/

B@eni7taBx.


Na, wenn Du Abführmittel genommen hast, war der Stuhl doch wohl auch keine stählerne Wurst, oder?

Ernähre Dich vernünftig. Benutze pro Tag 5 g Flohsamenschalen (gemahlen) und 20 g Leinsamen (auch gemahlen) in der Ernährung. Kann man morgens in 150 g griechischen Naturjoghurt reinrühren, eine Frucht dazu schnibbeln, frisch geröstete Sonnenblumenkerne obendrauf, hält auch noch 5 STunden satt....

Mittags eine Gemüsepfanne, nach Möglichkeit selbst gemacht mit gutem Fett, Fleisch, Fisch oder Tofu, Grillkäse dazu.

Auf rohe Salate mal verzichten, auf alles Vorgefertigte, wo die Industrie ihre Zutatenliste voller Mist mit reintut-

Was ich nicht nehmen würde ist Activia. Davon bekommen viele empfindliche Menschen erst recht Darmprobleme und Blähungen.

Im Drogeriemarkt und REformhaus gibt es Pulver oder Tabletten, die für die Darmflora gut sind.

SAkaraba|eusx94


Hallo Fluttershy... oh je, oh je. :°_

Das kommt mir so bekannt vor. Ich hab auch meine letzte Beziehung aus dem gleichen Grund wie du nur mit Abführmitteln und fasten "überleben" können. Dazu noch Essstörungen – ja, ich kenn mich aus mit Abführmitteln. :-|

Ich war dann bei einer lieben Heilpraktikerin, die mir Präparate für die Darmflora empfohlen hat. Dadurch gab es leider allerdings kaum eine Besserung.

Ich habe den Entzug dann mit Zäpfchen ertragen können, die ich schrittweise dann reduziert habe. (Also wenn ich halt Verstopfung hatte. Inzwischen brauche ich das kaum noch. Vielleicht 1x die Woche.

Ich habe meine Ernährung komplett verändert und zwinge mich dazu, regelmäßig und genug zu essen, dazu noch gesund, mit viel Obst und Gemüse. Ich bewege mich regelmäßig und gebe mir Bauchmassagen.

Mit dem Leinsamen das ist ein guter Tipp. Ich esse auch täglich welchen. Entweder in den Sahnejoghurt oder einfach eingeweicht und vorgequollen zu Gemüse. Ich esse auch ganz oft einfach nur ein paar große gegarte Karotten mit etwas Öl und 2 EL gequollenen Leinsamen. Inzwischen ist mit meinem Stuhlganz (bis auf wenige Ausnahmen, ist ja normal), alles okay.

HXina<tsa


Ich würde mit Lein oder Flohsamen langsam anfangen. Nicht zu viel, weils dann wieder Verstopfung geben kann. Und viel viel trinken dazu.

Ansonsten kann die Ernähung da auch viel machen. Apfelsaft macht weich, Karotte auch.

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